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Von
jeher richten Unfallforscher einen besonders kritischen Blick auf
Landstraßen, weil dort vor allem auch junge Fahrer oft in Unfälle
mit schwerwiegenden Folgen verwickelt sind. In einer unlängst
erschienenen wissenschaftlichen Mitteilung der Bundesanstalt für
Straßenwesen (BASt) ist zu lesen, dass in den letzten Jahren die
Anzahl der schweren Verkehrsunfälle auf Landstraßen signifikant
abgenommen hat. Die BASt hat jüngst untersucht, worauf die günstige
Entwicklung zurückzuführen ist.
Von 2001 bis 2005
ging die Zahl der auf Landstraßen tödlich verunglückten Personen von
4481 auf 3228 (28%) zurück. Das ist beachtlich und fordert Analysten
im Interesse der weiteren Dämpfung des Unfallgeschehens geradezu
heraus, nach den Gründen zu suchen. Gegenstand der BASt-Untersuchung
war vor allem die Frage, inwieweit der Fortschritt der
Fahrzeugtechnik und Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur der
Landstraßen zur Minderung der Unfälle beigetragen haben. Hier ist
nicht der Platz, auf Einzelheiten des komplexen Untersuchungsdesigns
einzugehen. Zu erwähnen ist jedoch, dass die Untersuchung alle
relevanten fahrzeugtechnischen und straßenbaulichen Aspekte sowie
die im Einzelnen getroffenen verhaltensrechtlichen Anordnungen
berücksichtigte. Inwieweit die seit 1999 verbesserte Fahrausbildung
auf Landstraßen zu der positiven Entwicklung beigetragen hat, war
nicht Gegenstand der Untersuchung.
Die
Ergebnisse
Zu den Ergebnissen
der Untersuchung führt die BASt aus: „Die Zahl der Unfälle in
ESP-relevanten Situationen ist bei neuen Fahrzeugen, die
größtenteils über Fahrdynamikregelungen verfügen, überproportional
zurückgegangen. Der positive Effekt des ESP zeigt sich auch an der
Zahl der schweren Personenschäden (getötete und schwerverletzte
Pkw-Fahrer). Die Fahrdynamikregelung ESP hat, auf Basis des
Vergleichs einer Ausstattung von 100 Prozent gegenüber 0 Prozent,
eine Wirksamkeit von etwa 40 Prozent an der Reduzierung der schweren
Personenschäden in ESP-relevanten Situationen. Durch den Einsatz von
Bremsassistenten (BAS, die Red.) zeigte sich eine Reduktion der
Unfälle zu 31 Prozent in BAS-relevanten Situationen gegenüber 20
Prozent für nicht BAS-relevante Situationen. Dieser Effekt zeigte
sich jedoch gleichermaßen bei neuen und älteren Pkw. Neufahrzeuge
mit Gasentladungsscheinwerfern sind in den XENON-relevanten
Situationen etwas seltener an Verkehrsunfällen beteiligt.
Maßgebliche Sicherheitsvorteile ließen sich daraus nicht ableiten.
Bei Unfällen mit entgegenkommenden Fahrzeugen vermindert passive
Sicherheitsausstattung, zum Beispiel durch Airbags und Gurte, die
Unfallschwere in Neufahrzeugen mit 42 Prozent besonders deutlich
gegenüber 14 Prozent bei älteren Fahrzeugen.“
Resümee
In ihrem Resümee
folgert die BASt, dass moderne Fahrzeugtechnik entscheidend zur
Minderung von Zahl und Schwere der Verkehrsunfälle auf Landstraßen
beiträgt. Dazu passt eine Pressemitteilung der Robert Bosch GmbH vom
Februar dieses Jahres. Darin wird hervorgehoben, dass ESP bis zu 80
Prozent aller Schleuderunfälle zu verhindern vermag. Während in den
USA die obligatorische Ausrüstung der Pkw mit ESP bereits
schrittweise festgelegt sei, heißt es da weiter, werde in Europa
noch darüber beraten. Obwohl in Deutschland 81% der im ersten
Halbjahr 2008 neu zugelassenen Pkw mit ESP ausgerüstet waren, sind
es vor allem Kleinwagen, bei denen dieses lebensrettende System
häufig noch dem Rotstift zum Opfer fällt.
Käufer: Auf ESP bestehen
Das ist falsch, „denn
bei Kleinwagen ist ESP mindestens genau so wichtig wie bei größeren
Fahrzeugen“, sagt Werner Struth, bei Bosch für den Geschäftsbereich
Chassis Systems Control verantwortlich. Käufern neuer Pkw ist
dringend zu raten, auf ESP zu bestehen. Warum? Natürlich wegen der
höheren Fahrsicherheit, aber nicht zuletzt auch wegen des
Wiederverkaufswertes.
ESP
ist Voraussetzung für Höchstbewertung
Die Vereinigung Euro
NCAP (European New Car Assessment Programme), zu der europäische
Verkehrsministerien, Automobilclubs und Versicherungsverbände
gehören, prüft und bewertet die Sicherheit von Fahrzeugen durch
simulierte Unfälle, sog. Crashtests. Seit Februar dieses Jahres
erhalten Neufahrzeuge nur noch die Höchstbewertung von fünf Punkten,
wenn sie serienmäßig mit ESP ausgerüstet sind.

GLH
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