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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Dezember/2006, Seite 676

Der Beirat hat gewählt

Karl-Heinz Hiller ist neuer Motorradreferent

 

Auf der letzten Beiratssitzung wurde Kollege Karl-Heinz Hiller aus Pfedelbach / Hohenlohekreis zum Motorradreferenten des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. gewählt. Kollege Hiller hat aus diesem Anlass bei der Redaktion eine kleine „Visitenkarte“ abgegeben, die wir gerne veröffentlichen. Er schrieb:

„Liebe Kolleginnen und Kollegen in nah und fern, zuerst möchte ich mich beim Beirat für das einstimmige Votum, mit dem ich zum Motorradreferenten berufen wurde, herzlich bedanken. Dieses Vertrauen ist Verpflichtung. Ich hoffe, ihr gerecht zu werden. Mein Vorgänger, Theo Heinemann, hat sich beruflich verändert. Um Interessenkollisionen zu vermeiden, sah er sich leider gezwungen, das Amt des Motorradreferenten aufzugeben. Danke, Theo, für deine jahrelange Arbeit für den Beirat und den Verband. Dank auch den Instruktoren des Langstreckentrainings. Ohne Franz Enghauser, Jan Kluge, Udo Laudes, Siegfried Nill, Georg Rück und Helmut Storck wäre es nicht möglich, unsere Motorrad-Fortbildung, die uns bis zum heutigen Tage durch halb Europa geführt hat, durchzuführen. Es hat dieses Jahr in Sardinien richtig gut getan, so eine gute Mannschaft im Rücken zu haben. Ebenfalls Dank an den Vorstand und die Geschäftsstelle des Verbandes, insbesondere an Nadine Demjanow, für die hervorragende Zusammenarbeit.

Lassen Sie mich einen kurzen Ausblick in die Zukunft wagen. Wir Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer sind laut unserem gesetzlichen Auftrag verpflichtet, junge Menschen gewissenhaft auf den Straßenverkehr vorzubereiten. Dazu gehört es auch, unsere Fahrschüler auf die Fahrerlaubnisprüfung einzustellen. Leider machen sich immer wieder Fahrlehrer breit, die nicht die Verkehrssicherheit auf ihre Fahnen geschrieben haben, sondern nur auf Profit und rücksichtslose Vernichtung der Mitbewerber aus sind. Sie versuchen, durch ihr Treiben eine marktbeherrschende Stellung zu erzwingen. Wehe den Kunden! Vom Gesetzgeber werden uns für die Gegenwehr leider nur stumpfe Schwerter in die Hand gegeben. Wer versucht, durch rechtliches Handeln sein Überleben zu sichern, muss feststellen, dass er über kurz oder lang pleite ist. Obwohl es doch eigentlich so einfach ist: Selbst ein Grundschüler ist in der Lage (sogar ohne Taschenrechner) auszurechnen, dass eine Grundgebühr von 70 € nicht den Grundsätzen von Preisklarheit und Preiswahrheit entsprechen kann. Somit ist die einzige Chance gegen diese machthungrigen Egoisten anzutreten, eine hervorragende Ausbildungsqualität. Ich muss entscheiden: Bin ich billig oder bin ich gut? (Qualität hat ja bekanntlich ihren Preis!) Der Einstieg in eine abwärts gerichtete Preisspirale führt entweder in die Illegalität oder in die Pleite. Arbeite ich mit Dumping-Preisen, kann ich nur existieren, wenn ich entweder meine Angestellten oder mich selbst ausbeute, oder indem ich meine Fahrschüler oder den Staat betrüge. Dabei reicht ein schwarzes Schaf, der an einem Ort die Basis für vernünftiges Arbeiten kaputt macht. Habe ich vernünftige Preise, muss ich einfach besser sein. Nur wenn bei meiner Leistung klar wird, dass sie besser ist, kann ich erwarten, dass ich auch morgen noch Fahrschüler haben werde. Dabei sollten wir nicht vergessen, dass es unsere Aufgabe ist, junge Menschen zu ihrer Verantwortung als Kraftfahrer zu erziehen. Das kann nicht durch jugendhaft flippiges Auftreten und anbiedernd cooles Gehabe ersetzt werden; wer glaubt, dies sei der Weg, sich ein möglichst großes Stück vom Kuchen herausschneiden zu können, wird früher oder später Schiffbruch erleiden. Unsere Aufgabe ist die Verkehrssicherheit. Jeder junge Mensch, der einem Unfall zum Opfer fällt, ist einer zu viel.

Ich möchte Sie aufrufen, weiter daran zu arbeiten, noch besser, noch effektiver, noch bewusster, noch erfolgreicher im Sinne der Minderung der Unfallzahlen auszubilden. Die alltägliche Leistung der überwiegenden Mehrheit der Fahrschulen in Baden-Württemberg ist eine ganz hervorragende. Wir dürfen uns diesen wunderbaren Beruf nicht kaputtmachen lassen. Wir müssen uns aber für die Zukunft immer weiter entwickeln. Und das kann nur heißen: Unser Tun immer wieder auf den Prüfstand zu stellen und ganz ehrlich uns selbst die Frage zu stellen: Wo kann ich noch mehr tun? Und ich bin sicher, wer das tut, dem gehört die Zukunft. Dazu möchte ich ein klein wenig beitragen. Deshalb freue ich mich auf die Diskussion mit Ihnen, wie wir gemeinsam noch besser werden können.

Bei unserem Langstreckentraining und in vielen Gesprächen bei der Beiratssitzung in Höchenschwand am 20. und 21. Oktober habe ich schon zahlreiche Ideen und Vorschläge gehört. Zwar ist manches nicht leicht umsetzbar, aber es waren auch ganz hervorragende Ideen dabei. Und wir arbeiten schon an deren Umsetzung. Gleichstand ist Rückschritt. Wir müssen uns vorwärts entwickeln. Dabei möchte ich auch Gewohnheiten auf den Prüfstand stellen, die wir als selbstverständlich erachten.

Ist es z. B. richtig, dass wir als Motorradausbilder bei Sommerhitze in der Öffentlichkeit das Bild eines Im-klimatisierten-Auto-sitzenden-Genießers abgeben? Oder das des Molligwarmen-Hinterherfahrers, wenn der Schüler bei nahe Null Grad auf dem Motorrad zittert?

Mit motorradfreundlichen Grüßen aus Hohenlohe

Ihr Karl-Heinz Hiller

PS: Hier noch meine Vita:

  • Seit 1979 Fahrlehrer
  • Seit 1985 Motorrad-SHT-Instruktor
  • Seit 1986 Fahrschulerlaubnis
  • Seit 1998 Kreisvorsitzender Hohenlohe”

E-Mail: info@fs-hiller.de

FahrSchulPraxis
Ausgabe Dezember 2006

Erscheinungsdatum 15.12.2006

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