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Sehr geehrte Leserinnen
und Leser, auf die Frage, ob man
mit Dumpingpreisen das Geschäft beleben könne, antwortete Dieter
Müller, Chef der Hotelkette Motel-One: „Preissenkungen sind
gefährlich. Auf der einen Seite geht die Auslastung zurück und dann
wird der Preis gesenkt. Beides belastet die Rendite, denn der
erwartete Effekt, über den Preis mehr Nachfrage zu stimulieren,
tritt oft nicht ein.“
Diese Diagnose lässt sich ohne
Einschränkung auf Fahrschulen übertragen. Hinzu kommt, dass mit
Dumpingpreisen oft Kunden angelockt werden, bei denen finanzielle
Ebbe herrscht. Dann leidet die Ertragslage der Fahrschule nicht nur
unter den zu niedrigen Preisen, sondern auch noch an
Forderungsausfällen. Im allgemeinen Geschäftsleben werden Rabatte
gewöhnlich bei Bezug größerer Mengen, Dauerbezug und am Wühltisch
gewährt. Da auf Fahrschulen weder das eine noch das andere zutrifft,
sind Rabatte grundsätzlich falsch. Hinzu kommt, dass die
Ausbildungspreise der meisten Fahrschulen ohnehin schon an der
untersten Grenze kalkuliert sind. Wer aber auf einen gerade noch
„Überlebenspreis“ Rabatt gibt, würde mehr verdienen, wenn er den
ganzen Tag im Bett bliebe. Er hätte dann wenigstens keine Verluste.
Leider wird durch unqualifizierte
Presseveröffentlichungen wie im letzten Monat vom ADAC („Die
Fahrausbildung ist im Süden unerschwinglich“) der Eindruck
vermittelt, die Fahrschulen verdienten sich eine goldene Nase. Hier
hilft nur, kühles Blut zu bewahren und sich nicht kirre machen zu
lassen – auch wenn es nicht leicht fällt. Den meisten Fahrschülern
kann man vermitteln, dass Fahrschulen mit hohen Kosten belastet
sind.
Der Verband hält für seine Mitglieder
Poster vor, die das klar aufzeigen. Hingen diese Plakate
im Schaufenster aller Verbandsfahrschulen, wäre damit mehr zu
erreichen als mit noch so ausgefeilten Gegendarstellungen, die
mangels Sensationswert meist nicht gedruckt werden.
Mit besten Grüßen
Ihr
Peter Tschöpe
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