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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Mai/2007, Seite 259

Sehr zu empfehlen:

Kleine Lustreise nach Wolfsburg

 

Es heißt, Schwaben seien gute Rechner. Manchmal sogar recht knickig. Wenn Sie Letzteres und dazu noch ein Workaholic-Fahrlehrer sind, sollten Sie nicht nach Wolfsburg fahren, um Ihren neuen VW abzuholen. Denn rein vom Geldbeutel her würde es sich nicht lohnen. Da Schwaben aber bekanntlich auch weltoffen, wonderfitzig (Hochdeutsch: neugierig, wissensdurstig) und reiselustig sind, könnte ein Trip zur Autostadt diesen Wesenszügen mehr als entgegenkommen. Die dicht beim Werk liegende Autostadt ist, wenn man so will, ein Erlebnispark mit angegliedertem Autosalon. Einmal angenommen, Sie sind mehr Baden-Württemberger als „päber“ Kernschwabe, dann leisten Sie sich beim Kauf des nächsten VW diese kleine Lustreise. Es bietet sich dafür ein Wochenende an, denn die Autostadt hat, ausgenommen Heiliger Abend und Silvester, an jedem Tag des Jahres geöffnet. So viel vorweg: Das unter Alemannen und Schwaben weit verbreitete Vorurteil, jenseits des Weißwurstäquators sei die Lebensart eher unfröhlich, was sich vor allem in den aus Küche und Keller kommenden Erzeugnissen dokumentiere, werden Sie danach reuevoll ablegen.


Autostadt Wolfsburg (Bild: Volkswagen-Presse)

Sie überzeugen also Ihre Frau (oder umgekehrt), steigen um 12.51 Uhr ab Stuttgart (oder wo immer) in den ICE und brausen gen Norden. In Braunschweig steigen Sie nach kurzem Aufenthalt in einen Bummelzug um, der noch vor 18.00 Uhr in Wolfsburg ankommt. Für ein Ticket der ersten Klasse zahlen Sie zu zweit ohne Bahncard 324 €, für die zweite Klasse nur 206 €. Mit Ihrem für eine Nacht sicher sehr leichten Gepäck nehmen Sie als Ausgleich zum langen Sitzen den Fußweg zum RITZ CARLTON. In diesem Hotel der ganz oberen Klasse hat Ihr VW-Händler für Sie gebucht. Dafür und für die Attraktionen der Autostadt zahlen Sie 199 €. Der Abend ist noch jung, und zuerst einmal wollen Sie sich zu zweit über Ihr Luxusquartier freuen. Danach laden Sie sie (oder umgekehrt) nebenan ins CHARDONEY zum Abendessen ein. Comme il faut, wie unsere westlichen Nachbarn es loben würden. Mit etwas gutem Wein und einem schönen Digestif legen Sie dafür ca. 90 € hin. Am anderen Morgen gehen Ihnen beim Frühstück erst einmal die Augen über. Da fehlt gar nichts! Kaviar und Champagner? - Selbstverständlich! Um den Tag in der Autostadt voll nutzen zu können, sollten Sie sich nun etwas sputen. Die AbholerWelt öffnet um 7.30 Uhr. Den großen gelben Alkoven erreichen Sie zu Fuß in drei Minuten. Dort geben Sie den Abholschein und die Kennzeichen ab. Vergessen Sie nicht die Zulassungsbescheinigung Teil I, Personalausweis und Führerschein mitzubringen. Falls das neue Auto nicht auf Sie zugelassen ist, müssen Sie überdies eine Vollmacht des Halters vorlegen. Wenn Sie um halb acht dort sind, ist die Wartezeit kurz. Danach wandern Sie in aller Ruhe zum KundenCenter, wo Sie wenig später von einem freundlichen VW-Menschen Ihren Neuen überreicht bekommen. Ihre Fragen werden bereitwillig beantwortet, der Service ist auch dort vorbildlich. Es wäre falsch, jetzt sofort nach Hause zu fahren. Wenigstens für ein paar Attraktionen der Autostadt sollten Sie sich Zeit nehmen. Neben der WerkTour gibt es viel Sehens- und Erlebenswertes rund ums Auto. Am besten besuchen Sie zuvor die Website www.autostadt.de. Aber auch Ihr Händler kann Ihnen gute Tipps für den Aufenthalt an der Geburtsstätte des Käfers geben. Mit einem guten Plan reist es sich schon immer leichter. Und jetzt noch einmal zum Geld. Die Überführung Ihres Autos per Lkw hätte Sie 495 € gekostet. Bis jetzt haben Sie mit einem Ticket der 2. Klasse gerade so viel ausgegeben. Freilich kommt jetzt noch der Sprit für die Heimfahrt hinzu. Aber bitte, was sind die paar Kröten gegenüber zwei schönen Tagen zu zweit, die viel Neues und viel Freude bieten? Diese Rechnung sollte eigentlich auch einen knausrigen Kernschwaben überzeugen. Oder nicht?

X.E.

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe Mai 2007

Erscheinungsdatum 15.05.2007

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