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In den
letzten Wochen wurde in den Medien viel über die „Neue Grippe“ oder
„Schweinegrippe“ berichtet. Warum so viel Publicity? Die ersten
Erkrankungsfälle traten im Frühjahr in Mexiko auf. Die Aufmerksamkeit
der Experten und der Öffentlichkeit wurde vor allem durch Mitteilungen
der dortigen Gesundheitsbehörden erregt, die eine hohe
Sterblichkeitsrate bei den von der neuen Influenza heimgesuchten
Menschen befürchten ließen.
Zum Glück hat sich das nicht
bestätigt. Die Infektionen sind zwar klassische Influenzaerkrankungen
(also keine „grippalen Infekte“ oder Schnupfeninfekte), aber der
Krankheitsverlauf ist in der Regel leichterer Art. Im Unterschied zum
einfachen „grippalen Infekt“ wird die „echte Virusgrippe“ (Influenza)
durch Influenza-Viren übertragen. Die hoch ansteckenden Viren werden
durch kleinste Tröpfchen z.B. beim Reden, Husten, Niesen und Berühren
übertragen.
Starkes
Fieber, deutliches Krankheitsgefühl
Die Virus-Grippe beginnt
aus meist völligem Wohlbefinden heraus mit zum Teil sehr starkem Fieber
und deutlichem Krankheitsgefühl. Weitere mögliche Symptome sind Kopf-,
Hals-, Glieder- und Kreuzschmerzen. Heiserkeit, Schnupfen und Husten
können hinzukommen. Komplikationen können Herz, Lunge und weitere Organe
betreffen. Jedes Jahr kommt es durch die Grippe zu Todesfällen. Es
trifft vor allem Kinder und ältere oder durch chronische Krankheiten
bereits geschwächte Personen.
Auch in
diesem Jahr gegen die saisonale Grippe impfen lassen?
Die Grippe-Schutzimpfung
hilft nur gegen die durch Influenza-Viren verursachten Infektionen
(echte Virusgrippe). Keinen Schutz stellt die Impfung gegen alle anderen
Viren und Bakterien her, die die banalen grippalen Infekte auslösen.
Zudem schützt die Impfung gegen die „saisonale“ Grippe nicht vor der
sogenannten Schweinegrippe, die sich seit April 2009 weltweit verbreitet
hat. Impfzeitpunkt ist insbesondere der Zeitraum zwischen September und
November. Der Impfschutz wird in der Regel innerhalb von zwei bis drei
Wochen nach der Impfung erreicht. Von der Ständigen Impfkommission (STIKO)
am Robert Koch-Institut wird die Grippeschutzimpfung u.a. für folgende
Personenkreise/Risikogruppen empfohlen:
- Personen über 60
Jahre;
- Kinder, Jugendliche
und Erwachsene mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines
Grundleidens, wie z.B. chronische Lungen-, Herz-Kreislauf-, Leber- und
Nierenerkrankungen, Diabetes und andere Stoffwechselkrankheiten,
Immunschwäche, HIV-Infektion;
- Personen mit erhöhter
Gefährdung durch direkten Kontakt zu Geflügel und Wildvögeln;
- Personen mit erhöhter
Gefährdung, z.B. medizinisches Personal, Personen in Einrichtungen mit
umfangreichem Publikumsverkehr.
Zur
Schweinegrippe (H1N1-Influenza)
In diesem Herbst gibt es
erstmals neben der üblichen alljährlichen Grippeschutzimpfung gegen die
sogenannte „saisonale Grippe“ auch eine Schutzimpfung gegen die
Schweinegrippe. Die Schweinegrippe wird sich vermutlich auch in
Deutschland noch weiter ausbreiten. Experten rechnen für das aktuelle
Winterhalbjahr mit dem gleichzeitigen Auftreten von saisonaler Grippe
und Schweinegrippe. Leider gibt es keine kombinierte Schutzimpfung, die
gegen beide Grippeformen zugleich schützt. Gegen Schweinegrippe sollen
nach den bisherigen Empfehlungen vorrangig bestimmte Berufsgruppen wie
Klinikpersonal, Polizei und Feuerwehr geimpft werden.
Dr. med.
Klaus-Dieter Koch-Wrenger
(Betriebsarzt, TÜV SÜD Life Service GmbH) |