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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Oktober/2006, Seite 544

Die neue Aufgabe für Fahrschulen

Fahrerprogramm
FIT IM VERKEHR

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Mit dem Programm FIT IM VERKEHR soll sich die Fahrschule speziell auch für die Bedürfnisse der Führerscheinbesitzer als Kompetenzzentrum für Verkehrssicherheit darstellen. Mit dieser neuen Aufgabe, so Peter Tschöpe, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., tun die Fahrschulen Gutes und können die kommenden Jahre besser bewältigen.

FPX: Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in Ulm hat der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. das Programm FIT IM VERKEHR vorgestellt und den teilnehmenden Mitgliedern eine CD mit dem kompletten Programm übergeben. Gibt es Rückmeldungen?

Tschöpe: Ja, die gibt es, und sie sind durchweg positiv.

FPX: Wird FIT IM VERKEHR von den Fahrschulen schon praktisch angewendet?

Tschöpe: Dazu haben wir bisher noch keine Rückmeldungen. Wir würden es uns sehr wünschen, dass uns die Kolleginnen und Kollegen über bei der Umsetzung des Programms gewonnene praktische Erfahrungen informieren würden. Wir würden auch sehr gern in dieser Zeitschrift darüber berichten.

FPX: Worauf führen Sie es zurück, dass FIT IM VERKEHR einerseits gute Kritiken bekommt aber anscheinend noch nicht groß angewendet wird?

Tschöpe: Dafür gibt es sicher mehrere Gründe. Zum einen begannen rund zwei Monate nach der Mitgliederversammlung die großen Ferien. Außerdem war im Juli das Wetter so schön, dass man kaum Interesse am Besuch eines Seminars annehmen konnte. Schließlich bekamen wir Rückmeldungen aus Kreisvereinen, wonach die Umsetzung des Programms, zumindest einzelner Bausteine, nicht ganz so einfach zu sein scheint, wie wir es uns vorgestellt hatten.

FPX: Was heißt das konkret?

Tschöpe: Bei der Konzeption des Programms sind wir davon ausgegangen, dass im Mittelpunkt aller Bausteine die Fragen und Wünsche der Teilnehmer stehen sollen. Deshalb schien es uns nicht sinnvoll, eine fertige Präsentation für jeden Baustein vorzubereiten. Wir haben uns damit begnügt, für jeden Baustein Einstiegsfragen zu formulieren, mit denen der Fahrlehrer die Informationsbedürfnisse der Teilnehmer herausfinden kann. Unter Zuhilfenahme der ohnehin vorhandenen Unterrichtsprogramme, so unsere Überlegung, sollte der Kursleiter in der Lage sein, den Baustein individuell und teilnehmerorientiert zu gestalten.

FPX: Und das funktioniert nicht?

Tschöpe: Zumindest wurde aus den Kreisvereinen der Wunsch geäußert, wir sollten für jeden der Bausteine Informationshilfen und Teilnehmerunterlagen vorbereiten.

FPX: Warum haben Sie nicht von vornherein Teilnehmermaterialien erstellt?

Tschöpe: Für den Baustein 1 „Neuerungen im Verkehrsrecht“ haben wir auf der CD die Unterlagen für die Teilnehmer zur Verfügung gestellt.

FPX: Auf der CD heißt es wohl, dass es keine gedruckten Unterlagen gibt.

Tschöpe: Das stimmt. Wir haben aus Kostengründen darauf verzichtet, Unterlagen zu drucken. Wir nahmen an, es sei kostengünstiger, wenn die Fahrschule die Unterlagen selbst ausdruckt oder in einem Copyshop ausdrucken lässt. Dabei kann die Fahrschule ihr Logo mit eindrucken lassen. Außerdem veralten solche Unterlagen relativ schnell. Mit jeder Änderung im Verkehrsrecht müssten wir neue Unterlagen drucken. Da könnten wir immer nur sehr kleine Auflagen in Auftrag geben, und die sind nun einmal teuer.

FPX: Aber bei den anderen Bausteinen könnten Sie doch Teilnehmerunterlagen vorbereiten.

Tschöpe: Wir nahmen an, dass die Seminarleiter den Teilnehmern, die Unterlagen zum Nachlesen mit nach Hause nehmen wollen, das Lehrbuch, das er in seiner Fahrschule einsetzt, verkaufen wird. Das ist am Ende sowohl für die Fahrschule als auch für die Teilnehmer die kostengünstigere Lösung.

FPX: Werden Sie nach den ersten Rückmeldungen an diesen Überlegungen festhalten?

Tschöpe: Da sich der Verband als Dienstleistungsunternehmen seiner Mitglieder versteht, werden wir natürlich Wünsche unserer Mitglieder aufgreifen und versuchen, Lösungen anzubieten.

