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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Juni/2005, Seite 305

Verbandstag 2005

Fesselndes
Image-Referate

 

Andächtige Stille im Saal, konzentrierte Zuhörer, aufmerksames Mitschreiben. Nur selten zuvor hat ein Vortrag die Mitgliederversammlung ähnlich stark gefesselt. Das Thema "Image" war ein Volltreffer! Und es sollte an diesem Tag nicht das einzige Glanzlicht bleiben!

Zur Matinee der 55. ordentlichen Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. hatten sich am 23. April 2005 rd. 500 Besucher, Mitglieder, Angehörige, Mitarbeiter und geladene Gäste im Konzerthaus zu Freiburg eingefunden. Schon morgens herrschte gute Stimmung, die den ganzen Tag über anhielt. Dafür sorgten unter anderem ein attraktives Programm, ein toller Ball und nicht zuletzt das fast schon mediterran anmutende Ambiente der gastfreundlichen südbadischen Metropole.

Ab acht Uhr bot sich im Foyer des Konzerthauses das gewohnte Bild: Geschäftiges Treiben bei den Ausstellern, großes Hallo bei vielen, die sich lange nicht gesehen hatten, und viele anregende Gespräche unter Kolleginnen und Kollegen. Heiß begehrt war auch das Probesitzen in den neusten, auf Hochglanz polierten Mercedes-Modellen, die von der DaimlerChrysler AG, dem diesjährigen Hauptaussteller, auf einem attraktiven Ausstellungsstand mercedeslike präsentiert wurden.

Die Sensation: Enthüllung der B-Klasse

Ein verhülltes Auto sorgte schon seit dem frühen Morgen für Neugier und Spannung unter den Besuchern. Um 09.30 Uhr machten Robert Wilhelm und Jörg Gajewski von DaimlerChrysler zusammen mit dem Verbandsvorsitzenden Peter Tschöpe dem Rätselraten ein Ende. Fast 6 Wochen vor der offiziellen Markteinführung enthüllten sie ein brandneues Exemplar der B-Klasse, bei dem es in punkto Ausstattung an nichts fehlte. Einmal mehr kamen die Fahrlehrer aus dem Ländle in den Genuss, einen neuen Mercedes schon vor dem offiziellen Verkaufsstart probesitzen zu können.


Mit Spannung erwartet: Enthüllung der neuen B-Klasse

Aber das war noch nicht alles: Robert Wilhelm setzte noch eins drauf, indem er ankündigte, das Auto (Verkaufspreis etwa € 25.000) während der Mittagspause unter den Anwesenden zu versteigern. Dabei setzte er das Mindestgebot auf € 15.000 fest und versprach, den übersteigenden Betrag dem Verband zu spenden. Die auf diese Ankündigung einsetzenden - teilweise sehr lebhaften - Diskussionen zwischen Fahrlehrern und ihren "Finanzministerinnen", ließen für die Auktion einiges erwarten.

Begrüßungsansprache des 1. Vorsitzenden

Pünktlich um 10.00 Uhr eröffnete der Vorsitzende mit einer herzlichen Begrüßung der Mitglieder, der Ehrengäste, der Sponsoren und der Aussteller den Verbandstag. Sein besonderer Gruß galt den Referenten des Vormittags, Ministerialrat Dietmar Enkel vom baden-württembergischen Ministerium für Umwelt und Verkehr sowie Brigitte Grotz und Rainer Wälde von der Agentur "Typ Consult".

Im traditionellen "politischen" Teil seiner Rede wies Tschöpe auf die derzeit sehr schwierige wirtschaftliche Lage der Fahrschulen hin. Er forderte die Kolleginnen und Kollegen auf, sich den Herausforderungen dieser schwierigen Lage durch konsequente Kostenminimierung und sinnvolle Kooperationen zu stellen.


Peter Tschöpe eröffnet traditionell die Versammlung

Chancengleichheit für die Zweite Phase

Der Vorsitzende forderte die Politik auf, die Zweite Ausbildungsphase stärker zu fördern. Das so genannte Begleitete Fahren biete dem Führerschein ab 17 einen ungleich größeren Anreiz als das kostenpflichtige Fortbildungsseminar für Fahranfänger (FSF). Ein Jahr geschenkte Probezeit sei keine adäquate Stimulanz. Der geringe Zuspruch sei bedauerlich, zumal das FSF in einer europäischen Studie als sehr effizient bewertet worden sei. Die Experten seien sich einig, dass damit das Unfallrisiko der jungen Fahrer deutlich gesenkt werden könne.

