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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 08.07.04

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Juni/2004, Seite 306

Verbandstag 2004

Streiflichter aus Friedrichshafen

 

Wie war's am Bodensee?

Nun - und das war der dominierende Eindruck -, die 54. ordentliche Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. mag als eine der besonders harmonischen in die Chronik des Verbandes eingehen. Umweht vom bedächtigen Flair des Oberlands, beehrt von illustren Gästen - allen voran der Verkehrsminister des Landes -, organisiert und gesteuert von einer routinierten Verbandsführung, erinnerte die Atmosphäre mehr an den alljährlichen Treff einer weit verzweigten Familie als an den einer streitbaren Interessengruppe.


Volles Haus in Friedrichshafen

Diese Empfindung soll nicht die Wirkung der beherzten Begrüßungsrede des Vorsitzenden Peter Tschöpe schmälern. Im Gegenteil, seine Forderung nach angemessenen Anreizen für die Zweite Phase, seine Klage über dubiose Vergabepraktiken der öffentlichen Hände, sein entschiedenes Nein zu indifferenter Gläubigkeit an Lernmaschinen und Simulatoren und sein vehementes Eintreten für höherwertigere Kriterien des Berufszugangs war ein temperamentvoller Auftakt, der bei den rd. 600 Besuchern lebhaftes Echo fand. Heiterkeit breitete sich im Saal aus, als Tschöpe bei der Begrüßung der TÜV-Prominenz in einem diplomatischen Spagat zuerst die neuerdings entspannte Terminsituation bei Führerscheinprüfungen lobte, um sogleich ein Aber nachzuschieben: "Weniger erfreulich ist es hingegen, dass die Fahrschulen weiterhin die Bürde des kostenlosen Inkassos der TÜV-Gebühren tragen müssen. Angesichts dessen, was Sie dabei sparen, lieber Herr Jost, haben wir keinerlei Skrupel, Ihre für die heutige Versammlung ausgesprochene Einladung zum Mittagessen anzunehmen - für die wir uns freilich sehr herzlich bedanken."

Patenschaft der Besonnenheit

In einem geradezu leidenschaftlichen Appell rief Tschöpe Mitglieder und Gäste auf, sich an der Aktion Patenschaft der Besonnenheit zu beteiligen. Mit jedem ernsthaften Paten, so Tschöpe, könnten die Straßen Baden-Württembergs um ein Stück sicherer werden. "Vorbilder sind gefragt - und gerade in einer so freien Gesellschaft wie der unsrigen sind sie unverzichtbar", rief Tschöpe der Versammlung zu. Zum Schluss seiner morgendlichen Rede begrüßte Tschöpe die Initiative der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V., ein Qualitätssicherungssystem für Fahrschulen zu schaffen. "Qualitätssicherung ist weit mehr als eine auch noch so intensive Überwachung leisten kann. Wer bereit ist, Qualität zu bieten und sich einem QS zu unterwerfen, sollte dies übrigens auch nach außen deutlich machen dürfen." Tschöpe schloss mit dem Leitspruch: "Unsere Zukunft heißt pädagogische Qualität!" Und dafür, versprach er seinen Mitgliedern, trete der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. mit all seinen Möglichkeiten und Kräften ein.

Ralf Ebert: Beruf - nicht Job!

Der Vorsitzende des Kreisvereins Bodenseekreis, Ralf Ebert, begrüßte die Versammlung und sagte, die Kolleginnen und Kollegen seines Kreises freuten sich, wieder einmal Gastgeber der Hauptversammlung des Verbandes sein zu dürfen. Fahrlehrer zu sein, dürfe nicht als beliebiger Job, sondern müsse als ein wichtiger Auftrag der Öffentlichkeit aufgefasst werden. Die Verpflichtung, die man seinen Fahrschülern gegenüber eingehe, verlange täglich hohe berufliche Kompetenz.