FPX: Gibt es schon konkrete Vorstellungen?

Tschöpe: Wir haben bereits für die Bausteine 1 Aktuelle Rechtsänderungen und 11 Führerscheinfragen Unterlagen für die Seminarleiter vorbereitet, die in Kürze den Mitgliedern zur Verfügung stehen. Auch für den Baustein 10 Fit im Alter bereiten wir entsprechende Seminarhilfen vor.

FPX: Gibt es überhaupt praktische Erfahrungen mit der Umsetzung des Programms?

Tschöpe: Ja, ich selbst hatte Gelegenheit, bei einem Tag der offenen Tür im A-Klasse Werk von DaimlerChrysler in Rastatt einzelne Bausteine von FIT IM VERKEHR anzuwenden. Die Teilnehmer waren sehr zufrieden.

FPX: Welche Bausteine haben Sie präsentiert?

Tschöpe: Präsentiert ist der falsche Begriff. FIT IM VERKEHR ist kein Präsentationsprogramm, sondern ein Programm, in dem die Informationsbedürfnisse und Fragen der Teilnehmer im Vordergrund stehen. Eine Ausnahme macht nur der Baustein 1 Aktuelle Rechtsänderungen. In diesem Baustein stehen Informationen über die in den letzten Jahren erfolgten Änderungen des Verkehrsrechts im Vordergrund. Dabei werden nicht nur Fragen aus dem Verhaltensrecht der StVO, sondern auch die wichtigsten Änderungen in der StVZO zur Haupt- und Abgasuntersuchung sowie das Thema Punkte in Flensburg angesprochen. Gleichwohl sollen auch bei diesem Baustein die Fragen der Teilnehmer den Ablauf bestimmen.

FPX: Über welche Bausteine haben Sie in Rastatt referiert?

Tschöpe: Das war zum einen Baustein 1 Aktuelle Rechtsänderungen und zum anderen Baustein 9 Fragen zum Führerscheinrecht. Bei beiden Bausteinen war das Interesse der Teilnehmer groß. Das zeigte sich vor allem durch die aktive Teilnahme. Und das, obwohl die Besucher des Tags der offenen Tür erst bei ihrem Rundgang durch das Werk und der Lektüre des Programmheftes auf FIT IM VERKEHR aufmerksam wurden.

FPX: Wie soll es mit dem Programm weitergehen?

Tschöpe: Wir gehen davon aus, dass im vor uns liegenden Winterhalbjahr das Programm von einer größeren Anzahl Kolleginnen und Kollegen angeboten wird. Wir sind auf die Rückmeldungen sehr gespannt. Wir wollen, wenn diese Mitglieder ihre Zustimmung geben, über ihre Kurserfahrungen und auch darüber, wie die Kurse zusammenkamen, in der FahrSchulPraxis berichten. Wir werden aber selbstverständlich auch auf Anregungen aus der Praxis reagieren und, wo nötig, weitere Hilfen anbieten.

FPX: Haben Sie konkrete Vorstellungen, wie sich Interessenten für die Kurse gewinnen lassen?

Tschöpe: Zum einen enthält die CD konfektionierte Vorlagen für Inserate zur Veröffentlichung in Tageszeitungen und Werbeblättern, in die die Fahrschule nur noch ihre Adresse und die Termine einsetzen muss. Zum anderen gehen wir davon aus, dass viele unserer Kolleginnen und Kollegen Mitglieder in Vereinen oder Vereinigungen sind, in denen sie im Rahmen von Zusammenkünften mit einer kurzen Einführung in den Baustein 1 großes Interesse wecken können. Damit sollte es gelingen, bei den Zuhörern eine gewisse Neugier auf das gesamte Programm hervorzurufen. Die Fahrschule kann mit diesem Programm zeigen, dass sie mehr kann, als junge Fahrschüler ausbilden. Die Fahrschule der Zukunft muss sich mit allem, was dazugehört, auch für gestandene Kraftfahrer als Kompetenzzentrum für Verkehrssicherheit darstellen. Mit dieser neuen Aufgabenstellung können sie auch die kommenden Jahre besser bewältigen.

FPX: Herr Tschöpe, wir danken für dieses Gespräch und hoffen, dass wir an dieser Stelle bald über praktische Erfahrungen mit FIT IM VERKEHR berichten können.

Interview: M. Reufer

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Mitgliedsfahrschulen des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. erhalten die CD "Fit im Verkehr" kostenlos über die Verbandsgeschäftsstelle. Bestellung ist auch per E-Mail möglich...

FahrSchulPraxis
Ausgabe Oktober 2006

Erscheinungsdatum 15.10.2006

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