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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe April/2009, Seite 195
FleetBoard

Die totale Überwachung?

 

FleetBoard ist das Transport- und Flottenmanagement der Daimler AG. Am 5. Februar trafen sich im Mercedes-Benz Werk in Wörth 13 Fahrlehrer zu einem Seminar, um das System näher kennenzulernen. Dabei wurde bald klar: Das Thema ist komplexer als angenommen.

Fahrzeugdisposition und ökonomische Fahrweise werden in der Transportbranche immer wichtiger, denn es gilt, Leerfahrten und unnötigen Kraftstoffverbrauch zu vermeiden. Der Disponent muss deshalb immer wissen, wo sich seine Lkw gerade aufhalten, weshalb sie unterwegs sind oder momentan stehen. Es ist noch nicht so lange her, als man mit Betriebsfunk zu ermitteln versuchte, wo sich Fahrzeuge gerade befinden.

Unmittelbarer Kontakt

Diese Methode war mehr schlecht als recht, weil die Erreichbarkeit der Fahrer begrenzt war. Auch waren früher differenzierte Auswertungen des Kraftstoffverbrauchs nur bedingt möglich. Man konnte lediglich am Ende eines Monats die gefahrenen Kilometer und den dabei verbrauchten Kraftstoff ermitteln. Diese Methode war allerdings sehr ungenau; sie ließ nicht immer Rückschlüsse auf die Fahrweise zu, besonders wenn auf einem Fahrzeug mehrere Fahrer eingesetzt waren. Hier nun kann FleetBoard helfen. Der Disponent kann

  • erstens immer erkennen, wo sich seine Fahrzeuge aktuell befinden;
  • zweitens kann er dem Fahrer über SMS Anweisungen übermitteln und vom Fahrer Rückmeldungen und weitere Informationen erhalten;
  • drittens kann er ohne Umwege feststellen, ob geplante Ladezeiten beim jeweiligen Auftraggeber eingehalten werden können.

FleetBoard kann noch mehr

Doch FleetBoard kann noch mehr. Der Disponent kann beispielsweise den Kraftstoffverbrauch jeder Fahrt auslesen. So ist es möglich, relativ genau und objektiv zu ermitteln, weshalb ein Fahrer weniger sparsam fährt als ein anderer. Dazu wird unter anderem aufgezeichnet,

  • wie lange der Motor in einem bestimmten Drehzahlbereich lief und wie hoch die Drehmomentabnahme zum fraglichen Zeitpunkt war,
  • wie oft der Fahrer anhalten musste - und noch vieles mehr.

FleetBoard übermittelt automatisch die tatsächliche Gesamtmasse des Fahrzeugs. Dies ist wichtig, um bei der Auswertung die Fahrweise fair beurteilen zu können. Zugleich hilft dieser Wert dem Disponenten zu erkennen, wie viel freie Nutzlast ein bestimmtes Fahrzeug noch hat. Freilich müssen die Strecken vergleichbar sein. War ein Fahrer überwiegend auf der Autobahn? Oder mehr auf Landstraßen und im Stadtverkehr unterwegs? Wie war die Topografie? FleetBoard berücksichtigt das mit der Komponente „Einsatzschwere“.

Beispielhafte Auswertung

Im eingangs erwähnten Seminar wurden wir Fahrlehrer in die Auswertung eingewiesen. Herr Ströhle, Schulungsleiter bei FleetBoard, erklärte zunächst die Entwicklung und das gesamte Leistungsspektrum von FleetBoard, um danach anhand einiger realer Fahrten die Möglichkeiten der Auswertung aufzuzeigen. Er verdeutlichte, dass auftretende Probleme mit dem System oft nicht nur zu Lasten des Fahrers gehen, sondern auch der Disponent oftmals mehrere Dinge gleichzeitig beachten muss, wenn er dem Fahrer mit konkreten Hinweisen helfen will. Die nachfolgende beispielhafte Darstellung einer Auswertung bezieht sich auf eine Fahrt mit ca. 70 Prozent Autobahnanteil; der Rest verteilt sich auf Landstraßen und innerörtliche Bereiche. Das höchste Verbesserungspotential bei dieser Fahrt liegt offensichtlich in der vorausschauenden Fahrweise, die sich aus dem Verhältnis des mit der Betriebsbremse gebremsten Weges im Verhältnis zur gefahrenen Strecke errechnet. Um aber eine eindeutige Aussage treffen zu können, ist es notwendig, auch die anderen Werte genau zu betrachten und zu analysieren. Zieht man in Betracht, wie viele Kriterien für eine aussagekräftige Bewertung heranzuziehen sind, wird deutlich, dass solche Auswertungen nur von Leuten vorgenommen werden können, die gut eingearbeitet und kontinuierlich damit befasst sind.

Auswertungen durch Fahrlehrer

Sofern Fahrlehrer eine Auswertung vornehmen wollten, ginge das nur mit Zugriffsrecht auf die Internetseite von FleetBoard.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass FleetBoard viele Daten zu höchst nützlichen Informationen kompiliert. Diese Informationen helfen, durch konkrete individuelle Hinweise an die Fahrer das Fahrverhalten zu verbessern. Herr Ströhle berichtete, dass der Kraftstoffverbrauch in der Praxis um gut und gerne 5 bis 10 Prozent reduziert werden kann. Die Kunden und Fahrer verstehen FleetBoard deshalb auch nicht als Überwachungssystem, sondern als Schulungsinstrument. In vielen Speditionen wird FleetBoard als Basis eines Prämienlohnsystems eingesetzt.

Zur Vergrößerung des Beispiels
der FleetBoard-Auswertung ...

Vergrößerung: Beispiel einer FleetBoard-Auswertung

Andreas Tschöpe

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe April 2009

Erscheinungsdatum 15.04.2009

Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe im WWW:

 

 

Inhaltsverzeichnis

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PC-Prüforte: Wo wird ab Januar am PC geprüft?

  Ausländische Führerscheine: 3-jährige Frist weggefallen
  Neue Tierschutztransportverordnung (TierSchTrV): Was Fahrlehrer darüber wissen sollten
  Wettbewerb und neues UWG: Was Henry Ford von Werbung hielt
  Die Mautfalle lauert: Lehr-Lkw registrieren lassen
  FleetBoard: Die totale Überwachung?
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