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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe November /2005, Seite 570

Bei der Nachtfahrt üben

Sensibilisierung für Fußgängerschutz

 

Herbst und Winter - Zeit der frühen Dämmerung und der langen Nächte. Zeit auch des Nebels und der häufig durch Niederschläge eingeschränkten Sichtverhältnisse. Gerade in diesen Monaten sind Fußgänger besonders gefährdet, umso mehr, wenn sie schlecht erkennbar sind.

Fußgänger sind bei Dämmerung und Dunkelheit schwer zu erkennen, besonders wenn sie dunkle Kleidung tragen. Auf unbeleuchteten Straßen ist das Unfallrisiko hoch. Im Jahr 2002 forderten vor allem die Landstraßen bei Nacht einen traurigen Tribut: Von den 260 tödlich verunglückten Fußgängern starben 77 Prozent bei Dunkelheit.

Fußgänger sind bei Dunkelheit schneller zu erkennen, wenn sie etwas Leuchtendes an sich haben und helle Kleidung tragen

Auch auf besser beleuchteten innerörtlichen Straßen war der Anteil der bei Nacht tödlich verunglückten Fußgänger alarmierend hoch. Mehr als die Hälfte der 574 getöteten Fußgänger kamen bei Nacht ums Leben. Unter dem Gesichtspunkt des bei Nacht um 70 Prozent reduzierten Verkehrsaufkommens wird das Problem noch deutlicher. Da Fahrschüler häufig als Fußgänger unterwegs sind, lohnt es sich, im Theorieunterricht dieses Thema nicht nur aus dem Blickwinkel des Kraftfahrers, sondern auch aus dem des Fußgängers zu beleuchten.

Bessere Erkennbarkeit hilft

Fußgänger können mit geringem Aufwand durch helle Kleidung, besser noch durch Reflektoren an Brust, Rücken und Armen ihr „Gesehenwerden“ und damit ihre Sicherheit deutlich erhöhen. Sofern Kleidung mit applizierten Reflektoren nicht vorhanden ist, sollte man auf die gängigen Angebote dieser Leuchtstreifen zurückgreifen. Ein pfiffig gestalteter Reflektor kann auch ein nettes Give-away der Fahrschule sein. Auch bei gut eingestellten Scheinwerfern ist ein dunkel gekleideter Fußgänger erst bei Annäherung auf etwa 25 Meter wahrzunehmen. Mit heller Kleidung kann sich die Wahrnehmbarkeit auf rund 80 Meter, mit Reflektoren sogar auf 150 Meter erhöhen.

Praktisches Erleben statt bloße Theorie

Die Nachtfahrten sollten unbedingt auch dazu genutzt werden, die Schüler für den Fußgängerschutz zu sensibilisieren. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, während jeder Nachtfahrt Fußgängern zu begegnen, nicht sehr hoch. Auf ruhigen, von Bäumen oder von anderen schlecht erkennbaren Gegenständen gesäumten Straßen kann man die Schwierigkeit des Erkennens von Fußgängern demonstrieren. Der Schüler soll sagen, wenn er einen bestimmten Gegenstand (dessen Standort dem Fahrlehrer bekannt ist) erkennt. Mit dieser Übung können die Schüler besser als alleine mit theoretischen Erörterungen davon überzeugt werden, dass beim Fahren mit Abblendlicht auf unbeleuchteten Landstraßen 70 km/h der absolute Grenzwert ist.

pjt

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe November 2005

Erscheinungsdatum 15.11.2005

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