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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Januar/2005, Seite 22

Thema Drogen in der Fahrschule

Peers - ein neuer Weg?

 

Das Thema Drogen und Straßenverkehr hat im Fahrschulunterricht in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Will ein Fahrlehrer dieses Thema im Unterricht vertiefen, stellen sich ihm gleich mehrere Probleme: Zum Ersten fehlen ihm eigene Erfahrungen über Drogen, die bei Jugendlichen gerade "in" sind. Zum Zweiten soll er nicht als drohender Zeigefinger wirken, und zum Dritten fehlt ihm meistens ganz einfach die Zeit.

Wer sich für dieses Thema am Rahmenplan orientiert, die Behandlung der gesetzlichen Vorschriften eingeschlossen, hat etwa 30 Minuten Zeit dafür. Selbst bei Verzicht auf "inhaltliche Vollständigkeit zu Gunsten exemplarischer Vertiefung" reicht die Zeit für die wünschenswerte Bearbeitung dieses komplexen Themas nicht.

Sind Peer-Groups die Lösung?

Unter Peer-Groups (peer = Gleichgestellte, Gleichaltrige) versteht man Personen mit gleichen Interessen. Bei einem Peer-Projekt befassen sich gleich gesinnte Gleichaltrige mit einem Thema. Die Drogenberatungsstellen der Landratsämter Esslingen und Göppingen haben ein Projekt der Fachhochschule für Sozialwissenschaft in Stendal aufgegriffen und erproben es in Zusammenarbeit mit dem Landesgesundheitsamt und ansässigen Fahrschulen.

Peers, in diesem Fall Jugendliche, die heute clean sind, aber eine eigene Drogenkarriere hinter sich haben und von den Betreuern der Gesundheitsämter und den Polizeidirektionen intensiv auf ihre Aufgabe vorbereitet wurden, kommen an einem Abend in die Fahrschule und diskutieren mit den Fahrschülern über Drogen im Straßenverkehr. Gesprochen wird über die Gefahren und Komplikationen, die der Drogengenuss mit sich bringt, vor allem aber über die Entwicklung von Strategien, um Drogenkarrieren erst gar nicht beginnen zu lassen.

Teilnahme ist freiwillig

Die Teilnahme ist freiwillig; sie bringt den Fahrschülern keine wirtschaftlichen Vorteile und gilt nicht als Unterrichtsbesuch. Das Ministerium für Umwelt und Verkehr hat schon bei den ersten Gesprächen zur Vorbereitung des Projektes deutlich gemacht, dass es trotz der Wichtigkeit des Themas aus grundsätzlichen Erwägungen eine Vermischung des freiwilligen zusätzlichen Angebots mit dem obligatorischen Unterricht nicht akzeptieren kann. Deshalb herrschte bei den Beteiligten zum Start des Projektes eher Skepsis als große Erwartung. Zumal nicht alle angesprochenen Peers, die sich zu einem Informationsabend getroffen hatten, danach bereit und in der Lage waren, für eine nur geringe Entschädigung mehrere Tage der Vorbereitung auf sich zu nehmen und anschließend in Zweiergruppen die Fahrschulen zu besuchen. Nach einem halben Jahr kann man aber trotzdem eine erfreuliche Zwischenbilanz ziehen. Von den teilnehmenden Fahrlehrern werden die Abende mit den Peers positiv bewertet, und die Fahrschüler sind nach dem Abend vom Nutzen der Aktion überzeugt. Die aktiven Peers sind nach Überwindung der Anfangsschwierigkeiten von der Aufgabe angetan. Ebenfalls sehr zufrieden mit den bisherigen Erfahrungen sind die Mitarbeiter/innen der beiden Landratsämter und des Landesgesundheitsamtes.

Wir werden in einer der nächsten Ausgaben ausführlich über dieses Projekt berichten und auch die Beteiligten zu Wort kommen lassen. Pjt

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe Januar 2005

Erscheinungsdatum 15.01.2005

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