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Fotos: Heinz Beck

Motorrad Total lief in diesem Jahr vom
19. - 24. September am Gardasee. Für die 87 Teilnehmer war das Quartier im
Best Western Resort Hotel Le Torri del Garda in Albisano-Torri del Benaco
bereitet. Zwar waren Badisch und Schwäbisch vorherrschend, aber auch
nördlichere Mundarten waren wiederum gut vertreten: Motorrad Total ist in
22 Jahren bundesweit zu einem Markennamen geworden, der hohe Leistung und
beste Qualität verheißt.
"Fortbildung Total auf Mallorca -
Der Fahrlehrerverband hat diesem Mitgliederwunsch entsprochen und eine
erweiterte Klasse-1-Fortbildung ausgearbeitet, die mit einer attraktiven
Motorradreise verbunden ist."
So lautete der Aufmacher in der
FahrSchulPraxis vom März 1983. Es folgte eine exakte Beschreibung der
Anreise und des Programms einschließlich der Modalitäten der Überfahrt mit
der Fähre. Das Titelbild der nächsten April-Ausgabe, damals noch
schwarz-weiß, zeigte sehr eindrucksvoll die 86 Biker mit ihren Maschinen
im Hafen von Barcelona. Es war - wie einer auf der Rückreise schwärmte -
"eine glücklich machende Fortbildung" gewesen.
Der Gardasee im Herbst
Nun also Motorrad Total zum 22. Mal. Oft
schon war Italien das Ziel gewesen, denn das meist angenehme Herbstwetter
südlich der Alpen kommt den Bikern sehr entgegen. So hielt dann auch der
Gardasee fast immer wolkenlosen Himmel und nahezu sommerliche Temperaturen
bereit. Das Le Torri del Garda traf bei den Teilnehmern ins Schwarze: Gut
ausgesucht, großzügige Zimmer, super Pool, prima Küche, hörte man
allenthalben. Die Auswertung der Teilnehmerbefragung bestätigte dies mit
der Note 1,5.
Das Le Torri del Garda - ein
Tipp - nicht nur für Motorrad Total


Der Pool des Hotels lädt die Biker zu einer
"Erfrischung" ein
Theorie
Montag ist traditionell Theorietag. Theodor
Heinemann, Motorradreferent des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg
e.V., hatte Moderne Bremsanlagen, den Curricularen Leitfaden Motorrad und
Transparenz der Ausbildung in den Stundenplan geschrieben. Ein
anspruchsvolles Programm, das, wie Kollege Hans Steer aus Dortmund es
ausdrückte, zu "heißen Diskussionen führte, weil wir oft nicht gleicher
Meinung waren, aber das ist ja bei Fahrlehrern normal". "Theodor Heinemann
hat das ganz locker gemacht, auf einige Dinge wären wir gerne noch näher
eingegangen, aber die Zeit war ein bisschen kurz", fügte Steer an.
Realverkehr am Monte Bondone
Dienstagfrüh rückten sieben Gruppen unter
der Leitung bewährter Moderatoren zur ersten Tour, genannt "Realverkehr
I", aus. Ziel war der westlich von Trient gelegene Monte Bondone, ein im
Sommer wie im Winter beliebtes Ausflugsziel. Der "Berg der Trentiner"
forderte den Bikern aufwärts und abwärts einiges ab. 210 Kilometer Kurven
können ganz schön schlauchen, vor allem wenn man dauernd unter Beobachtung
steht und am Abend bei der Manöverkritik nicht in der Ecke stehen will.

Motorradfahren vom Feinsten: Realverkehr in
den Bergen
Aber auch die Realverkehrstrecken II + III
zum Lago d` Idro und nach Verona/Val di Valpolicella, die Donnerstag und
Freitag folgten, waren keine Spaziergänge. Apropos Lago d` Idro: Dieser
See ist immer noch ein Geheimtipp; er gilt als der sauberste in ganz
Oberitalien und seine Lage ist schlicht traumhaft.

