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Wie war's am Bodensee?
Nun - und das war der dominierende Eindruck -,
die 54. ordentliche Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg e.V. mag als eine der besonders harmonischen in die
Chronik des Verbandes eingehen. Umweht vom bedächtigen Flair des
Oberlands, beehrt von illustren Gästen - allen voran der Verkehrsminister
des Landes -, organisiert und gesteuert von einer routinierten
Verbandsführung, erinnerte die Atmosphäre mehr an den alljährlichen Treff
einer weit verzweigten Familie als an den einer streitbaren
Interessengruppe.

Volles Haus in Friedrichshafen
Diese Empfindung soll nicht die Wirkung der
beherzten Begrüßungsrede des Vorsitzenden Peter Tschöpe schmälern. Im
Gegenteil, seine Forderung nach angemessenen Anreizen für die Zweite
Phase, seine Klage über dubiose Vergabepraktiken der öffentlichen Hände,
sein entschiedenes Nein zu indifferenter Gläubigkeit an Lernmaschinen und
Simulatoren und sein vehementes Eintreten für höherwertigere Kriterien des
Berufszugangs war ein temperamentvoller Auftakt, der bei den rd. 600
Besuchern lebhaftes Echo fand. Heiterkeit breitete sich im Saal aus, als
Tschöpe bei der Begrüßung der TÜV-Prominenz in einem diplomatischen Spagat
zuerst die neuerdings entspannte Terminsituation bei Führerscheinprüfungen
lobte, um sogleich ein Aber nachzuschieben: "Weniger erfreulich ist es
hingegen, dass die Fahrschulen weiterhin die Bürde des kostenlosen
Inkassos der TÜV-Gebühren tragen müssen. Angesichts dessen, was Sie dabei
sparen, lieber Herr Jost, haben wir keinerlei Skrupel, Ihre für die
heutige Versammlung ausgesprochene Einladung zum Mittagessen anzunehmen -
für die wir uns freilich sehr herzlich bedanken."
Patenschaft der Besonnenheit
In einem geradezu leidenschaftlichen Appell
rief Tschöpe Mitglieder und Gäste auf, sich an der Aktion Patenschaft der
Besonnenheit zu beteiligen. Mit jedem ernsthaften Paten, so Tschöpe,
könnten die Straßen Baden-Württembergs um ein Stück sicherer werden.
"Vorbilder sind gefragt - und gerade in einer so freien Gesellschaft wie
der unsrigen sind sie unverzichtbar", rief Tschöpe der Versammlung zu. Zum
Schluss seiner morgendlichen Rede begrüßte Tschöpe die Initiative der
Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V., ein Qualitätssicherungssystem für
Fahrschulen zu schaffen. "Qualitätssicherung ist weit mehr als eine auch
noch so intensive Überwachung leisten kann. Wer bereit ist, Qualität zu
bieten und sich einem QS zu unterwerfen, sollte dies übrigens auch nach
außen deutlich machen dürfen." Tschöpe schloss mit dem Leitspruch: "Unsere
Zukunft heißt pädagogische Qualität!" Und dafür, versprach er seinen
Mitgliedern, trete der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. mit all
seinen Möglichkeiten und Kräften ein.
Ralf Ebert: Beruf - nicht Job!
Der Vorsitzende des Kreisvereins
Bodenseekreis, Ralf Ebert, begrüßte die Versammlung und sagte, die
Kolleginnen und Kollegen seines Kreises freuten sich, wieder einmal
Gastgeber der Hauptversammlung des Verbandes sein zu dürfen. Fahrlehrer zu
sein, dürfe nicht als beliebiger Job, sondern müsse als ein wichtiger
Auftrag der Öffentlichkeit aufgefasst werden. Die Verpflichtung, die man
seinen Fahrschülern gegenüber eingehe, verlange täglich hohe berufliche
Kompetenz.

Ralf Ebert begrüßte im Namen des Kreisvereins
Die jungen Wilden in den Griff bekommen
In Vertretung von Oberbürgermeister
Büchelmeier begrüßte Bruno Walter, Leiter des Amtes für öffentliche
Ordnung der Stadt Friedrichshafen, die Versammlung. In seiner Grußadresse
stellte Walter seine Stadt eindrucksvoll dar. Die Eu-Regio Bodensee sei
von vielen Gesichtern geprägt. "Wir leben und arbeiten in einer Umgebung,
in der andere Urlaub machen. Während andere Städte und Gemeinden in
unserer Region deshalb den Schwerpunkt auf das Feld des Tourismus legen,
prägt Friedrichshafen eine Symbiose aus Industrie, Handel, Handwerk,
Bodenständigkeit und das stete Streben nach Innovation", pries Walter
seine Heimatstadt.
Doch Friedrichshafen habe auch Probleme, wozu der Straßenverkehr nicht
unerheblich beitrage. Man brauche dringend mehr Sicherheit auf den Straßen
und mehr Rücksicht auf die schwächeren Verkehrsteilnehmer. Das Umdenken
hierfür müsse in den Köpfen der Fahrer anfangen. Den Fahrlehrern wünsche
er für die nicht leichte Aufgabe, die jungen Wilden in den Griff zu
bekommen und den Verkehrsteilnehmern die richtigen Spielregeln zu
vermitteln, viel Erfolg und Geduld, schloss Walter seine Rede.