Ralf Ebert begrüßte im Namen des Kreisvereins

Die jungen Wilden in den Griff bekommen

In Vertretung von Oberbürgermeister Büchelmeier begrüßte Bruno Walter, Leiter des Amtes für öffentliche Ordnung der Stadt Friedrichshafen, die Versammlung. In seiner Grußadresse stellte Walter seine Stadt eindrucksvoll dar. Die Eu-Regio Bodensee sei von vielen Gesichtern geprägt. "Wir leben und arbeiten in einer Umgebung, in der andere Urlaub machen. Während andere Städte und Gemeinden in unserer Region deshalb den Schwerpunkt auf das Feld des Tourismus legen, prägt Friedrichshafen eine Symbiose aus Industrie, Handel, Handwerk, Bodenständigkeit und das stete Streben nach Innovation", pries Walter seine Heimatstadt.
Doch Friedrichshafen habe auch Probleme, wozu der Straßenverkehr nicht unerheblich beitrage. Man brauche dringend mehr Sicherheit auf den Straßen und mehr Rücksicht auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Das Umdenken hierfür müsse in den Köpfen der Fahrer anfangen. Den Fahrlehrern wünsche er für die nicht leichte Aufgabe, die jungen Wilden in den Griff zu bekommen und den Verkehrsteilnehmern die richtigen Spielregeln zu vermitteln, viel Erfolg und Geduld, schloss Walter seine Rede.


Bruno Walter vertrat die Stadt Friedrichshafen

Fahrlehrerversicherung in Fakten und Zahlen

Andreas Anft, Vorstandsmitglied der Fahrlehrerversicherung VaG, stellte in einem sehr aufschlussreichen Abriss die maßgeblichen Daten und Fakten des berufständischen Versicherungsunternehmens dar.


Andreas Anft: Daten und Fakten der Fahrlehrerversicherung

Mit 83.300 Versicherten habe man Ende letzten Jahres abgeschlossen. Diese Zahl sei absolut gesehen schon sehr erfreulich, sie stehe aber auch für einen kontinuierlichen, über den Werten des Marktes liegenden Zuwachs während der Jahre 2001 bis 2003. Von den 380.000 bestehenden Verträgen seien 61 Prozent mit Fahrschulen abgeschlossen, der Rest verteile sich auf Angehörige von Fahrlehrern sowie auf Sachverständige des DEKRA und des TÜV.

Ein Blick auf die andere Seite der Medaille zeigte den aufmerksamen Zuhörern, dass die in den letzten Jahren extrem gestiegene Anzahl der Schäden und die höheren Aufwendungen pro Schaden eine Anpassung der Prämien unvermeidlich machte. 2002 sei das schlechteste Geschäftsjahr in der Geschichte des Unternehmens gewesen. Die geradezu katastrophale Schadenentwicklung habe ein tiefes Loch gerissen, weil 96 Prozent der Einnahmen für Schäden aufgewendet werden mussten. Die Fahrlehrerversicherung unternehme alle Anstrengungen, um durch Minderung der Kosten die Prämien stabil halten zu können. Im Wesentlichen aber sei der Schadenverlauf maßgebend. Wenn der sich weiterhin ungünstig entwickle, müsse auch in Zukunft mit Prämienanpassungen gerechnet werden. Hielten sich die Schadenaufwendungen auf einem vernünftigen Niveau oder gingen sie gar zurück, werde man die Prämien halten oder sogar senken, versprach Anft. Mit der Schilderung einiger exemplarischer Großschäden machte Anft deutlich, wohin das große Geld geht. Dass es im profanen Geschäft der Assekuranz gelegentlich auch etwas zum Schmunzeln gibt, überbrachte Anft mit einem Zitat aus dem Brief eines Anspruchstellers, dessen Forderung zurückgewiesen werden musste: "Ihre Argumente sind wirklich schwach! Für solch faule Ausreden müssen Sie sich einen Dümmeren suchen, aber den werden Sie kaum finden." Mit einem herzhaften Lacher und anhaltendem Beifall quittierte die Versammlung die gelungene Präsentation Anfts.

Ehrung verdienter Mitglieder

40 und 50 Jahre im Beruf sind es wert, dafür geehrt zu werden. In diesem Jahr erhielten 56 Kolleginnen und Kollegen die Ehrennadel und die Urkunde des Verbandes. Zugleich wurden 29 Kolleginnen und Kollegen zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Vorsitzende würdigte die Verdienste der Jubilare und wünschte Ihnen, begleitet vom starken Beifall der Versammlung, weiterhin viele gute Jahre in Gesundheit und Wohlergehen.

Grüße vom TÜV

Marcellus Kaup, seines Zeichens TP-Leiter des TÜV-Süd, adressierte die Mitgliederversammlung mit einem sehr freundlichen, aber auch nachdenklich machenden Grußwort. Allenthalben spüre man die konjunkturellen Auswirkungen von Insolvenzen, Arbeitslosigkeit und geringem Wachstum.


