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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Mai/2009, Seite 234
59. Jahreshauptversammlung in Freiburg

Standing Ovation für Joachim Bullermann

Bilder in diesem Beitrag: Werner Kuhnle


Joachim Bullermann
Wer den Straßenprediger Leppich, das „Maschinengewehr Gottes“, einmal gehört hatte, verstand augenblicklich, warum Joachim Bullermann gelegentlich mit ihm verglichen wird. Während Pater Leppich in den frühen Jahren der Republik mit drastischer Rhetorik die Gottvergessenheit der neuen deutschen Wohlstandsgesellschaft

geißelte, hielt Bullermann in nicht weniger kantiger Rede den in Freiburg versammelten Fahrlehrern die Spiegel der Kundenvergessenheit und des unseligen Preismarketings vor.

Zur 59. ordentlichen Jahreshauptversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. waren am letzten Aprilwochenende über 400 Kolleginnen und Kollegen und viele Gäste aus allen Teilen des Bundeslandes ins Konzerthaus nach Freiburg gekommen. In gelöster Atmosphäre eröffnete Vorsitzender Peter Tschöpe den Verbandstag und begrüßte die Versammlung mit einer erfrischenden Rede. Er dankte den Mitgliedern, den Angehörigen und Mitarbeitern der Fahrschulen sowie namentlich Herrn Dr. Kirschner und Herrn Weinstock vom Innenministerium Baden-Württemberg, Herrn Wilhelm vom Vertrieb Deutschland der Daimler AG, Herrn Krieger vom Verlag Heinrich Vogel, München, Herrn Eichler, Mitglied der Geschäftsführung des TÜV SÜD aus München, Herrn Kaup, Leiter der Technischen Prüfstelle, Filderstadt, sehr herzlich für ihr Kommen. Den Reigen der namentlichen Begrüßungen schloss Tschöpe mit den Vorsitzenden der Fahrlehrerverbände Hamburg und Sachsen, Sabine Darjus und Horst Richter, sowie dem früheren Vorsitzenden Gebhard L. Heiler.

Dank an die ausstellenden Firmen

Mit der Empfehlung an die Mitglieder, sich das reiche und teilweise sehr innovative Angebot der „Fahrlehrermesse“ im Foyer nicht entgehen zu lassen, rief Tschöpe den ausstellenden Firmen ein herzliches Willkommen zu und bedankte sich für ihre Präsenz.

Mercedes, in diesem Jahr wiederum Hauptsponsor des Verbandstags, habe man in vielen Jahren bundesweit als verlässlichen Partner der Fahrschulen kennengelernt, lobte Tschöpe das Engagement des guten Sterns.

Ebenso freundliche Anerkennung zollte Tschöpe dem Verlag Heinrich Vogel, München, für das erneute Sponsoring der Kinderbetreuung. Nicht nur nebenbei zu erwähnen: In diesem Jahr haben doppelt so viele Fahrlehrer-Eltern als im Vorjahr ihre Kids mitgebracht und sie der professionellen Betreuung der Spaßmacher anvertraut.

TÜV – wichtiger Partner der Fahrschulen

Der TÜV, so Tschöpe, ist ein wichtiger Partner, mit dem die Fahrlehrer in ihrer täglichen Arbeit eng verbunden sind. Er freue sich, dass man in Herrn Kaup einen TP-Leiter habe, der zuhöre und immer aktiv mithelfe, im Prüfgeschäft aufkommende Fragen und Probleme rasch zu lösen. Tschöpe dankte Kaup für die vertrauensvolle Zusammenarbeit und äußerte sich zuversichtlich zu der am Ende dieses Jahres anstehenden Einführung der PC-Prüfung, deren Herausforderungen man in gemeinsamer Anstrengung begegnen werde.

