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Andächtige Stille im Saal, konzentrierte
Zuhörer, aufmerksames Mitschreiben. Nur selten zuvor hat ein Vortrag die
Mitgliederversammlung ähnlich stark gefesselt. Das Thema "Image" war ein
Volltreffer! Und es sollte an diesem Tag nicht das einzige Glanzlicht
bleiben! Zur Matinee der 55.
ordentlichen Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg e.V. hatten sich am 23. April 2005 rd. 500 Besucher,
Mitglieder, Angehörige, Mitarbeiter und geladene Gäste im Konzerthaus zu
Freiburg eingefunden. Schon morgens herrschte gute Stimmung, die den
ganzen Tag über anhielt. Dafür sorgten unter anderem ein attraktives
Programm, ein toller Ball und nicht zuletzt das fast schon mediterran
anmutende Ambiente der gastfreundlichen südbadischen Metropole.
Ab acht Uhr bot sich im Foyer des
Konzerthauses das gewohnte Bild: Geschäftiges Treiben bei den Ausstellern,
großes Hallo bei vielen, die sich lange nicht gesehen hatten, und viele
anregende Gespräche unter Kolleginnen und Kollegen. Heiß begehrt war auch
das Probesitzen in den neusten, auf Hochglanz polierten Mercedes-Modellen,
die von der DaimlerChrysler AG, dem diesjährigen Hauptaussteller, auf
einem attraktiven Ausstellungsstand mercedeslike präsentiert wurden.
Die Sensation: Enthüllung der B-Klasse
Ein verhülltes Auto sorgte schon seit dem
frühen Morgen für Neugier und Spannung unter den Besuchern. Um 09.30 Uhr
machten Robert Wilhelm und Jörg Gajewski von DaimlerChrysler zusammen mit
dem Verbandsvorsitzenden Peter Tschöpe dem Rätselraten ein Ende. Fast 6
Wochen vor der offiziellen Markteinführung enthüllten sie ein brandneues
Exemplar der B-Klasse, bei dem es in punkto Ausstattung an nichts fehlte.
Einmal mehr kamen die Fahrlehrer aus dem Ländle in den Genuss, einen neuen
Mercedes schon vor dem offiziellen Verkaufsstart probesitzen zu können.

Mit Spannung erwartet: Enthüllung der neuen
B-Klasse
Aber das war noch nicht alles: Robert
Wilhelm setzte noch eins drauf, indem er ankündigte, das Auto
(Verkaufspreis etwa € 25.000) während der Mittagspause unter den
Anwesenden zu versteigern. Dabei setzte er das Mindestgebot auf € 15.000
fest und versprach, den übersteigenden Betrag dem Verband zu spenden. Die
auf diese Ankündigung einsetzenden - teilweise sehr lebhaften -
Diskussionen zwischen Fahrlehrern und ihren "Finanzministerinnen", ließen
für die Auktion einiges erwarten.
Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden
Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnete der
Vorsitzende mit einer herzlichen Begrüßung der Mitglieder, der Ehrengäste,
der Sponsoren und der Aussteller den Verbandstag. Sein besonderer Gruß
galt den Referenten des Vormittags, Ministerialrat Dietmar Enkel vom
baden-württembergischen Ministerium für Umwelt und Verkehr sowie Brigitte
Grotz und Rainer Wälde von der Agentur "Typ Consult".
Im traditionellen "politischen" Teil seiner
Rede wies Tschöpe auf die derzeit sehr schwierige wirtschaftliche Lage der
Fahrschulen hin. Er forderte die Kolleginnen und Kollegen auf, sich den
Herausforderungen dieser schwierigen Lage durch konsequente
Kostenminimierung und sinnvolle Kooperationen zu stellen.

