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Der soeben vollzogene Schwenk der deutschen
Automobilhersteller in Sachen Rußfilter für Dieselmotoren lässt
aufhorchen. Freilich, der von VDA-Präsident Gottschalk ausgerufene
Stufenplan kann nicht befriedigen, er ist zu langsam. Denn danach dauert
es noch volle 6 Jahre, bis alle Neuwagen mit dem die Emission von
gesundheitsschädigenden Rußpartikeln verhindernden Filter ausgerüstet sein
werden. Noch vor wenigen Monaten hatte VW-Chef Pieschetsrieder sich
vehement gegen den Rußfilter gewandt und dabei sogar den Bundeskanzler auf
seine Seite gebracht. Dies war umso unverständlicher, als er im November
letzten Jahres auf einem Diesel-Symposium in Wolfsburg dem Dieselmotor
eine große Zukunft voraussagte und dies mit dem öffentlich geäußerten Satz
unterstrich: "Ich glaube nicht, dass irgend jemand in diesem Raum je sehen
wird, wie die Brennstoffzelle den Verbrennungsmotor ablöst." Woher kommt
der plötzliche Sinneswandel? Wieder einmal hat die Macht des Marktes
gewirkt. Denn laut Mercedes-Benz kaufen vier von fünf Kunden ihren neuen
Diesel-Pkw nur noch mit Rußfilter, und dies, obwohl dafür ein halber
Tausender auf den Tisch zu legen ist. Peugeot kommt das Verdienst zu, das
Anti-Filter-Kartell aufgebrochen zu haben. Schon seit Jahren bieten die
rührigen Franzosen den Rußfilter als kostenlose Serienausstattung an. Der
Erfolg, den Peugeot damit auf dem umweltbewussten deutschen Markt
erzielte, muss der deutschen Branche Mores gelehrt haben.
Als Frontleute des umweltbewussten Fahrens
sollten Fahrlehrer bei der Neuanschaffung von Diesel-Pkw keinen Kompromiss
mehr eingehen. Devise muss sein: Wer den Rußfilter nicht liefern kann,
macht kein Geschäft. Nur so kann Ignoranz aufgebrochen werden. Der Markt
kann's richten - und wir alle sollten uns unserer Macht als Käufer immer
bewusst sein, vor allem, wenn es um die Gesundheit geht. |