Marcellus Kaup: Bedenklicher Trend der Nachlässigkeit

Es werde in allen Bereichen gekürzt, gespart und gestrichen - auch in Punkto Sicherheit. Das mache sich oft nicht sofort bemerkbar, könne sich jedoch später böse rächen. In 2003 hätten 17,5 Prozent aller bei den deutschen TÜV untersuchten Autos technische Mängel aufgewiesen. 2002 seien nur 16,5 Prozent aufgefallen, während die Quote 1996 bei nur 11,5 Prozent gelegen habe. Dieser Trend, dessen Ursachen eindeutig im Auslassen fälliger Wartungen, Reparaturen und Serviceintervallen lägen, sei bedenklich. Kaup fügte an, auf die durch den Anhang II zur 2. EU Führerscheinrichtlinie ausgelösten Änderungen und deren Inkrafttreten am 1. Juli 2004 seien die Prüfstellen wie auch die Fahrlehrer gut vorbereitet. "Wir werden auch diese Hürde gemeinsam, wie bereits auch in der Vergangenheit, meistern", schloss Kaup sein Grußwort.

Audi stellt den neuen A6 vor

Gesehen hätten die Fahrlehrer freilich gerne den neuen A3, der ja längst der Pipeline entschlüpft, aber eben noch nicht in Serie gegangen ist. Bernd Nentwig überbrachte die Grüße der Audi AG und nutzte die Gelegenheit, den neuen A6 als ein Fahrzeug vorzustellen, das Trends setze, statt Trends zu verfolgen. Das neue Gesicht werde bald das Straßenbild prägen und deutlich machen, dass hier die neue Sportlichkeit der Oberklasse unterwegs ist. Er ging auch auf den neuen A 3 Sportback ein, den er für die zweite Jahreshälfte als "das sportlichste Fahrschulauto der Kompaktklasse" avisierte. Nentwig vergaß auch nicht, die nachhaltige Betreuung der Fahrschulen durch die Konzernmutter VW zu erwähnen. Für den Golf V und den Touran habe man dort einen neuen seilgesicherten Fahrlehrer-Innenspiegel entwickelt. Dies sei notwendig geworden, weil die alten Saugfußspiegel beim Auslösen des Airbags zu Verletzungen führen könnten. Seit Ende letzten Jahres seien alle Fahrschulen kostenlos Mitglieder im VW-Kundenclub. Überdies halte die VW AG für jede Fahrschule, die eines ihrer Fahrzeuge erwerbe, eine kostenlose virtuelle Magnettafel bereit.


Bernd Nentwig: Neuer A3, das sportlichste Auto der Kompaktklasse

Der so genannte Eco-Coach, ebenfalls eine Entwicklung der VW AG, unterstütze einzigartig die Schulung des umweltbewussten Fahrens.

Peter Tschöpe dankte Herrn Nentwig sehr herzlich für seinen informativen Beitrag und für das großzügige Sponsoring des Verbandstages.


A6: Luxus pur

Mit Spannung erwartet

Ulrich Müller, MdL, Verkehrs- und Umweltminister des Landes Baden-Württemberg, krönte den Vormittag mit einer sehr informativen, offenen Rede. "Ich bin heute hier", begann er, "weil die Fahrlehrer und der Fahrlehrerverband aus zwei Gründen für uns wichtig sind, zum einen, weil Fahrlehrer bedeutende Partner der Verkehrssicherheit sind, der ich mich besonders verpflichtet fühle, zum anderen, weil das Fahrlehrerwesen mittelständisch geprägt ist. Und im Lande des Mittelstandes ist es immer eine Herausforderung, einem solchen Berufsstand zu Diensten zu sein und zu helfen, wo immer es geht, um die mittelständischen Strukturen aufrecht zu erhalten." Müller ging zunächst auf das Unfallgeschehen in Baden-Württemberg ein und gab seiner Genugtuung über den Rückgang der tödlichen Verkehrsunfälle in 2003 um 12 Prozent Ausdruck.

Besonders erfreulich sei die deutliche Abnahme von Unfällen auf der Autobahn. Trotz leichtem Rückgang sei jedoch der Anteil im Straßenverkehr getöteten jungen Fahrer (201) noch immer dreimal so hoch wie der der übrigen Bevölkerung. Nichtanlegen des Sicherheitsgurts, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Handy-Missbrauch seien einige der hervorstechenden Probleme dieser Altersgruppe.


Ulrich Müller: "Die Fahrlehrer sind uns wichtig"

4 Milliarden volkswirtschaftlicher Schaden

Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden durch Verkehrunfälle habe 2003 in Baden-Württemberg rd. 4 Milliarden Euro betragen. Trotz der insgesamt positiven Tendenz seien weitere Anstrengungen zur Minderung des Unfallgeschehens unerlässlich. Dabei müsse der Mensch im Mittelpunkt stehen. Wie wichtig dies sei, lasse sich unter anderem an den ausufernden Unfällen mit Kleintransportern ablesen.

