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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Februar/2010, Seite 85
Zu Beginn der Motorradsaison

Aufruf zum "Tag der Motorrad-Fahrlehrer"

Termin: 12. Juli 2010
Ort:
Neuhausen ob Eck

 

Am 21. und 22. September 2009 fand in Berlin das Internationale Motorradsymposium 2009 statt. An der von der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) ausgerichteten Veranstaltung nahmen mehr als 100 Fachleute aus den Disziplinen Unfallforschung und Verkehrssicherheit, daneben Politiker, Polizeibeamte, Repräsentanten der Motorradhersteller teil. Die Fahrlehrerverbände waren durch den Bundesvorsitzenden Gerhard von Bressensdorf und die Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Hamburg e.V., Sabine Darjus, vertreten.

Das Programm zielte vor allem auf Minderung des hohen Unfallrisikos der Motorradfahrer in Europa. Zum Abschluss des Symposiums wurden Empfehlungen als Grundlage für weitere Aktivitäten zur Motorradsicherheit auf europäischer Ebene formuliert.

Empfehlungen des Symposiums

So forderte der Arbeitskreis Fahrzeug und Infrastruktur unter anderem, zur besseren Sichtbarkeit von Zweiradfahrern seien auffälligere Schutzkleidung und spezielle Tagfahrleuchten erforderlich. Außerdem müsse die Forschung für die Entwicklung von Fahrerassistenz und Warnsystemen intensiviert werden. Von Motorradfahrern stark frequentierte Strecken sollten im Hinblick auf Sicherheitsdefizite untersucht werden. Kreuzungen sollten grundsätzlich mit speziellen Ampelphasen für Linksabbieger ausgestattet sein. Der

Arbeitskreis Fahrer und Recht sprach sich für eine regelmäßige Teilnahme der Motorradfahrer an Sicherheitstrainings - auch im realen Straßenverkehr - aus. Darüber hinaus sei auch eine gezielte Verkehrsüberwachung notwendig, um alle möglichen gesetzlichen Instrumente konsequent ausschöpfen zu können. An die Motorradmedien erging der Appell, künftig auf Berichte über riskante Fahr- und Verhaltensweisen zu verzichten.

Das Programm im Download

Das Programm, die Referate und die Empfehlungen sind in einem Tagungsband zusammengefasst, der als Download unter www.udv.de zur Verfügung steht. Nahezu gleiche Ergebnisse wie dieses Symposium brachte auch schon die internationale Motorradkonferenz vom 6. und 7. Oktober 2008, über die in dieser Zeitschrift in den Ausgaben Februar 2009 (S. 92 ff.) und März 2009 (Seite 148 ff.) ausführlich berichtet wurde.

Selbstzufriedenheit?

Im internationalen Vergleich schneidet die Ausbildung der deutschen Motorradeleven gewiss gut ab. Doch es gibt in den Ländern der EU vereinzelt Modelle, die zeigen: Motorradausbildung kann noch besser sein. Überheblichkeit ist bekanntlich oft der Anfang eines verhängnisvollen Stillstands. Am Beginn der Motorradsaison rufe ich Sie, liebe Leserinnen und Leser in Nah und Fern, deshalb dazu auf, auch 2010 wieder alles für die bestmögliche Vorbereitung Ihrer Motorradfahrschüler/innen zu geben; sie sollen dank einer Spitzenausbildung von Anfang an die besten Chancen haben, im Straßenverkehr sicher unterwegs zu sein.

Setzen Sie Ihre „Marke“

Freilich fällt es in wirtschaftlich schwieriger Zeit besonders schwer, zusätzlich Geld für die Optimierung der Motorradausbildung in die Hand zu nehmen. Doch Ihre Investitionen in Fortbildung, in ein angemessenes Motorrad zum Begleiten, Ihre eigene Motorradbekleidung, ordentliche Schutzkleidung für Ihre Fahrschüler, passende Maschinen für die unterschiedlichen Körpergrößen der Fahrschüler, eine zweite Funkanlage für das Begleiten vom Motorrad und so weiter, lohnen sich. Sie investieren damit in Ihre „Marke“ als Motorradspezialist und somit in Ihre Zukunft. Weil der Markt der Zweiradführerscheine voraussichtlich noch etwas schrumpfen wird, kommt es in den kommenden Jahren mehr denn je darauf an, sich einen Namen als Motorradprofi zu machen.

Kundenfang mit schwacher Motorradausbildung?

Wer die Motorradausbildung nicht aus Berufung und Leidenschaft, sondern nur aus Wettbewerbsgründen eher schlecht als recht betreibt (man will diese Kunden nicht dem Mitbewerber überlassen), sollte sich überlegen, ob das für das Image seiner Fahrschule auf Dauer gut sein kann. Wäre da nicht die Zusammenarbeit mit einer kompetenten, weil spezialisierten Motorradfahrschule viel sinnvoller? Es gibt immer noch zu viele Kollegen, die seit Jahren selbst nicht mehr Motorrad fahren, aber in diesem diffizilen Zweig ausbilden. Es ist einfach nicht akzeptabel, dass einer, der anderen das Motorradfahren beibringen will, selbst nicht Motorrad fährt. Ein Fluglehrer, der selbst nicht mehr aufstiege, wäre nach kurzer Zeit seine Lizenz los. Ein Tanzlehrer, der die Schritte nicht mehr selbst beherrschte und vortanzte, wäre in Nullkommanichts bankrott!

