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Die Gruppe der älteren Autofahrer nimmt
ständig zu. Bis ins hohe Alter per Auto mobil zu bleiben, ist Wunsch und
Bestreben vieler Seniorinnen und Senioren. Sie sind Zielgruppe eines neuen
Programms, das derzeit vom Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V.
entwickelt wird.
Zum Vergleich: 1960 betrug der Anteil der
über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung Deutschlands gerade mal 17,4
Prozent. 1990 waren es schon 20,4 Prozent, aber Ende 2004 gehörte bereits
ein Viertel der Bevölkerung dieser Altersgruppe an. Die Tendenz ist weiter
steigend.
Defizite beim Regelwissen
Indes, in der Unfallstatistik sind die
alten Routiniers eher unauffällig. Der jüngste große Autofahrertest des
ADAC (ADAC-Motorwelt 11/2005, Seite 40 ff.) zeigte jedoch unter anderem
erhebliche Defizite der Älteren im Regelwissen. Nicht einmal jeder Zehnte
der Befragten wusste, in welcher Entfernung das Warndreieck vom Unfallort
aufgestellt werden muss. Zu ganz ähnlichen Ergebnissen führte auch die
Frage, bei welcher Witterung die Nebelschlussleuchte eingeschaltet werden
darf.
Energiesparender Fahrstil weitgehend
unbekannt
Trotz der rapid ausgeuferten
Kraftstoffpreise kennen vier von fünf Autofahrern die Techniken des
energiesparenden, umweltschonenden Fahrstils nicht. Begriffe wie
Schubabschaltung, Schwung nutzen oder frühes Hochschalten
sind den meisten schlichtweg unbekannt.
Neues Tätigkeitsfeld für
Verbandsfahrschulen
Der Vorstand des Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg e.V. entwickelt zurzeit in Zusammenarbeit mit
renommierten Experten ein Programm, dass exakt auf die Zielgruppe der
erfahrenen älteren Fahrer zugeschnitten ist. Viele wissen um ihre
Defizite. Allerdings fällt es ihnen schwer, sich dazu durch den Besuch
eines Auffrischungskurses einer Fahrschule oder bei der Volkshochschule
öffentlich zu bekennen.
Das neue Seniorenprogramm berücksichtigt
diese Hemmschwelle und sieht auch Einzelkurse beim Teilnehmer zu Hause
vor. Daneben werden Gruppenkurse im Clublokal angeboten. In Zusammenarbeit
mit versierten Werbeleuten entstehen unterschiedliche Kursformen und
Kursmodule, mit denen auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der
Teilnehmer eingegangen werden kann.
Leitfaden für Gestaltung und Werbung
Den Mitgliedsfahrschulen stehen nach
Fertigstellung des Programms diverse theoretische und praktische
Trainingseinheiten zur Verfügung. Desgleichen enthält der Leitfaden
Werbehilfen für die Gewinnung von Teilnehmern, die in ihren Aussagen die
unterschiedliche Klientel der Fahrschulen berücksichtigen. Somit hat jede
Verbandsfahrschule die Möglichkeit, ein ganz spezielles Paket
zusammenzustellen.
Nach Abschluss der Entwicklung wird das
Programm zunächst dem Beirat des Verbandes präsentiert. Stimmt dieser zu,
folgen weitere Informationen in der FahrSchulPraxis.
Jochen Klima |