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24. April
2010. Die schwäbische Donaumetropole strahlte im Glanz eines
bilderbuchhaften Frühlingstages. Wieder einmal im Congress Centrum zu
Ulm, demonstrierte die 60. ordentliche Mitgliederversammlung des
südwestdeutschen Fahrlehrerverbandes sehr eindrucksvoll die von ihm
ausgehende Kraft und Vitalität. „Den Blick voraus – doch das Bewährte
schätzen und achten“, so lässt sich der Geist dieser Jubiläumstagung
etikettieren. Führerschein – und wie tickt da die Jugend? Mit einem
diese Frage erhellenden Vortrag zog der renommierte Humanwissenschaftler
Prof. Dr. Malte Mienert die Zuhörer in Bann. Ein weiterer Höhepunkt des
Vormittags war der Dialog des früheren Verbandsvorsitzenden Gebhard L.
Heiler mit seinem Nachfolger Peter Tschöpe. Sie ließen, mit Humor
gewürzt, die sechzig Jahre Verbandsgeschichte Revue passieren und
schrieben der baden-württembergischen Fahrlehrerschaft einige deutliche
Worte zur Zukunft ihres Berufes ins Stammbuch.
Aus Anlass des runden
Verbandsgeburtstags waren zahlreiche Mitglieder, Angehörige und Gäste
ins Congress Centrum nach Ulm gekommen. Vorsitzender Peter Tschöpe
eröffnete die Versammlung pünktlich um 10.00 Uhr und hieß die
Versammlung sehr herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt dabei
Dr. Thomas Kirschner vom Ministerium für Umwelt, Verkehr und
Naturschutz Baden-Württemberg, Bernd Nentwig vom diesjährigen
Hauptsponsor AUDI AG. Ebenso Wolfgang Eichler und Martin Jost
von der Geschäftsleitung der TÜV SÜD Auto Service GmbH sowieTP-Leiter
Marcellus Kaup. Persönlich begrüßt wurden auch OB Ivo Gönner
und Professor Dr. Malte Mienert von der Universität Bremen sowie
Joachim Krieger vom Verlag Heinrich Vogel, der auch in diesem
Jahr wieder das Sponsoring der Kinderbetreuung übernommen hatte.
Grußworte
Oberbürgermeister Ivo
Gönner begrüßte die baden-württembergischen Fahrlehrer ebenso
herzlich wie humorvoll in seiner Stadt. Gönner führte u. a. mit
Schmunzeln aus, auch Ulm habe in diesem Jahr Grund zum Feiern, weil die
frühere freie Reichsstadt Ulm vor 200 Jahren zu Württemberg gekommen und
erst dadurch ein richtiges Land entstanden sei.
Eugen Wiedemann jun.,
Vorsitzender des Kreisvereins Ulm/Alb-Donaukreis, begrüßte die
Versammlung sehr freundlich in seiner Heimatstadt und gab der Hoffnung
Ausdruck, vielen Besuchern möge im Anschluss an die Tagung noch etwas
Zeit bleiben, um die Schönheiten der Stadt zu genießen.
Bernd Nentwig
überbrachte herzliche Glückwünsche der AUDI AG zum 60-jährigen
Verbandsjubiläum und nutzte die Gelegenheit, den Anwesenden aktuelle und
geplante Neuheiten sowie innovative technische Entwicklungen des
renommierten Automobilherstellers zu präsentieren.
TP-Leiter Dipl.-Ing.
Marcellus Kaup stellte in seinem Grußwort fest, dass der TÜV mit
BF17 und dem vermehrten Prüfungsaufkommen im Lkw-Bereich vor dem
10.09.2009 eine stressige Zeit gehabt habe. Er bedankte sich bei den
Fahrschulen, die mit dazu beigetragen hätten, diesen Kraftakt
erfolgreich zu bewältigen. Wegen des Stichtags 19. Januar 2013
(Inkrafttreten der auf der Dritten EG-Führerscheinrichtlinie beruhenden
nationalen Regelungen) stehe zum Jahresende 2012 der nächste große
Andrang auf Prüfungsplätze bevor. Kaup sicherte zu, die Prüforganisation
werde auch dann wieder mit aller Kraft daran arbeiten, die Terminwünsche
der Fahrschulen zu erfüllen.
Ehrungen
In diesem Jahr ehrte der
Verband wiederum zahlreiche Mitglieder für 50-, 40-, 30- und 25-jährige
Berufstätigkeit und zeichnete sie mit einer Ehrennadel und der
dazugehörigen Urkunde aus. Ebenso wurden viele Kollegen, die das 70.
Lebensjahr vollendet haben, zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Gebhard L.