Zukunft gestalten

Tschöpe übermittelte der Versammlung herzliche Grüße des Bundesvorsitzenden Gerhard von Bressensdorf und berichtete, die Arbeit der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. konzentriere sich in diesem Jahr besonders auf die Gestaltung der Zukunft des Fahrlehrerberufs. Auch er wolle die Gelegenheit dieser Stunde nutzen und auf einige für die Zukunft des Berufsstandes maßgebliche Fragestellungen eingehen. So dürfe die geplante Entbürokratisierung des Fahrlehrerrechts nicht zu weit getrieben werden. Die Fahrschulerlaubnis habe sich in ihrer heutigen rechtlichen Ausgestaltung bewährt und dürfe ebenso wenig angetastet werden wie die Ausbildungsbescheinigung. Die Gemeinschaftsfahrschule bedürfe anderer, ins System passender Regelungen. Für sie müsse eine eigene Fahrschulerlaubnis sowie der verantwortliche Leiter eingeführt werden. Der obligatorische Lehrgang über Fahrschulbetriebswirtschaft für angehende Fahrschulinhaber müsse dringend erweitert und künftig mit einer IHK-Prüfung einen die Kenntnisse verifizierenden Abschluss finden. Tschöpe mahnte auch die seit langem fälligen höheren Bildungsvoraussetzungen für Fahrlehreranwärter an. Es sei nicht länger zu tolerieren, dass junge Menschen ein Jahr ihres Lebens in eine Ausbildung investierten, um hinterher zu erfahren, dass sie mangels Eignung damit eigentlich gar nicht hätten anfangen sollen. Unter anhaltendem Beifall der Versammlung mahnte Tschöpe die vom Bundesverkehrsministerium zu erlassende Verordnung über Qualitätssicherung an. Es sei ein „Trauerspiel“, was hier seit mehr als vier Jahren ablaufe.

Mit Ausführungen zu weiteren wichtigen Themen, über die in der Juni-Ausgabe ausführlich berichtet wird, und dem Appell an die Mitglieder, die Zukunft brauche mehr denn je eine starke Berufsvertretung und das aktive Mittun aller Mitglieder, schloss Tschöpe unter großem Applaus seine beeindruckende Ansprache.

Grußworte

 


Karl Leible
Karl Leible, Vorsitzender des Kreisvereins Freiburg-Breisgau/Hochschwarzwald, wünschte der Versammlung einen erfolgreichen, harmonischen Verlauf. Dabei ging er auch kurz auf die Schönheiten Freiburgs und seiner Umgebung ein und meinte etwas spitz, die Attraktivität dieser Gegend sei wohl der Grund, weshalb sich hier so viele Fahrschulen niedergelassen hätten.

 

Hansjörg Sandler, Vorsitzender des Verkehrsausschusses des Stadtrates von Freiburg, überbrachte Grüße von Oberbürgermeister Dr. Salomon. Sandler ging in seiner kurzen Ansprache auf die Geschichte der Stadt ein, die schon vor 1000 Jahren ein Drehkreuz des Verkehrs gewesen sei.


Hansjörg Sandler

Er lobte die in Freiburg erreichte Kanalisierung des Individualverkehrs zugunsten großer Fußgängerbereiche. Abschließend würdigte Sandler die Arbeit der Fahrlehrer, die überragende Bedeutung für die Verkehrssicherheit habe.

 


Robert Wilhelm
Robert Wilhelm, in der Vertriebsorganisation der Daimler AG in Berlin u.a. für die Betreuung der Fahrschulen zuständig, ging sehr offen auf die derzeitige Krise der Wirtschaft ein, die besonders auch der Automobilindustrie zusetze. Er sei aber zuversichtlich, dass Mercedes dank der innovativen Technologie und der hohen Werthaltigkeit seiner Fahrzeuge - ganz aktuell an der neuen E-Klasse zu
messen - schon bald gestärkt aus diesem Tal heraustreten werde. Wilhelm sagte auch für die Zukunft die gewohnt hohe Aufmerksamkeit und Unterstützung seines Hauses für die Arbeit der Fahrschulen zu.

 

Marcellus Kaup, von der TÜV SÜD Auto Service GmbH, ging als Leiter der Technischen Prüfstelle auf den zahlenmäßig großen Erfolg des Modells Begleitetes Fahren in Baden-Württemberg ein, das einen außerordentlichen Anstieg der Prüflinge - bis zu 6.000 mehr pro Monat - hervorgerufen habe. Das sei für beide, Fahrlehrer und Prüfer, eine enorme Mehrbelastung gewesen, die man in gemeinsamer


Marcellus Kaup

Anstrengung souverän bewältigt habe. Kaup ging im Weiteren kurz auf die wesentlichen Modalitäten der für das Jahresende bevorstehenden Einführung der PC-Theorieprüfung ein. Er gab bekannt, die beim Inkasso der Prüfgebühren entstehenden Bankgebühren würden ab 1.1.2010 pauschal mit 25 € pro Jahr vergütet, sofern sich die Fahrschule zum Bankeinzug verstehe.