Die Realverkehrsstrecken lassen jedes
Bikerherz höher schlage
Das altberühmte Verona
Wer nach Verona kommt, muss die Arena
sehen. Das Bauwerk, das um 290 unserer Zeitrechnung unter Kaiser
Diokletian als Amphitheater entstanden ist, dient heute den weltbekannten
Opernfestspielen, die hier alljährlich in den Monaten Juli und August
stattfinden. In Verona soll sich einst das durch Shakespeare überlieferte
Liebesdrama von Romeo und Julia abgespielt haben. Der schicksalhafte,
durch die Liebe unsterblich gewordene Balkon Julias existiert noch. Als
Marco Casarola, Chef unseres Hotels, von unserer Tour nach Verona erfuhr,
setzte er Himmel und Hölle in Bewegung, um den Bikern die Vorfahrt bis zur
Arena zu ermöglichen. Dieser Teil der antiken Stadt ist normalerweise für
Kraftfahrzeuge absolut tabu. Casarola erwirkte dank offenbar bester
Beziehungen zur Polizei eine Sondergenehmigung. So durften alle Motorräder
samt einem Begleitauto im "Gänsemarsch" ins Allerheiligste von Verona
einfahren. Der Anblick des gigantischen Bauwerks, das mit seinen 43
Stufenreihen 22.000 Menschen Platz bietet, war ein überwältigendes
Erlebnis.

Ankunft vor der Arena di Verona - da wundern
sich die Passanten

Arena di Verona: Die Biker hatten eine
Sondergenehmigung
Fußball zur Entspannung
Nach anstrengender Arbeit tut Entspannung
Not. Da kam die Idee des Hoteliers, einen Kick zwischen einer aus dem
männlichen Hotelpersonal und einer aus Fahrlehrern gebildeten Mannschaft
auszutragen, gerade recht. Von deutscher Seite wurde alles aufgeboten,
selbst an im Stil von Transvestiten zu Cheerleadern verkleideten Männern
war kein Mangel. Doch auch deren einpeitschende Begeisterungsschreie
halfen nichts, die Azzuri waren einfach besser. Als es schon fast dunkel
war, gingen die geschlagenen Tedeschi erhobenen Hauptes vom Platz. Ein
deutscher Schlachtenbummler kommentierte die Niederlage so:
"Unsere Männer haben ihr Bestes gegeben
gegen diese junge Mannschaft, die Woche für Woche nur dafür zu trainieren
scheint, neu angekommene Gäste vernichtend zu schlagen."
Mercedes packt aus
Freitag “nach Dienst” war Mercedesabend.
Robert Wilhelm (siehe Interview) lud zu einem fröhlichen
Umtrunk, zum "Daimler-Abend", ein. Zuvor aber hielt er eine feine Rede,
die voll des Lobes für Garda Total war. Wolfgang Fischer, 2. Vorsitzender
des Verbandes, dankte im Namen der Teilnehmer für die generöse
Unterstützung der Fortbildung durch die DaimlerChrysler AG und andere
Sponsoren. Theodor Heinemann schloss sich an und hob als Leiter vor Ort
besonders die Kameradschaft und Disziplin der Teilnehmer hervor. Dann aber
kam die Überraschung: Alle, ob Männlein oder Weiblein, erhielten eine
schicke Weste aus der Mercedes-Benz Collection Edition Motorsport, sehr
aufmerksam appliziert mit dem Rhombus.

