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Klimaschutz! Dieses in
den letzten Wochen so viel strapazierte und auch missbrauchte Wort
kommt mir nur noch mit Widerwillen über die Lippen. Dabei bin ich
ein überzeugter Anhänger umweltverträglicher Technik. Und ich
ignoriere auch nicht die hohe Wahrscheinlichkeit menschlichen Zutuns
an der nicht mehr bestreitbaren Erwärmung des Weltklimas während der
letzten fünf bis zehn Dekaden.
Was mich in Rage
bringt, ist die ideologische Instrumentalisierung des Klimaschutzes
durch Politiker und Interessenvertreter. Wenn sich der grüne
Oberbürgermeister von Tübingen medienwirksam einen Hybrid-Japaner
als Dienstwagen bestellt, ist das nichts weiter als ein
durchsichtiges populistisches Manöver, das man in unserer
wirtschaftlich vernetzten Welt gelassen zur Kenntnis nehmen sollte.
Jedoch zu behaupten, die deutsche Automobilindustrie habe es
jahrelang „verpennt“, sparsame, umweltverträgliche Motoren zu
konstruieren, ist nichts weiter als üble Demagogik und Verleumdung.
Tatsache ist, dass die sparsame Dieseltechnik von den deutschen
Autoherstellern ausging und hierzulande in einzigartiger Weise
kultiviert wurde. Das Gleiche gilt für die effiziente
Kraftstoffeinspritzung beim Ottomotor, die in deutschen Premiumautos
den Vergaser schon vor fast 50 Jahren abgelöst hat.
Apropos Hybridauto:
Das ist vorübergehend sicher eine interessante Alternative zum
Monoantrieb mit Verbrennungsmotor, aber nicht die Lösung des
Problems schlechthin. Dieses Aushängeschild von Toyota verliert
übrigens erheblich an Glanz, wenn man an die durstigen Luxusautos
und Geländewagen (SUV) dieser Company denkt. Am meisten jedoch wurmt
mich, dass in dieser Diskussion um die „Stinker“ offenbar nur die
Technik zählt. Das erinnert mich an den Spruch eines etwas
schlichten Sheriffs aus dem Mittleren Westen: „Fahrschule, wozu
Fahrschule? Mom oder Dad machen das zwischen Karfreitag und Ostern,
dann setzen wir die Kids in ein gutes amerikanisches Auto, schnallen
sie richtig an, und so kommen die auf unseren prima Straßen auch
wieder gut nach Hause.“ Das Getöse um den Schadstoffausstoß in Gramm
pro Kilometer ist so laut, dass das Nächstliegende darin untergeht.
Meine Damen und
Herren Umweltpolitiker, prangern Sie doch zur Abwechslung einmal die
Volksseuche Bleifuß öffentlich an. Da zucken Sie, was? Sie haben
Angst, das könnte als Wählerbeschimpfung verstanden werden? Wenn Sie
es sich aber doch trauten, könnten Sie Ihren Wählern sagen, dass man
mit kluger Fahrweise ohne technischen Aufwand aus einem großen
„Stinker„ nachweislich einen um bis zu 30 Prozent kleineren Stinker
machen kann. Freilich, Ihren Tübinger Kollegen würden Sie damit in
eine arge Bredouille bringen, denn er müsste zerknirscht einsehen,
dass er seiner Stadt das teure Hybridauto hätte ersparen können …
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