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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Januar/2007, Seite 33

 

Glosse

Salvatore

 

Denken Sie, liebe Leser, jetzt bitte nicht an die alljährlich in der 5. Münchner Jahreszeit steigende Starkbierprobe, denn die ist nicht gemeint. Salvatore - nicht Salvator - ist ein wohlklingender und in Italien sehr gebräuchlicher Vorname. Die Lateiner unter Ihnen werden wissen, dass sich der Name von „salús“ herleitet und Retter oder Erlöser bedeutet. Nicht umsonst sprechen die Juristen von der salvatorischen Klausel, mit der sie schräge Verträge am Leben zu erhalten trachten.


Salvatore

Aber lassen wir das und kommen zu Salvatore aus Sardinien, dem diese Zeilen gelten. Irgendwann Ende der 1960er Jahre kam Salvatore nach Deutschland. Warum? Nun, weil auf Sardinien mit Arbeit „nix als dode Hose isch gewest“. Er verdingte sich im südbadischen Gengenbach bei der Firma Hukla, einer Polstermöbelfabrik. Da malochte er nun tagaus, tagein, schickte brav sein Geld nach Pozzomaggiore und hatte Heimweh nach seiner Sonneninsel. Doch eines Tages lernte der fesche Gasti das hübsche Mädchen Maria, eine Tedesca, kennen. Und wie es klingt, wenn ein glutvoller Latino ti amo stöhnt, das weiß Maria noch heute - aber darüber später mehr.

In der letzten Ausgabe der FahrSchulPraxis berichteten wir ausführlich über Sardinien Total. Da war auch ein Bild, auf dem einige Fahrlehrer in einer kleinen sardischen Ortschaft Rast machen. Einer davon ist der Kollege Konrad Huber aus Gengenbach. Als die Biker ihren Espresso schlürften, kam ein älterer, leicht als einheimisch auszumachender Herr auf die Gruppe zu: „Ich habe OG an euren Maschinen gesehen, ihr kommt aus Offenburg, und ich war lang in Gengenbach!“ Konrad Huber fühlte sich angesprochen und bekannte sich sogleich als nativer Gengenbacher. Da war sofort Sympathie - es funkte gleichsam zwischen den beiden „Landsleuten“. Salvatore nahm Konrad mit in seinen Weinkeller und beschenkte ihn mit zwei Flaschen von seinem besten Tropfen. Dabei ging ihm das Herz über und er schwärmte von seiner großen deutschen Liebe, nämlich eben jener Maria. Wegen widriger, im familiären Bereich liegender Umstände, so erzählte er Konrad, habe er das Mädel in Gengenbach zurücklassen müssen, als er nach Jahren wieder in seine Heimat zurückgekehrt sei.

Als Salvatore schließlich den Nachnamen seiner geliebten Maria preisgab, war das für Konrad ein leichter Schock, denn es war der Mädchenname seiner Mutter, die auch Maria heißt. War Salvatore etwa sein Vater? Hatte man ihm jahrzehntelang seinen wahren Erzeuger verschwiegen? War da etwa ein familiärer Skandal vertuscht worden? Konrad schürfte bei Salvatore etwas tiefer nach Daten und Fakten und konnte sich bald selbst Entwarnung geben, denn die Vaterschaft passte zeitlich nicht!

Das hinderte die umstehenden Kollegen jedoch nicht, noch Tage danach Konrad wegen dessen momentaner Fassungslosigkeit zu frotzeln. Konrad seinerseits versprach Salvatore, nach seiner Maria zu fahnden. Er fand sie, und es stellte sich heraus, dass die nun auch schon etwas ältere Dame eine entfernte Verwandte seiner Mutter ist. Konrad Huber besuchte Maria und erzählte ihr von seiner sardischen Begegnung. Lang betrachtete sie das Bild von Salvatore, der, wie Sie sich, liebe Leser, selbst überzeugen können, noch immer ein gut aussehender Mann ist. Maria bekannte sich unumwunden zu Salvatore als der ganz großen Liebe ihres Lebens. Sie hat übrigens nie geheiratet. Ob sich die beiden noch einmal wiedersehen werden? Konrad Huber hat jedenfalls den Kontakt neu geknüpft. Wenn es zu einem Wiedersehen kommen sollte, könnte demnächst eine Schlagzeile der FahrSchulPraxis so lauten:

Motorrad Total revitalisiert alte Liebe!

GLH

FahrSchulPraxis
Ausgabe Januar 2007

Erscheinungsdatum 15.01.2007

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