Peter Tschöpe eröffnet traditionell die Versammlung
Chancengleichheit für die Zweite Phase
Der Vorsitzende forderte die Politik auf,
die Zweite Ausbildungsphase stärker zu fördern. Das so genannte Begleitete
Fahren biete dem Führerschein ab 17 einen ungleich größeren Anreiz als das
kostenpflichtige Fortbildungsseminar für Fahranfänger (FSF). Ein Jahr
geschenkte Probezeit sei keine adäquate Stimulanz. Der geringe Zuspruch
sei bedauerlich, zumal das FSF in einer europäischen Studie als sehr
effizient bewertet worden sei. Die Experten seien sich einig, dass damit
das Unfallrisiko der jungen Fahrer deutlich gesenkt werden könne.
Wer die Zweite Phase wolle, so Tschöpe
unter starkem Beifall der Anwesenden weiter, müsse jetzt für Anreize
sorgen, die die Teens wirklich ansprechen. Deshalb fordere der
Fahrlehrerverband Baden-Württemberg, das Mindestalter für den Führerschein
Klasse B unter der Voraussetzung der Teilnahme an der Zweiten Phase
ebenfalls auf 17 Jahre zu senken. Selbstverständlich müsse darüber hinaus
mit flankierenden Maßnahmen für entsprechende Sicherheit der Eleven
gesorgt werden. Dazu gehöre beispielsweise der sofortige Entzug der
Fahrberechtigung bei gravierenden Verkehrsverstößen. Tschöpe schloss:
"Wenn wir jetzt nichts tun, ist die Zweite Phase demnächst gestorben!"
Abschaffung der
Geschwindigkeitsbeschränkung bei der Klasse A1
Zum Ende seiner Rede forderte Tschöpe die
Abschaffung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h für unter
18-Jährige bei der Klasse A1. Es sei nicht nachvollziehbar, 16-Jährige auf
der Autobahn bei Geschwindigkeiten von 100 km/h und mehr auszubilden,
ihnen das aber hernach zu verbieten.
Grußworte an die Versammlung
Der Vorsitzende des Kreisvereins
Freiburg-Breisgau-Hochschwarzwald, Karl Leible, begrüßte die Versammlung
sehr herzlich in Freiburg und wünschte einen guten Verlauf.
Markus Geißler, Stadtrechtsdirektor der
Stadt Freiburg, überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters. Die Stadt
freue sich, zum wiederholten Male Gastgeber der baden-württembergischen
Fahrlehrer zu sein. Er lud alle Anwesenden ein, auch privat einmal wieder
zu kommen und die Vorzüge der wärmsten Region Deutschlands zu genießen.
Grußadressen an die Versammlung richteten
außerdem Jörg Gajewski von DaimlerChrysler und Dipl.-Ing. Marcellus Kaup,
Leiter der technischen Prüfstelle des TÜV Süddeutschland.

Jörg Gajewski |

Marcellus Kaup |
Ehrungen
Auch in diesem Jahr wurden zahlreiche
Kollegen geehrt (s. FPX, Seiten 320 bis 324). Ein nettes Detail am Rande:
Die beiden Vorstandsmitglieder Wolfgang Fischer und Jochen Klima, durften
ihre Väter auszeichnen. Werner Fischer wurde zum Ehrenmitglied ernannt
(siehe FPX Seite 324). Rolf Klima bekam die Ehrennadel mit Urkunde für
sein 50-jähriges Berufsjubiläum überreicht.

Zwei Fahrlehrergenerationen: Jochen Klima und
Vater Rolf
Aktuelles aus dem Verkehrsministerium
Ministerialrat Dietmar Enkel, Leiter des
Referats Verkehrssicherheit, ging auf aktuelle Veränderungen des
Verkehrsrechts ein. Er berichtete in erster Linie über die Europäische
Berufskraftfahrerausbildungsrichtlinie, die für Bus- und Lkw-Fahrer
zusätzliche Qualifikationen fordert. Derzeit beraten Bund und Länder über
die Umsetzung dieser Regelungen in deutsches Recht. Weiter führte Enkel
aus, das Ministerium verfolge die von der Deutschen Fahrlehrer-Akademie
e.V. getragene Entwicklung eines Qualitätssicherungssystems für
Fahrschulen mit großem Interesse. Außerdem sei man bestrebt, den sog.
Führerscheintourismus in die europäischen Nachbarstaaten einzudämmen. In
einer direkten Antwort auf den Vorschlag des Verbandsvorsitzenden zur
Förderung der Zweiten Phase bezeichnete er diesen als interessanten
Denkanstoß, den man sorgfältig prüfen werde.

MinRat Dietmar Enkel
Referat: Ihr Image als Fahrschulbetrieb
Vor Beginn der Versammlung waren
gelegentlich Bemerkungen wie "Ein Referat zum Thema Image? Brauchen wir
das?" oder "Das interessiert mich nicht übermäßig!" zu hören.
Brigitte Grotz und Rainer Wälde von der
Agentur "Typ Consult" machten solche Einwände schnell gegenstandslos.
Exzellent vorbereitet und perfekt vorgetragen hielten Sie den Anwesenden
den Spiegel vor.