Ehrungen

Traditionell zeichnete der Vorstand in der Versammlung viele Kolleginnen und Kollegen für ihre 50-, 40-, 30- und 25-jährige Tätigkeit als Fahrlehrer aus. Mitglieder, die seit der letzten Hauptversammlung das 70. Lebensjahr vollendet hatten, wurden zu Ehrenmitgliedern ernannt.

Bullermann: „Wer Preise sät, wird Pleite ernten“

Auch der gewandteste Schreiber hätte Mühe, wollte er die durch das rhetorische Feuerwerk dieses begnadeten Redners erzeugte Spannung auch nur einigermaßen zutreffend schildern. Wenn Bullermann redet, will man keine Silbe verpassen. Der studierte Verkaufs- und Motivationstrainer hat seine Zuhörer voll im Griff. Warum? Weil er ihnen gnadenlos die Augen für die ganze Palette unternehmerischer Fehler, Ungeschicklichkeiten, Dummheiten und Versäumnisse öffnet, aber vor allem auch sagt, wie man es besser macht. Dass er dabei mit rustikalem Humor, fetzigen Sprüchen und weisen Zitaten aus der Literatur agiert, verleiht Bullermanns Kampfrede gegen lethargisches Preismarketing und mangelndes Selbstwertgefühl („Wer Preise sät, wird Pleite ernten“) nebenbei auch noch Unterhaltungswert. Sein Plädoyer für „Profilierung durch Differenzierung“ und „Menschenmarketing statt Preismarketing“ enthält die dringliche Aufforderung, aus dem eigenen „Erfahrungsgefängnis“ auszubrechen und „anders als andere“, besser als andere“ und „cleverer als andere“ zu werden. Hinter Joachim Bullermanns Botschaft „Vergiss im Leben nie, wer die Rechnung bezahlt!“ steckt der Rat an den Unternehmer, den Kunden als Mensch in den Mittelpunkt seines Denkens und Handelns zu stellen.

Mittagspause

Nach dem beeindruckenden Vortrag von Bullermann ging es zum vom TÜV spendierten Badischen Schäufele an Kraut und Knöpfle. Das war sehr gut und wurde trotz der großen Anzahl Gäste auffallend flott serviert. Auch an dieser Stelle herzlichen Dank der TÜV SÜD Auto Service GmbH für die freundliche Einladung.

Großen Dank auch für die wiederum hervorragende Organisation des Verbandstages. Unter der Regie von Iris Wimpff zeigten die Mitarbeiterinnen von Verband und FSG/ TTVA mbH einmal mehr, wie wahre Kundenorientierung auszusehen hat.

Der Nachmittag

Mit der Ehrung der seit der letzten Jahreshauptversammlung verstorbenen Mitglieder begann der interne Teil der Versammlung. Danach ging es zu den Regularien.

Besonders wichtige Punkte des ausführlichen schriftlichen Jahresberichts des Vorstandes, den die Mitglieder (samt Kassenberichten für Verband und Sterbekasse STOCK) beim Einlass erhalten hatten, erläuterte und kommentierte Vorsitzender Peter Tschöpe. Die Kassenberichte trug der 2. Vorsitzende, Jochen Klima, vor. Dem folgte der Bericht der Rechnungsprüfer, den Kollege Erwin Hodapp aus Rheinau vortrug. Zum Tagesordnungspunkt „Aussprache über Jahres- und Kassenberichte“ gab es keine Wortmeldungen. Der vom Rechnungsprüfer Hodapp beantragten Entlastung des Vorstandes stimmte die Versammlung ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung zu.

Mitgliedsbeitrag bleibt stabil

Obwohl die Gewinn- und Verlustrechnung für das Jahr 2008 einen Fehlbetrag von knapp 2.500 € und auch der Voranschlag für 2009 ein Minus von fast 3.500 € ausweist schlug der Vorstand vor, den Mitgliedsbeitrag nicht zu erhöhen. Offenbar will die Verbandsführung durch noch strengeres Haushalten - anders kann man sich die Zurückhaltung an der Beitragsfront nicht erklären - Einsparungen bewirken. Klima schloss aber eine Beitragserhöhung im nächsten Jahr nicht aus, zumal da der Beitrag seit 2001 nicht erhöht worden sei. Bei einer Gegenstimme und keiner Enthaltung nahm die Versammlung den Vorschlag des Vorstandes an.