Bruno Walter vertrat die Stadt Friedrichshafen
Fahrlehrerversicherung in Fakten und
Zahlen
Andreas Anft, Vorstandsmitglied der
Fahrlehrerversicherung VaG, stellte in einem sehr aufschlussreichen Abriss
die maßgeblichen Daten und Fakten des berufständischen
Versicherungsunternehmens dar.

Andreas Anft: Daten und Fakten der
Fahrlehrerversicherung
Mit 83.300 Versicherten habe man Ende
letzten Jahres abgeschlossen. Diese Zahl sei absolut gesehen schon sehr
erfreulich, sie stehe aber auch für einen kontinuierlichen, über den
Werten des Marktes liegenden Zuwachs während der Jahre 2001 bis 2003. Von
den 380.000 bestehenden Verträgen seien 61 Prozent mit Fahrschulen
abgeschlossen, der Rest verteile sich auf Angehörige von Fahrlehrern sowie
auf Sachverständige des DEKRA und des TÜV.
Ein Blick auf die andere Seite der Medaille
zeigte den aufmerksamen Zuhörern, dass die in den letzten Jahren extrem
gestiegene Anzahl der Schäden und die höheren Aufwendungen pro Schaden
eine Anpassung der Prämien unvermeidlich machte. 2002 sei das schlechteste
Geschäftsjahr in der Geschichte des Unternehmens gewesen. Die geradezu
katastrophale Schadenentwicklung habe ein tiefes Loch gerissen, weil 96
Prozent der Einnahmen für Schäden aufgewendet werden mussten. Die
Fahrlehrerversicherung unternehme alle Anstrengungen, um durch Minderung
der Kosten die Prämien stabil halten zu können. Im Wesentlichen aber sei
der Schadenverlauf maßgebend. Wenn der sich weiterhin ungünstig entwickle,
müsse auch in Zukunft mit Prämienanpassungen gerechnet werden. Hielten
sich die Schadenaufwendungen auf einem vernünftigen Niveau oder gingen sie
gar zurück, werde man die Prämien halten oder sogar senken, versprach Anft.
Mit der Schilderung einiger exemplarischer Großschäden machte Anft
deutlich, wohin das große Geld geht. Dass es im profanen Geschäft der
Assekuranz gelegentlich auch etwas zum Schmunzeln gibt, überbrachte Anft
mit einem Zitat aus dem Brief eines Anspruchstellers, dessen Forderung
zurückgewiesen werden musste: "Ihre Argumente sind wirklich schwach! Für
solch faule Ausreden müssen Sie sich einen Dümmeren suchen, aber den
werden Sie kaum finden." Mit einem herzhaften Lacher und anhaltendem
Beifall quittierte die Versammlung die gelungene Präsentation Anfts.
Ehrung verdienter Mitglieder
40 und 50 Jahre im Beruf sind es wert,
dafür geehrt zu werden. In diesem Jahr erhielten 56 Kolleginnen und
Kollegen die Ehrennadel und die Urkunde des Verbandes. Zugleich wurden 29
Kolleginnen und Kollegen zu Ehrenmitgliedern ernannt. Der Vorsitzende
würdigte die Verdienste der Jubilare und wünschte Ihnen, begleitet vom
starken Beifall der Versammlung, weiterhin viele gute Jahre in Gesundheit
und Wohlergehen.
Grüße vom TÜV
Marcellus Kaup, seines Zeichens TP-Leiter
des TÜV-Süd, adressierte die Mitgliederversammlung mit einem sehr
freundlichen, aber auch nachdenklich machenden Grußwort. Allenthalben
spüre man die konjunkturellen Auswirkungen von Insolvenzen,
Arbeitslosigkeit und geringem Wachstum.