Wer die Zweite Phase wolle, so Tschöpe unter starkem Beifall der Anwesenden weiter, müsse jetzt für Anreize sorgen, die die Teens wirklich ansprechen. Deshalb fordere der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg, das Mindestalter für den Führerschein Klasse B unter der Voraussetzung der Teilnahme an der Zweiten Phase ebenfalls auf 17 Jahre zu senken. Selbstverständlich müsse darüber hinaus mit flankierenden Maßnahmen für entsprechende Sicherheit der Eleven gesorgt werden. Dazu gehöre beispielsweise der sofortige Entzug der Fahrberechtigung bei gravierenden Verkehrsverstößen. Tschöpe schloss: "Wenn wir jetzt nichts tun, ist die Zweite Phase demnächst gestorben!"

Abschaffung der Geschwindigkeitsbeschränkung bei der Klasse A1

Zum Ende seiner Rede forderte Tschöpe die Abschaffung der Geschwindigkeitsbegrenzung von 80 km/h für unter 18-Jährige bei der Klasse A1. Es sei nicht nachvollziehbar, 16-Jährige auf der Autobahn bei Geschwindigkeiten von 100 km/h und mehr auszubilden, ihnen das aber hernach zu verbieten.

Grußworte an die Versammlung

Der Vorsitzende des Kreisvereins Freiburg-Breisgau-Hochschwarzwald, Karl Leible, begrüßte die Versammlung sehr herzlich in Freiburg und wünschte einen guten Verlauf.

Markus Geißler, Stadtrechtsdirektor der Stadt Freiburg, überbrachte die Grüße des Oberbürgermeisters. Die Stadt freue sich, zum wiederholten Male Gastgeber der baden-württembergischen Fahrlehrer zu sein. Er lud alle Anwesenden ein, auch privat einmal wieder zu kommen und die Vorzüge der wärmsten Region Deutschlands zu genießen.

Grußadressen an die Versammlung richteten außerdem Jörg Gajewski von DaimlerChrysler und Dipl.-Ing. Marcellus Kaup, Leiter der technischen Prüfstelle des TÜV Süddeutschland.


Jörg Gajewski

Marcellus Kaup

Ehrungen

Auch in diesem Jahr wurden zahlreiche Kollegen geehrt (s. FPX, Seiten 320 bis 324). Ein nettes Detail am Rande: Die beiden Vorstandsmitglieder Wolfgang Fischer und Jochen Klima, durften ihre Väter auszeichnen. Werner Fischer wurde zum Ehrenmitglied ernannt (siehe FPX Seite 324). Rolf Klima bekam die Ehrennadel mit Urkunde für sein 50-jähriges Berufsjubiläum überreicht.


Zwei Fahrlehrergenerationen: Jochen Klima und Vater Rolf

Aktuelles aus dem Verkehrsministerium

Ministerialrat Dietmar Enkel, Leiter des Referats Verkehrssicherheit, ging auf aktuelle Veränderungen des Verkehrsrechts ein. Er berichtete in erster Linie über die Europäische Berufskraftfahrerausbildungsrichtlinie, die für Bus- und Lkw-Fahrer zusätzliche Qualifikationen fordert. Derzeit beraten Bund und Länder über die Umsetzung dieser Regelungen in deutsches Recht. Weiter führte Enkel aus, das Ministerium verfolge die von der Deutschen Fahrlehrer-Akademie e.V. getragene Entwicklung eines Qualitätssicherungssystems für Fahrschulen mit großem Interesse. Außerdem sei man bestrebt, den sog. Führerscheintourismus in die europäischen Nachbarstaaten einzudämmen. In einer direkten Antwort auf den Vorschlag des Verbandsvorsitzenden zur Förderung der Zweiten Phase bezeichnete er diesen als interessanten Denkanstoß, den man sorgfältig prüfen werde.


MinRat Dietmar Enkel

Referat: Ihr Image als Fahrschulbetrieb

Vor Beginn der Versammlung waren gelegentlich Bemerkungen wie "Ein Referat zum Thema Image? Brauchen wir das?" oder "Das interessiert mich nicht übermäßig!" zu hören.

