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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 30.09.04

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe September/2004, Seite 474

Grundfahraufgaben

Kreativität und Flexibilität gefragt

 

Verkehrsdichte, Maßnahmen der Verkehrsberuhigung und Tempo-30-Zonen machen es immer schwerer, geeignete Plätze für das Üben und Prüfen von Grundfahraufgaben zu finden. Besonders Lkw-Fahrschulen tun sich schwer dafür Ecken zu finden, an denen der übrige Verkehr nicht über Maß behindert wird.

In einer Reihe von Prüforten finden Fahrschulen kaum noch Straßen, auf denen die neu eingeführten "Rampenaufgaben" und das Umkehren mit dem Lastzug geübt oder geprüft werden können. Auch für die Motorradklassen, ja stellenweise sogar für die Klassen B und BE, häufen sich die Schwierigkeiten.

Pkw-Klassen

Bei den Pkw-Klassen könnten diese Probleme meistens vermieden werden, wenn nicht so häufig an den gleichen Stellen geprüft würde, was wiederum die Fahrlehrer veranlasst, dort zu üben. Wenn andauernd in kurzen Abständen vor ein und demselben Wohnhaus Fahrschulwagen rückwärts einparken, fordert dies das Missbehagen der Anwohner geradezu heraus. Durch häufigeren Wechsel der Örtlichkeit könnte da manches Ärgernis leicht vermieden werden.

Motorradklassen

Erheblich kritischer ist es für die Motorradübungen. Klar ist, die Grundfahraufgaben Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung aus 50 km/h und die Ausweichübungen können nicht in einer Tempo-30-Zone geübt und geprüft werden. Hierfür müssen Straßenzüge gefunden werden, die 50 km/h zulassen und vom Verkehr her für das Üben von Anfängern geeignet sind. Dies kann an manchen Prüforten sehr schwierig sein, aber mit etwas Flexibilität lassen sich in kleineren Ortschaften der Umgegend durchaus geeignete Straßen und Plätze finden.

Hingegen können das Fahren mit Schrittgeschwindigkeit, die Slalomübungen und Stop and Go in Tempo-30-Zonen geübt werden. Für die Kreisfahrt eignet sich u. U. auch der Wendehammer einer Sackgasse. Freilich ist es bequem, alle Grundfahraufgaben an der gleichen Stelle zu üben (und zu prüfen!). Aber wo dies nicht möglich ist, müssen die einzelnen Aufgaben eben an verschiedenen Orten gefahren werden; etwas Beweglichkeit und kreatives Denken können hier durchaus helfen.

Lkw-Klassen

Ein Anfänger, der mit dem Lastzug in einem Linksbogen rückwärts eine Kreuzung überqueren soll, benötigt manchmal mehrere Korrekturzüge, bis der Zug in der anderen Straße korrekt zum Stehen kommt. Das braucht Zeit, während die Kreuzung blockiert ist. Selbst auf Straßen in Gewerbegebieten kann dies zu unliebsamen Behinderungen führen. Die ersten Versuche sollten deshalb an etwas abgelegenen, wenig frequentierten Einmündungen unternommen werden; es muss sich dabei auch nicht unbedingt um acht Meter breite Straßen handeln. Auch hier sind Kreativität und etwas Fantasie gefragt. Entsprechendes gilt für die Rampenaufgaben. Zwar kommen die großen Parkplätze der Supermärkte heutzutage kaum noch infrage, weil die Geschäfte auch an Wochenenden bis 20.00 Uhr geöffnet haben. Aber in Absprache mit Speditionen und Lagerhäusern kann an deren Rampen in den Abendstunden und an Samstagen geübt werden. Außerdem haben einige TÜV-Niederlassungen auf ihrem Gelände improvisierte Rampen aufgebaut, die vielleicht nicht nur für die Prüfung, sondern nach vorheriger Absprache auch zum Üben genutzt werden können.

Städte und Gemeinden

Die Erwartung mancher Kolleginnen und Kollegen, die Kommunen könnten Plätze zur Verfügung stellen, und zwar kostenlos, ist in Zeiten leerer Kassen ein Wunschtraum fern jeder Realität. Wo immer aber geeignete freie Flächen ausgemacht werden, lohnt es sich, mit der Gemeinde Kontakt aufzunehmen. Wenn die Fahrschulen dann noch bereit sind, einen angemessenen Obolus zu entrichten, lassen sich oft gute, nachhaltige Lösungen finden. Einige Kreisvereine haben das jedenfalls in den letzten Jahren erfolgreich praktiziert.

Jürgen Bauer

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe September 2004

Erscheinungsdatum 15.09.2004

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