Marcellus Kaup: Bedenklicher Trend der
Nachlässigkeit
Es werde in allen Bereichen gekürzt,
gespart und gestrichen - auch in Punkto Sicherheit. Das mache sich oft
nicht sofort bemerkbar, könne sich jedoch später böse rächen. In 2003
hätten 17,5 Prozent aller bei den deutschen TÜV untersuchten Autos
technische Mängel aufgewiesen. 2002 seien nur 16,5 Prozent aufgefallen,
während die Quote 1996 bei nur 11,5 Prozent gelegen habe. Dieser Trend,
dessen Ursachen eindeutig im Auslassen fälliger Wartungen, Reparaturen und
Serviceintervallen lägen, sei bedenklich. Kaup fügte an, auf die durch den
Anhang II zur 2. EU Führerscheinrichtlinie ausgelösten Änderungen und
deren Inkrafttreten am 1. Juli 2004 seien die Prüfstellen wie auch die
Fahrlehrer gut vorbereitet. "Wir werden auch diese Hürde gemeinsam, wie
bereits auch in der Vergangenheit, meistern", schloss Kaup sein Grußwort.
Audi stellt den neuen A6 vor
Gesehen hätten die Fahrlehrer freilich
gerne den neuen A3, der ja längst der Pipeline entschlüpft, aber eben noch
nicht in Serie gegangen ist. Bernd Nentwig überbrachte die Grüße der Audi
AG und nutzte die Gelegenheit, den neuen A6 als ein Fahrzeug vorzustellen,
das Trends setze, statt Trends zu verfolgen. Das neue Gesicht werde bald
das Straßenbild prägen und deutlich machen, dass hier die neue
Sportlichkeit der Oberklasse unterwegs ist. Er ging auch auf den neuen A 3
Sportback ein, den er für die zweite Jahreshälfte als "das sportlichste
Fahrschulauto der Kompaktklasse" avisierte. Nentwig vergaß auch nicht, die
nachhaltige Betreuung der Fahrschulen durch die Konzernmutter VW zu
erwähnen. Für den Golf V und den Touran habe man dort einen neuen
seilgesicherten Fahrlehrer-Innenspiegel entwickelt. Dies sei notwendig
geworden, weil die alten Saugfußspiegel beim Auslösen des Airbags zu
Verletzungen führen könnten. Seit Ende letzten Jahres seien alle
Fahrschulen kostenlos Mitglieder im VW-Kundenclub. Überdies halte die VW
AG für jede Fahrschule, die eines ihrer Fahrzeuge erwerbe, eine kostenlose
virtuelle Magnettafel bereit.

Bernd Nentwig: Neuer A3, das sportlichste Auto
der Kompaktklasse
Der so genannte Eco-Coach, ebenfalls eine
Entwicklung der VW AG, unterstütze einzigartig die Schulung des
umweltbewussten Fahrens.
Peter Tschöpe dankte Herrn Nentwig sehr
herzlich für seinen informativen Beitrag und für das großzügige Sponsoring
des Verbandstages.

A6: Luxus pur
Mit Spannung erwartet
Ulrich Müller, MdL, Verkehrs- und
Umweltminister des Landes Baden-Württemberg, krönte den Vormittag mit
einer sehr informativen, offenen Rede. "Ich bin heute hier", begann er,
"weil die Fahrlehrer und der Fahrlehrerverband aus zwei Gründen für uns
wichtig sind, zum einen, weil Fahrlehrer bedeutende Partner der
Verkehrssicherheit sind, der ich mich besonders verpflichtet fühle, zum
anderen, weil das Fahrlehrerwesen mittelständisch geprägt ist. Und im
Lande des Mittelstandes ist es immer eine Herausforderung, einem solchen
Berufsstand zu Diensten zu sein und zu helfen, wo immer es geht, um die
mittelständischen Strukturen aufrecht zu erhalten." Müller ging zunächst
auf das Unfallgeschehen in Baden-Württemberg ein und gab seiner Genugtuung
über den Rückgang der tödlichen Verkehrsunfälle in 2003 um 12 Prozent
Ausdruck.
Besonders erfreulich sei die deutliche
Abnahme von Unfällen auf der Autobahn. Trotz leichtem Rückgang sei jedoch
der Anteil im Straßenverkehr getöteten jungen Fahrer (201) noch immer
dreimal so hoch wie der der übrigen Bevölkerung. Nichtanlegen des
Sicherheitsgurts, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Handy-Missbrauch seien
einige der hervorstechenden Probleme dieser Altersgruppe.

