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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 19.10.11

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Juli/2010, Seite 359
Fahrerassistenzsysteme in der Ausbildung

Seminar mit viel praktischem Nutzen

 

Interessant, praxisorientiert und für die tägliche Arbeit hilfreich, so lautete das Fazit der Teilnehmer, die sich am 20. Mai im Seminarraum des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. mit dem sinnvollen Einsatz moderner Fahrerassistenzsysteme in der praktischen Ausbildung befasst hatten.

Verbandsvorsitzender Peter Tschöpe hatte es sich trotz seines randvollen Terminkalenders nicht nehmen lassen, das Seminar selbst zu leiten. Nach einer kurzen Einführung in den Tagesablauf und die Seminarziele informierte zunächst Thomas Kroll, bei der Mercedes-Niederlassung in Stuttgart für die Betreuung der Fahrschulen zuständig, über die in Pkw mit dem Stern eingebauten Fahrerassistenzsysteme.


Rückfahrkamera (Foto: Archiv)


Verkehrszeichenerkennung (Foto: Bosch-Presse)

Probieren geht über Studieren

Kroll hatte sieben Pkw mit verschiedenen Fahrerassistenzsystemen zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmer machten reichlich davon Gebrauch, Spurhalteassistent, Spurwechselassistent, Tempomat, Abstandsregel-Tempomat, Verkehrszeichenerkennung, Einpark-Assistent und Rückfahrkamera in praxi auszuprobieren. Im Seminar wurden ausschließlich die deutschen Bezeichnungen benutzt, weil die einzelnen Fahrzeughersteller für oft identische Systeme sehr unterschiedliche englische Bezeichnungen und Abkürzungen verwenden. Doch nicht nur die Bezeichnungen, sondern auch die Funktion und die ergonomische Handhabung der einzelnen Systeme sind von Hersteller zu Hersteller teilweise unterschiedlich. Das gilt, wie wir längst wissen, nicht nur für Assistenzsysteme, denn auch Bedienungseinrichtungen für Blinker, Scheibenwischer, Licht usw. unterscheiden sich in Anordnung und Funktionen bei den verschiedenen Fabrikaten.

Es gehört zum Metier des Fahrlehrers

Im Seminar wurde deutlich, dass Fahrlehrer in puncto Assistenzsysteme kundig sein müssen; es gehört – ganz einfach gesagt – zum Metier des Fahrlehrers. Bei Schulungen von Führerscheininhabern im Rahmen von FIT IM VERKEHR ist dieses Fachwissen besonders bedeutsam: Teilnehmer wollen oft über die in ihren Fahrzeugen vorhandenen Assistenzsysteme professionell informiert und aufgeklärt werden. Nicht nur, wie das Ding tut, sondern auch darüber, was das Ding im Zweifel nicht kann und was man ihm deshalb auch nicht zumuten und abverlangen sollte. Die Seminarteilnehmer waren sich darin einig, dass es eine reizvolle Aufgabe für Fahrlehrer sein kann, in Zusammenarbeit mit Autohäusern vor Ort potenziellen Käufern die Funktion und den Nutzen der verschiedenen Assistenzsysteme vorzuführen und sie bei Bedarf in deren optimale Nutzung einzuweisen.

Assistenzsysteme in der Fahrschülerausbildung

Wie schon erwähnt, wurden die vorhandenen Assistenzsysteme ausgiebig erprobt. Darüber hinaus hatten die Seminarteilnehmer den Auftrag zu klären, welche Kompetenz des Fahrers von einem bestimmten Assistenzsystem übernommen wird; ebenso war zu klären, wie die praktische Ausbildung auf einem Fahrzeug mit diesem Assistenzsystem gestaltet werden muss, damit der Fahrschüler die vom Assistenzsystem übernommene Kompetenz sachgerecht einsetzen kann. Nicht zuletzt aber ging es auch darum sicherzustellen, dass der Führerscheinneuling auch ein Fahrzeug ohne dieses bestimmte Assistenzsystem sicher führen kann.

Ausbildung statt Reglementierung

Obwohl ich bereits seit 50 Jahren als Fahrlehrer tätig bin, hat mir das Seminar viele interessante Eindrücke und Erkenntnisse vermittelt. Schade war, dass fast alle Seminarteilnehmer die 50 bereits überschritten hatten. Es wäre zu wünschen, dass auch junge Kolleginnen und Kollegen sich mit dieser Thematik etwas intensiver befassten. Nur so können wir erreichen, dass die wesentlichen Impulse für die vernünftige Nutzung der Fahrerassistenzsysteme von der Ausbildungsseite kommen und nicht erst über die Prüfungsrichtlinie reglementiert werden müssen.

Heinz Knobloch

 

 

FahrSchulPraxis
Ausgabe Juli 2010

Erscheinungsdatum 15.07.2010

Artikel dieser Ausgabe im WWW:

 

Inhaltsverzeichnis

  EDITORIAL: Miteinander, nicht übereinander sprechen!
 

PC-Prüfung - Jetzt auch für alle Mofa-Aspiranten

  Neue Prüfungsfrage: Haltverbot
 

Fahrerassistenzsysteme in der Ausbildung: Seminar mit viel praktischem Nutzen

  Berufskraftfahrerausbildung: Fahrlehrerversicherung zeichnet die besonderen Risiken
 

Hilfe für Berufskraftfahrer - Wichtiges Merkblatt der IHK

 

Private Nutzung von Firmenfahrzeugen: BFH kippt Verwaltungspraxis

 

Günstiger Telefonieren: Neuer, besserer Rahmenvertrag mit der TELEKOM

 

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Fahrausbildung und Prüfung in Österreich

 

RoadSense: Modellversuch in Stuttgart gestartet

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