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Einer
unlängst veröffentlichten Studie der Technischen Universität Dortmund
zufolge sind in Großstädten wohnende Menschen weniger gefährdet, Opfer
eines Verkehrsunfalls zu werden, als Bewohner des Umlandes.
Die Idylle vom Häuschen
auf dem Lande, wo Kinder angstfrei tollen können, wird nach den
Erkenntnissen der Forscher von der im Umland der großen Städte und auf
dem flachen Land weit höheren Unfallgefahr überschattet.
Professor Christian
Holz-Rau und Dr. Joachim Scheiner vom Fachgebiet Verkehrswesen und
Verkehrsplanung der Fakultät Raumplanung der TU Dortmund analysierten
für Niedersachsen erstmals Verkehrsunfalldaten unter Berücksichtigung
des Wohnortes der verunglückten Personen. Denn, so die Forscher, die
Betrachtung der Unfallorte allein lasse nicht unbedingt einen
Rückschluss darauf zu, ob die Bevölkerung eines bestimmten Ortes mehr
oder weniger gefährdet sei. Man müsse auch daran denken, dass sich die
Bewohner des Umlandes, namentlich als Pendler und Schüler, in die Städte
hineinbewegten.
In den
Städten überwiegen die leichten Unfälle
Nach dieser Analyse ist
das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, schon für die in
den dicht besiedelten Umlandkreisen der großen Städte wohnenden Menschen
um rd. 40 Prozent höher als für die Stadtbevölkerung. In ländlichen
Gegenden ist das Risiko, im Straßenverkehr einen tödlichen Unfall zu
erleiden, doppelt bis dreimal so hoch wie in den Städten. Auch die
Gefahr, schwere Verletzungen zu erleiden, ist auf dem Land um 70 bis 100
Prozent größer als in Großstädten. Hingegen kommen leichte Verletzungen
als Folge von Verkehrunfällen in Großstädten etwas häufiger vor. Nach
den Forschungsergebnissen gilt die höhere Sicherheit in den großen
Städten für alle Altersgruppen gleichermaßen.
Gefahrenbereich Landstraße
Nach Dr. Scheiner leben
in ländlichen Kreisen schon die Kleinsten drei bis fünf Mal gefährlicher
als die Kinder der großen Städte. Hohe Geschwindigkeiten und riskante
Überholmanöver auf Landstraßen gereichen häufig nicht nur den Fahrern,
sondern allen Insassen der beteiligten Autos zum Unheil. Hinzu kommt die
anscheinend besondere Risikofreundlichkeit der Landjugend. „Bei jungen
Erwachsenen explodiert das Unfallrisiko im ländlichen Raum förmlich und
liegt um das 10- bis 20-fache höher als in Großstädten“, heißt es in der
Studie. Mit 18 stehe bei den Jugendlichen auf dem Land in aller Regel
der Pkw vor der Tür, mit dem vergleichsweise große Strecken zurückgelegt
würden, wodurch das Risiko zwangläufig steige. Nicht zuletzt auch
forderten „verhängnisvolle nächtliche Discofahrten“ einen traurigen
Tribut. Im Gegensatz dazu ließen die jungen Menschen in den Städten bei
voraussehbarem Alkoholgenuss ihr Auto oft stehen und bedienten sich der
öffentlichen Verkehrsmittel.
Fazit
Das Fazit der Studie von
Prof. Holz-Rau und Dr. Scheiner lautet: „Es mag viele Gründe geben, die
Städte zu verlassen und in das Umland zu ziehen. Aus der Perspektive der
Verkehrssicherheit ist den Haushalten zu raten, besser in der Stadt zu
bleiben. Für Familien gilt das in besonderem Maße.“
GLH
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