Peter Tschöpe überzeugend wiedergewählt

Der Tagesordnungspunkt Wahlen brachte keine personellen Überraschungen. Zur Wahl stand zunächst das Amt des ersten Vorsitzenden, das Peter Tschöpe seit 1997 bekleidet. Die Versammlung stellte außer Tschöpe keinen Kandidaten auf und bestand auf Abstimmung durch Handzeichen. Tschöpe wurde mit überzeugendem Ergebnis (nur eine Gegenstimme, keine Enthaltung) für weitere vier Jahre zum 1. Vorsitzenden des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. gewählt.

Für das Amt des dritten Vorsitzenden bewarb sich außer Ralf Nicolai, Vorsitzender des Kreisvereins Ludwigsburg, niemand. In einer kurzen Vorstellungsrede ging Nicolai auf seinen beruflichen Werdegang ein. Danach war er schon während seines Jurastudiums im elterlichen Betrieb als Fahrlehrer tätig gewesen. Nach erfolgreichem Abschluss von Studium, Referendariat und der


Der neue dritte Verbandsvorsitzende Ralf Nicolai

zweiten juristischen Prüfung stieg Nicolai voll in den Fahrlehrerberuf ein und ist seitdem im Familienunternehmen tätig. Seine Wahl erfolgte nach entsprechender Abstimmung durch die Versammlung ebenfalls durch Handzeichen. Nicolai wurde bei zwei Gegenstimmen und keiner Enthaltung für die kommenden vier Jahre zum 3. Vorsitzenden gewählt.

Weil Rechnungsprüfer laut Satzung nur einmal wiedergewählt werden dürfen, musste Erwin Hodapp ausscheiden. Für ihn rückte Kollege Biehlmaier aus Böblingen, der bei zwei Enthaltungen ohne Gegenstimme gewählt wurde, nach.

Zum stellvertretenden Rechnungsprüfer wurde Kollege Haller aus Radolfzell bei einer Enthaltung ohne Gegenstimme gewählt.

Fahrlehrerversicherung: Im Mittelpunkt stehen die Versicherten

In einem kurzen, aber inhaltsreichen Referat legte Vorstandsmitglied Andreas Anft die eindeutig auf die Bedürfnisse des Berufsstandes ausgerichtete Geschäftspolitik des Unternehmens dar. Ganz im Sinne der Gründer komme es bei der Fahrlehrerversicherung nicht auf hohe Gewinne für Aktionäre an. Es gehe vielmehr darum, den Versicherten mit günstigen Prämien, passgenau auf den Berufsstand zugeschnittenen Produkten und mit bestem Service zu dienen. Trotz einiger schwerer Unfälle, die hohe Rückstellungen verlangten, habe das berufseigene Unternehmen im letzten Jahr einen bescheidenen Überschuss erwirtschaftet, der dem Eigenkapital zugeführt worden sei. Um auch in Krisenzeiten solvent zu sein und zu bleiben, sei die kontinuierliche Stärkung des Eigenkapitals erklärtes Ziel der Unternehmensführung.

Theorieprüfung am PC

TP-Leiter Kaup trug der Versammlung sehr eingehend den Stand des technischen und organisatorischen Ablaufs der zum Jahresende einzuführenden PC-Prüfung vor. Kaup begründete die Forderung nach im Regelfalle 30 Teilnehmern pro Prüfungstermin mit dem höheren Aufwand, den die Logistik der elektronischen Prüfung erfordere; auf Nachfrage räumte er in wirklich begründeten Fällen Abweichung bis mindestens 20 Teilnehmer ein. Dem wichtigen Anliegen der Fahrschulen, flächendeckend Prüfungen anzubieten, werde weitgehend entsprochen. Der Vortrag war eine anschauliche Vorschau auf die neue Ära der theoretischen Fahrerlaubnisprüfung, die Zweifel und Unsicherheiten der Fahrlehrer weithin zu zerstreuen und von den Vorteilen der elektronischen gegenüber der Papierprüfung zu überzeugen vermochte. Kaup verwies auch auf eine Prüfungs-Demo, die unter

www.fahrerlaubnis.tuev-dekra.de
oder
direkt zur Demo-Version Baden-Württemberg gelangen Sie mit diesem Link:
www.fahrerlaubnis.tuev-dekra.de/download.php?land=Baden-Wuerttemberg&lang=D
)

im Web zu finden ist.