Ulrich Müller: "Die Fahrlehrer sind uns
wichtig"
4 Milliarden volkswirtschaftlicher
Schaden
Der volkswirtschaftliche Gesamtschaden
durch Verkehrunfälle habe 2003 in Baden-Württemberg rd. 4 Milliarden Euro
betragen. Trotz der insgesamt positiven Tendenz seien weitere
Anstrengungen zur Minderung des Unfallgeschehens unerlässlich. Dabei müsse
der Mensch im Mittelpunkt stehen. Wie wichtig dies sei, lasse sich unter
anderem an den ausufernden Unfällen mit Kleintransportern ablesen.
Seit das Tempolimit von 80 km/h statt ab
2,8 erst für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelte (1997), habe der Bestand der
Kleinlaster um 135 Prozent auf rd. 38.700 zugenommen. Die
Unfallbeteiligung dieser Kategorie habe sich zwischen 1996 und 2001
verdreifacht. Die Schnelligkeit dieser Fahrzeuge komme den
Logistikbedürfnissen der Wirtschaft entgegen, aber viele Fahrer gingen
nicht verantwortungsbewusst genug damit um.
Müller nannte ein ganzes Bündel von
Maßnahmen, die ergriffen werden müssten, um diesem speziellen
Unfallgeschehen beikommen zu können. Es gehe vor allem um eine
Qualifizierungsoffensive für die Fahrer dieser Fahrzeuge und eine
Verbesserung der Fahrzeugsicherheit durch ABS, Fahrdynamikregler, Airbags
und höhere Bremsleistung.
Wir sind an Ihrer Seite
Die zum 01.10.2006 in deutsches Recht
umzusetzende Berufskraftfahrer-Richtlinie der EU nannte Müller eine gute
Gelegenheit für den Berufstand der Fahrlehrer, sich einzubringen.
Grundqualifikation der gewerblichen Fahrer plus Verpflichtung zur
Weiterbildung sei der richtige Ansatz. Die passende Verzahnung zwischen
Führerscheinausbildung und der Weiterbildungsverpflichtung sei wichtig, da
müsse der Berufsstand auf den Gesetzgeber zugehen, "und dabei haben Sie
uns an Ihrer Seite", versprach Müller.
Zähe Veranstaltung
Der Führerschein auf Probe habe einiges
gebracht, aber nicht genug. Seit Januar sei die Zweite Phase der
Fahrausbildung in Baden-Württemberg eingeführt, von der er einiges
erwarte, obgleich man wisse, dass es eine "ganz schön zähe Veranstaltung"
sei. Aus dem Blickwinkel der jungen Fahrer - schon wieder Schulbank
drücken, schon wieder Geld ausgeben - sei gedämpfte Bereitschaft
psychologisch durchaus verständlich. Aber man müsse das jetzt einfach mal
versuchen, er hoffe trotz vielleicht nur geringer Beteiligung auf ein
aussagefähiges Ergebnis.
Die Bundesanstalt für Straßenwesen werde
den Versuch, der bis 2008 gehe, begleiten. “Ich würde es am liebsten schon
heute obligatorisch machen," aber es sei schon schwer genug gewesen, das
Modell auf freiwilliger Basis einzuführen. Wenn man kompromisslos für die
obligatorische Zweite Phase eingetreten wäre, hätte man wahrscheinlich gar
nichts bekommen. 2007 müsse man in eine neue Diskussion eintreten. Der
Minister lobte das Engagement des Fahrlehreverbandes bei der Realisierung
der Zweiten Phase und versprach, "was immer ich dazu beitragen kann, es zu
propagieren und dafür zu werben, mache ich gerne".
Wenig Neigung fürs Begleitete Fahren
Wie schon in der letzten Ausgabe dieser
Zeitschrift berichtet, sieht der Minister das so genannte Begleitete
Fahren eher kritisch. Die Herabsetzung des Mindestalters auf 17 lasse vor
allem einen Sicherheitsverlust befürchten, der im Zweifel durch die
Begleitperson nicht ausgeglichen werden könne. Müller sieht in diesem
Modell eine gewisse Unlogik, die er mit der Frage, "Wenn schon Begleitetes
Fahren, warum nicht mit 18?", deutlich zu machen versuchte.

