|
Am 10. Juli 2006 fand in den Räumen der IHK
in Stuttgart ein gut besuchter Festakt zum 25-jährigen Bestehen des
Treuhandvereins für Verkehrserziehung und Verkehrssicherheit (THV) statt.
Mit zwei hochinteressanten Workshops, einer spannenden Podiumsdiskussion
und einer kleinen Feier, in deren Mittelpunkt eine Ansprache von
Staatssekretär Rudolf Köberle (MDL) stand, wurde das silberne Jubiläum der
Privatisierung der Fahrschulüberwachung in Baden-Württemberg würdig
begangen. Bereits im September
1983, also zwei Jahre nach der Gründung, schrieb der damalige
Verbandsvorsitzende Gebhard L. Heiler in einem Editorial der
FahrSchulPraxis Folgendes:
„Die Verdienste des THV und seiner
Prüfer sind eindeutig: Bis 1973 gab es in unserem Lande die
unterschiedlichsten Formen der Überwachung – oder auch gar keine. Die
einzelnen unteren Verwaltungsbehörden verfuhren in der Regel nicht nach
Gesetz, sondern nach Gutdünken, nur einige wenige nahmen dieses Geschäft
wirklich ernst. So waren erhebliche Wettbewerbsverzerrungen entstanden.
(...) Der Gedanke des Verbraucherschutzes, der der Überwachung zu Recht
innewohnt, kam überhaupt nicht zum Tragen. Solche Zustände kann man sich
nicht wieder wünschen. Für Abhilfe konnte nur eine zentrale Organisation
sorgen.“
Dem ist auch nach heutigen Maßstäben nichts
hinzuzufügen!
Startschuss fiel bereits 1973
Aufgrund eines Erlasses des
baden-württembergischen Innenministeriums war im Sommer 1973 die
„Treuhandstelle für das Fahrschulüberwachungspersonal“ gegründet worden.
Seit diesem Zeitpunkt mussten die Fahrerlaubnisbehörden, diesen Vorläufer
des heutigen THV mit der Überwachung beauftragen. Im Jahr 1981 wurde die
Treuhandstelle privatisiert und der THV aus der Taufe gehoben.
Fahrlehrerverband hat ein waches Auge
auf die Gebühren.
Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg
e.V. war als Gründungsmitglied mit dabei und vertritt seitdem die
Interessen der Fahrschulen im Verwaltungsrat des Vereins. Er hat dabei vor
allem ein sehr waches Auge auf die Höhe der Überwachungskosten. Allerdings
gilt bis heute – und das ist auch gut so! – dass der Verband keinerlei
Einblicke in die Überwachungsergebnisse bekommt. Damit hat er auch keine
Möglichkeit, die von den Behörden aufgrund der Feststellungen der
Überwacher eingeleiteten Maßnahmen zu beeinflussen!
Staatssekretär Köberle: Ein Stück
schlanker Staat!
In seiner Festrede sagte der
Staatssekretär: „Mit der Gründung des Treuhandvereins ist in
Baden-Württemberg schon frühzeitig ein Stück schlanker Staat entstanden.
Die Arbeit des THV hat im letzten Vierteljahrhundert mit dazu beigetragen,
dass die Fahrschulausbildung in Baden-Württemberg gerade mit Blick auf die
Verkehrssicherheit von hoher Qualität ist. Das Land weiß, was es an dieser
öffentlich privaten Partnerschaft der Fahrschulüberwachung hat. Der THV
arbeitet sehr gründlich und für die Fahrschulen dennoch kostengünstig!“
Jochen Klima |