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Schon
mehrfach wurde in dieser Zeitschrift über die in Baden-Württemberg
bevorstehende Einführung der Theorieprüfung am PC berichtet.
Inzwischen hat der TÜV mit dem Innenministerium den
01.01.2010 als verbindlichen Beginn
vereinbart. Geplant ist aber, die PC-Prüfung bereits ab Oktober oder
November 2009 nach und nach in ganz Baden-Württemberg einzuführen,
um einen reibungslosen Start zu sichern.
Die Bundesländer hatten
sich auf Vorschlag der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) schon
2007 auf die Ablösung der „Papierprüfung“ durch die PC-Prüfung
verständigt. Dafür sprachen vor allem prüfungstechnische Gründe: Die
Manipulationen hatten zugenommen und das gedankenlose
Auswendiglernen von Fragen wurde durch die immer gleiche Reihenfolge
der Fragen und der Antworten begünstigt. Auch ist der Druck und die
Bereitstellung vieler unterschiedlicher fremdsprachiger
Prüfungsbogen mit unangemessen hohen Kosten verbunden.
Dezentrales Prüfungsangebot bleibt erhalten
Die PC-Prüfung wird
Manipulationsversuche erheblich erschweren, weil die „Prüfungsbogen“
nach den Vorgaben der FeV individuell zusammengestellt werden
können. Die Reihenfolge der Fragen und der einzelnen Antworten ist
für jeden Bewerber anders, selbst wenn jemand den gleichen „Bogen“
bekommt wie sein Nebensitzer. Die Leitung des TÜV SÜD hat den
dringenden Wunsch der Fahrlehrerschaft akzeptiert und sich bereit
erklärt, die Prüfung auch künftig so weit als möglich dezentral
anzubieten. In anderen Bundesländern hingegen wurde die Anzahl der
Prüfungsorte deutlich reduziert. Allerdings erfordert die dezentrale
Lösung höhere Anforderungen der Planung und Logistik. Schließlich
muss der Prüfer diverse Geräte mitbringen: einen PC für jeden
Bewerber, einen Prüfer-PC und einen Drucker. Daneben muss er das
Computernetz installieren und nach der Prüfung wieder abbauen und
zum TÜV-Stützpunkt zurückbringen. Es wird deshalb künftig nicht mehr
möglich sein, eine Theorieprüfung separat für acht oder zehn
Bewerber anzubieten. Nach überzeugenden Berechnungen des TÜV wird
eine Mindestzahl von 30 Bewerbern je Prüftermin benötigt, um den
zusätzlichen Aufwand zu finanzieren. Selbstverständlich werden die
Bewerber auf mehrere Durchgänge verteilt. Da nur sehr wenige
Fahrschulen in Baden-Württemberg in der Lage sein dürften, diese
Anzahl in angemessenen Zeitabständen in ihren Räumen zur Prüfung
anzumelden, hat sich der Vorstand nach Beratungen im Beirat dafür
ausgesprochen, dass künftig auch in Baden-Württemberg aus
grundsätzlichen Erwägungen die Theorieprüfung nur noch in vom TÜV
angemieteten Räumen durchgeführt wird.
Kein völliges Neuland
Viele Bundesländer
haben die PC-Prüfung schon eingeführt. Baden-Württemberg betritt
also kein völliges Neuland. Die andernorts gemachten Erfahrungen
erleichtern den Start bei uns. Dabei hat sich gezeigt, dass selbst
Bewerber, die über keinerlei Erfahrung mit Computern verfügen, dem
für sie neuen Medium ohne Scheu und Verunsicherung begegnen. Ein
Fahrlehrer aus Brandenburg brachte seine einjährige Erfahrung mit
der Prüfung am PC unlängst auf den Punkt: „Wer mit dem Kuli ein
Kreuz machen kann, ist auch in der Lage, am PC das Antwortfeld
anzutippen.“
Eine wichtige
Erfahrung ist auch, dass der größte Teil der Fahrschüler nach
Einführung der PC-Prüfung auch weiterhin mit Papierfragebogen auf
die Prüfung übt. Die ursprüngliche Befürchtung, alle Fahrschulen
müssten eine größere Anzahl von Computern anschaffen und ihre
Öffnungszeiten deutlich verlängern, erwies sich als unbegründet.
Prüfungsorte abgestimmt
Der Leiter der
Technischen Prüfstelle hat zusammen mit dem Vorsitzenden des
Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., Peter Tschöpe, in allen
15 Niederlassungen des TÜV zusammen mit den betroffenen
Kreisvorsitzenden und den regionalen TÜV-Verantwortlichen Gespräche
geführt. Gemeinsam wurden die Orte abgestimmt, an denen künftig die
Prüfung am PC durchgeführt wird. Dabei zeigte sich, dass in der
Mehrzahl aller Niederlassungen bereits seit Jahren Theorieprüfungen
ausschließlich in zentralen Räumen durchgeführt werden. Wir werden
in der April-Ausgabe eine Liste aller Orte veröffentlichen, an denen
der TÜV die PC-gestützten Prüfungen abnehmen wird.
