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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Mai/2007, Seite 259

 

57. ordentliche Mitgliederversammlung

Gelungener Verbandstag in Pforzheim

 

Knapp vor Redaktionsschluss erreichte uns aus Pforzheim ein kurzer Report über die 57. ordentliche Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., die dort am 21. April im CongressCentrum stattfand. In der nächsten Ausgabe folgt ein ausführlicher Bericht über die Tagung. Die schon am Freitag ab 14.00 Uhr angesetzten Info-Tagungen zum „Begleiteten Fahren“ und zum „Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz“ waren mit mehr als 400 Teilnehmern voll ausgebucht. Ein gelungener Auftakt für die in allen Teilen wiederum perfekt organisierte Hauptversammlung am Samstag.

Mehr als 500 Teilnehmer -
Enttäuschung wegen BF 17

Die Attraktivität der jährlichen Mitgliederversammlung ist ungebrochen. Schon kurz nach acht strömten die ersten der mehr als 500 Besucher ins Foyer des CongressCentrums, das sich wiederum als idealer Versammlungsplatz erwies.

In Gegenwart des baden-württembergischen Innenministers Heribert Rech gab Vorsitzender Peter Tschöpe in seiner Begrüßungsansprache der Enttäuschung der Fahrlehrer über die Verschiebung des Modellversuchs Begleitetes Fahren (BF 17) deutlichen Ausdruck.

Tschöpe ging auch auf den in absehbarer Zeit bevorstehenden Wechsel von der „Papierprüfung“ zur Computerprüfung ein und verlangte, die theoretische Prüfung am Bildschirm dürfe den Geldbeutel der Prüflinge nicht überfordern und müsse wie heute flächendeckend angeboten werden.

Minister Rech: BF 17 in den Sommermonaten

Innenminister Rech ging in seiner mehrfach durch Applaus unterbrochenen Rede ohne Umschweife auf das Begleitete Fahren ein und versprach, dass die Landesregierung das Thema in den Sommermonaten dieses Jahres positiv angehen werde. Mehr, vor allem ein genaues Datum der Einführung, war dazu nicht aus ihm herauszuholen. Das hatten zuvor auch schon zwei hartnäckige Journalisten zur Kenntnis nehmen müssen (s. Kasten „Politische Muskelspiele?“, FPX 05/2007, Seite 263).


Innenminister Heribert Rech MdL

Fahrerassistenzsysteme – keine bessere Adresse als die Fahrschule

Dr. Arne Bartels von der Forschungsabteilung der Volkswagen AG wies in seinem Referat auf die zunehmende Bedeutung der zumeist elektronisch gesteuerten Fahrerassistenzsysteme für die Verkehrssicherheit hin. Dabei machte er deutlich, dass die noch vor kurzem nur zur Ausrüstung von Autos der Premiumklasse gehörenden Systeme nun zunehmend auch in Pkw der Volumenklassen, also in den für Normalbürger erschwinglichen Autos angeboten. Für die Vermittlung des richtigen Umgangs mit diesen Hilfen gebe es keine bessere Adresse als die Fahrschule.

Großes Aufgebot an Ausstellern

Neben der beachtlichen Präsentation von Volkswagen, die außer den bewährten „Arbeitspferden“ Polo und Golf mit Fahrschulausstattung die Neuheit CrossGolf und das elegante Eos Cabrio umfasste, boten wiederum erstaunlich viele Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen rund um die Fahrschule an. Die Stände wurden durchweg gut besucht.

Ehrungen

Zahlreiche Kolleginnen und Kollegen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, viele andere wurden für 25-, 30-, 40- und 50-jährige Tätigkeit als Fahrlehrer geehrt.

Eine besondere Ehrung wurde Ministerialrat Enkel mit der Verleihung der goldenen Ehrennadel des Verbandes zuteil. Enkel hat sich während seiner achtjährigen Tätigkeit als Leiter des Referats „Verkehrssicherheit“ im Innenministerium Baden-Württemberg nachdrücklich für die Hebung des Berufsbildes der Fahrlehrer und die Qualitätssicherung der Fahrausbildung eingesetzt.

Die Regularien am Nachmittag

Wie gewohnt gab Peter Tschöpe umfassend und teilweise sehr pointiert Rechenschaft über die Tätigkeit des Vorstandes und der Geschäftsstelle des Verbandes im abgelaufenen Jahr. Dabei hob er neben den berufspolitischen Aktivitäten die ausgedehnte Beratungstätigkeit des Verbandes hervor. Er lobte die Zusammenarbeit im Vorstand und Beirat als loyal und konstruktiv, aber auch kritisch. Für beide Gremien fand er freundliche Worte des Dankes.

Sein Dank galt besonders auch Wolfgang Fischer, der vor einigen Monaten aus persönlichen Gründen das Amt des 2. Vorsitzenden aufgegeben hatte. Fischer wurde für seine Arbeit mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet.

