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Wer einmal mit dem Motorrad lustvoll auf
einer kurvenreichen Passstraße unterwegs war, erlag - Ausnahmen bestätigen
auch hier die Regel - mit hoher Wahrscheinlichkeit für immer der
Faszination dieses Fahrerlebnisses auf zwei Rädern. Wenn zur Faszination
gute Fahrzeugbeherrschung, Selbstdisziplin und gesundes Misstrauen
gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern hinzukommen, sind die Chancen groß,
das Motorradfahren viele Jahre gesund und unfallfrei genießen zu können.
Doch auch disziplinierte Könner sind höheren
Verletzungsrisiken ausgesetzt als Autofahrer. Die Unfallstatistik spricht
da eine sehr klare Sprache. Die Tatsache, dass bei sehr vielen Unfällen
der Motorradfahrer nicht Unfallverursacher, sondern Opfer ist, ändert
nichts an den oft schwersten Unfallfolgen. Neuere technische
Entwicklungen, hier besonders das ABS, haben das Motorradfahren ein Stück
sicherer gemacht. Leider ist die Industrie bis heute nicht bereit, alle
Motorräder serienmäßig mit ABS auszustatten. Täte sie es, wäre damit ein
beachtlicher Rückgang der Unfallzahlen zu erreichen. Dies wiederum diente
dem Image des Motorrads in der Gesellschaft und somit auch dem Interesse
am Motorradfahren - und am Motorradkauf.
Gefährliche Leitplanken
Durch verbesserte Motorradtechnik können
also die Unfallzahlen gesenkt und die Schwere der Verletzungen verringert
werden. Aber auch bei noch so guter Motorradtechnik und Disziplin können
Stürze nicht immer vermieden werden. Und dabei schreiben die oft durch
Kollisionen mit Leitplanken entstehenden sog. Sekundärverletzungen ein
trauriges Kapitel. So segensreich diese Einrichtungen im Grunde sind, so
gefährlich können sie für Motorradfahrer sein. In der Vergangenheit gab es
Initiativen, die Pfosten der Leitplanken durch Polsterung weniger
gefährlich zu machen. Damit ist das Hauptproblem aber nicht gelöst. Denn
auch bei gepolsterten Pfosten besteht die Gefahr, dass ein Motorradfahrer
beim Sturz unter die Leitplanke rutscht und sich schwer daran verletzt.
„MehrSi“ – Initiative für
Unterfahrschutz
Monika Schwill wurde in Ihrem
Bekanntenkreis mehrfach mit schweren durch Leitplanken verursachten
Verletzungen von Motorradfahrern konfrontiert. Diese Erlebnisse ließen sie
nicht ruhen. Sie gründete eine Initiative für mehr Sicherheit und nannte
sie MehrSi. Der gemeinnützige Verein hat sich zum Ziel gesetzt,
gefährliche Streckenabschnitte zu ermitteln und im Kontakt mit den
zuständigen Behörden durch den Einbau eines Unterfahrschutzes die
Leitplanken zu entschärfen. Die anfallenden Kosten können nicht allein
durch die Mitgliedsbeiträge der Vereinsmitglieder aufgebracht werden.
Vielmehr will die Initiative durch Öffentlichkeitsarbeit erreichen, die
zuständigen Behörden vom Nutzen des Unterfahrschutzes zu überzeugen und
die notwendigen Mittel gegebenenfalls durch von der Initiative vermittelte
Partner aus der Industrie aufzubringen.
Interessierte Motorradfahrlehrer können bei
MehrSi e.V., Elsterweg 3, 50997 Köln, Mitglied werden. Da der Verein als
gemeinnützig anerkannt ist, kann der Mitgliedsbeitrag steuerlich abgesetzt
werden. Weitere Informationen können im Internet unter
www.mehrsi.org abgerufen werden.
Pjt |