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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Januar/2005, Seite 36

Kein Grund zum Jubeln, aber...

2004 erstmals weniger als 6000 Verkehrstote

 

Der Patient heißt Verkehrssicherheit. Sein Leiden ist anhaltend und äußerst schmerzhaft. Völlige Heilung ist mangels eines Wundermittels ausgeschlossen. Angesichts solcher Diagnose freut man sich über jede spürbare Besserung.

Nach jüngsten Schätzungen des Statistischen Bundesamtes ist Linderung in Sicht. Denn 2004 wurden voraussichtlich weniger als 6000, wahrscheinlich etwa 5 900 Personen im Straßenverkehr getötet. Das wären 11 Prozent oder rund 700 weniger als im letzten Jahr. Damit hätte sich die Zahl der Verkehrstoten seit Einführung der Statistik im Jahre 1953 um mehr als die Hälfte reduziert und den bisher niedrigsten Stand erreicht. Gegenüber dem Horrorjahr 1970, in dem nahezu 20.000 Menschen im Straßenverkehr starben, wäre dies sogar eine Minderung um mehr als 70 Prozent. Auch die Zahl der Verletzten wird voraussichtlich um etwa 5 Prozent abnehmen. Doch auch bei den Kindern ging es etwas besser: In den ersten acht Monaten des Jahres verunglückten im Straßenverkehr 94 Kinder unter 15 Jahren tödlich; das ist ein Drittel weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Bei den 25- bis unter 35-Jährigen zeichnet sich ebenfalls ein überdurchschnittlicher Rückgang der Getöteten ab.

Autobahnen sicherer als Landstraßen

Im Übrigen hält der Trend an, wonach auf Bundesautobahnen die Getötetenzahlen im Verhältnis stärker zurückgehen als auf Bundes- oder Landesstraßen. Rückläufig waren auch die Zahlen der getöteten Zweiradfahrer. Dies führen die Statistiker vor allem auf den verregneten Sommer zurück.

Anzahl der Unfälle nahezu gleich

Insgesamt, so meldete das Statistische Bundesamt weiter, dürfte die Zahl der polizeilich registrierten Straßenverkehrsunfälle allenfalls um 1 Prozent auf 2,2 Millionen sinken. Jedoch wurden seltener als 2003 Unfälle durch Überholen oder falsche Straßenbenutzung verursacht. Ebenso wird sich die seit 1994 rückläufige Entwicklung bei den Alkoholunfällen im Jahr 2004 fortsetzen. Zum Jubeln gibt's trotz dieser positiven Nachrichten keinen Grund. Und es darf auch nicht vergessen werden, dass nach wie vor in nahezu 97 Prozent aller Straßenverkehrsunfälle menschliches Versagen die Ursache ist. Auch sollte niemand diesen Erfolg, was es zweifellos ist, für sich reklamieren.

Für die deutschen Fahrlehrer müssen die guten Nachrichten aus Wiesbaden Ansporn sein, ihre schon heute sehr beachtliche Ausbildung und Nachschulung immer wieder auf den Prüfstand zu nehmen und beharrlich nach noch höherer Wirkung und Nachhaltigkeit zu streben. Eine Ausbildung dieses Niveaus hat allerdings ihren Preis. Es wäre schön, wenn - z.B. bei Jubiläumsreden - auch ein Bundesverkehrsminister dies gelegentlich ins rechte Licht stellen würde.

Xaver Edenhausen

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe Januar 2005

Erscheinungsdatum 15.01.2005

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