Elektronischer Prüfauftrag
Die Einführung der
PC-Prüfung läutet auch das Ende des papiernen Prüfauftrags ein. Der
Prüfer bringt künftig die Namen aller für diesen Tag gemeldeten
Bewerber als Datei auf dem PC mit. Findet die Prüfung in einem
TÜV-eigenen Raum statt, an dem der Prüfer Zugriff auf das
TÜV-Datennetz hat, werden die Daten der Bewerber über das interne
Datennetz auf seinen Rechner transferiert. Findet die Prüfung in
neutralen Räumen statt, muss der Prüfer die Bewerberdaten am Tag vor
der Prüfung per Datenstick auf seinen Rechner laden. Wenn am
Prüfungstag Bewerberdaten fehlen, kann die Prüfung nicht abgelegt
werden. Eine Übermittlung der Daten per Telefon oder Fax scheidet
aus. Deshalb wird es auch am Prüfungstag nicht mehr möglich sein,
einen Prüfling gegen einen anderen auszutauschen. Aus diesem Grund
kommt einer zuverlässigen und termingerechten namentlichen Meldung
der Prüfungskandidaten besondere Bedeutung zu.
In den Besprechungen
mit den Niederlassungen wurde deutlich, dass der weitaus
überwiegende Teil der Fahrschulen schon heute die Namen der
Prüflinge fristgerecht mitteilt. Im Interesse dieser Kolleginnen und
Kollegen wird sich der zuständige Niederlassungsleiter bzw. der
FE-Verantwortliche bereits in den nächsten Wochen mit den wenigen
etwas nachlässigen Fahrschulen in Verbindung setzen, um ihnen
Gelegenheit zu geben, sich über die Tragweite unpünktlicher
Anmeldungen zu informieren.
Vorteile für die Bewerber
Die Einführung der
PC-Prüfung bringt für die Bewerber einige günstige Neuerungen.
Erstens können sie künftig ihre Theorieprüfung an jedem Prüfungsort
in Baden-Württemberg ablegen. Das kann besonders für Kunden wichtig
sein, die einige Wochen aus beruflichen oder Ausbildungsgründen
nicht am Ort der Fahrschule sein können. Soll die Prüfung an einem
Ort außerhalb des Bereichs der eigentlich zuständigen
TÜV-Niederlassung abgelegt werden, muss die namentliche Meldung
bereits sieben statt der üblichen drei Arbeitstage vor dem
Prüftermin erfolgen.
Zweitens können die
Bewerber künftig im Rahmen der regulären Theorieprüfung mündlich
geprüft werden. Bei Bedarf bekommt der Bewerber einen Kopfhörer, so
dass er die Prüfungsfragen und -antworten nicht nur auf dem
Bildschirm sieht, sondern auch hört. Eine mündliche Prüfung muss
aber auch in Zukunft von der zuständigen FE-Behörde genehmigt
werden. Mündliche Prüfungen werden außerdem nur in deutscher Sprache
möglich sein. Das Innenministerium prüft, ob im Zusammenhang mit der
Einführung der PC-Prüfung die sog. Dolmetscherprüfung abgeschafft
werden kann. Diese Regelung haben einige andere Bundesländer schon
eingeführt. In diesem Punkt bedarf es aber einer bundeseinheitlichen
Regelung, weil sonst die Gefahr eines innerdeutschen
Führerscheintourismus entsteht.
Pilotprojekt in Tübingen
Der landesweiten
Einführung der PC-Prüfung wird in der Niederlassung Tübingen ein
Pilotprojekt vorgeschaltet. In allen Prüfungsorten dieser
Niederlassung wird schon ab dem Sommer mit PC geprüft. Sollten sich
dabei wider Erwarten noch Schwachstellen zeigen, könnten diese vor
dem landesweiten Start behoben werden.
Informationsquellen
Im März und April
werden in den Versammlungen der Kreisvereine die Verantwortlichen
des TÜV zu Gast sein und ausführlich über die Einführung der
PC-Prüfung in der jeweiligen Niederlassung berichten. Die Teilnahme
an diesen Versammlungen wird den Fahrschulinhabern ausdrücklich
empfohlen. Auch die in den Fahrschulen für die Planung der
Theorieprüfungen und die namentlichen Meldungen zuständigen
Mitarbeiter/innen sind herzlich eingeladen, sich aus erster Hand zu
informieren. Die FahrSchulPraxis wird in den nächsten Ausgaben bei
Bedarf über weitere Entwicklungen zur PC-Prüfung informieren. Am
Nachmittag des 25. April in Freiburg wird sich im internen Teil der
Mitgliederversammlung der Leiter der Technischen Prüfstelle,
Dipl.-Ing. Marcellus Kaup, sehr informativ zur PC-Prüfung äußern.
Übrigens: Wer sich
schon einmal vorab ein Bild vom Ablauf einer PC-Prüfung machen will,
kann auf der Internetseite
www.fahrerlaubnis.tuev-dekra.de eine
Demo-Prüfung herunterladen.
Eine Liste der PC-Prüforte finden Sie hier...
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