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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.09.03

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe November/2000, Seite 612

Kroatien-Total 2000

Die Tradition lebt:

Zum 18. Mal "Motorrad Total"! Standquartier war diesmal das Hotel Drazica auf der Insel Krk, direkt am Meer. Dies vornweg: Kroatien-Total hat die Erwartungen der 105 Teilnehmer, die aus mehreren Bundesländern gekommen waren, darunter viele junge Kolleginnen und Kollegen, mehr als erfüllt. Glanzlicht dieser Fortbildung war ein Training auf dem Autodrom in Rijeka, für das der Kawasaki Motoren GmbH, Friedrichsdorf, zu danken ist.

Wiederum war das einwöchige Sonderseminar vom 24. bis 30. September, das 2500 Motorradkilometer umfasste, ein Glanzstück im Zyklus der jährlichen Fortbildungsseminare des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e. V. Das landschaftlich reizvolle Gebiet des Velebitgebirges und der istrischen Halbinsel boten ideale Voraussetzungen für ein gutes Gelingen. Vom Massenverkehr ungestörte Nebenstraßen und alpine Passstrecken, die die Fahrkunst herausforderten, halfen, die hochgesteckten Kursziele zu verwirklichen.

 


Fröhlicher Aufbruch

Treffpunkt der Teilnehmer war der gastliche Wipptalerhof, direkt an der Brennerautobahn. Ein kräftiges Frühstück und ein fabelhaftes Alpenhoch beflügelten an diesem Sonntagmorgen die Reislust. Die Strecke führte über Brixen, Toblach, Kreuzbergpass, Tolmezzo, ein Stück Autobahn und über Udine nach Triest. Kurz durch Slowenien, schon war die kroatische Grenze erreicht. Vorbei an Rijeka über eine herrliche Passstraße auf die Brücke zur Insel Krk, wo Günter Luppart und Theo Heinemann dafür sorgten, dass jeder die Zahlstelle schnellstens passieren konnte.


So klein ist die Insel Krk nicht

Wer dachte, nach der Brücke sei das Hotel nicht mehr weit, hatte sich geirrt. Denn jetzt kam eine kurvenreiche Stecke von 25 Kilometern bis zur Stadt Krk. Als das Hotel "Drazica" nach fast 500 Kilometern erreicht war, konnte ein allgemeines Aufatmen nicht überhört werden. Denn diese Tagesstrecke forderte das fahrerische Können, aber ebenso Selbstbeherrschung und Gruppendisziplin.


Aufklang im Hotel

In seiner Begrüßungsansprache im Hotel Drazica bedankte sich Günter Luppart bei den vielen treuen Langstrecklern, "die aus dieser Veranstaltung einfach nicht mehr wegzudenken sind", aber auch bei einer stattlichen Zahl neuer Teilnehmer. Luppart dankte auch dem Verlag Heinrich Vogel, München, der diese Veranstaltung wiederum freundlich unterstützte: Jeder Teilnehmer erhielt 6 Wertgutscheine für je ein Getränk seiner Wahl. Der Vogel Verlag erhielt dafür einen kräftigen, lang anhaltenden Applaus. Als Gast begrüßte er Gustav Hild, der in altbewährter Weise die Gruppe umsorgte und für Notfälle zur Hilfeleistung bereit stand.


Gustav Hild mit Notgespann


Gut aufgehoben

Der ausgewählte Standort erwies sich als sehr geeignet. Die Anfahrt bis zur Brücke, die die Insel Krk mit dem Festland verbindet, erwies sich fürs "warm Fahren" vor den Realverkehrstrecken als geradezu ideal.

Zum anderen war man im gemütlichen, herrlich gelegenen Drazica hervorragend aufgehoben, einschließlich Küche und Keller. Außerdem waren es nur wenige Gehminuten bis zum schönen Städtchen Krk, wo während unseres Aufenthaltes ein Weinfest stattfand.


