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Als letzte
der baden-württembergischen Niederlassungen des TÜV SÜD meldeten Singen
und Ravensburg am 30.11.2009, die Umstellung vom Papier auf Elektronik
sei ohne nennenswerte Probleme gelaufen.

Die landesweit
flächendeckende Prüfung mit PC setzt den Einsatz mobiler Geräte voraus.
Unter dieser Prämisse lief seit Sommer ein Pilotprojekt in der
Niederlassung Tübingen. Schon dabei waren keine ernsthaften Probleme
aufgetreten. Kleinere Stolpersteine wurden erkannt, was ja Sinn und
Zweck des Pilotversuchs war. So konnten alle Schwachstellen vor dem
großen Start in den Niederlassungen beseitigt werden. Dass in einer
Niederlassung ein Rechner zeitweilig streikte und der Touchscreen nicht
auf Berührung reagierte, hat nichts mit dem System zu tun, sondern mit
einem Defekt, wie er bei jeder Maschine einmal auftreten kann.
PC-Prüfung kommt gut an
Um es gleich
vorwegzunehmen, die Führerscheinbewerber mögen das neue Verfahren.
Ebenso zufrieden sind Fahrlehrer, Sachverständige und Prüfer. Gemeckert
haben nicht einmal die Durchgefallenen. Keiner hat den Misserfolg auf
die PC-Prüfung geschoben. Am 18.11.2009 hatte ich Gelegenheit, zusammen
mit dem Leiter der TÜV-Niederlassung Stuttgart, Carsten Arnold, in
Waiblingen eine Prüfung zu beobachten. Dabei berichteten alle befragten
Bewerberinnen und Bewerber, ihre Fahrschule habe sie darüber informiert,
dass die Prüfung am PC abzulegen sei. Jedoch kannten sie
erstaunlicherweise weder die den Fahrschulen zur Verfügung gestellte
Demoversion (www.fahrerlaubnis.tuev-dekra.de)
noch wussten sie von der Möglichkeit, sich via Internet über den Ablauf
der PC-Prüfung informieren zu können. Trotzdem kamen alle Kandidaten
mühelos mit dem Programm zurecht.
Chronik
der Vorbereitung und des Ablaufs
30 Bewerber gelten als
Normalbelegung eines Prüftermins. Dafür, so verlautete es vom TÜV
während der Vorbereitungsphase, müsse eine Rüstzeit von mindestens 30
Minuten und eine Abbauzeit von etwa 20 Minuten angesetzt werden. Wir
wollten wissen, was real abläuft, bevor der Sachverständige die Bewerber
in den Prüfraum bitten kann. Die Prüfung in Waiblingen führte aaS
Michael Wagner durch. Er hatte zuvor schon mehrere PC-Prüfungen
abgehalten und bediente die Geräte routiniert. In Waiblingen werden die
theoretischen Prüfungen bereits seit Jahren im Berufsschulzentrum
durchgeführt. Der Beginn des ersten Prüfungsdurchgangs war für 14.00 Uhr
anberaumt. Herr Arnold und ich trafen uns um 13.00 Uhr. Zu diesem
Zeitpunkt kam auch Michael Wagner mit seinem voll beladenen Pkw an. Da
in Waiblingen pro Durchgang jeweils bis zu 15 Bewerber geprüft werden,
musste er neben seinem Prüfer-PC drei Koffer mit jeweils fünf
Bewerber-PC (Pad) und einen Rucksack mit seinen persönlichen Unterlagen
(Listen, Stempel, Kasse etc.) mitbringen. Die Daten der Bewerber hatte
er zur Sicherheit zusätzlich auf einem Stick gespeichert.
| 13.00 Uhr: |
Wagner
bringt den Prüferkoffer und einen Koffer mit fünf Bewerber-PC in den
Prüfraum. |
| 13.05 Uhr: |
Wagner
verkabelt den Prüfer-PC und fährt diesen hoch. Außerdem packt er die
ersten fünf Pads aus. |
| 13.10 Uhr:
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Wagner
holt zwei weitere Koffer. |
| 13.18 Uhr: |
Wagner
überprüft, ob der Prüfer-PC korrekt hochgefahren ist. |
| 13.20 Uhr: |
Wagner
überprüft die Akkus der ersten fünf Pads, verteilt die Geräte auf
die Tische und schaltet sie ein. Während sich die Geräte automatisch
an den Prüfer-PC andocken, packt Wagner die nächsten fünf Pads aus
und überprüft die Akkus. Dann überzeugt er sich, ob die ersten fünf
Pads ordnungsgemäß im PC angemeldet sind. |
| 13.26 Uhr:
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Auch
die nächsten fünf Pads sind zwischenzeitlich am Netz. |
| 13.32 Uhr: |
Die
restlichen fünf Pads werden überprüft und aufgestellt. |
| 13.40 Uhr:
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Alle
Pads sind jetzt am Netz. Wagner überträgt die Bewerberdaten vom
Stick auf den Prüfer-PC. Er kontrolliert stichprobenartig anhand der
mitgelieferten Listen, ob alle Daten korrekt aufgespielt sind, so
beispielsweise, ob für eine fremdsprachige Prüfung gemeldete
Bewerber entsprechend vermerkt sind. Nötigenfalls könnte er jetzt
noch, bevor die Bewerber im Prüfraum sind, erforderliche Änderungen
vornehmen. Bei zwei Bewerbern ist vermerkt, dass die
Ausbildungsbescheinigung noch fehlt. |
| 13.46 Uhr: |
Alle
Bewerber des ersten Durchgangs sind jetzt freigeschaltet. Die
Prüfung könnte beginnen. Seit dem Eintreffen des Sachverständigen
sind jetzt 49 Minuten vergangen. Allerdings kann Wagner die weiteren
Durchgänge innerhalb von wenigen Minuten freischalten. |
| 13.52 Uhr:
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Die
ersten Bewerber kommen in den Prüfraum. Gleich beim ersten gibt es
ein Problem. Seine Daten sind im System nicht erfasst. Wagner ruft
bei der Niederlassung an und erkundigt sich. Er erfährt, dass der
junge Mann von seiner Fahrschule nicht angemeldet wurde. Der zweite
Bewerber kann die noch fehlende Ausbildungsbescheinigung nicht
vorlegen. Wagner bietet ihm an, seine Fahrschule anzurufen und sich
die Bescheinigung bringen zu lassen. Falls es in einem der nächsten
Durchgänge einen freien Platz gibt, könnte er später noch geprüft
werden. |
| 14.00 Uhr:
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Alle
Bewerber haben Platz genommen. Wagner erläutert den Ablauf der
Prüfung. |
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14.03 Uhr: |
Die
Prüfung beginnt. |
| 14.12 Uhr:
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Der
erste Bewerber zeigt an, dass er fertig ist. Wagner spielt ihm das
Ergebnis auf den Rechner zurück. Fünf Fehlerpunkte. Bestanden. Der
Bewerber verlässt den Raum. |
| 14.33 Uhr: |
Die
letzte Bewerberin gibt ab. Leider hat sie nicht bestanden.
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| 14.35 Uhr:
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Wagner
reinigt die Oberflächen der PAD mit einem feuchten Tuch. Danach
bereitet er den nächsten Durchgang vor. |
| 14.45 Uhr: |
Der
zweite Durchgang startet. Wagner bittet die Bewerber zur
Identitätskontrolle in den Raum. |
Peter
Tschöpe |