Herzlichen Dank und anerkennende Worte richtete Tschöpe auch an das „hoch motivierte und effiziente Team“ der Verbandsgeschäftsstelle. Sonderapplaus der Versammlung bestätigte das Lob des Chefs.

Finanzen

In seinem Kassenbericht wies Tschöpe auf das im vergangenen Jahr in der Gewinn- und Verlustrechnung entstandene Defizit von etwas mehr als Eintausend Euro hin. Der Voranschlag für 2007 weist namentlich wegen steigender Energie- und Arbeitskosten einen Fehlbetrag von rd. 19.000 € aus. Trotzdem wolle man für das laufende Jahr in Anbetracht der noch günstigen Vermögenslage des Verbandes den Beitrag nicht erhöhen, führte Tschöpe dazu aus. Im kommenden Jahr sei eine maßvolle Beitragsanpassung jedoch nicht zu umgehen.

Beide Berichte des Vorsitzenden wie auch der der Rechnungsprüfer wurden ohne Aussprache angenommen.

Entlastung

Die Rechnungsprüfer Dorn und Hodapp bescheinigten der Verbandsführung Korrektheit im Umgang mit den Finanzen und schlugen uneingeschränkte Entlastung vor. Die Versammlung folgte diesem Vorschlag ohne Gegenstimme und ohne Enthaltung.

Wahl-Spannung

Die Amtsperiode des 2. Vorsitzenden war am Tag der Mitgliederversammlung abgelaufen. Da Wolfgang Fischer schon rd. zwei Monate zuvor abgetreten war, rückte Jochen Klima als bis dahin 3. Vorsitzender gemäß § 10 Abs. 4 der Satzung des Verbandes für den Rest der Amtsperiode in das Amt des 2. Vorsitzenden auf. Klima stellte sich der Wahl und erhielt das Mandat mit einstimmigem Votum.

Spannender ging es bei der Wahl des 3. Vorsitzenden zu. Der vom Beirat nach § 10 Abs. 4 der Satzung kommissarisch in das Amt berufene Kollege Karl-Heinz Schmid aus Sigmaringendorf trat gegen den Stuttgarter Kollegen Rainer Zeltwanger an. Beide Bewerber stellten sich der Versammlung in einer kurzen Rede vor. In der darauf folgenden geheimen Wahl konnte Karl-Heinz Schmid bei 5 ungültigen Wahlzetteln überzeugende 91 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Er ist damit nach § 10 Abs. 3 der Satzung des Verbandes für die Restdauer der Amtsperiode, also bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Jahres 2009, als 3. Vorsitzender des Verbandes gewählt.

Danach wählte die Versammlung einstimmig erneut den Kollegen Sven Dorn in das Amt des 2. Rechnungsprüfers.

Fahrlehrerversicherung steht gut da

Der Vorstandsvorsitzende der Fahrlehrerversicherung, Dipl.-Kfm. Wolfram Klitzsch, berichtete der Versammlung in einem kurzen Abriss über den Geschäftsverlauf des berufseigenen Unternehmens im Jahr 2006. Dabei ging er sehr anschaulich auf die Schadenbelastung ein, die dank weniger Großschäden in 2006 etwas glimpflicher verlief als in den Jahren zuvor. Klitzsch machte klar, dass die Solvabilität des Unternehmens die gesetzlichen Anforderungen mehr als erfüllt. Trotzdem sei es nach wie vor notwendig, das Eigenkapital durch konsequente Zuweisung der Jahresüberschüsse zu stärken. Nur so sei das Unternehmen in der Lage, etwa wiederkehrende schlechte Schadenjahre gut zu überstehen.

 

Die Mitglieder haben das Wort -
Verschiedenes

Unter diesem Tagesordnungspunkt wurde der Verbandsvorsitzende u. a. aufgefordert, in Sachen Begleitetes Fahren kräftigere Geschütze gegen die Landesregierung aufzufahren. Bei den Eltern und Jugendlichen, die sich in den letzten Wochen nach dem Programm erkundigt hätten, stünden die Fahrschulen blamiert da, weil sie sich auf die offensichtlich von der Landesregierung lancierten Verlautbarungen der Presse verlassen hätten. Darin sei immer die Rede von der Jahresmitte als Starttermin gewesen. Tschöpe wies in seiner Erwiderung darauf hin, dass ein definitives Datum nirgends genannt worden sei, schon gar nicht in der Verbandspresse. Man habe immer vom „voraussichtlichen Beginn, abhängig von einer zuvor zu erlassenden Einführungsverordnung“ gesprochen. Im Übrigen werde er - außer polemischem Gepolter - alles in seinen Möglichkeiten Stehende tun, um bald den offensichtlich politisch entstandenen Knoten durchschlagen zu können.

GLH

FahrSchulPraxis
Ausgabe Mai 2007

Erscheinungsdatum 15.05.2007

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