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Interessant, praxisorientiert und für die tägliche Arbeit hilfreich,
so lautete das Fazit der Teilnehmer, die sich am 20. Mai im
Seminarraum des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. mit dem
sinnvollen Einsatz moderner Fahrerassistenzsysteme in der
praktischen Ausbildung befasst hatten.
Verbandsvorsitzender
Peter Tschöpe hatte es sich trotz seines randvollen Terminkalenders
nicht nehmen lassen, das Seminar selbst zu leiten. Nach einer kurzen
Einführung in den Tagesablauf und die Seminarziele informierte
zunächst Thomas Kroll, bei der Mercedes-Niederlassung in Stuttgart
für die Betreuung der Fahrschulen zuständig, über die in Pkw mit dem
Stern eingebauten Fahrerassistenzsysteme. |

Rückfahrkamera (Foto: Archiv)

Verkehrszeichenerkennung (Foto: Bosch-Presse) |
Probieren geht über Studieren
Kroll hatte sieben Pkw
mit verschiedenen Fahrerassistenzsystemen zur Verfügung gestellt. Die
Teilnehmer machten reichlich davon Gebrauch, Spurhalteassistent,
Spurwechselassistent, Tempomat, Abstandsregel-Tempomat,
Verkehrszeichenerkennung, Einpark-Assistent und Rückfahrkamera in praxi
auszuprobieren. Im Seminar wurden ausschließlich die deutschen
Bezeichnungen benutzt, weil die einzelnen Fahrzeughersteller für oft
identische Systeme sehr unterschiedliche englische Bezeichnungen und
Abkürzungen verwenden. Doch nicht nur die Bezeichnungen, sondern auch
die Funktion und die ergonomische Handhabung der einzelnen Systeme sind
von Hersteller zu Hersteller teilweise unterschiedlich. Das gilt, wie
wir längst wissen, nicht nur für Assistenzsysteme, denn auch
Bedienungseinrichtungen für Blinker, Scheibenwischer, Licht usw.
unterscheiden sich in Anordnung und Funktionen bei den verschiedenen
Fabrikaten.
Es gehört zum
Metier des Fahrlehrers
Im Seminar wurde
deutlich, dass Fahrlehrer in puncto Assistenzsysteme kundig sein müssen;
es gehört – ganz einfach gesagt – zum Metier des Fahrlehrers. Bei
Schulungen von Führerscheininhabern im Rahmen von
FIT IM VERKEHR ist dieses Fachwissen
besonders bedeutsam: Teilnehmer wollen oft über die in ihren Fahrzeugen
vorhandenen Assistenzsysteme professionell informiert und aufgeklärt
werden. Nicht nur, wie das Ding tut, sondern auch darüber, was das Ding
im Zweifel nicht kann und was man ihm deshalb auch nicht zumuten und
abverlangen sollte. Die Seminarteilnehmer waren sich darin einig, dass
es eine reizvolle Aufgabe für Fahrlehrer sein kann, in Zusammenarbeit
mit Autohäusern vor Ort potenziellen Käufern die Funktion und den Nutzen
der verschiedenen Assistenzsysteme vorzuführen und sie bei Bedarf in
deren optimale Nutzung einzuweisen.
Assistenzsysteme in der Fahrschülerausbildung
Wie schon erwähnt, wurden
die vorhandenen Assistenzsysteme ausgiebig erprobt. Darüber hinaus
hatten die Seminarteilnehmer den Auftrag zu klären, welche Kompetenz des
Fahrers von einem bestimmten Assistenzsystem übernommen wird; ebenso war
zu klären, wie die praktische Ausbildung auf einem Fahrzeug mit diesem
Assistenzsystem gestaltet werden muss, damit der Fahrschüler die vom
Assistenzsystem übernommene Kompetenz sachgerecht einsetzen kann. Nicht
zuletzt aber ging es auch darum sicherzustellen, dass der
Führerscheinneuling auch ein Fahrzeug ohne dieses bestimmte
Assistenzsystem sicher führen kann.
Ausbildung
statt Reglementierung
Obwohl ich bereits seit
50 Jahren als Fahrlehrer tätig bin, hat mir das Seminar viele
interessante Eindrücke und Erkenntnisse vermittelt. Schade war, dass
fast alle Seminarteilnehmer die 50 bereits überschritten hatten. Es wäre
zu wünschen, dass auch junge Kolleginnen und Kollegen sich mit dieser
Thematik etwas intensiver befassten. Nur so können wir erreichen, dass
die wesentlichen Impulse für die vernünftige Nutzung der
Fahrerassistenzsysteme von der Ausbildungsseite kommen und nicht erst
über die Prüfungsrichtlinie reglementiert werden müssen.
Heinz
Knobloch
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