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Knapp
vor Redaktionsschluss erreichte uns aus Pforzheim ein kurzer Report
über die 57. ordentliche Mitgliederversammlung des
Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., die dort am 21. April im
CongressCentrum stattfand. In der nächsten Ausgabe folgt ein
ausführlicher Bericht über die Tagung. Die schon am Freitag ab 14.00
Uhr angesetzten Info-Tagungen zum „Begleiteten Fahren“ und zum
„Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz“ waren mit mehr als 400
Teilnehmern voll ausgebucht. Ein gelungener Auftakt für die in allen
Teilen wiederum perfekt organisierte Hauptversammlung am Samstag.

Mehr als 500 Teilnehmer -
Enttäuschung wegen BF 17
Die Attraktivität der
jährlichen Mitgliederversammlung ist ungebrochen. Schon kurz nach
acht strömten die ersten der mehr als 500 Besucher ins Foyer des
CongressCentrums, das sich wiederum als idealer Versammlungsplatz
erwies.
In Gegenwart des
baden-württembergischen Innenministers Heribert Rech gab
Vorsitzender Peter Tschöpe in seiner Begrüßungsansprache der
Enttäuschung der Fahrlehrer über die Verschiebung des Modellversuchs
Begleitetes Fahren (BF 17) deutlichen Ausdruck.
Tschöpe ging auch auf
den in absehbarer Zeit bevorstehenden Wechsel von der
„Papierprüfung“ zur Computerprüfung ein und verlangte, die
theoretische Prüfung am Bildschirm dürfe den Geldbeutel der
Prüflinge nicht überfordern und müsse wie heute flächendeckend
angeboten werden.
Minister Rech: BF 17 in den Sommermonaten
Innenminister Rech
ging in seiner mehrfach durch Applaus unterbrochenen Rede ohne
Umschweife auf das Begleitete Fahren ein und versprach, dass die
Landesregierung das Thema in den Sommermonaten dieses Jahres positiv
angehen werde. Mehr, vor allem ein genaues Datum der Einführung, war
dazu nicht aus ihm herauszuholen. Das hatten zuvor auch schon zwei
hartnäckige Journalisten zur Kenntnis nehmen müssen (s. Kasten
„Politische Muskelspiele?“, FPX 05/2007, Seite 263).

Innenminister Heribert
Rech MdL
Fahrerassistenzsysteme – keine bessere Adresse als die Fahrschule
Dr. Arne Bartels von
der Forschungsabteilung der Volkswagen AG wies in seinem Referat auf
die zunehmende Bedeutung der zumeist elektronisch gesteuerten
Fahrerassistenzsysteme für die Verkehrssicherheit hin. Dabei machte
er deutlich, dass die noch vor kurzem nur zur Ausrüstung von Autos
der Premiumklasse gehörenden Systeme nun zunehmend auch in Pkw der
Volumenklassen, also in den für Normalbürger erschwinglichen Autos
angeboten. Für die Vermittlung des richtigen Umgangs mit diesen
Hilfen gebe es keine bessere Adresse als die Fahrschule.
Großes Aufgebot an Ausstellern
Neben der
beachtlichen Präsentation von Volkswagen, die außer den bewährten
„Arbeitspferden“ Polo und Golf mit Fahrschulausstattung die Neuheit
CrossGolf und das elegante Eos Cabrio umfasste, boten wiederum
erstaunlich viele Firmen ihre Produkte und Dienstleistungen rund um
die Fahrschule an. Die Stände wurden durchweg gut besucht.