Brigitte Grotz |

Rainer Wälde |
"Wer sind wir? Was können wir? Was wollen
wir? Wer sind wir in den Augen anderer? Diese Fragen sorgten zunächst für
Nachdenklichkeit.
Gedanken zum äußeren Erscheinungsbild
mancher Fahrschule, dem Auftreten und Verhalten der Mitarbeiter in der
Öffentlichkeit: beispielsweise Fahrlehrer in kurzen Hosen oder Fahrlehrer,
die während der Fahrstunde ständig telefonieren. Auch die anfänglichen
telefonischen oder persönlichen Kontakte, die über den ersten Eindruck
entscheiden, den ein potenzieller Kunde von der Fahrschule mitnimmt,
wurden angesprochen. Zitat: "Lächeln Sie am Telefon, Ihr Kunde wird es
merken!"
Der lang anhaltende Beifall am Ende des
Vortrags zeigte, dass die beiden mit diesem Thema voll ins Schwarze
getroffen hatten. Fazit: Wer nicht dabei war, hat etwas Wichtiges
versäumt.
Workshop: Image, Image, Image ...
In einem hochinteressanten Workshop am
Nachmittag bot sich Ehefrauen, Mitarbeitern und Gästen die Möglichkeit,
das Thema "Image" bei spannenden Diskussionen mit Frau Grotz zu vertiefen.

Ihr Image als Fahrschulbetrieb: Workshop fand
großen Anklang
Kinderbetreuung kam hervorragend an
Die vom Verband zum zweiten Mal angebotene
Kinderbetreuung wurde von den am Verbandstag teilnehmenden Eltern wiederum
sehr dankbar angenommen. Der Verband wird diese familienfreundliche
Einrichtung auch in Zukunft beibehalten (hier
finden Sie den ausführlichen Beitrag...).
Mittagessen sponsored by TÜV
Es ist schon gute Tradition, dass der TÜV
Süddeutschland am Verbandstag zum Mittagessen einlädt Diesmal gab es
leckeren Fleischkäse und Kartoffelsalat. Den Vertretern des TÜV ein
herzliches Dankeschön!
Versteigerung der B-Klasse
Einer der Höhepunkte des Tages war nach dem
Mittagessen die mit Spannung erwartete Versteigerung der B-Klasse. Robert
Wilhelm als Auktionator gab sein Bestes und kitzelte den Interessenten -
nach eher zögerlichem Beginn - Gebot um Gebot heraus. Als der Hammer
schließlich fiel, konnte Kollege Peter Opel aus Wertheim sein Glück kaum
fassen, denn er hatte bei einem Kaufpreis von € 19.900 ein echtes
Schnäppchen gemacht.

Die neue B-Klasse von Mercedes-Benz
Dass davon € 4.900 als Spende von
DaimlerChrysler in die Kasse des Verbandes wandern, sorgte auch beim
Vorstand für strahlende Gesichter.

Peter Opel (links) hat bei der Versteigerung
der neuen B-Klasse "zugeschlagen". Weiter von links: Peter Tschöpe, Jörg
Gajewski und Robert Wilhelm.
Regularien am Nachmittag
Bei der Versammlung am Nachmittag wurden
die satzungsgemäßen Regularien behandelt. Weil der ausführliche Jahres-
und Kassenbericht bereits in der FahrSchulPraxis Ausgabe Mai 2005
veröffentlicht worden ist, soll an dieser Stelle nicht erneut darauf
eingegangen werden. Der Jahresüberschuss von € 15.000 soll nach einem
Beschluss des Vorstandes zu einem Drittel den Kassen der Kreisvereine zu
Gute kommen.
Der anschließende Bericht der
Rechnungsprüfer, vorgetragen vom Kollegen Erwin Hodapp, brachte volle
Bestätigung für ordnungsgemäß geführte Bücher, sodass der einstimmigen
Entlastung des Vorstandes nichts im Wege stand.

