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Wer
heute prophezeit, die Zahl der aktiven Fahrlehrer nehme in den nächsten Jahren
so rapide ab, dass die Erfüllung des öffentlichen Auftrages der Fahrschulen in
Frage gestellt sei, ist kein Hellseher, sondern einer, der seine Geschäfte mit
Hilfe düsterer, aus der Luft gegriffener Prognosen besorgen will. Die in den
60er und 70er Jahren in den Beruf gekommenen Kolleginnen und Kollegen, das ist
richtig, nähern sich dem Rentenalter. Weiter ist richtig, dass die Bundeswehr
weniger Fahrlehrer in den freien Markt entlässt. Aber daraus abzuleiten, demnächst
sei Fahrlehrer ähnlich den Programmierern ein Greencard-Beruf, ist
beabsichtigter Bluff von Geschäftemachern jener Art, die schon 1976 gegen die
Einführung der obligatorischen Fahrlehrerausbildung wetterten und sich dabei
nicht scheuten, Bundestagsabgeordneten ein Szenario katastrophaler Nachteile für
die Verbraucher vorzugaukeln. Zur Ehre der Abgeordneten, auch jenen der FDP –
sie waren besonders das Ziel dieser Tiraden –, muss berichtet werden, dass sie
schon damals auf diese als Sorge ums öffentliche Wohl verpackte Falschmünzerei
nicht hereinfielen. Was steckt dahinter? Leistungsschwache
Fahrlehrerausbildungsstätten – von denen es leider zu viele gibt – bangen
ums Geschäft. Sie wollen mit ihren sinistren Vorhersagen und Andeutungen den
Boden für ein rückwärtsgewandtes Berufsbild bereiten. Im Klartext: Der Zugang
zu ihren Klippschulen soll durch nichts behindert werden, am wenigsten durch
intelligente Fahrlehrer-Aspiranten mit einer soliden, aufbaufähigen
Allgemeinbildung und einem entsprechenden Anspruch.
Wer
die wahren Verhältnisse und Zahlen kennt, wird auch diesen oft wiederholten und
jetzt aktualisierten Versuch, die Öffentlichkeit und die Politik hinters Licht
zu führen, rasch durchschauen. Wer nicht informiert ist, dem empfehle ich als
Lektüre die regelmäßig erscheinende Analyse einer großen deutschen
Bankengruppe, die gerade auch in ihrer jüngsten Ausgabe die starke Überbesetzung
des Fahrlehrerberufs als besonders hinderlich für die dringend erforderliche
wirtschaftliche Konsolidierung des Gewerbes anprangert. Und wer dem auch noch
keinen Glauben schenkt, der sollte sich an ein Wort von Ludwig Erhard, dem
ersten und so erfolgreichen Wirtschaftsminister unserer Republik, erinnern:
„Der Markt wird’s richten!“
Mit
besten Grüßen
Ihr
Peter Tschöpe
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