DaimlerChrysler stellt 3 neue A-Klassen
für Motorrad Total zum Testen zur Verfügung
Der Stab und die stillen Mitwirkenden
Soll ein Seminar, zumal wenn der Schauplatz
weit ab vom Hauptquartier liegt, erfolgreich sein, ist sorgfältige
Vorbereitung und Organisation verlangt. Dafür braucht man Leute, die das
können, und auch Freunde, die dem Ganzen ein Sahnehäubchen aufzusetzen
verstehen.
Für Programm, Gesamtleitung und Hotelsuche
zeichnete Peter Tschöpe, für Ausschreibung, Buchung und
Seminarbetreuung Nadine Demjanow verantwortlich.
Die Strecken hat Theodor Heinemann
ausbaldowert. Die Moderatoren Rolf Felske, Franz Enghauser, Theodor
Heinemann, Horst Krieg, Peter Landefeld, Udo Laudes und Siegfried
Nill waren für fahrpädagogischen Ratschlag und sichere Führung der
Gruppen zuständig.
Joachim Krieger vom Verlag
Heinrich Vogel, München, sponserte den schon traditionellen
"Vogel-Abend".
Gustav Hild und Sascha Stoll
von der Hild-Autovermietung betreuten auf den Strecken und
stifteten die ebenfalls längst traditionellen Champion-Tassen.
Robert Wilhelm und Jörg Gajewski
von der DaimlerChrysler AG sorgten mit drei nagelneuen Autos
der A-Klasse für neue Erkenntnisse in punkto moderner Compacts für
Fahrschulen.
Heinz Beck vom Verlag Heinrich
Vogel hielt alles im Bild fest und macht daraus ein Album im
DVD-Format, das alle Teilnehmer erhalten werden.
Sie alle verdienen sehr herzlichen Dank,
der hier auch im Namen aller Teilnehmer ausgesprochen werden soll.
Besonders zu erwähnen sind auch die jungen Kollegen Jan Kluge und
Georg Rück, die künftig das Team der Moderatoren verstärken und
verjüngen werden. Ihnen ist für ihre Bereitschaft, künftig einen wichtigen
Beitrag zur Fortführung von Motorrad Total leisten zu wollen, ebenfalls
herzlich zu danken.
Last not least aufrichtigen, lieben Dank an
Günter Luppart, der während mehr als einem Jahrzehnt Manager von
Motorrad Total war. Man kann annehmen, dass er zwar auch aus Lust, aber
sicher mehr noch aus herzlicher Verbundenheit mit den Kolleginnen und
Kollegen an den Gardasee gekommen ist.
Stimmen aus dem Kreis der Teilnehmer
Es ist gut, die Seminarteilnehmer mittels
Fragebogen zu bitten, ihr Urteil abzugeben. Manchmal erfährt man im
direkten Gespräch aber noch etwas mehr. Hier einige Stimmen:
Bernd Lange aus Dortmund: Ich bin
seit 1978 Fahrlehrer, bis 2001 war ich 15 Jahre selbständig und übernahm
2001 den Vertrieb des Vogel-Verlags in Dortmund. Ich finde die Fortbildung
einzigartig, ich kann nur sagen: Klasse.
Roland Huck aus Baden-Baden (war zum
ersten Mal dabei): Ich habe von Kollegen gehört, dass Motorrad Total sehr
lehrreich und abwechslungsreich ist, dass es sehr interessant und die
Gemeinschaft sehr gut ist. Vieles kann ich in die Ausbildung meiner
Fahrschüler einbringen. Die Gespräche untereinander in der Gruppe sind
sehr nützlich. Da sagt z.B. einer, wenn du die Fahrlinie vielleicht einmal
etwas ausgreifender anlegen würdest, könnte es in der einen oder anderen
Kurve noch besser gehen usw.
Albrecht Eckert (73!) aus Waldmoor/Pfalz:
Ich war voriges Jahr und auch schon einige Male zuvor dabei, und vor
längerer Zeit habe ich das Fahrertraining des Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg am Hockenheim Ring mitgemacht. Mein Alter hält mich
nicht ab, ich schule jeden Tag, und man kann auch in meinem Alter nie
genug lernen. Was ich bei Motorrad Total auch schätze, ist die gute
Kameradschaft. Wenn ich nächstes Jahr noch gesund bin, komme ich gern
wieder.
Bernd Hellmann aus
Walsrode/Niedersachsen: Ich habe vor 3 Jahren bei einem Motorradunfall