Ulrich Müller: "Wir sind an Ihrer Seite"
Berufsbild
Sehr klar sprach sich der Minister für die
weitere Entwicklung des Berufsbildes der Fahrlehrer aus. Die heutige
Eingangsvoraussetzung - Hauptschule, abgeschlossene Lehre - reichten nicht
mehr aus. Vom Handwerk sage man, wo es um Sicherheit gehe, müsse das
Meisterprinzip unbedingt erhalten bleiben. Im übertragenen Sinne gelte das
in viel stärkerem Maße für die Fahrlehrer. Es gehe hier um den Faktor
Mensch, wodurch dem Fahrlehrer eine überaus hohe Verantwortung zukomme.
Diese rechtfertige es, den Beruf zu einem vollwertigen Ausbildungsberuf
auszubauen.
Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung in Fahrschulen
äußerte sich der Minister sehr entschieden. Das Fahrlehrergesetz sehe den
Einsatz eines Qualitätssicherungssystems statt der Überwachung vor. Dabei
dürfe es sich aber nicht um ein Verfahren handeln, das sich mit leicht
messbaren formalen Sachverhalten begnüge. Es komme im Kern vielmehr auf
die Feststellung der pädagogischen Qualität an. Müller äußerte die
Zuversicht, der Berufsstand werde in Zusammenarbeit mit der Deutschen
Fahrlehrer-Akademie ein diesen Ansprüchen gerecht werdendes
Qualitätssicherungssystem zustande bringen. Der Minister schloss seine
überzeugende, mehrfach von Beifall unterbrochene Rede mit dem Satz: "Alles
was Sie an Vorschlägen zur Erhöhung der Ausbildungsqualität der
Fahrschulen einbringen, ist nicht der Versuch, Schutzvorschriften für
Fahrlehrer einzuführen, sondern ist ein Beitrag zur Verkehrssicherheit.
Und in dieser Aufgabe sind wir Partner, und in dieser Aufgabe möchte ich
Ihnen auch künftig helfen."
Die Regularien
Der Nachmittag begann mit weiteren Ehrungen
für die Kolleginnen und Kollegen, die 30 und 25 Jahre im Beruf sind (siehe
Seite 317 und 318). Nach dem Gedenken für die im letzten Jahr verstorbenen
Mitglieder folgte der satzungsmäßige Jahresbericht des Vorstandes, der den
Mitgliedern zuvor auch in gedruckter Form übergeben worden war. In seinen
Bericht flocht der Vorsitzende sehr aufschlussreiche statistische Fakten
und Schaubilder zur demografischen Entwicklung, soweit sie für den
Führerscheinerwerb relevant sind, ein. Er appellierte, untermauert mit
Beispielen aus der Realität, allenthalben kaufmännische Vernunft walten zu
lassen, insbesondere bei der Absicht, Zeigstellen zu eröffnen.
Volles Vertrauen
Jahresbericht, Kassenbericht, Voranschlag
für 2004 und der Bericht des Rechnungsprüfers Erwin Hodapp wurden ohne
Diskussion angenommen. Dem Antrag auf Entlastung gab die Versammlung ihre
uneingeschränkte, einstimmige Zustimmung. Der von Hodapp ausgesprochene
Dank an den Vorstand und die Geschäftsleitung wurde mit starkem Beifall
quittiert.
Beiträge bleiben stabil
Nicht weniger Beifall gab es für den
Vorschlag des Vorsitzenden, die Beiträge auf dem bisherigen Stand zu
belassen. Ein Problem musste Tschöpe in diesem Zusammenhang noch aufs
Tapet bringen. Mitglieder, die das 65. Lebensjahr erreichten, suchten
häufig um Nachlass des Beitrags, also um Gewährung des Rentnerbeitrags,
nach, obwohl sie Ihre Fahrschule noch in vollem Umfang betrieben. Unter
diesen Umständen sei mit Rücksicht auf die anderen Mitglieder dieser
Nachlass nicht gerechtfertigt, zumal da diese Mitglieder weiterhin alle
Leistungen des Verbandes in Anspruch nähmen. Er schlage deshalb vor, den
sog. Rentnerbeitrag in Zukunft nur noch Mitgliedern zu gewähren, die nicht
mehr im Besitz einer Fahrschulerlaubnis sind.
Die Abstimmung ergab bei 6 Enthaltungen und
keiner Gegenstimme Annahme des Antrags mit Wirkung vom 1. Juli 2004.
Fragestunde der Mitglieder
Wie schon in der letzten Ausgabe dieser
Zeitschrift berichtet, wurde in geheimer Abstimmung Kollege Günter Rau aus
Geislingen als neuer Arbeitnehmervertreter gewählt. Im Anschluss daran kam
es zu einer lebhaften Diskussion über verschiedene fachliche Gegenstände
grundsätzlicher und solche alltäglicher Art. Der Vorstand ging auf die ihm
gestellten Fragen ein und antwortete kompetent.

Günter Rau: Neuer Arbeitnehmervertreter
Der Vorsitzende schloss die Versammlung
kurz vor 17.00 Uhr. Er bedankte sich bei den Mitgliedern und allen
Teilnehmern für die anregende und aufgeschlossene Mitarbeit und wünschte
allen einen guten Heimweg.
Xaver Edenhausen
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