Seit das Tempolimit von 80 km/h statt ab 2,8 erst für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelte (1997), habe der Bestand der Kleinlaster um 135 Prozent auf rd. 38.700 zugenommen. Die Unfallbeteiligung dieser Kategorie habe sich zwischen 1996 und 2001 verdreifacht. Die Schnelligkeit dieser Fahrzeuge komme den Logistikbedürfnissen der Wirtschaft entgegen, aber viele Fahrer gingen nicht verantwortungsbewusst genug damit um.

Müller nannte ein ganzes Bündel von Maßnahmen, die ergriffen werden müssten, um diesem speziellen Unfallgeschehen beikommen zu können. Es gehe vor allem um eine Qualifizierungsoffensive für die Fahrer dieser Fahrzeuge und eine Verbesserung der Fahrzeugsicherheit durch ABS, Fahrdynamikregler, Airbags und höhere Bremsleistung.

Wir sind an Ihrer Seite

Die zum 01.10.2006 in deutsches Recht umzusetzende Berufskraftfahrer-Richtlinie der EU nannte Müller eine gute Gelegenheit für den Berufstand der Fahrlehrer, sich einzubringen. Grundqualifikation der gewerblichen Fahrer plus Verpflichtung zur Weiterbildung sei der richtige Ansatz. Die passende Verzahnung zwischen Führerscheinausbildung und der Weiterbildungsverpflichtung sei wichtig, da müsse der Berufsstand auf den Gesetzgeber zugehen, "und dabei haben Sie uns an Ihrer Seite", versprach Müller.

Zähe Veranstaltung

Der Führerschein auf Probe habe einiges gebracht, aber nicht genug. Seit Januar sei die Zweite Phase der Fahrausbildung in Baden-Württemberg eingeführt, von der er einiges erwarte, obgleich man wisse, dass es eine "ganz schön zähe Veranstaltung" sei. Aus dem Blickwinkel der jungen Fahrer - schon wieder Schulbank drücken, schon wieder Geld ausgeben - sei gedämpfte Bereitschaft psychologisch durchaus verständlich. Aber man müsse das jetzt einfach mal versuchen, er hoffe trotz vielleicht nur geringer Beteiligung auf ein aussagefähiges Ergebnis.

Die Bundesanstalt für Straßenwesen werde den Versuch, der bis 2008 gehe, begleiten. “Ich würde es am liebsten schon heute obligatorisch machen," aber es sei schon schwer genug gewesen, das Modell auf freiwilliger Basis einzuführen. Wenn man kompromisslos für die obligatorische Zweite Phase eingetreten wäre, hätte man wahrscheinlich gar nichts bekommen. 2007 müsse man in eine neue Diskussion eintreten. Der Minister lobte das Engagement des Fahrlehreverbandes bei der Realisierung der Zweiten Phase und versprach, "was immer ich dazu beitragen kann, es zu propagieren und dafür zu werben, mache ich gerne".

Wenig Neigung fürs Begleitete Fahren

Wie schon in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift berichtet, sieht der Minister das so genannte Begleitete Fahren eher kritisch. Die Herabsetzung des Mindestalters auf 17 lasse vor allem einen Sicherheitsverlust befürchten, der im Zweifel durch die Begleitperson nicht ausgeglichen werden könne. Müller sieht in diesem Modell eine gewisse Unlogik, die er mit der Frage, "Wenn schon Begleitetes Fahren, warum nicht mit 18?", deutlich zu machen versuchte.


Ulrich Müller: "Wir sind an Ihrer Seite"

Berufsbild

Sehr klar sprach sich der Minister für die weitere Entwicklung des Berufsbildes der Fahrlehrer aus. Die heutige Eingangsvoraussetzung - Hauptschule, abgeschlossene Lehre - reichten nicht mehr aus. Vom Handwerk sage man, wo es um Sicherheit gehe, müsse das Meisterprinzip unbedingt erhalten bleiben. Im übertragenen Sinne gelte das in viel stärkerem Maße für die Fahrlehrer. Es gehe hier um den Faktor Mensch, wodurch dem Fahrlehrer eine überaus hohe Verantwortung zukomme. Diese rechtfertige es, den Beruf zu einem vollwertigen Ausbildungsberuf auszubauen.

