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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.09.03

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe April/2001, Seite 179

Editorial

Nachwuchsmangel?

 

Wer heute prophezeit, die Zahl der aktiven Fahrlehrer nehme in den nächsten Jahren so rapide ab, dass die Erfüllung des öffentlichen Auftrages der Fahrschulen in Frage gestellt sei, ist kein Hellseher, sondern einer, der seine Geschäfte mit Hilfe düsterer, aus der Luft gegriffener Prognosen besorgen will. Die in den 60er und 70er Jahren in den Beruf gekommenen Kolleginnen und Kollegen, das ist richtig, nähern sich dem Rentenalter. Weiter ist richtig, dass die Bundeswehr weniger Fahrlehrer in den freien Markt entlässt. Aber da­raus abzuleiten, demnächst sei Fahrlehrer ähnlich den Programmierern ein Greencard-Beruf, ist beabsichtigter Bluff von Geschäftemachern jener Art, die schon 1976 gegen die Einführung der obligatorischen Fahrlehrerausbildung wetterten und sich dabei nicht scheuten, Bundestagsabgeordneten ein Szenario katastrophaler Nachteile für die Verbraucher vorzugaukeln. Zur Ehre der Abgeordneten, auch jenen der FDP – sie waren besonders das Ziel dieser Tiraden –, muss berichtet werden, dass sie schon damals auf diese als Sorge ums öffentliche Wohl verpackte Falschmünzerei nicht hereinfielen. Was steckt dahinter? Leistungsschwache Fahrlehrerausbildungsstätten – von denen es leider zu viele gibt – bangen ums Geschäft. Sie wollen mit ihren sinistren Vorhersagen und Andeutungen den Boden für ein rückwärtsgewandtes Berufsbild bereiten. Im Klartext: Der Zugang zu ihren Klippschulen soll durch nichts behindert werden, am wenigsten durch intelligente Fahrlehrer-Aspiranten mit einer soliden, aufbaufähigen Allgemeinbildung und einem entsprechenden Anspruch.

Wer die wahren Verhältnisse und Zahlen kennt, wird auch diesen oft wiederholten und jetzt aktualisierten Versuch, die Öffentlichkeit und die Politik hinters Licht zu führen, rasch durchschauen. Wer nicht informiert ist, dem empfehle ich als Lektüre die regelmäßig erscheinende Analyse einer großen deutschen Bankengruppe, die gerade auch in ihrer jüngsten Ausgabe die starke Überbesetzung des Fahrlehrerberufs als besonders hinderlich für die dringend erforderliche wirtschaftliche Konsolidierung des Gewerbes anprangert. Und wer dem auch noch keinen Glauben schenkt, der sollte sich an ein Wort von Ludwig Erhard, dem ersten und so erfolgreichen Wirtschaftsminister unserer Republik, erinnern: „Der Markt wird’s richten!“

 

Mit besten Grüßen

Ihr

Peter Tschöpe

Oktober 2000
Erscheinungsdatum 15.10.2000

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