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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe März/2005, Seite 130

Peer-Projekt

Trink nicht, wenn du fährst!

 

In der Januar-Ausgabe dieses Jahres berichteten wir über das Peer-Projekt, das in zwei Landkreisen Baden-Württembergs erprobt wird. In einem ersten Erfahrungsbericht haben die Verantwortlichen die Aktivitäten des Jahres 2004 beschrieben.

Die Hochschule Magdeburg / Stendal hat im Jahr 2002 das Projekt MISTEL ins Leben gerufen. Ziel war, Jugendliche durch andere Jugendliche für die Problematik von Alkohol und Drogen zu sensibilisieren. Zwei eigens dafür geschulte junge Leute, Peers genannt, kamen in die Fahrschulen und suchten das Gespräch mit den Fahrschülern. Während etwa einer Stunde wurde vor allem über Strategien zur Abstinenz von Drogen und Alkohol diskutiert. Ein wichtiger Gesichtspunkt war dabei, Alkoholkonsum und Autofahren strikt zu trennen. Bald berichtete die Fachpresse über die positiven Ergebnisse des Modells.

Landesgesundheitsamt nimmt das Projekt auf

So erfuhr auch das Landesgesundheitsamt in Stuttgart von dem Projekt. Nach einer ersten Informationsveranstaltung erklärten sich die Drogenbeauftragten der Landratsämter Göppingen und Esslingen bereit, das Modell in ihren Kreisen zu erproben. Nach Maßgabe des Ministeriums für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg war von Anfang an klar, dass die Gesprächsrunden nicht Teil des vorgeschriebenen theoretischen Unterrichts sein konnten.

Jetzt ging es um die Suche nach Peers. In Zeitschriften, Rundfunk, Tagespresse und durch Aushänge in Schulen wurde für die Teilnahme am Projekt geworben. 34 Interessenten kamen zu einem Informationsabend, an dem Fachleute der Polizei, des Medizinisch-Psychologischen Instituts und des Fahrlehrerverbandes über Möglichkeiten und Grenzen des Projektes informierten. 21 davon erfüllten die Voraussetzungen und waren bereit, sich in die Aufgabe eines Peers einweisen zu lassen und für ein geringes Entgelt tätig zu werden. Zum Schluss waren es nur noch 10, die an allen Schulungswochenenden teilnahmen.

35 Fahrschulen machen mit

Frau Saur und Frau Kloes, beide Mitarbeiterinnen der beteiligten Landratsämter, informierten danach mit Unterstützung des Fahrlehrerverbandes die Fahrschulen ihres Bereichs. 35 Fahrschulen erklärten sich zur Mitarbeit bereit. In siebzehn davon fanden bisher Treffen statt. Die Gruppenstärke schwankte zwischen 4 und 25 Teilnehmern, was den Peers ziemliche Flexibilität bei der Gesprächsführung abverlangte. Die Reaktionen der Fahrlehrer und der Fahrschüler waren überwiegend positiv. Allerdings war es nicht immer leicht, die Schüler nach dem regulären Unterricht noch eine weitere Stunde zum Bleiben zu bewegen. Dennoch ist es bisher beachtliche 20 Mal gelungen, ein Treffen zu arrangieren. Dies zu organisieren, forderte den beiden Damen der Landratsämter hohes Engagement ab.

Das Programm wird fortgesetzt

Die für das Projekt im Jahr 2004 angefallenen Kosten von insgesamt € 5.500 wurden vom Landesgesundheitsamt und den beiden Landkreisen getragen. Für 2005 ist eine Fortsetzung des Programms geplant. Allerdings müssen neue Peers ausgebildet werden, da einige der bis jetzt aktiven aus persönlichen oder beruflichen Gründen wegziehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt weiter entwickelt.

Die teilnehmenden Fahrschüler stellten den Peers meist sehr gute Noten aus: "Ihr wart super!" "Es hat Spaß gemacht und war viel lockerer als in der Schule!" "Ihr wart glaubwürdig und authentisch!" Diese und andere Äußerungen lassen erkennen, dass das Projekt ankommt.

Pjt

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe März 2005

Erscheinungsdatum 15.03.2005

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