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Sehr geehrte Leserinnen
und Leser, es
ist kein Zufall, dass die deutsche Fahrausbildung weltweit als
wegweisend gilt. Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich
hierzulande die Anforderungen an die Fahrausbildung erheblich
gewandelt. Heute wird von der Fahrschule mehr als technische
Instruktion und die Vermittlung schieren Regelwissens erwartet.
Fahrschüler sollen vielmehr zu einem nachhaltigen Verkehrsverhalten
erzogen werden, das auf Verantwortung für Leben, Schutz für
Gesundheit, Umwelt und Eigentum, auf Rücksicht und Partnerschaft
basiert. Diese Ausbildungsziele sind in der
Fahrschülerausbildungsordnung verbindlich vorgegeben. Wer als
Fahrlehrer pflichtgemäß danach handelt, weiß, dass Angebote sog.
Schnellbleichen wie „In sieben Tagen zum Führerschein“ einer groben
Missachtung der Ausbildungsordnung das Wort reden. In so kurzer Zeit
lässt sich allenfalls (freilich ohne jede Gewähr!) das Allernötigste
für die Prüfung einpauken. Es fehlt bei diesen pädagogisch
widersinnigen Crashkursen eindeutig an der sogenannten Setzzeit,
während der Schüler das Gelernte reflektieren und vertiefen kann.
Umso bedenklicher ist
es, dass auch staatliche Stellen von Fahrschulen erwarten, ihre
Kunden in no time und unter unzumutbaren Bedingungen „prüfungsreif“
zu machen. Die Inhalte und Ziele der Fahrschüler-Ausbildungsordnung
und somit die einer verkehrssicherheitlich geprägten Ausbildung
sollen bei diesen Aufträgen allem Anschein nach unbeachtet bleiben.
Das ist skandalös. So sollten beispielsweise die Arbeitsagenturen
vor allem Wert darauf legen, dass die von ihnen in eine aus
Steuermitteln finanzierte Fahrausbildung oder Fahrerfortbildung
geschickten Personen nicht möglichst schnell, sondern möglichst
intensiv und nachhaltig ausgebildet werden, zumal es sich dabei
häufig um Fahrer schwerer Lkw handelt.
Der Primat der
Ausbildung wurde in Deutschland früher als in vielen anderen Ländern
erkannt und durch Handeln des Gesetzgebers bestätigt. Wenn nun
Ausschreibungen der öffentlichen Hände gleichsam die Momentaufnahme
der Fahrprüfung zum einzig bedeutsamen Kriterium erheben, empfindet
das die überwiegende Mehrzahl der Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer als
eine Bevorzugung des Miserablen gegenüber verantwortungsbewusster
Ausbildungsqualität.
Mit besten
Grüßen
Ihr
Peter Tschöpe
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