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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 01.04.04

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe März/2004, Seite 126

Dringend gesucht: Vorbilder

Patenschaft fordert aktives Handeln

 

Vor wenigen Wochen nahmen Beamte einer Polizeidirektion Kontakt mit einer Kreisvorsitzenden des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e. V. auf und boten an, die jungen Fahranfänger im Fahrschulunterricht über rücksichtsvolles Verhalten und partnerschaftlichen Umgang mit anderen Verkehrsteilnehmern aufzuklären.

Dem Einwand der Kollegin, diese Themen gehörten zum Pflichtprogramm der Fahrschule, begegneten die Beamten mit dem Hinweis, ihre Erfahrungen im Polizeidienst ermögliche es ihnen, über diese Themen besonders lebensnah zu sprechen. Immer mehr Kraftfahrer, so die Beamten, verhielten sich heute rücksichtslos. Drängeln, dicht auffahren und gefährliches Überholen seien an der Tagesordnung. Nur der eigene Vorteil zähle. Deshalb müsse im Unterricht besonders intensiv für rücksichtsvolles Verhalten geworben werden.

Auch Polizeibeamte können Paten sein!

Weil Theorieunterricht nur durch Fahrlehrer erteilt werden darf, empfahl die Kreisvorsitzende den Beamten, sich im Rahmen der Aktion Patenschaft der Besonnenheit für rücksichtsvolles Verhalten auf der Straße einzusetzen. Die Beamten erbaten sich Bedenkzeit. Inzwischen sind mehrere Wochen vergangen, engagiert hat sich noch keiner. Schade! Vorbild sein ist offenbar schwerer als davon zu reden.

Ein Kollege handelt

Nicht nur reden wollte dagegen Kollege Ralf Kebernik aus Horb. Er findet die Idee der Patenschaft ausgezeichnet. Ihm ist es wichtig, möglichst viele seiner Kunden dafür zu begeistern. Kebernik: "Durch Flyer und Poster alleine ist nicht die erwünschte Resonanz zu erzielen!" Ihm ist es deshalb wichtig, auch die Eltern seiner Fahrschüler an die Aktion heranzuführen. Wenige Tage nach der Anmeldung schreibt er seinen jungen Kunden einen Brief, in dem er sie auf die Patenschaft der Besonnenheit hinweist. Aus den Rückmeldungen weiß er, dass auch die Eltern sich dafür interessieren. So ist es ihm gelungen, in den letzten Wochen eine Vielzahl von Paten zu gewinnen. Noch ist er mit dem Ergebnis nicht voll zufrieden. Langfristig möchte er erreichen, dass sich mindestens die Hälfte seiner Kunden mit Freunden und Bekannten an der Aktion beteiligt. Das will er durch persönliche Kontakte und durch direkte Ansprache der Eltern erreichen. Jedenfalls ist er überzeugt, dass mit dieser Aktion des Berufsstandes die Verkehrsmoral und damit auch die Sicherheit auf unseren Straßen verbessert werden kann. Was er nicht versteht ist, dass leider noch zu viele Kolleginnen und Kollegen abseits stehen.

Wie auch Väter noch lernen

Ein Vater, der sich seiner Tochter als Pate anbot, berichtet, dass die junge Dame davon zunächst nicht besonders angetan war. Inzwischen findet sie es aber ganz toll, wenn sie als Beifahrerin in bestimmten Situationen zu ihm sagen kann: "Meinen Vater würde ich natürlich nicht kritisieren, aber als Pate der Besonnenheit solltest du dich vielleicht doch etwas anders verhalten." Kommentar des Vaters: "Mein eigener Fahrstil ist mir in den letzten Wochen viel bewusster geworden. Ich bin sicher, dass die Patenschaft nicht nur meiner Tochter, sondern auch mir nützt."

 

 

FahrSchulPraxis - Ausgabe März 2004

Erscheinungsdatum 15.03.2004

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