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Mit dem Programm FIT IM VERKEHR soll sich die
Fahrschule speziell auch für die Bedürfnisse der Führerscheinbesitzer als
Kompetenzzentrum für Verkehrssicherheit darstellen. Mit dieser neuen
Aufgabe, so Peter Tschöpe, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg e.V., tun die Fahrschulen Gutes und können die kommenden
Jahre besser bewältigen.
FPX: Bei der diesjährigen
Mitgliederversammlung in Ulm hat der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg
e.V. das Programm FIT IM VERKEHR vorgestellt und den teilnehmenden
Mitgliedern eine CD mit dem kompletten Programm übergeben. Gibt es
Rückmeldungen?
Tschöpe: Ja, die gibt es, und
sie sind durchweg positiv.
FPX:
Wird FIT IM VERKEHR von den Fahrschulen schon praktisch angewendet?
Tschöpe: Dazu haben wir
bisher noch keine Rückmeldungen. Wir würden es uns sehr wünschen, dass uns
die Kolleginnen und Kollegen über bei der Umsetzung des Programms
gewonnene praktische Erfahrungen informieren würden. Wir würden auch sehr
gern in dieser Zeitschrift darüber berichten.
FPX:
Worauf führen Sie es zurück, dass FIT IM VERKEHR einerseits gute Kritiken
bekommt aber anscheinend noch nicht groß angewendet wird?
Tschöpe: Dafür gibt es sicher
mehrere Gründe. Zum einen begannen rund zwei Monate nach der
Mitgliederversammlung die großen Ferien. Außerdem war im Juli das Wetter
so schön, dass man kaum Interesse am Besuch eines Seminars annehmen
konnte. Schließlich bekamen wir Rückmeldungen aus Kreisvereinen, wonach
die Umsetzung des Programms, zumindest einzelner Bausteine, nicht ganz so
einfach zu sein scheint, wie wir es uns vorgestellt hatten.
FPX:
Was heißt das konkret?
Tschöpe: Bei der Konzeption
des Programms sind wir davon ausgegangen, dass im Mittelpunkt aller
Bausteine die Fragen und Wünsche der Teilnehmer stehen sollen. Deshalb
schien es uns nicht sinnvoll, eine fertige Präsentation für jeden Baustein
vorzubereiten. Wir haben uns damit begnügt, für jeden Baustein
Einstiegsfragen zu formulieren, mit denen der Fahrlehrer die
Informationsbedürfnisse der Teilnehmer herausfinden kann. Unter
Zuhilfenahme der ohnehin vorhandenen Unterrichtsprogramme, so unsere
Überlegung, sollte der Kursleiter in der Lage sein, den Baustein
individuell und teilnehmerorientiert zu gestalten.
FPX:
Und das funktioniert nicht?
Tschöpe: Zumindest wurde aus
den Kreisvereinen der Wunsch geäußert, wir sollten für jeden der Bausteine
Informationshilfen und Teilnehmerunterlagen vorbereiten.
FPX:
Warum haben Sie nicht von vornherein Teilnehmermaterialien erstellt?
Tschöpe: Für den Baustein 1
„Neuerungen im Verkehrsrecht“ haben wir auf der CD die Unterlagen für die
Teilnehmer zur Verfügung gestellt.
FPX:
Auf der CD heißt es wohl, dass es keine gedruckten Unterlagen gibt.
Tschöpe: Das stimmt. Wir
haben aus Kostengründen darauf verzichtet, Unterlagen zu drucken. Wir
nahmen an, es sei kostengünstiger, wenn die Fahrschule die Unterlagen
selbst ausdruckt oder in einem Copyshop ausdrucken lässt. Dabei kann die
Fahrschule ihr Logo mit eindrucken lassen. Außerdem veralten solche
Unterlagen relativ schnell. Mit jeder Änderung im Verkehrsrecht müssten
wir neue Unterlagen drucken. Da könnten wir immer nur sehr kleine Auflagen
in Auftrag geben, und die sind nun einmal teuer.
FPX:
Aber bei den anderen Bausteinen könnten Sie doch Teilnehmerunterlagen
vorbereiten.
Tschöpe: Wir nahmen an, dass
die Seminarleiter den Teilnehmern, die Unterlagen zum Nachlesen mit nach
Hause nehmen wollen, das Lehrbuch, das er in seiner Fahrschule einsetzt,
verkaufen wird. Das ist am Ende sowohl für die Fahrschule als auch für die
Teilnehmer die kostengünstigere Lösung.
FPX:
Werden Sie nach den ersten Rückmeldungen an diesen Überlegungen
festhalten?
