|
Die
Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) hat in Zusammenarbeit
mit der Robert Bosch GmbH und mit freundlicher Unterstützung der
Adam Opel AG ein Seminarkonzept entwickelt, das Fahrlehrern
Hintergrundwissen und praktische Fahrererfahrungen zu modernen
Fahrerassistenzsystemen wie ABS, ASR und ESP vermitteln soll. Das
Pilotseminar fand am 20. Juli 2007 im Bosch-Prüfzentrum in Boxberg
statt. Die
Unterzeichnung der Europäischen Charta für Verkehrsicherheit ist die
Selbstverpflichtung, innerhalb der EU konkret an der Minderung der
Verkehrstoten um 50% bis zum Jahr 2010 mitzuwirken. Neben vielen
Regierungen, Städten, Firmen, Organisationen und Behörden wurde das
Dokument auch von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF)
unterzeichnet.

Die Teilnehmer waren begeistert von
diesem Pilotseminar
Schleudern ist die Hauptursache für tödliche Unfälle!
Die meisten tödlichen
Unfälle werden durch schleudernde Fahrzeuge verursacht. Dies könnte
aber häufig durch moderne Fahrerassistenzsysteme verhindert werden.
Deshalb wurde die eSafety Initiative ins Leben gerufen. Ziel dieser
Aktion ist es, zur Senkung der Unfallzahlen durch die „Förderung
intelligenter aktiver Fahrzeugsicherheitssysteme“ beizutragen.
Konkret bedeutet dies, möglichst alle Neufahrzeuge mit ESP oder
ähnlichen Systemen auszustatten.

Spurwechsel mit ESP:
Fahrzeug bleibt in der Spur
BOSCH informiert über den Nutzen von ESP
Die Robert Bosch GmbH
unterstützt die eSafety Initiative, indem sie möglichst viele
Verkehrsteilnehmer durch Schulungsprogramme über den lebensrettenden
Nutzen des ESP informiert. Der Anteil der mit ESP ausgestatteten
Neufahrzeuge konnte so zwischen 2003 und 2005 bereits um 10%-Punkte
auf 39% gesteigert werden.
Intensives Hintergrundwissen im Theorieblock
Die BVF und BOSCH
haben ein auf Fahrlehrer zugeschnittenes Seminarprogramm entwickelt,
bei dem im Wechsel zwischen Theorie und Praxis über drei der
wichtigsten Systeme, ABS, ASR und ESP, informiert wird. Die
Vermittlung von fahrpraktischen Eindrücken und solidem
Hintergrundwissen steht im Mittelpunkt des Seminars. Es befähigt die
Fahrlehrer, ihre Fahrschüler kompetent über den Nutzen von ESP und
Co. zu informieren.

Fundiertes Wissen durch Theorie und Praxis im Wechsel
Begleit-CD mit vielen Informationen
Die Teilnehmer
erhalten eine mit Filmen, Grafiken, Statistiken und vielen weiteren
brauchbaren Informationen vollgepackte CD-Rom. Die Inhalte dieser CD
können auch im theoretischen Unterricht eingesetzt werden.
OPEL stellt Fahrzeuge zur Verfügung
Bei den
fahrpraktischen Teilen kommen neben den teilnehmereigenen Fahrzeugen
auch drei OPEL CORSA mit abschaltbarem ESP zum Einsatz. Ein
besonderes Highlight ist ein Auto, bei dem mit vier auf einem
Dachgepäckträger montierten Lampen sehr anschaulich aufgezeigt wird,
an welchem Rad das ESP gerade eingreift.
|
Fahrpraktische Übungen im BOSCH-Prüfzentrum
Bei den
fahrpraktischen Übungen auf dem weitläufigen Gelände des
BOSCH-Prüfzentrums bleiben keine Wünsche offen: Den Auftakt machen
Gefahrbremsungen aus bis zu 100 km/h auf trockener, nasser und
einseitig glatter Fahrbahn. Weiter geht es mit Ausweichen vor
Hindernissen und Anfahren am Berg bei einseitiger Glätte und bis zu
20% Steigung.
|

Anfahren am Berg bei einseitiger Glätte |
Am spannendsten
empfanden alle Teilnehmer jedoch den abrupten Spurwechsel aus bis zu
90 km/h auf der riesigen bewässerten Gleitfläche (Durchmesser 300
m). Dort konnte das ESP so richtig zeigen, was es kann. Fahrzeuge
mit abgeschaltetem System hatten bei dieser Übung keine Chance in
der Spur zu bleiben.

Spurwechsel ohne ESP: Abflug vorprogrammiert
Besonderes Flair in Boxberg
Bereichert wurde das
Seminar nicht zuletzt durch die tolle Atmosphäre im Prüfzentrum
Boxberg. Neben Fahrwerktests mit bis zu 300 km/h auf dem
Hochgeschwindigkeitsoval konnten „an jeder Ecke“ Testfahrten gut
getarnter „Erlkönige“ verschiedener Hersteller beobachtet werden.
Verständlich waren dabei natürlich die zur Wahrung von
Werksgeheimnissen verhängten Sicherheitsmaßnahmen, wie z.B. das von
der „Security“ streng überwachte Fotografierverbot.
Ein Dankeschön gilt
den Trainern Michael Meyer und Guido Heesen von BOSCH
sowie dem Kollegen Siegfried Winter von der BVF. Ebenso
anerkennenswert war, dass die Herren Joachim Göbel,
Carsten Steuer und Lars Schulmann von OPEL den ganzen Tag
über anwesend waren, das Seminar beobachteten und das Gespräch mit
den Teilnehmern suchten.
Jochen Klima |