Ich zitiere hierzu aus dem „Curricularen Leitfaden“ für die Motorradausbildung:

"Ein Motorradfahrlehrer hat bei der Ausbildung keine direkte Möglichkeit einzugreifen. Seine Verantwortung ist deshalb besonders groß. Vom Fahrlehrer wird erwartet, dass er über ausreichende Erfahrung mit dem Motorrad verfügt, die auch noch in die heutige Zeit hineinreicht. Ein guter Fahrlehrer ist mit Leib und Seele Motorradfahrer und hat ein persönliches Verhältnis zu seiner Maschine. Noch immer hat das Vorbild des Lehrers am meisten Wirkung. Motorradausbildung, nur um das Angebot zu komplettieren, ist zu wenig. Fahrlehrer, die ihre Motorradschüler nur vom geschützten Raum des Pkw dirigieren, lassen weder impulsives Mitergriffenwerden noch besondere Sympathie beim Fahrschüler aufkommen."

Ein „Tag der Motorradfahrlehrer“

Wie wäre es, wenn wir über dieses Manko und viele andere aktuelle Fragen einmal in einem größeren Kreis miteinander sprechen würden? Wenn Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, das auch wollen, lädt Sie Ihr Verband in diesem Jahr gerne zum ersten

Tag der Motorradfahrlehrer ein.

Vorgesehen ist

Montag, der 12. Juli 2010, ganztägig,

Ort: Neuhausen ob Eck.

Diesen Termin bitte schon jetzt vormerken!

Hier eine kurze Programmvorschau:

  • Workshops,
  • Diskussionen,
  • Sicherheits-Übungen,
  • Ausstellung.

Sicherheitstraining – eine originäre Aufgabe für Fahrlehrer

Zum Schluss greife ich eine der Empfehlungen des Motorradsymposiums noch einmal auf. Schon im Bericht über die internationale Motorradkonferenz und auch jetzt wieder auf dem Berliner Symposium wurden Sicherheitstrainings für Motorradfahrer/innen dringend empfohlen. Deshalb muss sich jeder engagierte Motorradausbilder darüber Gedanken machen, ob es nicht als Ergänzung zu einer guten Erstausbildung der Motorradfahrer hervorragend passte, ehemalige Kunden (und andere!) auch nach bestandener Fahrerlaubnisprüfung durch Sicherheitstrainings im oder außerhalb des Realverkehrs zu betreuen. Ein in finanzieller Hinsicht lukratives Geschäft ist das sicherlich nicht. Aber jedes Training ist auch für uns als Fahrlehrer/in immer sehr aufschlussreich. So erhält man viele Rückmeldungen für seine Ausbildung. Ich kenne viele Fahrlehrer/innen, die Inhalte aus dem Motorrad-Sicherheitstraining in ihren Ausbildungsalltag einfließen lassen.

Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. war übrigens die erste Organisation, die vor mehr als 30 Jahren erfolgreich Sicherheitsübungen für Fahrlehrer entworfen und praktisch durchgeführt hat. Das war die Keimzelle des späteren Sicherheitstrainings. Wir haben schon Sicherheitstrainer ausgebildet, als andere noch gar nicht daran dachten. Es wäre nach meiner Ansicht sehr schade, wenn dieser Bereich vor allem angelernten Laien überlassen würde. Fahrlehrer/innen sind prädestiniert für diesen „Job“, der neben Fachlichkeit ausgeprägte pädagogische Erfahrung verlangt.

Deshalb: Werden Sie Instruktor für das Motorrad-Sicherheitstraining.

Ihr Verband bietet in Neuhausen ob Eck ein zweitägiges Einweisungsseminar (mit vorausgehendem Sicherheitstraining für Fahrlehrer: drei Tage) an.

Termin: 8. und 9. Juni 2010 +
SHT: 7. bis 9. Juni 2010.

(Siehe aktuelle Fortbildungsangebote ...)

Mit freundlichem Gruß aus Hohenlohe

Karl-Heinz Hiller
Motorradreferent

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe Februar 2010

Erscheinungsdatum 15.02.2010

Ausgewählte Artikel dieser Ausgabe im WWW:

 

Inhaltsverzeichnis

 

EDITORIAL: Risiko durch optimierte Ausbildung senken

 

Einladung: 60. ordentliche Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e. V.

 

Fit im Verkehr: Hohes Interesse beim Roten Kreuz in Buchen

 

Begleitetes Fahren mit 17: Begleitperson ohne Führerschein

 

Staatenliste (Anlage 11 FeV) erweitert: Australien gehört jetzt auch dazu

 

Mindestalter für gewerbliche Beförderungen - Bei Besitzstand alles klar

  Motorrad-Ausbildung: Wichtiges Urteil zur Schutzkleidung
  Zu Beginn der Motorradsaison: Aufruf zum „Tag der Motorradfahrlehrer“
  Wenn Berufsunfähigkeit droht: Wichtige Informationen für alle Fahrlehrer
  Bagatellunfälle: Fahrbahn rasch frei machen
 

Gerichtsurteile: Umweltzone in Berlin ist rechtmäßig (967) Vorsicht beim Öffnen der Fahrzeugtür (966) Fahrverbot auch für Frühstarter (965) Parken in der Umweltzone (964) Festnetzmobiltelefon ist kein Handy (963) Richtgeschwindigkeit ist einzuhalten (962) Sichtfahrgebot bei Straßenbaustelle (961) Keine Hundehaltung im Pkw (960) GmbH ohne Geschäftsführer (959)