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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 20.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe August/2008, Seite 460

Studie der TÜV Rheinland Group

Erfolg durch Kundenzufriedenheit

 

Die TÜV Rheinland Group hat in Zusammenarbeit mit dem Fahrlehrerverband Nordrhein und der Personal- und Managementberatung IMPULS GmbH eine Studie zu den „Erfolgsfaktoren von Fahrschulen aus der Sicht ihrer Kunden“ erstellen lassen. Für diese Studie wurden im Gebiet Nordrhein Fahrschüler via Internet zu ihren Anforderungen an eine gute Fahrschule befragt. 669 Fragebogen konnten ausgewertet werden. Die Ergebnisse der Studie wurden mit denen der in den Jahren 2000 und 2006 in Berlin bereits durchgeführten Studien verglichen.

In Industrie, Handel und den meisten Dienstleistungsbereichen sind regelmäßige Kundenbefragungen längst Standard. Leider nutzen viel zu wenige Fahrschulen dieses Medium, sich regelmäßig bei ihren Kunden über deren Wünsche und Zufriedenheit zu informieren. Ist den Fahrschulinhabern die Erstellung eines Fragebogens etwa zu aufwendig? Oder spielt gar die Sorge mit, man könnte unliebsame Antworten bekommen?

Die Ergebnisse der Studie

Für die Fahrschüler sind fachliche Kompetenz, Geduld und Einfühlungsvermögen des Fahrlehrers von hoher Bedeutung. Das gilt vor allem beim Ansprechen von Fehlern und in Stresssituationen. Darüber hinaus erwarten Fahrschüler eine angenehme, freundliche Atmosphäre in den Fahrschulräumen und ausführliche Beratung vor der Anmeldung.

Preisklarheit und Preiswahrheit

Nicht minder gefragt sind eindeutige Preisangaben zu den einzelnen Leistungen und die ungefähren Gesamtkosten der Ausbildung. Fahrschulinhaber oder Mitarbeiter, die sich hier bei ersten Kundenkontakten in Ausflüchten versuchen, also um den heißen Preis herum reden, verspielen die Chance, den potentiellen Kunden zu gewinnen. Es ist grundfalsch, die nach der Erfahrung erforderliche Anzahl von Fahrstunden und damit die Höhe der tatsächlichen Kosten verschleiern zu wollen.

Vergleich zu 2000

Ein Vergleich der jüngsten Studie mit der vom Jahr 2000 zeigt, dass die Erwartungen der Fahrschüler weithin gleich geblieben, in einigen Bereichen jedoch deutlich gestiegen sind. Heute ist den Fahrschülern die Erreichbarkeit der Fahrschule noch wichtiger als vor acht Jahren. In 2000 nannten 70% der Befragten die Erreichbarkeit der Fahrschule als sehr wichtig, 2008 waren es 85%. Die zwischenmenschliche Kompetenz des Fahrlehrers war den Fahrschülern im Jahr 2006 ebenso bedeutsam wie schon im Jahr 2000.

Pünktlichkeit und Äußeres hoch im Kurs

Einige „Charakteristika“ der Fahrlehrer bekamen im Jahr 2006 einen deutlich höheren Rang als vor sechs Jahren: Während damals 61% die Pünktlichkeit ihres Fahrlehrers als wichtig bis sehr wichtig einstuften, waren es diesmal 80% der Befragten, die nicht unnötig warten und nicht „versetzt“ werden wollen. Beim Thema „gepflegtes Erscheinungsbild des Fahrlehrers“ haben sich die Kundenerwartungen noch sehr viel deutlicher gesteigert. Während im Jahr 2000 nur 19% ein gepflegtes Erscheinungsbild für wichtig bis sehr wichtig hielten, wünschten dies im Jahr 2006 volle 55% der Befragten.

Lehrfahrzeuge

Wenn es um Lehrfahrzeuge geht, sind Sicherheit und komfortable Ausstattung besonders gefragt. Für 86% der Befragten war die Sicherheit des Ausbildungsfahrzeugs sehr wichtig. Dies nannten im Jahr 2000 nur 59% als wichtig. Komfortable Ausstattung wünschen sich heute 29% gegenüber 18% im Jahr 2000.

Beratung

Heutzutage betrachten die Medien die Verbraucheraufklärung als eine ihrer wichtigen Missionen. Der Verbraucher soll kritisch sein und Angeboten auf den Grund gehen. Da muss es nicht wundern, dass für angehende Fahrschüler ausführliche und offene Beratung heute von noch größerer Bedeutung ist als vor acht Jahren. 92% nannten vorausgehende Beratung als sehr wichtig. Im Jahr 2000 waren es nur 78%.

Guter Ruf, gutes Erscheinungsbild

Guter Ruf und gutes Erscheinungsbild der Fahrschule hatten schon immer einen hohen Stellenwert. Dieser ist in den letzten sechs Jahren sogar noch deutlich gestiegen: von 52% auf 79%. Zufriedene Kunden, die sich bei einer Fahrschule rundum gut betreut und aufgehoben fühlen, werden zu den besten Multiplikatoren und sorgen mit ihrer Empfehlung für neue Kunden.

Internet

Bei der Auswahl der Fahrschule ist das Internet heute wichtiger als vor sechs Jahren. Eine eigene Homepage der Fahrschule betrachten heute 30% der Befragten als bedeutsam gegenüber 11% in 2000. Weil das Internet als Informationsquelle vor allem bei jüngeren Leuten eine immer stärkere Rolle spielt, sollten Fahrschulen auf einen ansprechend gestalteten, informativen und freilich immer auch aktuellen Internetauftritt nicht verzichten.

Ausbildungsqualität, Ausbildungstransparenz

Auch diese Befragung hat gezeigt, dass Ausbildungsqualität und Ausbildungstransparenz für die Kundenzufriedenheit von außerordentlicher Bedeutung sind. Entgegen manch leichtfertiger Äußerungen, den Kunden käme es nur auf den schnellen Führerschein und entsprechend geraffte Prüfungsvorbereitung an, erwartet der Großteil der Befragten, in der Fahrschule eine solide Basis für sicheres Zurechtfinden im realen Straßenverkehr zu erhalten. Informationen über den Ausbildungsplan, regelmäßige Feedbackgespräche über den Ausbildungsstand am Schluss der Fahrstunde und nachvollziehbare Aufzeichnungen sind für die Überzahl der Fahrschüler von hoher Bedeutung, wenn es um die Qualität der Fahrschule geht.

Fazit

Nach diesen Ergebnissen scheint es für Fahrschulinhaber wichtig, in regelmäßigen Abständen ihre Kunden zu befragen, um deren Kritik und Wünsche kennenzulernen.

Die TÜV Rheinland Group hat dem Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. freundlicherweise erlaubt, allen Fahrschul-Inhabern, die Mitglied im Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. sind, ein Exemplar des Fragebogens zur Verfügung zu stellen (Anm.: ein Exemplar lag der FahrSchulPraxis 08/2008 bei). Dieser Fragebogen darf zur Kundenbefragung eingesetzt werden. Voraussetzung ist allerdings, dass die Urheberrechte der TÜV Rheinland Group nicht verletzt werden. Dies ist sichergestellt, wenn Kopien des Fragebogens benutzt werden. Wer die Fragebogen regelmäßig ausgibt und auswertet, tut einen wichtigen Schritt in Richtung noch mehr Kundenorientierung.

Jürgen Bauer

FahrSchulPraxis
Ausgabe August 2008

Erscheinungsdatum 15.08.2008

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