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Durch Vermittlung des Deutschen
Entwicklungsdienstes (DED) in Bonn waren im Februar Moses Boikie Matlho
und Ndola Adolph Namate, beide Beamte der Abteilung Straßenverkehr
und Verkehrssicherheit des botswanischen Transportministeriums, für vier
Wochen Gäste der Verbandsgeschäftsstelle in Korntal. Lesen Sie im
Folgenden, was den Herren geboten wurde.

von links: Nadine Demjanow, Moses
Boikie Matho, Peter Tschöpe, Ndola Adolph Namate
Botswana liegt im südlichen Afrika und
grenzt an Südafrika, Namibia, Sambia und Simbabwe. Das Land hat ca. 1,8
Mio. Einwohner; Hauptstadt ist Gaborone. Mit rund 600.000 km² war das
Gebiet seit 1865 unter dem Namen Bechuanaland das größte britische
Protektorat im südlichen Afrika. 1966 wurde es unter dem Namen Botswana
(auch: Botsuana) ein unabhängiger Staat.
Musterland Afrikas
Wegen seiner politischen Stabilität, seiner
positiven wirtschaftlichen Entwicklung und der stetigen Verbesserung der
Lebensumstände wird Botswana häufig als Musterland Afrikas bezeichnet.
Dies ist unter anderem den in den 60er Jahren entdeckten Diamantvorkommen
zu verdanken, deren Ertrag überwiegend in die Entwicklung des Landes
investiert wird. Doch heute leidet die Bevölkerung unter starker
Verbreitung von AIDS; eine existenzielle Bedrohung für den jungen Staat,
weil die hohe Sterblichkeit die weitere wirtschaftliche Entwicklung
erheblich gefährdet.
Kraftfahrtwesen in einer Hand
Herr Matlho und Herr Namate gehören dem
Referat Straßenverkehr, Transport und Verkehrssicherheit (Department of
Road, Transport and Safety) an. Diese Abteilung ist für alle Bereiche des
Straßenverkehrswesens zuständig: Verkehrssicherheit, Zulassungsstelle,
Fahrzeuguntersuchungen, Führerscheinwesen, Führerschein- und
Fahrlehrerprüfungen, Zulassung und Überwachung von Fahrschulen. Selbst für
die Registrierung und Zulassung von Autohändlern zeichnet die Abteilung
verantwortlich. Matlho und Namate sind staatliche Führerscheinprüfer und
nehmen hauptsächlich theoretische und praktische Fahrprüfungen ab. Daneben
gehören Prüfung, Zulassung und Überwachung von Fahrschulen zu ihrem
Aufgabengebiet.
Neuordnung des Führerscheinwesens
Weil die Herren zu Hause einer
Arbeitsgruppe angehören, die sich mit der Neuordnung des
Führerscheinwesens befasst, wurden sie für den Informationsaufenthalt in
Deutschland ausgewählt. Der Deutsche Entwicklungsdienst (DED) hatte zuvor
den Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. gebeten, die Beamten zu
betreuen und ihnen umfassenden Einblick in das deutsche Führerschein- und
Prüfungswesen zu ermöglichen. Dieser Bitte kam der Verbandsvorstand gerne
nach, und so konnten die beiden Beamten am 30. Januar auf dem Stuttgarter
Flughafen empfangen werden.
Umfangreiches Besuchsprogramm
Vorstand und Mitarbeiterinnen der
Geschäftsstelle hatten ein vielfältiges Programm organisiert, das zunächst
einige Info-Tage in der Geschäftsstelle in Korntal vorsah.
Verbandsvorsitzender Peter Tschöpe nahm sich viel Zeit, um über die
rechtlichen Grundlagen des deutschen Fahrlehrerwesens zu informieren. An
dieser Stelle darf auch der unermüdliche Einsatz von Nadine Demjanow nicht
unerwähnt bleiben; sonst beim Verband für das Sachgebiet Fortbildung
zuständig, stand sie nicht nur als perfekte Dolmetscherin für Englisch zur
Verfügung, sondern war auch für den Transfer der Gäste zu ihren jeweiligen
Meetings verantwortlich.
Innenministerium, TÜV und Landratsämter
Ein herzliches Dankeschön gebührt ebenso
Herrn von Komorowski vom Innenministerium Baden-Württemberg, Herrn
Schröder vom Landratsamt Esslingen und Frau Apfelbach vom Landratsamt
Ludwigsburg. Sie alle nahmen sich Zeit, um umfassend über die Aufgaben und
die Abläufe ihrer Dienststellen zu informieren. Ebenso muss das Engagement
der TÜV-Niederlassung in Filderstadt lobend hervorgehoben werden. Der TÜV
ermöglichte die Teilnahme an theoretischen und praktischen Prüfungen und
informierte ausführlich über die organisatorische Vorbereitung und den
Ablauf der Prüfungen.
Fahrschulen,
Fahrlehrerausbildungsstätte, Beirat und Behindertenreferent
Weiter standen Besuche bei einigen
Verbandsfahrschulen an. Dort erlebten die Beamten den realen
Fahrschulalltag mit theoretischer und praktischer Ausbildung
einschließlich der belastenden Verwaltungsarbeit. Ebenso interessant waren
der Besuch der Fahrlehrerausbildungsstätte der Verkehrspädagogischen
Akademie (VPA) in Kirchheim/Teck, die Teilnahme an einer Sitzung des
Beirates des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. und ein Treffen
mit Kollege Zawatzky, dem Behindertenreferenten des Verbandes. Die
Stippvisite eines Seminars der Fahrlehrerfortbildung an der Pädagogischen
Hochschule in Schwäbisch Gmünd rundete den Aufenthalt in Baden-Württemberg
ab.
Viele neue Eindrücke
Zum Ende ihres Besuchs bedankten sich die
beiden Herren sehr herzlich bei allen Beteiligten. Am 24. Februar traten
sie mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck den Rückflug in ihre Heimat an.
Der Vorstand des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. bedankt sich
auf diesem Wege noch einmal bei allen, die sich für die Gäste Zeit
genommen haben und so zum Gelingen des Programms und zur Vertiefung der
Beziehungen zwischen Botswana und Deutschland beigetragen haben.
Jochen Klima |