Heiler und Peter Tschöpe im Dialog
Als Heiler und Tschöpe
auf der Bühne Platz nahmen, herrschte gespannte Erwartung im Saal. Und
man darf es vorweg sagen: Es war einfach klasse! Beide waren „gut
drauf“. Sie nahmen das Publikum mit auf eine spannende, nachdenkliche,
teils auch launige Zeitreise von den bescheidenen Anfängen des Verbandes
im Jahre 1950 bis zur Gegenwart, die hohe Anforderungen an einen
modernen dienstleistungsorientierten Berufsverband stellt. Dabei fehlte
freilich auch nicht ein scharf auf die zentralen Herausforderungen der
Zukunft gerichteter Blick. In ihren Schlussworten forderten beide Redner
die Anwesenden auf, „Spaltpilzen“, deren von eigensüchtigen Motiven
geleitetes Ziel nichts als Destruktion sei, energisch entgegenzutreten.
Eine der großen Stärken des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V.
sei sein Zusammenhalt. Heiler abschließend: „Der Verband lebe, gedeihe
und floriere!“ Der lang anhaltende Beifall zeigte, dass der Dialog die
Herzen der Mitglieder erreicht hatte.
Vortrag von
Professor Dr. Malte Mienert
Anschließend hielt der
renommierte Human- und Gesundheitswissenschaftler von der Universität
Bremen einen hochkarätigen Vortrag zum Thema „Der Übergang in die
Mobilität als Entwicklungsaufgabe des Erwachsenwerdens“. Ein
ausführlicher Bericht über diesen Vortrag wird in der nächsten Ausgabe
der FahrSchulPraxis erscheinen.
[Anm.: Den Bericht und die
Präsentation von Herrn Prof. Mienert werden wir dann auch auf unserer
Homepage veröffentlichen.
Sollten Sie die Präsentation vorher benötigen,
senden wir sie Ihnen auf Wunsch gerne vorher zu ...]
Mittagspause
Von 12.30 Uhr bis 14.15
Uhr war Mittagspause. Der TÜV lud traditionell alle Anwesenden zum
Mittagessen ein, das sehr gut war und flott serviert wurde. Dafür ein
herzliches Dankeschön!
Der Nachmittag
Pünktlich um 14.15 Uhr
eröffnete der Vorsitzende den internen Teil der Versammlung, zu dem nur
Mitglieder und geladene Gäste Zutritt hatten.
Regularien
Zunächst erläuterte Peter
Tschöpe den Jahresbericht des Vorstandes, der allen Anwesenden
schriftlich vorlag und z.T. in dieser Ausgabe der FahrSchulPraxis [Anm.:
und hier ...] veröffentlicht wird. Er
bedankte sich bei allen Mitgliedern für ihre Treue und bei den
Kreisvorsitzenden für ihr uneigennütziges Wirken in den Kreisen. Sein
besonderer Dank galt den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle für ihre
ausgezeichnete Arbeit im abgelaufenen Jahr.
Aufgrund der
demografischen Entwicklung sei zu befürchten, dass das traditionelle
Fahrschulgeschäft langfristig nicht mehr ausreichend trage. Deshalb
müssten neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Lohnende Zielgruppe sei
dabei der immer größer werdende Anteil älterer Fahrer. Diesen beim
Erfassen und Verstehen neuer Regeln sowie im Umgang mit modernen
Fahrzeugen, deren Antriebstechniken und Fahrerassistenzsystemen
behilflich zu sein, sei eine originäre Aufgabe der Fahrlehrer. Dafür
habe der Verband das Programm
FIT IM VERKEHR entwickelt, das schon von einigen Kollegen mit
Erfolg umgesetzt werde. Tschöpe appellierte an die Mitglieder, sich
diese Betätigungsfelder zu sichern und sie nicht anderen zu überlassen.
Dem anschließenden
Kassenbericht war zu entnehmen, dass im abgelaufenen Jahr ein Defizit
von etwas mehr als € 16.000 entstanden ist. Weil der Verband nach wie
vor finanziell solide aufgestellt ist, bringe ihn das jedoch nicht in
Schwierigkeiten. Allerdings - so Tschöpe - könne man nicht auf Dauer von
den vorhandenen Reserven leben. Deshalb werde der Vorstand eine moderate
Beitragserhöhung vorschlagen. Er rief außerdem alle Mitglieder dazu auf,
das Waren- und Dienstleistungsangebot der Verbandstochter FSG/TTVA rege
in Anspruch zu nehmen, sodass per deren Gewinnausschüttung der Verband
finanziell gestärkt werde.
Dem Kassenbericht der
Freiwilligen Sterbekasse STOCK war zu entnehmen, dass die im
Gründungsbeschluss von 1952 „Kameradschaftshilfe“ genannte Einrichtung
solide aufgestellt ist. Allerdings soll in naher Zukunft eine
außerordentliche Mitgliederversammlung der Sterbekasse darüber
entscheiden, wie deren Zukunft langfristig gesichert werden kann.
