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Die etwas inflexible Vorschrift, wonach
Fahrlehrer alle vier Jahre an einem dreitägigen Fortbildungskurs
teilnehmen müssen, hat es in der Vergangenheit erschwert, Neuerungen
zeitnah in Kurzkursen zu übermitteln. Obwohl die entsprechende Änderung
des FahrlG noch nicht verkündet ist, lässt das Ministerium für Umwelt und
Verkehr Baden-Württemberg ab Beginn des Jahres 2005 auch die Anrechnung
eintägiger Seminare auf die gesetzliche Fortbildung zu. Zwei solcher
8-stündigen Seminare, die besonders die Erfahrungen der Kolleginnen und
Kollegen einbeziehen, wollen wir heute vorstellen.
Umweltschonendes Verhalten ist seit Anfang der
80er Jahre Pflichtteil der Kraftfahrerausbildung. Seit 1999 ist es auch
Bestandteil der praktischen Prüfung. Doch nach wie vor gibt es sowohl bei
den Fahrlehrern als auch bei den Sachverständigen Unsicherheiten.
Frühstart in Baden-Württemberg
Wer ausbilden will, muss über eigene
Erfahrung verfügen. Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. hat
deshalb schon Anfang der 90er Jahre den Tag der Umweltfahrt ausgerufen und
ab 1998 umweltschonendes Verhalten in sein Fortbildungsprogramm
aufgenommen. Bei diesen Seminaren ging es in erster Linie darum,
gesicherte Erkenntnisse zu gewinnen und die davon abzuleitenden
praktischen Anwendungen an die Fahrschüler übermitteln zu können. Auch der
TÜV bot seinen Mitarbeitern Gelegenheit, umweltschonendes Fahren praktisch
zu erproben. Schließlich unterbreitete der Gesprächskreis
Fahrerlaubnisprüfung konkrete Vorschläge, wie umweltschonendes Verhalten
in der praktischen Prüfung geprüft und bewertet werden kann (siehe FPX
2002, Ausgabe Dezember, Seite 642).
Gemeinsame Seminare für Prüfer und
Fahrlehrer
Trotzdem kommt es bei Prüfungen immer noch
zu Meinungsverschiedenheiten. Deshalb beschlossen TP-Leitung und Verband,
gemeinsame Seminare für Prüfer und Fahrlehrer anzubieten. In diesen
Seminaren haben Ausbilder und Prüfer Gelegenheit, umweltschonendes Fahren
darzustellen, Erfahrungen auszutauschen und schließlich zu überprüfen, was
Fahranfänger zu leisten in der Lage sind und wie dies in der Prüfung
festgestellt und bewertet werden kann. Vier dieser Seminare sind für 2005
geplant. Sie werden gemeinsam geleitet von Frau Karen Maronde, aaP beim
TÜV Süddeutschland, und von Wolfgang Fischer, Zweiter Vorsitzender des
Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. und zertifizierter
Umwelttrainer des DVR.
Zum
Programm
Die Teilnehmer testen zunächst ihren
eigenen Fahrstil. Im darauf folgenden Theorieblock werden die wesentlichen
(und in der Realität darstellbaren) Inhalte des umweltschonenden Fahrens
erarbeitet und mit den rechtlichen Vorgaben für Ausbildung und Prüfung
abgeglichen. Bei einer anschließenden Vergleichsfahrt sollen die
Kraftstoffeinsparung festgestellt und an Hand spezieller Beobachtungsbögen
Kriterien für die praktische Prüfung entwickelt werden. Zum Schluss werden
die Ergebnisse ausgewertet, um später in die Vorgaben der TP-Leitung
einfließen zu können.
Seminar Überwachung ohne Stress
Niemand juchzt vor Freude, wenn sich die
Überwachung ansagt. Oft meinen Fahrlehrer auch, die Überwachung sei
nutzlos. Die wirklichen Filous würden nicht gefunden, weil Papier geduldig
sei und nicht sprechen könne. Das hält sich leider hartnäckig, obwohl die
Überwachung in den zurückliegenden Jahren immer wieder schwarze Schafe
aufgespürt und ihnen das Handwerk gelegt oder doch sehr erschwert hat. Die
Kritiker müssen sich fragen lassen, was wohl wäre, wenn es die Überwachung
in all den Jahren nicht gegeben hätte. Freilich, auch die
Fahrschulüberwachung muss immer wieder auf den Prüfstand genommen werden.
Vereinfachung bei gleicher oder besserer
Wirkung
Paul Schurr, früher langjähriger
Fahrschulinhaber - heute Vorsitzender des Treuhandvereins, wird in einem
Workshop mit den Teilnehmern nach Wegen suchen, wie die Überwachung noch
wirksamer werden kann, ohne dabei die Grenzen zur Erbsenzählerei zu
überschreiten. In dem eintägigen Seminar sollen die Teilnehmer Vorschläge
zur Vereinfachung des Verfahrens erarbeiten; die aber die Wirksamkeit der
Überwachung nicht beeinträchtigen dürfen.
Bei diesem Seminar wird auch zu erörtern
sein,
- über welche Ausstattung eine Fahrschule
heute verfügen muss,
- welche Aufzeichnungen unbedingt nötig
sind, damit einerseits die Ausbildung transparent und für den Schüler
nachvollziehbar wird, andererseits aber der Fahrlehrer nicht in einer
Flut von Papier erstickt und
- welche Meldepflichten nach wie vor
wichtig sind und auf welche verzichtet werden kann.
Das Seminar soll auch dazu beitragen, die
Entbürokratisierung im Fahrschulbüro voranzubringen. Erfahrungen der
Praxis sind gefragt.
Das komplette Fortbildungsangebot
und Anmeldeformular finden Sie hier... |