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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Januar /2006, Seite 13

Motorrad: Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung

In der Prüfung ABS vorführen?

 

Seit 1980 ist Abbremsen mit höchstmöglicher Verzögerung fester Bestandteil der praktischen Prüfung der Motorradklassen. Die Bewertung dieser Aufgabe war über viele Jahre problemlos. Neuerdings häufen sich jedoch beim Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. die Anfragen, ob nach der Prüfungsrichtlinie das Einsetzen des ABS vorzuführen sei. Wir haben beim Motorradreferenten des Verbandes, dem Kollegen Theo Heinemann, nachgefragt.

FPX: Herr Heinemann, in den letzten Monaten häufen sich Anfragen, ob es bei der Bewertung der Grundfahraufgabe Abbremsen eine Änderung gegeben hat.

Heinemann: Welcher Art soll diese Änderung sein?

FPX: Wenn der Bewerber die Prüfung auf einem Motorrad mit ABS ablegt, verlangen einige Sachverständige, dass er bis in den Regelbereich des ABS abbremst.

Foto: BMW

Heinemann: Von dieser angeblichen Forderung habe ich auch schon gehört und deshalb beim FE-Beauftragten der TP-Leitung, Herrn Oliver Frey, nachgefragt. Der hat mir gesagt, dass es diese Vorgabe nicht gibt.

FPX: Heißt das, dass die korrekte Durchführung der Grundfahraufgabe nicht vom Erreichen des ABS-Regelbereichs abhängig ist?

Heinemann: Das genau bedeutet es. Richtig ist doch, dass die höchstmögliche Verzögerung unmittelbar vor dem Blockieren der Räder erreicht wird. Setzt das ABS ein, ist jedenfalls die denkbare höchstmögliche Bremsverzögerung nicht erreicht worden.

FPX: Soll das heißen, dass das Einsetzen des ABS künftig als Fehler bewertet wird?

Heinemann: Natürlich nicht. In der Prüfungsrichtlinie ist weder das Nichterreichen noch das Erreichen des Regelbereiches als Fehler angesprochen. Es bleibt deshalb bei der seit Jahren praktizierten Bewertung. Der Sachverständige ist doch bei Motorrädern ohne ABS auch in der Lage zu erkennen, ob die Aufgabe korrekt ausgeführt ist.

FPX: Und wie ist das bei der Ausbildung?

Heinemann: Bei der Ausbildung auf Motorrädern mit ABS sollten die Schüler allmählich daran gewöhnt werden, den Bremsdruck so weit zu erhöhen, dass sie bis in den Regelbereich des ABS kommen. Da viele Fahrschüler später Motorräder ohne ABS fahren, ist es aber wichtig zu lernen, die Bremse kurz zu lösen, sobald das ABS einsetzt. Sie müssen wissen: Beim ersten Stottern des ABS am Vorderrad ist der Moment erreicht, in dem es bei einem Motorrad ohne ABS zu gefährlichem Blockieren und fast immer zum Sturz kommt, wenn da nicht ein virtuoser Fahrer am Werk ist, der blitzartig die Vorderradbremse löst. Mit ABS lässt sich das alles aber gefahrloser trainieren. Deshalb ist es sinnvoll, bei der Ausbildung Motorräder mit ABS einzusetzen.

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe Januar 2006

Erscheinungsdatum 15.01.2006

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