Brigitte Grotz und Rainer Wälde von der Agentur "Typ Consult" machten solche Einwände schnell gegenstandslos. Exzellent vorbereitet und perfekt vorgetragen hielten Sie den Anwesenden den Spiegel vor.


Brigitte Grotz

Rainer Wälde

"Wer sind wir? Was können wir? Was wollen wir? Wer sind wir in den Augen anderer? Diese Fragen sorgten zunächst für Nachdenklichkeit.

Gedanken zum äußeren Erscheinungsbild mancher Fahrschule, dem Auftreten und Verhalten der Mitarbeiter in der Öffentlichkeit: beispielsweise Fahrlehrer in kurzen Hosen oder Fahrlehrer, die während der Fahrstunde ständig telefonieren. Auch die anfänglichen telefonischen oder persönlichen Kontakte, die über den ersten Eindruck entscheiden, den ein potenzieller Kunde von der Fahrschule mitnimmt, wurden angesprochen. Zitat: "Lächeln Sie am Telefon, Ihr Kunde wird es merken!"

Der lang anhaltende Beifall am Ende des Vortrags zeigte, dass die beiden mit diesem Thema voll ins Schwarze getroffen hatten. Fazit: Wer nicht dabei war, hat etwas Wichtiges versäumt.

Workshop: Image, Image, Image ...

In einem hochinteressanten Workshop am Nachmittag bot sich Ehefrauen, Mitarbeitern und Gästen die Möglichkeit, das Thema "Image" bei spannenden Diskussionen mit Frau Grotz zu vertiefen.


Ihr Image als Fahrschulbetrieb: Workshop fand großen Anklang

Kinderbetreuung kam hervorragend an

Die vom Verband zum zweiten Mal angebotene Kinderbetreuung wurde von den am Verbandstag teilnehmenden Eltern wiederum sehr dankbar angenommen. Der Verband wird diese familienfreundliche Einrichtung auch in Zukunft beibehalten (hier finden Sie den ausführlichen Beitrag...).

Mittagessen sponsored by TÜV

Es ist schon gute Tradition, dass der TÜV Süddeutschland am Verbandstag zum Mittagessen einlädt Diesmal gab es leckeren Fleischkäse und Kartoffelsalat. Den Vertretern des TÜV ein herzliches Dankeschön!

Versteigerung der B-Klasse

Einer der Höhepunkte des Tages war nach dem Mittagessen die mit Spannung erwartete Versteigerung der B-Klasse. Robert Wilhelm als Auktionator gab sein Bestes und kitzelte den Interessenten - nach eher zögerlichem Beginn - Gebot um Gebot heraus. Als der Hammer schließlich fiel, konnte Kollege Peter Opel aus Wertheim sein Glück kaum fassen, denn er hatte bei einem Kaufpreis von € 19.900 ein echtes Schnäppchen gemacht.


Die neue B-Klasse von Mercedes-Benz

Dass davon € 4.900 als Spende von DaimlerChrysler in die Kasse des Verbandes wandern, sorgte auch beim Vorstand für strahlende Gesichter.


Peter Opel (links) hat bei der Versteigerung der neuen B-Klasse "zugeschlagen". Weiter von links: Peter Tschöpe, Jörg Gajewski und Robert Wilhelm.

Regularien am Nachmittag

Bei der Versammlung am Nachmittag wurden die satzungsgemäßen Regularien behandelt. Weil der ausführliche Jahres- und Kassenbericht bereits in der FahrSchulPraxis Ausgabe Mai 2005 veröffentlicht worden ist, soll an dieser Stelle nicht erneut darauf eingegangen werden. Der Jahresüberschuss von € 15.000 soll nach einem Beschluss des Vorstandes zu einem Drittel den Kassen der Kreisvereine zu Gute kommen.

Der anschließende Bericht der Rechnungsprüfer, vorgetragen vom Kollegen Erwin Hodapp, brachte volle Bestätigung für ordnungsgemäß geführte Bücher, sodass der einstimmigen Entlastung des Vorstandes nichts im Wege stand.


Erwin Hodapp - Rechnungsprüfer des Verbandes

Satzungsänderung und Standesregeln

Ohne größere Diskussionen wurden die vorgeschlagenen Änderungen der Satzung einstimmig angenommen. Gleiches galt für die Einführung der Standesregeln als Bestandteil der Satzung. Der Vorsitzende erinnerte in diesem Zusammenhang an ein Wort von Frau Grotz, die sich während ihres Referats am Vormittag wie folgt zu den Standesregeln geäußert hatte: "Da gibt es eine Berufsgruppe, die hat begriffen, auf was es ankommt!"

