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„Besorge Dir ein
Schrottauto, platziere es in der Fußgängerzone und kommuniziere in
Verbindung mit dem Namen deiner Fahrschule wie folgt: 'Auto fahren
kann man lernen!'" Diesen Blog entdeckte ich unlängst auf der
Website eines angeblichen Werbeberaters für Fahrschulen.
Der Erfolg einer
Fahrschule hängt nicht von bombastischer Werbung, sondern vielmehr
davon ab, ob sie im lokalen Bereich als solider, zuverlässiger
Ausbildungsbetrieb gilt. Doch genügt heutzutage Seriosität alleine,
um bei der meist jungen Kundschaft zu punkten?
Manche meinen, das
reiche nicht und legen sich deshalb einen Habitus zu, den sie für
besonders hip halten. Das fängt bei anonymisierenden Fantasienamen
(„Fahrschule Karacho“) an, geht mit nichtssagender Beschriftung der
Autos („Ihre flotte Fahrschule“) weiter, führt über grausame
Klamotten des Fahrlehrers bis zu erbärmlichen Werbeslogans. Einmal
abgesehen von der pseudo-coolen Firmierung mit Vornamen und
Apostroph („Frieda’s Turbo-Fahrschule“), zeichnet sich die Reklame
der den kurzlebigen Trends der Teens hinterher jagenden Fahrschulen
meist nicht durch geistige Höhenflüge, sondern durch peinliche
Geschmacklosigkeiten aus. Wenn, wie geschehen, sich eine
Gymnasialklasse im Deutschunterricht einen Spaß daraus macht, die
krausen Ergüsse einer Fahrschulwerbung zu sezieren und als
schwachsinnigen Schwulst entlarvt, verkehrt sich Werbung ins
Gegenteil. Noch schlimmer ist es, die Verkehrssicherheit vor die
Karre zu spannen, wenn junge Kunden mit Fahrten auf Ferrari & Co.
geködert werden sollen: „Unsere Fahrschüler lernen unter
professioneller Anleitung, wie man 200 km/h und mehr beherrscht!“
Wer Fahrausbildung zum Freizeitspaß degradiert, macht einen
kapitalen Fehler.
Den Führerschein zu
erwerben, ist ein bedeutsamer Schritt auf dem Weg ins
Erwachsenenleben. Dabei muss es zwar nicht nur bierernst zugehen,
aber die jungen Menschen wollen ernst genommen werden. Ich fürchte,
diese hippen Fahrschulchefs wissen gar nicht, wie die Jugend heute
tickt. Wüssten sie es, würden sie den Firlefanz lassen und auf den
Feldern Umweltschonung, Klimaschutz und hoher Anfängersicherheit
reüssieren wollen. Indes, Werbung mit solchen Inhalten muss man mit
der Lupe suchen. Fast alles, was über die Ankündigung des nächsten
Kursbeginns hinausgeht, ist substanzlos und daher unnütz, wenn nicht
gar schädlich. Dabei spielt das Image, das sich eine Fahrschule
unter anderem auch durch Werbung gibt, eine wichtige Rolle für die
Bereitschaft, sich ihr anzuvertrauen.
Und nicht zu
vergessen: Mangelnde Pflege des Äußeren, Mann, Auto, Lehrraum und
Büro, ist weder hip noch cool. Wie brach es doch neulich aus einer
enttäuschten Fahrschülerin heraus: „Er roch schlecht und sein Auto
ist ein selbstfahrender Mülleimer.“ |