Anschließend gab
Rechnungsprüfer Sven Dorn seinen Bericht ab. Da keine Beanstandungen
vorlagen, beantragte er, den Vorstand zu entlasten.
Dieser Antrag wurde bei
3 Enthaltungen einstimmig angenommen. Ebenso angenommen (1
Gegenstimme, 2 Enthaltungen) wurde der vom Vorstand vorgelegte
Haushaltsplan.
Beitragserhöhung
Nachdem die
Mitgliedsbeiträge 9 Jahre in Folge stabil gehalten werden konnten,
schlug der Vorstand vor, den Jahresbeitrag für Fahrschulinhaber um € 10,
für Angestellte um € 5 anzuheben.
Dieser moderate
Vorschlag fand bei 7 Gegenstimmen und 7 Enthaltungen die Zustimmung
der Mitglieder.
Fahrlehrerversicherung VaG
Vorstandsvorsitzender
Wolfram Klitzsch berichtete über das abgelaufene Geschäftsjahr des
berufsständischen Versicherers. Weil der Verein nur wenige Groß-Schäden
verkraften musste, konnte 2009 ein angemessener Überschuss erzielt
werden, der dem Eigenkapital zugeführt wurde. Klitzsch stellte fest, das
Unternehmen sei gut und solide aufgestellt.
Antrag des
Beirats
Die Mitgliederversammlung
hatte über einen Antrag des Beirats zu entscheiden: Darin war
vorgeschlagen, der Vorstand solle sich für eine verbindliche Regelung
einsetzen, wonach die Fahrerlaubnisbehörden künftig den Eintrag eines
Beschäftigungsverhältnisses an die Sozialkassen melden müssen. Damit
soll der unzulässigen Beschäftigung von freien Mitarbeitern ein Riegel
vorgeschoben werden.
Bei 6 Gegenstimmen und
7 Enthaltungen wurde dieser Antrag mit überwältigender Mehrheit
angenommen.
Online-Meldung
von Theorieprüfungsplätzen
TP-Leiter Marcellus Kaup
berichtete, dass ab der zweiten Jahreshälfte 2010 Theorieprüfungsplätze
auch direkt und ohne viel Aufwand mit wenigen Mausklicks über das
Internet gebucht werden können. Er sicherte zu, dass der TÜV in allen
Niederlassungen Informationsveranstaltungen durchführen werde. Das Ganze
werde zunächst nur für die Theorie möglich sein. Mittelfristig ist
jedoch vorgesehen, dieses Verfahren auch für praktische Prüfungen zu
ermöglichen.
Die Mitglieder
haben das Wort
Zu diesem
Tagesordnungspunkt bat der Vorsitzende auch Dr. Thomas Kirschner und
Marcellus Kaup aufs Podium. Dabei stand genügend Zeit zur Verfügung,
diverse Fragen zur StVO, zur Berufskraftfahrerqualifikation und zu
Prüfungsabläufen ausführlich zu beantworten.
Abschluss und
Gala
Gegen 17.00 Uhr schloss
der Vorsitzende die Versammlung und lud alle Anwesenden zum 3. Deutschen
Fahrlehrerkongress am 26. und 27. November 2010 nach Berlin und zur
nächsten Mitgliederversammlung am 14. Mai 2011 nach Pforzheim ein.
Zum Abschluss des 60.
Geburtstags des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. hatte der
Vorstand ein außergewöhnliches Programm für die abendliche
Fahrlehrer-Gala vorbereitet. Den Anfang machten die Isartaler Hexen. Die
Mädels heizten von der ersten Minute an die Stimmung im Saal kräftig an.
Ihre Aufforderungen zum Mitklatschen und Tanzen verhallte nicht
ungehört. Als Andreas Müller, Stargast des Abends, die Bühne betrat, war
das Publikum schon ziemlich gut drauf. Der bekannte SWR3-Moderator
brannte dann ein mehr als einstündiges Gute-Laune-Feuerwerk aus Comedy,
Gags und Parodien ab. Von Helmut Kohl bis Gerhard Schröder und Angela
Merkel, von Herbert Grönemeyer bis Roberto Blanco und Dieter Bohlen,
bekamen zahllose A- und B-Promis ihr Fett weg. Das Publikum kam dabei
aus dem Staunen und Lachen nicht mehr heraus und ließ den Künstler erst
nach einer Zugabe von der Bühne. Anschließend machten die Isartaler
Hexen noch bis tief in die Nacht Partymusik vom Feinsten, sodass auch
die Tanzfans voll auf ihre Kosten kamen. Sehr erfreulich war übrigens,
dass in diesem Jahr auch viele jüngere Kolleginnen und Kollegen zur Gala
gekommen waren.
JK
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