Erwin Hodapp - Rechnungsprüfer des Verbandes
Satzungsänderung und Standesregeln
Ohne größere Diskussionen wurden die
vorgeschlagenen Änderungen der Satzung einstimmig angenommen. Gleiches
galt für die Einführung der Standesregeln als Bestandteil der Satzung. Der
Vorsitzende erinnerte in diesem Zusammenhang an ein Wort von Frau Grotz,
die sich während ihres Referats am Vormittag wie folgt zu den
Standesregeln geäußert hatte: "Da gibt es eine Berufsgruppe, die hat
begriffen, auf was es ankommt!"
Tschöpe und Klima wiedergewählt
Mit dem Entlastungsantrag war die Amtszeit
des ersten und des dritten Vorsitzenden abgelaufen. Die turnusgemäßen
Neuwahlen unter der souveränen Leitung des früheren Vorstandsmitglieds
Günter Luppart führten für Peter Tschöpe und Jochen Klima jeweils zu einer
beeindruckenden Wiederwahl ohne Gegenkandidaten und ohne Gegenstimmen bei
nur je einer Enthaltung.
Ebenfalls einstimmig wurden der
Rechnungsprüfer Erwin Hodapp und der stellvertretende Rechnungsprüfer
Heinz Knobloch wiedergewählt.

Einstimmigkeit unter den Mitgliedern |

Peter Tschöpe - im Amt bestätigt |
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Jochen Klima - alter und neuer Dritter
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Beiträge stabil, Aufnahmegebühr für
Angestellte entfällt
Da im abgelaufenen Jahr ein deutlicher
Überschuss erzielt worden war, gab es keinen Grund für eine
Beitragserhöhung. Der Vorschlag des Vorstandes, die Beiträge in der
bisherigen Höhe zu belassen, fand die uneingeschränkte Zustimmung der
Versammlung. Damit bleiben die Beiträge für ein weiteres Jahr, insgesamt
also vier Jahre, auf dem gleichen Stand (die letzte Anpassung erfolgte in
2001). Ein Beschluss der Versammlung sieht vor, dass in
Mitgliedsfahrschulen angestellte Mitarbeiter ab sofort von der
Aufnahmegebühr befreit sind.
Fahrlehrerversicherung informiert
Diplomkaufmann Wolfram Klitzsch,
Vorstandsvorsitzender der Fahrlehrerversicherung, informierte die
Mitglieder in einem spannenden Kurzreferat über die wirtschaftliche Lage
des berufsständischen Versicherers. Mit einigen eindrucksvollen Beispielen
zeigte er auf, dass oft einzelne schwere Verkehrsunfälle zu
Schadensansprüchen von mehr als einer Million Euro (€ 1.000.000!) führen.

Wolfram Klitzsch, Fahrlehrerversicherung VaG
Verschiedenes:
Da keine Anträge vorlagen, standen nun noch
die Tagesordnungspunkte Verschiedenes und Die Mitglieder haben
das Wort auf der Agenda. Dabei wurden an den Saalmikrofonen lediglich
einige Einzelprobleme angesprochen, um die sich der Vorstand in nächster
Zeit kümmern wird.

Die Mitglieder richten das Wort an den
Vorstand
Heiße Diskussionen um den jährlichen
Fahrlehrerball
Kurz vor Ende der Versammlung sorgte der
alljährliche Fahrlehrerball für unerwartetes Opponieren. Auf Beschluss des
Beirats war der Mitgliederversammlung vorgeschlagen worden, den
Fahrlehrerball aus Kostengründen künftig nur noch alle zwei Jahre zu
veranstalten. Die Abstimmung ergab nur wenige Gegenstimmen - Angelegenheit
erledigt, aus, basta. Nein, so nicht, meinten einige Freunde des seit
Urzeiten tradierten Ballabends. Ihnen muss erst nach der Abstimmung
bewusst geworden sein, was da entschieden worden war. So entstand zwischen
dezidierten Ballfreunden und weniger vergnügungsbewussten Mitgliedern eine
heiße Debatte darüber, ob die Entscheidung wohl richtig war. Peter Tschöpe
blieb auch in dieser heiklen Situation cool. Da abzusehen war, dass dieser
Beschluss den sonst so gelungenen Verbandstag vielleicht mit einem Misston
hätte enden lassen, ließ er erneut abstimmen. Ergebnis: Die Entscheidung
wird um ein Jahr vertagt.
Ein hinreißender Ball zum Abschluss
eines gelungenen Tages
Als hätten es seine Fans allen beweisen
wollen, der festliche Ball am Abend war einfach Spitze! Klasse Musik,
tolles Programm, festliche Stimmung und Tanz bis in den frühen Morgen. Es
stimmte einfach alles! Nach diesem fantastischen Event muss man kein
Prophet sein, um dem Großen Fahrlehrerball weiterhin eine gesicherte
Zukunft vorauszusagen.
Jochen Klima |