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Vor wenigen Wochen nahmen Beamte einer
Polizeidirektion Kontakt mit einer Kreisvorsitzenden des
Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e. V. auf und boten an, die jungen
Fahranfänger im Fahrschulunterricht über rücksichtsvolles Verhalten und
partnerschaftlichen Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern aufzuklären.
Dem Einwand der Kollegin, diese Themen
gehörten zum Pflichtprogramm der Fahrschule, begegneten die Beamten mit
dem Hinweis, ihre Erfahrungen im Polizeidienst ermögliche es ihnen, über
diese Themen besonders lebensnah zu sprechen. Immer mehr Kraftfahrer, so
die Beamten, verhielten sich heute rücksichtslos. Drängeln, dicht
auffahren und gefährliches Überholen seien an der Tagesordnung. Nur der
eigene Vorteil zähle. Deshalb müsse im Unterricht besonders intensiv für
rücksichtsvolles Verhalten geworben werden.
Auch Polizeibeamte können Paten sein!
Weil Theorieunterricht nur durch Fahrlehrer
erteilt werden darf, empfahl die Kreisvorsitzende den Beamten, sich im
Rahmen der Aktion Patenschaft der Besonnenheit für rücksichtsvolles
Verhalten auf der Straße einzusetzen. Die Beamten erbaten sich Bedenkzeit.
Inzwischen sind mehrere Wochen vergangen, engagiert hat sich noch keiner.
Schade! Vorbild sein ist offenbar schwerer als davon zu reden.
Ein Kollege handelt
Nicht nur reden wollte dagegen Kollege Ralf
Kebernik aus Horb. Er findet die Idee der Patenschaft ausgezeichnet. Ihm
ist es wichtig, möglichst viele seiner Kunden dafür zu begeistern.
Kebernik: "Durch Flyer und Poster alleine ist nicht die erwünschte
Resonanz zu erzielen!" Ihm ist es deshalb wichtig, auch die Eltern seiner
Fahrschüler an die Aktion heranzuführen. Wenige Tage nach der Anmeldung
schreibt er seinen jungen Kunden einen Brief, in dem er sie auf die
Patenschaft der Besonnenheit hinweist. Aus den Rückmeldungen weiß er, dass
auch die Eltern sich dafür interessieren. So ist es ihm gelungen, in den
letzten Wochen eine Vielzahl von Paten zu gewinnen. Noch ist er mit dem
Ergebnis nicht voll zufrieden. Langfristig möchte er erreichen, dass sich
mindestens die Hälfte seiner Kunden mit Freunden und Bekannten an der
Aktion beteiligt. Das will er durch persönliche Kontakte und durch direkte
Ansprache der Eltern erreichen. Jedenfalls ist er überzeugt, dass mit
dieser Aktion des Berufsstandes die Verkehrsmoral und damit auch die
Sicherheit auf unseren Straßen verbessert werden kann. Was er nicht
versteht ist, dass leider noch zu viele Kolleginnen und Kollegen abseits
stehen.
Wie auch Väter noch lernen
Ein Vater, der sich seiner Tochter als Pate
anbot, berichtet, dass die junge Dame davon zunächst nicht besonders
angetan war. Inzwischen findet sie es aber ganz toll, wenn sie als
Beifahrerin in bestimmten Situationen zu ihm sagen kann: "Meinen Vater
würde ich natürlich nicht kritisieren, aber als Pate der Besonnenheit
solltest du dich vielleicht doch etwas anders verhalten." Kommentar des
Vaters: "Mein eigener Fahrstil ist mir in den letzten Wochen viel
bewusster geworden. Ich bin sicher, dass die Patenschaft nicht nur meiner
Tochter, sondern auch mir nützt."
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