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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe August/2008, Seite 457

Gegen Erdöl-Spekulanten

Fluggesellschaften schreiben Brandbrief

 

Die Vorstandsvorsitzenden von 12 US-Fluggesellschaften wandten sich unlängst wegen den ausufernden Kosten für Kerosin mit einem „offenen Brief“ an Millionen von Kunden. Was die großen Airlines in wirtschaftliche Bedrängnis bringt, wirkt sich nicht minder bedrohlich für viele kleine Unternehmen, darunter auch die Fahrschulen, aus. Hier der Wortlaut des Schreibens:

„Die Wirtschaft unseres Landes droht wegen der hochschießenden Öl- und Kraftstoffpreise in einen scharfen Abwärtstrend zu geraten. Doch wenn wir zusammenstehen, können wir etwas dagegen tun.

Für die Fluggesellschaften zieht ultra-teurer Kraftstoff eine einschneidende Minderung von Flügen zu großen und kleineren Zielflughäfen und somit den Verlust Tausender Arbeitsplätze nach sich. Hohe Energiekosten sind aber für die gesamte Wirtschaft schädlich, denn sie drücken das Wachstum und verursachen schmerzhafte Einschnitte. Doch dieser Entwicklung kann man entgegenwirken, und das ist der Grund für den außergewöhnlichen Schritt, unseren Kunden diesen Brief zu schreiben.

Weil die hohen Preise für Erdöl zum Teil auch auf die weltweit gestiegene Nachfrage, also auf die üblichen Kräfte des Marktes zurückzuführen sind, ist klar, dass unser Land den Blick auf die Erweiterung der Energiegewinnung und die Energieeinsparung richten muss. Doch die gestiegene Nachfrage ist nur eine Seite der Medaille, denn der Markt wird wegen mangelnder Regeln heute in gefährlicher Weise von Spekulanten diktiert.

Vor 20 Jahren wurden 21 Prozent der Erdölförderung von Spekulanten aufgekauft, die nur auf dem Papier mit dem Erdöl handeln, es also physisch niemals zu sehen bekommen, geschweige denn an die Verbraucher ausliefern. Offiziell kaufen die Spekulanten heutzutage 66 Prozent der zukünftigen Erdölförderung auf, aber das sind nur die bekannten Transaktionen. Tatsache ist, dass Spekulanten Unmengen von Erdöl kaufen und die einzelnen Kontingente mehrere Male untereinander weiterverkaufen. Ein Barrel Öl wandert auf diese Weise 20 Mal oder gar öfter von einem Spekulanten zum anderen. An jeder dieser Transaktionen wird ein Haufen Geld verdient, das schließlich der Endverbraucher zu zahlen hat. Einige Marktexperten schätzen, dass die absolut unnötigen Spekulationskosten bei 30 bis 60 US-Dollar pro Barrel liegen.

Vor etwas mehr als siebzig Jahren hat der Kongress Gesetze zur Eindämmung zügelloser Spekulationen und Manipulationen des Marktes erlassen. Warum auch immer, während der letzten 20 Jahre wurden diese staatlichen Regelungen ständig geschwächt oder sogar aufgehoben. Wir sind der Auffassung, dass diese Limits wieder hergestellt und Übertretungen konsequent verfolgt werden müssen. Zusammen mit einer Reihe anderer Maßnahmen könnte so mehr Licht und Transparenz in den überhitzten Erdölmarkt gebracht werden. Eine solche Reform würde der Wirtschaft weiterhin zu Wachstum verhelfen. Unser Land muss jetzt zusammenstehen, um den Erdölmarkt zu reformieren und damit das noch immer wachsende Problem der Spekulation zu beheben. Dazu brauchen wir Ihre Hilfe. Holen Sie sich mehr Information darüber und wenden Sie sich an den Kongress, indem Sie die Website www.StopOilSpeculationNow.com besuchen.“

Mit freundlicher Genehmigung von Delta Airlines. Übersetzung: G. L. Heiler

PS: Die Verbraucher können nur hoffen, dass dieser Appell nicht verhallt, sondern von den Parlamenten und Regierungen sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in Europa zum Anlass genommen wird, unverzüglich mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen das Spekulantentum vorzugehen.

Der Fahrlehrerverband hat die Bundeskanzlerin aufgefordert, die erforderlichen Schritte in die Wege zu leiten.

FahrSchulPraxis
Ausgabe August 2008

Erscheinungsdatum 15.08.2008

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