Tschöpe: Da sich der Verband
als Dienstleistungsunternehmen seiner Mitglieder versteht, werden wir
natürlich Wünsche unserer Mitglieder aufgreifen und versuchen, Lösungen
anzubieten.
FPX:
Gibt es schon konkrete Vorstellungen?
Tschöpe: Wir haben bereits
für die Bausteine 1 Aktuelle Rechtsänderungen und 11 Führerscheinfragen
Unterlagen für die Seminarleiter vorbereitet, die in Kürze den Mitgliedern
zur Verfügung stehen. Auch für den Baustein 10 Fit im Alter bereiten wir
entsprechende Seminarhilfen vor.
FPX:
Gibt es überhaupt praktische Erfahrungen mit der Umsetzung des Programms?
Tschöpe: Ja, ich selbst hatte
Gelegenheit, bei einem Tag der offenen Tür im A-Klasse Werk von
DaimlerChrysler in Rastatt einzelne Bausteine von FIT IM VERKEHR
anzuwenden. Die Teilnehmer waren sehr zufrieden.
FPX:
Welche Bausteine haben Sie präsentiert?
Tschöpe: Präsentiert ist der
falsche Begriff. FIT IM VERKEHR ist kein Präsentationsprogramm, sondern
ein Programm, in dem die Informationsbedürfnisse und Fragen der Teilnehmer
im Vordergrund stehen. Eine Ausnahme macht nur der Baustein 1 Aktuelle
Rechtsänderungen. In diesem Baustein stehen Informationen über die in den
letzten Jahren erfolgten Änderungen des Verkehrsrechts im Vordergrund.
Dabei werden nicht nur Fragen aus dem Verhaltensrecht der StVO, sondern
auch die wichtigsten Änderungen in der StVZO zur Haupt- und
Abgasuntersuchung sowie das Thema Punkte in Flensburg angesprochen.
Gleichwohl sollen auch bei diesem Baustein die Fragen der Teilnehmer den
Ablauf bestimmen.
FPX:
Über welche Bausteine haben Sie in Rastatt referiert?
Tschöpe: Das war zum einen
Baustein 1 Aktuelle Rechtsänderungen und zum anderen Baustein 9 Fragen zum
Führerscheinrecht. Bei beiden Bausteinen war das Interesse der Teilnehmer
groß. Das zeigte sich vor allem durch die aktive Teilnahme. Und das,
obwohl die Besucher des Tags der offenen Tür erst bei ihrem Rundgang durch
das Werk und der Lektüre des Programmheftes auf FIT IM VERKEHR aufmerksam
wurden.
FPX:
Wie soll es mit dem Programm weitergehen?
Tschöpe: Wir gehen davon aus,
dass im vor uns liegenden Winterhalbjahr das Programm von einer größeren
Anzahl Kolleginnen und Kollegen angeboten wird. Wir sind auf die
Rückmeldungen sehr gespannt. Wir wollen, wenn diese Mitglieder ihre
Zustimmung geben, über ihre Kurserfahrungen und auch darüber, wie die
Kurse zusammenkamen, in der FahrSchulPraxis berichten. Wir werden aber
selbstverständlich auch auf Anregungen aus der Praxis reagieren und, wo
nötig, weitere Hilfen anbieten.
FPX:
Haben Sie konkrete Vorstellungen, wie sich Interessenten für die Kurse
gewinnen lassen?
Tschöpe: Zum einen enthält
die CD konfektionierte Vorlagen für Inserate zur Veröffentlichung in
Tageszeitungen und Werbeblättern, in die die Fahrschule nur noch ihre
Adresse und die Termine einsetzen muss. Zum anderen gehen wir davon aus,
dass viele unserer Kolleginnen und Kollegen Mitglieder in Vereinen oder
Vereinigungen sind, in denen sie im Rahmen von Zusammenkünften mit einer
kurzen Einführung in den Baustein 1 großes Interesse wecken können. Damit
sollte es gelingen, bei den Zuhörern eine gewisse Neugier auf das gesamte
Programm hervorzurufen. Die Fahrschule kann mit diesem Programm zeigen,
dass sie mehr kann, als junge Fahrschüler ausbilden. Die Fahrschule der
Zukunft muss sich mit allem, was dazugehört, auch für gestandene
Kraftfahrer als Kompetenzzentrum für Verkehrssicherheit darstellen. Mit
dieser neuen Aufgabenstellung können sie auch die kommenden Jahre besser
bewältigen.
FPX:
Herr Tschöpe, wir danken für dieses Gespräch und hoffen, dass wir an
dieser Stelle bald über praktische Erfahrungen mit FIT IM VERKEHR
berichten können.
Interview: M. Reufer
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CD "Fit im Verkehr" kostenlos über die Verbandsgeschäftsstelle.
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