Demokratietest glänzend bestanden

Als Kaup jedoch verkündete, PC-Prüfungen würden nur in neutralen Räumen, also nicht in den Lehrräumen von Fahrschulen abgehalten, kam erhebliche Bewegung, um nicht zu sagen Unruhe in die Versammlung. Ein an die Jahreshauptversammlung gestellter schriftlicher Antrag des Kreisvereins Freiburg lautete, die Versammlung möge sich dafür aussprechen, die Theorieprüfung solle, wie in Jahrzehnten ohne Beanstandung praktiziert, auch nach Einführung der PC-Prüfung unter Wahrung der Konditionen des TÜV weiterhin in Räumen der Fahrschulen stattfinden dürfen. Die Spannung im Saal nahm mit der Anzahl der Wortmeldungen zu. Die „gefühlte Stimmung“ signalisierte von Anfang an deutlichen Widerstand gegen das völlig „unbegründbare Diktat“ des TÜV. „Neutralität und Gleichheit“ waren die Hauptgründe des TÜV für die einseitige Aufkündigung einer in Jahrzehnten gewachsenen Übung. Einem näheren Besehen hielten diese jedoch nicht Stand. Denn warum müssen beim bloßen Wechsel des Mediums mit einem Mal Antworten auf Fragen gegeben werden, die niemand gestellt hat? Es gab auch Befürworter für die vom TÜV angesteuerte Abkehr von der von vielen Fahrschülern befürworteten Möglichkeit, die theoretische Prüfung auf vertrautem Terrain ablegen zu können. Verzerrung des Wettbewerbs soll das sein. Ja warum plötzlich jetzt - und in 50 und mehr Jahren zuvor nicht? Die Antragsteller und ihre Mitstreiter - häufig auch Prüfgemeinschaften - ließen keinen Zweifel an ihrer Bereitschaft, die neuen Konditionen des TÜV zu erfüllen, also jeweils die erforderliche Anzahl von Prüflingen zu stellen. Es gab auch neutrale Beobachter. Im Zwiegespräch fragte einer, ob denn die Fahrschulen für die Benutzung ihrer Lehrräume zu Prüfungszecken Wuchermieten verlangten? Die Antwort war ernüchternd, denn es ist nie etwas verlangt worden. Da meinte der Neutrale, er habe angesichts der oft beklagten knappen Gebühren große Not, die Haltung des TÜV zu verstehen.


Die Mitglieder stimmen ab

Wer es bisher noch nicht erlebt hatte, durfte nach dieser Debatte stolz auf die Diskussionskultur seiner berufsständischen Vertretung sein. Sachlichkeit und gegenseitiger Respekt wurden zu keinem Zeitpunkt verlassen. Die Beiträge waren fast ausnahmslos wohlüberlegt und sorgsam artikuliert. Die Abstimmung gab den Antragstellern Recht und wurde mit anhaltendem Beifall quittiert.

Der Abschluss

Einmal mehr hat die Jahreshauptversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg den Demokratietest glänzend bestanden, doch die Debatte hatte Zeit gekostet, sodass man erst nach 17.00 Uhr zur Behandlung der Tagesordnungspunkte „Die Mitglieder haben das Wort“ und „Verschiedenes“ kam. Der Vorstand beantwortete die Fragen der Mitglieder und nahm ihre Anliegen und Anregungen zur weiteren Bearbeitung auf. Mit einer knappen halben Stunde Verspätung schloss der Vorsitzende die Versammlung mit herzlichem Dank an alle und dem Wunsch nach einem gesunden Wiedersehen im kommenden Jahr in Ulm zur Feier des 60-jährigen Bestehens des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V.

Viele Teilnehmer fuhren nicht nach Hause, sondern blieben zum traditionellen Fahrlehrerball. Heinrich Del Core, ein schwäbischer Komödiant mit italienischen Wurzeln, riss die Gäste zu immer neuen Lachsalven und begeistertem Applaus hin. Auch die Tänzer kamen, der City Live Band sei Dank - bis lang nach Mitternacht auf ihre Kosten.

GLH

 

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe Mai 2009

Erscheinungsdatum 15.05.2009

Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe im WWW:

 

 

Inhaltsverzeichnis

  EDITORIAL: Verkehrsplaner in der Pflicht
 

Mitgliederversammlung in Freiburg: Standing Ovation für Joachim Bullermann

  Entgeltfortzahlung für Angestellte: Feiertage Urlaub, Krankheit
  Leserbrief: Gedanken zu BF 17
  Pressemitteilung: Car2go: 200 Smarts sollen Ulm mobiler machen
 

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