meinen linken Arm verloren. Und ich fahre wieder Motorrad und freue mich
sehr darüber, dass ich wieder dabei sein kann. Weil ich weiterhin Motorrad
ausbilde, ist es für mich sehr wichtig, jetzt wieder viel Fahrpraxis zu
sammeln, da das Fahren mit der Prothese doch ein bisschen ungewohnt ist.
Das Handling ist ein wenig anders. Hier fahre ich alles mit, wie jeder
andere auch.
Jan Kluge aus Weinheim an der
Bergstraße: Ich bin seit knapp 7 Jahren Fahrlehrer und zum 5. Mal bei
Motorrad Total dabei. Auf diesem Seminar habe ich eigentlich erst richtig
Motorradfahren gelernt, auch wenn ich zuvor schon viel gefahren hatte.
Weil es ausgesuchte Strecken gibt, die anspruchsvoll sind. Besonders auch
beim Fahren in der Gruppe lernt man immer dazu. Außerdem wird immer alles
besprochen, und man kann bei anderen manches abgucken. Auch abends nach
dem Fahren wird noch einiges besprochen, das zur Förderung der Ausbildung
beiträgt. Hier kommt Jahr für Jahr eine Gruppe von Fahrlehrern zusammen,
die man ruhig als besondere Experten auf dem Sektor der Motorradausbildung
bezeichnen kann.
Georg Rück aus Diehlheim bei Wiesloch:
Seit 1992 war ich jedes Jahr Teilnehmer von Motorrad Total. Dieses Mal
wurde ich als Moderator eingewiesen, um bald einmal eine Gruppe zu
übernehmen. Auf diese neue Aufgabe freue ich mich sehr. Hier trifft man
auf Gleichgesinnte, man lernt jedes Jahr dazu, auch einer wie ich, der ich
schon seit über 20 Jahren aktiv fahre. Man lernt nie aus, man fährt auf
unbekannten Strecken. Motorrad Total bringt sehr viel für die Ausbildung,
man lernt durch Tipps der Kollegen, man lernt alleine schon durch das
Fahren in der Gruppe immer wieder Neues hinzu. Nur ein erfahrener
Motorradfahrer besitzt die notwendigen Kenntnisse, die in der Ausbildung
zu vermitteln sind.
Christoph Gruler aus Tuttlingen: Ich
bin seit 20 Jahren Motorradfahrlehrer mit Leib und Seele. Trotzdem brauche
ich diesen Erfahrungsaustausch, der mir bei Motorrad Total geboten wird.
Hier gibt es gute Fachgespräche und immer wieder neue praktische
Erfahrungen, die sowohl im theoretischen wie im praktischen Unterricht
verwertbar sind.
Peter Landefeld aus Rohrdorf bei Nagold:
Seit Beginn, also seit Mallorca, nehme ich jedes Jahr an Motorrad Total
teil; größtenteils war ich als Moderator eingesetzt. In meiner Gruppe, die
sehr diszipliniert ist, fährt auch Kollege Hellmann mit, der durch einen
Motorradunfall seinen linken Arm verloren hat. Es ist erstaunlich, wie gut
er drauf ist und wie behände er trotz Prothese mit dem Motorrad umgeht.
Die Arbeit mit der Gruppe macht mir viel Freude. Immer wieder mal komme
ich mit einem Vorschlag, der helfen soll, uns noch besser in die
Fahrschüler und ihre Probleme einfühlen zu können. Das probieren wir dann
aus und bewerten es gemeinsam. Um was es geht, ist letztlich mehr
Sicherheit für unsere Schüler zu erzielen, auch schon in der Ausbildung.
Dieses Seminar ist Jahr für Jahr faszinierend, und glücklicherweise stoßen
immer wieder junge Kolleginnen und Kollegen hinzu, für die es eigentlich
auch besonders wichtig ist. Trotzdem glaube ich, dass für Motorrad Total
noch gezielter bei den jungen Fahrlehrern geworben werden sollte. Wer erst
mal da war, den haben wir. Dies ist ein durch und durch offenes Seminar,
es wird jeder gerne und herzlich aufgenommen, egal welche Leistung einer
schon erbringen kann. Um das zu kanalisieren, gibt es bewährte Kriterien,
nach denen die Zuteilung zu einer bestimmten Gruppe erfolgt.
Gebhard L. Heiler
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