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„Die Partei, die Partei, die hat
immer recht ...“ So beginnt die zweite Strophe der kommunistischen
Jubel-Hymne aus frühem DDR-Bestand. Daran fühle ich mich manchmal
erinnert, wenn Berufsverbände technische, wirtschaftliche und soziale
Entwicklungen nicht erkennen oder verkennen und längst kränkelnde
Positionen als weiterhin gültige Glaubenssätze verkünden. Der Heizer,
der nach Gewerkschaftsdiktat noch jahrelang auf britischen E-Loks
mitfahren musste, war ein besonders groteskes Exempel verpasster
Einsicht. Mit solchen Geschichten könnte man ein dickes Buch füllen, in
dem auch die Fahrlehrerverbände nicht ganz unerwähnt blieben. Manche
Leser werden sich daran erinnern: Als 1976 die sog. Sonderfahrten
eingeführt wurden, wollten einige Verbände es ihren Mitgliedern gegen
jede wirtschaftliche Vernunft untersagen, für diese Fahrten einen
Zuschlag zu nehmen. Sie propagierten stattdessen die „Mischkalkulation“.
Als einige Jahre später auch für Motorradschüler die Schulung auf der
Autobahn Pflicht wurde, prophezeite ein Verband in Wort und Schrift:
Bald wird sich auf den deutschen Autobahnen eine lange Blutspur
hinziehen. Bei diesen länger zurückliegenden Fehleinschätzungen will ich
es, obwohl ich auch jüngere kenne, belassen. Es geht mir auch gar nicht
um Fehler der Vergangenheit, sondern um das Heute
und um die Zukunft. Das Geschäft der Prognose ist bekanntlich ein
schwieriges. Deshalb sollten sich Verbände nicht all zu sehr darauf
einlassen. Wo sie aber festen Boden unter den Füßen haben, sollten sie
Randschärfe zeigen. Das gilt namentlich für berufsethische Grundsätze.
Die Mitglieder wollen und erwarten, ja verlangen das von ihrem
Berufsverband. Wischiwaschi ist hier auf Dauer tödlich. Deshalb muss
klar sein: Unser Verband tritt in seinem gesamten Handeln ohne Wenn und
Aber für hohe Ausbildungsqualität, Rechtstreue und Redlichkeit im
geschäftlichen Umgang ein. Wer den sog. „freien Fahrlehrer“ propagiert
und sich für entsprechende Gesetzesänderungen starkmacht, spricht sich
für nichts weniger als für die Einführung des fortgesetzten
Sozialbetrugs aus. Randschärfe heißt auch, die Diskussion über so
dubiose, angeblich der Entwicklungen des Fahrschulwesens dienliche
Veränderungen eisern durchzustehen. Dabei kann einem Verband das eine
oder andere Mitglied abhandenkommen. Dazu sage ich: Der Schaden wäre
gering, aber er wäre groß, wenn man hier ins Wanken käme.
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