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Korsika Total 2008
Eine nahezu
minutiöse Chronologie

Kollege
Marcus Pollermann hat sich die Mühe gemacht, den Verlauf von Motorrad
Total 2008 ziemlich detailliert festzuhalten und mit seinen persönlichen
Eindrücken zu würzen. Die Redaktion bedankt sich bei ihm für die
lobenswerte Arbeit.
Es geht
los: Samstag, 20.09. – auf nach Genua
Die Anfahrt nach Genua
zum Treffpunkt Novotel war schon eine super Einstimmung für das
Motorrad-Langstreckentraining 2008. Von Süddeutschland bis Ligurien nur
Sonne. Der Umweg über den Gotthardpass wurde mit einer sagenhaften
Aussicht belohnt. Krönender Abschluss der Anreise waren die Kurven auf
der Autobahn 30 km vor Genua, eine tolle Vorbereitung auf die
ungezählten Kehren von Korsika.
Sonntag, 21.09.
6.00 Uhr Frühstück, kein
geruhsam normaler Sonntag, denn eine Fähre wartet nicht. Man traf sich
gegen 7.00 Uhr am Pier, aber dann langes Warten auf die Fähre. Es war
allerdings nicht viel los, sodass es nach der Einschiffung gleich
losging. Die Instruktoren trafen sich auf dem Schiff zur einer
Besprechung über den Verlauf der Reise nach dem Andocken in Bastia.
Während der Überfahrt nutzten viele den großzügigen Raum im Schiff, um
noch etwas Schlaf nachzuholen. Nach etwas mehr als vier Stunden legten
wir in Bastia an. Die Instruktoren versammelten ihre Schäfchen um sich
und los ging es zur ersten Gruppenfahrt. Bei sonnigem Motorradwetter -
so war es fast die ganze Woche über - erreichten wir nach wenigen
Kilometern den Col de Teghime mit seiner grandiosen Aussicht auf Bastia.
Bald danach lud uns das malerische Hafenstädtchen St. Florent zur ersten
Kaffeepause ein. Gut gestärkt ging es weiter durch L´lle Rousse und am
Meer entlang bis zu unserer Unterkunft, dem Club Med - Hotel Sant´
Ambroggio.
Cocktailempfang
Um 19 Uhr rief Karl-Heinz
Hiller zur offiziellen Begrüßung mit Cocktailempfang. Dabei wurden auch
die Instruktoren vorgestellt:
Michael Lindner - Gruppe 1; Siegfried Nill - Gruppe 2; Franz
Enghauser - Gruppe 3; Helmut Storck - Gruppe 4; Marcus Pollermann -
Gruppe 5; Georg Rück - Gruppe 6; Jan Kluge - Gruppe 7.

v. l.: Die Instruktoren Helmut Storck,
Marcus Pollermann, Michael Lindner, Siegfried Nill, Jan Kluge, Georg
Rück, Karl-Heinz Hiller, Franz Enghauser
Des Weiteren begrüßte uns
Bärbel Wünsche vom Club Med, die eigens von Deutschland angereist war,
um uns die ganze Woche über zu betreuen. Danach gaben wir uns dem
reichhaltigen Abendbuffet des Club Med hin, das keinen Wunsch offen
ließ. Wir saßen noch lange und konnten uns dabei schon einmal Gedanken
über die bevorstehende Woche auf Korsika machen.
Montag,
22.09.
Realverkehr I - was wird uns erwarten? Die Instruktoren warnten
noch mal vor Tieren und schlechten, teils auch schmutzigen Straßen. Dann
ging es auf Tour. Zuerst durch Calvi, vorbei an der Zitadelle, dann zur
Küstenstraße. Die war schmal und nicht gerade von feinstem Belag. Aber
die Aussichten waren fantastisch, genau wie im Streckenplan von
Karl-Heinz Hiller beschrieben. Nach vielen Kurven, Kühen und Kuhfladen
kamen wir nach Porto bzw. Marine de Porto. Eine kleine beschauliche
Bucht, in der zu pausieren eine Wonne war. Von dort aus fuhren einige
noch auf einen Abstecher in die Calanche. Es waren nur 10 Kilometer
Richtung Pirna, aber es war den Zeitaufwand wert. Wir wurden belohnt mit
sagenhaften roten Felsen in bizarren Formen, die in der Sonne ein
prachtvolles Naturschauspiel gaben. Auf dem Rückweg mieden wir die
holprige Küstenstraße und fuhren auf einer etwas besser ausgebauten
zurück zum Club. Dort warteten Swimmingpool, Boule und die Bar „Chillen“
auf uns.

Die Bergstraßen Korsikas boten ein ganz
besonderes Panorama
Dienstag, 23.09.
Morgens Theorie: Karl-Heinz Hiller referierte über aktuelle
Rechtsänderungen. Auch Tempo 130 auf Autobahnen war ein Thema. Im
Übrigen empfahl Hiller seinen Zuhörern, sich zum
Moderator für das Motorrad-Sicherheitstraining
ausbilden zu lassen. Danach Technikcheck der Motorräder, weil am
Nachmittag ein Sicherheitstraining für Fahrlehrer angesetzt war. Hierzu
trafen wir uns auf dem Parkplatz der Zitadelle in Calvi, von dem ein
Teil für uns gebucht war, um dort Übungen fahren zu können. Weil der
Platz nicht sehr groß war, mussten wir uns auf langsam zu fahrende
Übungen beschränken. Von der Spurgasse bis zum quadratischen Karree war
alles drin. Als Krönung gab es einen Wettbewerb, bei dem gewinnt, wer
auf einer Strecke von 25 Metern der Langsamste und Balancesicherste ist.
Am Ende gab es trotz der Anstrengungen zufriedene Gesichter, denn alle
hatten wieder etwas dazugelernt.