Qualitätssicherung

Zur Qualitätssicherung in Fahrschulen äußerte sich der Minister sehr entschieden. Das Fahrlehrergesetz sehe den Einsatz eines Qualitätssicherungssystems statt der Überwachung vor. Dabei dürfe es sich aber nicht um ein Verfahren handeln, das sich mit leicht messbaren formalen Sachverhalten begnüge. Es komme im Kern vielmehr auf die Feststellung der pädagogischen Qualität an. Müller äußerte die Zuversicht, der Berufsstand werde in Zusammenarbeit mit der Deutschen Fahrlehrer-Akademie ein diesen Ansprüchen gerecht werdendes Qualitätssicherungssystem zustande bringen. Der Minister schloss seine überzeugende, mehrfach von Beifall unterbrochene Rede mit dem Satz: "Alles was Sie an Vorschlägen zur Erhöhung der Ausbildungsqualität der Fahrschulen einbringen, ist nicht der Versuch, Schutzvorschriften für Fahrlehrer einzuführen, sondern ist ein Beitrag zur Verkehrssicherheit. Und in dieser Aufgabe sind wir Partner, und in dieser Aufgabe möchte ich Ihnen auch künftig helfen."

Die Regularien

Der Nachmittag begann mit weiteren Ehrungen für die Kolleginnen und Kollegen, die 30 und 25 Jahre im Beruf sind (siehe Seite 317 und 318). Nach dem Gedenken für die im letzten Jahr verstorbenen Mitglieder folgte der satzungsmäßige Jahresbericht des Vorstandes, der den Mitgliedern zuvor auch in gedruckter Form übergeben worden war. In seinen Bericht flocht der Vorsitzende sehr aufschlussreiche statistische Fakten und Schaubilder zur demografischen Entwicklung, soweit sie für den Führerscheinerwerb relevant sind, ein. Er appellierte, untermauert mit Beispielen aus der Realität, allenthalben kaufmännische Vernunft walten zu lassen, insbesondere bei der Absicht, Zeigstellen zu eröffnen.

Volles Vertrauen

Jahresbericht, Kassenbericht, Voranschlag für 2004 und der Bericht des Rechnungsprüfers Erwin Hodapp wurden ohne Diskussion angenommen. Dem Antrag auf Entlastung gab die Versammlung ihre uneingeschränkte, einstimmige Zustimmung. Der von Hodapp ausgesprochene Dank an den Vorstand und die Geschäftsleitung wurde mit starkem Beifall quittiert.

Beiträge bleiben stabil

Nicht weniger Beifall gab es für den Vorschlag des Vorsitzenden, die Beiträge auf dem bisherigen Stand zu belassen. Ein Problem musste Tschöpe in diesem Zusammenhang noch aufs Tapet bringen. Mitglieder, die das 65. Lebensjahr erreichten, suchten häufig um Nachlass des Beitrags, also um Gewährung des Rentnerbeitrags, nach, obwohl sie Ihre Fahrschule noch in vollem Umfang betrieben. Unter diesen Umständen sei mit Rücksicht auf die anderen Mitglieder dieser Nachlass nicht gerechtfertigt, zumal da diese Mitglieder weiterhin alle Leistungen des Verbandes in Anspruch nähmen. Er schlage deshalb vor, den sog. Rentnerbeitrag in Zukunft nur noch Mitgliedern zu gewähren, die nicht mehr im Besitz einer Fahrschulerlaubnis sind.

Die Abstimmung ergab bei 6 Enthaltungen und keiner Gegenstimme Annahme des Antrags mit Wirkung vom 1. Juli 2004.

Fragestunde der Mitglieder

Wie schon in der letzten Ausgabe dieser Zeitschrift berichtet, wurde in geheimer Abstimmung Kollege Günter Rau aus Geislingen als neuer Arbeitnehmervertreter gewählt. Im Anschluss daran kam es zu einer lebhaften Diskussion über verschiedene fachliche Gegenstände grundsätzlicher und solche alltäglicher Art. Der Vorstand ging auf die ihm gestellten Fragen ein und antwortete kompetent.


Günter Rau: Neuer Arbeitnehmervertreter

Der Vorsitzende schloss die Versammlung kurz vor 17.00 Uhr. Er bedankte sich bei den Mitgliedern und allen Teilnehmern für die anregende und aufgeschlossene Mitarbeit und wünschte allen einen guten Heimweg.

Xaver Edenhausen

 

FahrSchulPraxis - Ausgabe Juni 2004

Erscheinungsdatum 15.06.2004

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