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Henning Schrader, bei der Kawasaki Motoren
GmbH verantwortlich für Presse und PR, setzt verstärkt auf Fortbildung in
Zusammenarbeit mit den Fahrlehrerverbänden. Nach erfolgreichen Green Team
Events beim bayrischen und hessischen
Verband, kamen in Oschersleben (Sachsen-Anhalt) am 19. Juni 2000 zum ersten
Mal Fahrlehrer aus der ganzen Republik zu einem Kawasaki-Training zusammen.
Eingefädelt hatten den Deal die Motorradexperten der Verbände Bayern und
Baden-Württemberg, Hubert Müller und Günter Luppart. Die Green Team Events
von Kawasaki sind auf den schönsten und anspruchsvollsten Rennstrecken Europas
zu Hause. Eine davon ist Oschersleben. Events steht für
Ereignisse. Und, in der Tat, das Fahrertraining von Kawasaki heißt zu Recht so.
Events steht aber auch für fairen Sport, und auch das stimmte.
Bei gleißender Hitze, das
Thermometer war an diesem anhaltinischen Sommertag auf 35°C geklettert, trafen
die Teilnehmer im Laufe des Nachmittags am Motopark ein. Das Team von Kawasaki
hatte alle organisatorischen Vorbereitungen für einen geordneten Empfang
getroffen, Zeltaufbau inbegriffen. Einchecken, T-Shirt von Kawasaki, Mütze von
der Fahrlehrerversicherung, der kleine Dienstanzug war komplett. Jetzt zur
Phonmessung, maximal 98 dba sind erlaubt. Grüner Punkt am Auspuff - dba o.k.
Dann der Technik-Check: Lenkkopflager, Reifen, Bremsen und Fahrwerksabstimmung
kommen unter die Lupe, ebenso der Schutzhelm samt ECE-Norm. Zwei weitere
Aufkleber, einer fürs Motorrad und einer für den Helm, attestieren technische
Unbedenklichkeit.

Auf zu Chefinstruktor Klaus
Maske und seinen 12 Instruktoren, unter denen die Kollegen Manfred Groll,
Iffezheim, und Albrecht Letterer, Ostfildern, die baden-württembergische
Flagge hochhalten.
Formation der Gruppen:
Rapidamente oder vielleicht lieber andantino (was bei Maske und Co. immer noch
ziemlich rasant ist), das war jetzt die Frage. Diesmal kein Test, Selbsteinschätzung
genügte fürs Erste.
Nach diesen
vorbereitenden Handlungen war leibliche Stärkung nötig. Dafür sorgte der
Kawasaki Catering-Service. Als mit 75 Teilnehmern Vollzähligkeit gemeldet
wurde, hieß Henning Schrader die Fahrlehrer herzlich willkommen. Er
dankte Hubert Müller und Günter Luppart für das Zustandekommen
diese Trainings für Fahrlehrer. Schrader bedauerte dabei, dass das Soll von 144
Teilnehmern nicht mit Fahrlehrern erreicht werden konnte. Um dennoch
Kostendeckung erreichen zu können, sei es notwendig gewesen, auch Sportfahrer
zuzulassen.
Der Ablauf der Veranstaltung und
die Bedeutung der Flaggensignale waren Gegenstand der anschließenden
Besprechung. Danach war Zapfenstreich: Für einige im Zelt, für andere im
Wohnwagen, für wieder andere in den Boxen oder im Hotel. Frühe Ruhe war
wichtig, denn am anderen Tag ging's pünktlich um 7.30 Uhr los:
Fahrerbesprechung bei Chefinstruktor Klaus Maske.
Während 6 Gruppen zu je 6
Teilnehmern auf der Rennstrecke waren, hörten die anderen Referate über
Fahrwerkstechnik, Reifenphysik und Motormanagement. Der Wechsel von der Strecke
in den "Hörsaal" und umgekehrt erfolgte alle 30 Minuten und klappte
ausgezeichnet. In jeder Phase war zu spüren, dass Chefinstruktor Maske über
ein eingespieltes Instruktorenteam verfügt. Der Kurs von Oschersleben lässt
das Herz eines jeden Bikers höher schlagen, denn er scheint eigens für Motorräder
konstruiert zu sein.
Die fantastische Strecke und die
Anleitung durch die erfahrenen Instruktoren boten geradezu ideale
Trainingsbedingungen für Fortgeschrittene. Das Geschick der Instruktoren, für
die unterschiedlichen Gruppen das jeweilige Limit zu finden und sie allmählich
an ihre Grenzen zu führen, verdient besondere Erwähnung.
Weil die Hitze auf nahezu unerträgliche
36°C angestiegen war und die Fahrer in ihren Lederkombis eine neue Art privater
Sauna erlebten, wurden langsame Fahrübungen wie das Kreise fahren, Lenken und
Bremsen auf den Vormittag des nächsten Tages verlegt. Dafür hörten die
Teilnehmer einen lehrreichen Vortrag des Rennarztes Dr. Scholl. Themen wie
Trinkverhalten, adäquate Unterkleidung, Schutzkleidung, Ernährung und Fitness
bei großer Hitze erheischten höchste Aufmerksamkeit. Am Ende des ersten
Trainingstages gab es nur leuchtende Augen, die spannende Erwartung und Freude
auf den nächsten Tag widerspiegelten.
Dr. Scholls Referat schlug durch:
Am dritten Tag hielten sich beim Frühstück manche stark zurück, denn ein
voller Magen studiert bekanntlich nicht gern, und auch fürs Motorradfahren ist
ein gut durchbluteter Kopf viel gesünder als ein voller Magen. Dieser dritte
Tag drohte noch heißer zu werden, denn um 8.30 Uhr, bei der Fahrerbesprechung
(Anwesenheit absolute Pflicht!), war schon die 30° Marke überschritten.
trotz Hitze
Doch alles funktionierte wie am
Schnürchen. Die Instruktoren führten raus auf die Strecke, Handlingsübungen,
Kreisfahren im Fahrerlager, wieder raus auf die Strecke, und das alles bei
inzwischen 38°C. Jeder sehnte die Mittagspause herbei, und die meisten hatten
danach genug vom Kurven fahren. Beim freien Fahren ab 16.30 Uhr waren nur noch
die ganz Hartgesottenen auf der Piste.
Fazit dieses außergewöhnlichen
Trainings: Das Fahrvermögen und die Leistungsfähigkeit von Mensch und Maschine
– besonders von Fahrgestell und Reifen – konnte eindrucksvoll erfahren und
kritisch unter die Lupe genommen werden. Die Erkenntnisse hieraus geben
wertvolle Hinweise für die Vermeidung der in Gruppen entstehenden Gefahren.
Diese Erfahrungen und Eindrücke sind nachhaltig und für die im theoretischen
wie im praktischen Unterricht zu leistende Überzeugungsarbeit von unschätzbarem
Wert.
Erfreulich war, wie es unter
Motorradfahrern üblich ist, dass der Alltag in den Hintergrund rückte und der
Austausch von Erfahrungen im Vordergrund stand. Hubert Müller und Günter
Luppart bedankten sich im Namen der Mannschaft bei Henning Schrader und Klaus
Maske und sprachen die Hoffnung auf Fortsetzung im nächsten Jahr aus. Wenn
jeder Teilnehmer – die übrigens alle hoch zufrieden waren – nur einen Biker
heiß machte, könnte Kawasaki im nächsten Jahr ein Exklusivtraining für
Fahrlehrer anbieten. Henning Schrader und Klaus Maske würden sich darüber
jedenfalls freuen.
Xaver Edenhausen |