Tschöpe und Klima wiedergewählt

Mit dem Entlastungsantrag war die Amtszeit des ersten und des dritten Vorsitzenden abgelaufen. Die turnusgemäßen Neuwahlen unter der souveränen Leitung des früheren Vorstandsmitglieds Günter Luppart führten für Peter Tschöpe und Jochen Klima jeweils zu einer beeindruckenden Wiederwahl ohne Gegenkandidaten und ohne Gegenstimmen bei nur je einer Enthaltung.

Ebenfalls einstimmig wurden der Rechnungsprüfer Erwin Hodapp und der stellvertretende Rechnungsprüfer Heinz Knobloch wiedergewählt.


Einstimmigkeit unter den Mitgliedern

 


Peter Tschöpe - im Amt bestätigt

 


Jochen Klima - alter und neuer Dritter

Beiträge stabil, Aufnahmegebühr für Angestellte entfällt

Da im abgelaufenen Jahr ein deutlicher Überschuss erzielt worden war, gab es keinen Grund für eine Beitragserhöhung. Der Vorschlag des Vorstandes, die Beiträge in der bisherigen Höhe zu belassen, fand die uneingeschränkte Zustimmung der Versammlung. Damit bleiben die Beiträge für ein weiteres Jahr, insgesamt also vier Jahre, auf dem gleichen Stand (die letzte Anpassung erfolgte in 2001). Ein Beschluss der Versammlung sieht vor, dass in Mitgliedsfahrschulen angestellte Mitarbeiter ab sofort von der Aufnahmegebühr befreit sind.

Fahrlehrerversicherung informiert

Diplomkaufmann Wolfram Klitzsch, Vorstandsvorsitzender der Fahrlehrerversicherung, informierte die Mitglieder in einem spannenden Kurzreferat über die wirtschaftliche Lage des berufsständischen Versicherers. Mit einigen eindrucksvollen Beispielen zeigte er auf, dass oft einzelne schwere Verkehrsunfälle zu Schadensansprüchen von mehr als einer Million Euro (€ 1.000.000!) führen.


Wolfram Klitzsch, Fahrlehrerversicherung VaG

Verschiedenes:

Da keine Anträge vorlagen, standen nun noch die Tagesordnungspunkte Verschiedenes und Die Mitglieder haben das Wort auf der Agenda. Dabei wurden an den Saalmikrofonen lediglich einige Einzelprobleme angesprochen, um die sich der Vorstand in nächster Zeit kümmern wird.


Die Mitglieder richten das Wort an den Vorstand

Heiße Diskussionen um den jährlichen Fahrlehrerball

Kurz vor Ende der Versammlung sorgte der alljährliche Fahrlehrerball für unerwartetes Opponieren. Auf Beschluss des Beirats war der Mitgliederversammlung vorgeschlagen worden, den Fahrlehrerball aus Kostengründen künftig nur noch alle zwei Jahre zu veranstalten. Die Abstimmung ergab nur wenige Gegenstimmen - Angelegenheit erledigt, aus, basta. Nein, so nicht, meinten einige Freunde des seit Urzeiten tradierten Ballabends. Ihnen muss erst nach der Abstimmung bewusst geworden sein, was da entschieden worden war. So entstand zwischen dezidierten Ballfreunden und weniger vergnügungsbewussten Mitgliedern eine heiße Debatte darüber, ob die Entscheidung wohl richtig war. Peter Tschöpe blieb auch in dieser heiklen Situation cool. Da abzusehen war, dass dieser Beschluss den sonst so gelungenen Verbandstag vielleicht mit einem Misston hätte enden lassen, ließ er erneut abstimmen. Ergebnis: Die Entscheidung wird um ein Jahr vertagt.

Ein hinreißender Ball zum Abschluss eines gelungenen Tages

Als hätten es seine Fans allen beweisen wollen, der festliche Ball am Abend war einfach Spitze! Klasse Musik, tolles Programm, festliche Stimmung und Tanz bis in den frühen Morgen. Es stimmte einfach alles! Nach diesem fantastischen Event muss man kein Prophet sein, um dem Großen Fahrlehrerball weiterhin eine gesicherte Zukunft vorauszusagen.

Jochen Klima

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe Juni 2005

Erscheinungsdatum 15.06.2005

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