Ehrungen
Zahlreiche
Kolleginnen und Kollegen wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt, viele
andere wurden für 25-, 30-, 40- und 50-jährige Tätigkeit als
Fahrlehrer geehrt.
Eine besondere Ehrung
wurde Ministerialrat Enkel mit der Verleihung der goldenen
Ehrennadel des Verbandes zuteil. Enkel hat sich während seiner
achtjährigen Tätigkeit als Leiter des Referats „Verkehrssicherheit“
im Innenministerium Baden-Württemberg nachdrücklich für die Hebung
des Berufsbildes der Fahrlehrer und die Qualitätssicherung der
Fahrausbildung eingesetzt.
Die
Regularien am Nachmittag
Wie gewohnt gab Peter
Tschöpe umfassend und teilweise sehr pointiert Rechenschaft über die
Tätigkeit des Vorstandes und der Geschäftsstelle des Verbandes im
abgelaufenen Jahr. Dabei hob er neben den berufspolitischen
Aktivitäten die ausgedehnte Beratungstätigkeit des Verbandes hervor.
Er lobte die Zusammenarbeit im Vorstand und Beirat als loyal und
konstruktiv, aber auch kritisch. Für beide Gremien fand er
freundliche Worte des Dankes.
Sein Dank galt
besonders auch Wolfgang Fischer, der vor einigen Monaten aus
persönlichen Gründen das Amt des 2. Vorsitzenden aufgegeben hatte.
Fischer wurde für seine Arbeit mit der silbernen Ehrennadel des
Verbandes ausgezeichnet.
Herzlichen Dank und
anerkennende Worte richtete Tschöpe auch an das „hoch motivierte und
effiziente Team“ der Verbandsgeschäftsstelle. Sonderapplaus der
Versammlung bestätigte das Lob des Chefs.
Finanzen
In seinem
Kassenbericht wies Tschöpe auf das im vergangenen Jahr in der
Gewinn- und Verlustrechnung entstandene Defizit von etwas mehr als
Eintausend Euro hin. Der Voranschlag für 2007 weist namentlich wegen
steigender Energie- und Arbeitskosten einen Fehlbetrag von rd.
19.000 € aus. Trotzdem wolle man für das laufende Jahr in Anbetracht
der noch günstigen Vermögenslage des Verbandes den Beitrag nicht
erhöhen, führte Tschöpe dazu aus. Im kommenden Jahr sei eine
maßvolle Beitragsanpassung jedoch nicht zu umgehen.
Beide Berichte des
Vorsitzenden wie auch der der Rechnungsprüfer wurden ohne Aussprache
angenommen.
Entlastung
Die Rechnungsprüfer
Dorn und Hodapp bescheinigten der Verbandsführung Korrektheit im
Umgang mit den Finanzen und schlugen uneingeschränkte Entlastung
vor. Die Versammlung folgte diesem Vorschlag ohne Gegenstimme und
ohne Enthaltung.
Wahl-Spannung
Die Amtsperiode des
2. Vorsitzenden war am Tag der Mitgliederversammlung abgelaufen. Da
Wolfgang Fischer schon rd. zwei Monate zuvor abgetreten war, rückte
Jochen Klima als bis dahin 3. Vorsitzender gemäß § 10 Abs. 4 der
Satzung des Verbandes für den Rest der Amtsperiode in das Amt des 2.
Vorsitzenden auf. Klima stellte sich der Wahl und erhielt das Mandat
mit einstimmigem Votum.
Spannender ging es
bei der Wahl des 3. Vorsitzenden zu. Der vom Beirat nach § 10 Abs. 4
der Satzung kommissarisch in das Amt berufene Kollege Karl-Heinz
Schmid aus Sigmaringendorf trat gegen den Stuttgarter Kollegen
Rainer Zeltwanger an. Beide Bewerber stellten sich der Versammlung
in einer kurzen Rede vor. In der darauf folgenden geheimen Wahl
konnte Karl-Heinz Schmid bei 5 ungültigen Wahlzetteln überzeugende
91 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Er ist damit nach § 10
Abs. 3 der Satzung des Verbandes für die Restdauer der Amtsperiode,
also bis zur ordentlichen Mitgliederversammlung des Jahres 2009, als
3. Vorsitzender des Verbandes gewählt.
Danach wählte die
Versammlung einstimmig erneut den Kollegen Sven Dorn in das Amt des
2. Rechnungsprüfers.
Fahrlehrerversicherung steht gut da
Der
Vorstandsvorsitzende der Fahrlehrerversicherung, Dipl.-Kfm. Wolfram
Klitzsch, berichtete der Versammlung in einem kurzen Abriss über den
Geschäftsverlauf des berufseigenen Unternehmens im Jahr 2006. Dabei
ging er sehr anschaulich auf die Schadenbelastung ein, die dank
weniger Großschäden in 2006 etwas glimpflicher verlief als in den
Jahren zuvor. Klitzsch machte klar, dass die Solvabilität des
Unternehmens die gesetzlichen Anforderungen mehr als erfüllt.
Trotzdem sei es nach wie vor notwendig, das Eigenkapital durch
konsequente Zuweisung der Jahresüberschüsse zu stärken. Nur so sei
das Unternehmen in der Lage, etwa wiederkehrende schlechte
Schadenjahre gut zu überstehen.
Die
Mitglieder haben das Wort -
Verschiedenes
Unter diesem
Tagesordnungspunkt wurde der Verbandsvorsitzende u. a. aufgefordert,
in Sachen Begleitetes Fahren kräftigere Geschütze gegen die
Landesregierung aufzufahren. Bei den Eltern und Jugendlichen, die
sich in den letzten Wochen nach dem Programm erkundigt hätten,
stünden die Fahrschulen blamiert da, weil sie sich auf die
offensichtlich von der Landesregierung lancierten Verlautbarungen
der Presse verlassen hätten. Darin sei immer die Rede von der
Jahresmitte als Starttermin gewesen. Tschöpe wies in seiner
Erwiderung darauf hin, dass ein definitives Datum nirgends genannt
worden sei, schon gar nicht in der Verbandspresse. Man habe immer
vom „voraussichtlichen Beginn, abhängig von einer zuvor zu
erlassenden Einführungsverordnung“ gesprochen. Im Übrigen werde er -
außer polemischem Gepolter - alles in seinen Möglichkeiten Stehende
tun, um bald den offensichtlich politisch entstandenen Knoten
durchschlagen zu können.
GLH
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