Karl-Heinz Hiller, links im Bild (weißes
T-Shirt) gibt Anweisungen für das Sicherheitstraining
Mittwoch, 24.09.
Wieder Realverkehr, diesmal Richtung Corte in die Berge. Der Weg
führte uns zum Col de Vergio (1467 m). Die Landschaft war von der
Vegetation und den Gesteinsformationen her so unterschiedlich, dass man
nach jeder Kurve wieder etwas Neues entdecken konnte.

Kühe sind auf Korsikas Straßen zu Hause.
Man(n) begegnet ihnen mit Respekt.
Hier waren nicht nur Kühe
unterwegs, nein, sogar Schweine lagen schlafend am Straßenrand und
ließen sich die Sonne auf die Borsten scheinen. Wir kamen an einem
Stausee mit wenig Wasser vorbei, an dessen Ufer nicht Menschen, sondern
sich nur Kühe der Sonne hingaben. Danach ging es noch einmal auf eine
anspruchsvolle Strecke, die wohl auch einer Wertungsprüfung bei der
Rallye Korsika dient: schmal, kurvig, herausfordernd - aber wunderbar.
Auf den letzten Kilometern hatten wir die Wahl zwischen einer breiten
schnellen Straße oder einer kurvigen mit schöner Aussicht. Die meisten
Gruppen entschieden sich für Letztere.
Donnerstag, 25.09.
Technischer Dienst oder ausruhen. Oder vielleicht doch noch ein
paar Kurven fahren? Es war uns freigestellt. Einige fuhren mit der
korsischen Eisenbahn überland, was sehr interessant gewesen sein soll.
Andere genossen wieder die grandiosen Straßen der Insel, wieder andere
gingen nach Calvi oder I´lle Rousse an den Hafen, um die Seeluft und
einen Eisbecher zu genießen.

Die Jan Kluge-Gruppe war diesmal sehr
passend gekleidet
Freitag, 26.09.
Mit gutem Frühstück
gestärkt ging es auf die letzte
Realverkehrsstrecke. Eine lange Tour stand uns bevor, die schon
nach 30 Kilometern auf ca. 1000 m Höhe eine Aussicht bot, die
ihresgleichen sucht: einzigartiger Blick über das Meer und die Buchten
von Korsika. Weiter dann Richtung Asco-Tal, wieder mit vielen, vielen
Kurven. Einer sagte, er habe auf einem Kilometer 50 Kurven gezählt. Die
Einfahrt ins Asco-Tal war am Anfang noch schön breit, aber als es weiter
hoch ging, waren die Kurven enger und die Luft kälter. Leider kam auch
noch etwas Regen hinzu. Aber nur minutenweise, so dass niemand richtig
nass wurde.
Angekommen in Haut-Asco,
wurden wir von Mercedes-Benz zum Mittagsessen
empfangen. Das Buffet war reich gedeckt mit einheimischem
Schinken und Salami sowie verschiedenem Käse. Manche träumten von einer
heißen Suppe, aber die mussten sich halt mit Kaffee oder Tee wärmen.
Danach gab es einen Fototermin mit allen Teilnehmern, umrahmt von
Mercedes-Benz-Automobilen. Robert Wilhelm, im Deutschland-Vertrieb von
Mercedes auch für die Fahrschulen zuständig, war eigens von Berlin nach
Calvi gereist, um die Verbundenheit mit den Fahrlehrern einmal mehr zu
unterstreichen.
Weiter ging es dann
Richtung Corte und in das Restonica-Tal. Im Sommer muss man dort in
Busse umsteigen, um die Schönheit des Tals bewundern zu können. Wir
konnten auf einem schmalen Sträßchen, das gerade für das Begegnen von
zwei Motorrädern reicht, bis ans Ende des Tals fahren und sahen noch
einmal eine überwältigende Landschaft, die uns sprachlos machte.

"Manöverkritik"
Abends war
Abschlussbesprechung, bei der sich die Teilnehmer frei über Motorrad
Total 2008 äußern sollten. Nach Aushändigung der Urkunden stand beim
Abendessen zu guter Letzt die obligatorische Champion-Tasse von
Leihwagen Hild auf dem Tisch. Der letzte Abend im Club Med klang
wiederum sehr gemütlich aus.

Gruppenfoto mit Stern
Samstag, 27.09.
Erholsames Ausschlafen -
auch mal schön. Wir müssen erst um 13.00 Uhr an der Fähre in Bastia
sein. Weil die Zeit es erlaubte, fuhren einige noch auf den Gipfel des
Col de Teghime, um die herrliche Aussicht zu genießen. Weil am Hafen
viel los war, dauerte das Einschiffen diesmal etwas länger. Ankunft in
Genua war gegen 19.00 Uhr. Dort trennten sich allmählich die Wege der
Beteiligten. Einige übernachteten noch einmal in Genua, andere fuhren
gleich weiter.
Sonntag, 28.09.
Für die wenigen, die im
Hotel übernachteten, ging es früh auf die Fahrt nach Hause. Auch hier
begleitete uns die Sonne wieder bis wir zu Hause angekommen waren.
Ich war das erste Mal auf
Korsika gewesen, aber nicht das letzte Mal. Es hat mich begeistert.
Schon heute freue ich mich auf Motorrad Total 2009 und auf neue
Reiserlebnisse.
Marcus
Pollermann |