Briefing der Instruktoren


Realverkehr

Wie üblich waren auch diesmal die ausgesuchten Realverkehrsstrecken vom Feinsten und forderten die Biker in hohem Maße. Die Strecken erschlossen abseits der großen Touristenrouten ein Netz von ausgezeichneten Pass- und Höhenstraßen. Sie boten alles, um die hochgesteckten Lernziele dieses Spitzenseminars für Motorradfahrlehrer zu verwirklichen. Jede der Strecken war ideal für:

  • Perfektionierung der Schräglage,

  • Bremsen in Kurven,

  • "Lesen" der Fahrbahn,

  • Fahren der Ideallinie innerhalb des vorgeschriebenen Straßenraums,

  • Verbesserung der Kurventechnik mit Sicherheitsreserven,

  • Erweiterung des Sicherheitsfaktors beim Befahren unbekannter Straßen mit überraschenden Verkehrssituationen,

  • Perfektionierung der Fahrzeugbeherrschung.


Nicht ohne Theorie

Der Mittwoch begann mit Theorie. Luppart referierte über die Reparaturverordnung und Anhang wie Änderung des StVG, der StVO und vieles mehr. Leider konnte der Curriculare Leitfaden der Zweiradklassen nicht wie angekündigt vorgestellt und inhaltlich besprochen werden. Dafür behandelte Motorradreferent Horst Krieg intensiv die Fahrphysik.

An diese und andere Themen schloss sich eine ausgedehnte Diskussion an.

Am Nachmittag wurden unter Anleitung der Moderatoren didaktische Übungen der Zweiradausbildung erarbeitet und erprobt.

Am Nachmittag wurden unter Anleitung der Moderatoren didaktische Übungen der Zweiradausbildung erarbeitet und erprobt.


Didaktische Übungen im instabilen Bereich auf polizeigeschützter Nebenstrecke

 


Donnerstag: Autodrom

Am Mittwochnachmittag war auch die Mannschaft der Kawasaki Motoren GmbH mit Klaus Thiele und Chefinstruktor Klaus Maske eingetroffen. Das hieß, ab 17.00 Uhr gibt’s Überstunden, nämlich Vorbereitung auf das Autodrom. Jeder Teilnehmer musste mit seiner Maschine zum Technik-Check:

Reifen, Lenkkopflager, Bremsen und Fahrwerksabstimmung. Auch der Schutzhelm samt ECE-Norm wurde unter die Lupe genommen. Nachdem alle eine Startnummer und ein T-Shirt erhalten hatten, strahlten die Gesichter in Vorfreude auf den nächsten Tag.


Auf zum Check-up


Maske verlangt äußerste Disziplin

Ein Konvoi von 65 Motorrädern brauste am Donnerstag zum Autodrom von Rijeka. Dort ging‘s Schlag auf Schlag: Haftungsausschluss unterschreiben, Kawasaki-Mütze empfangen, dann zur Fahrerbesprechung bei Klaus Maske.


Maske schwört die Truppe ein

Vorstellung der Instruktoren, Erklärungen zum Ablauf auf dem Ring. Das Programm, angelehnt an die Kawasaki Events, dauert eigentlich zwei Tage. Weil aber nur einer zur Verfügung stand, verlangte Maske für diesen "Crashkurs" größte Disziplin.

Dank optimaler Gruppeneinteilung durch Günter Luppart konnten die ersten 4 Gruppen mit den Instruktoren Franz Enghauser, Peter Landefeld, Albi Letterer und Klaus Maske rasch auf die Piste geschickt werden.


Kritisches Engagement auf der Tribüne

Nach 30 Minuten wurde gewechselt und die Gruppen 5 bis 8 mit den Instruktoren Horst Krieg, Sigi Nill, Klaus Thiele und Markus Stegmaier waren an der Reihe. Die phantastische Strecke und die Anleitung durch die erfahrenen Instruktoren bildeten eine ideale Kombination und boten Gewähr für einen hohen Übungseffekt. Nach der Mittagspause war unter Leitung von Klaus Thiele artgerechtes Schrauben angesagt.


Klaus Thiele erläutert richtiges Schrauben

Thiele zeigte an einer Kawasaki, wo und wie man was einstellen muss, um ein optimal abgestimmtes Fahrwerk zu bekommen.

 


Die Rennstrecke forderte alles – aber keinen Sturz

Später ging es wieder im Wechsel auf die Piste, wobei die Instruktoren das Tempo jetzt anzogen. Danach war bis 18.00 Uhr freies Fahren angesagt.


So geht´s nur auf Rennstrecken

Doch die Rennstrecke hatte die meisten Teilnehmer schon so gefordert (vielleicht dachte auch mancher an die lange Heimreise), dass am Abend nur noch die ganz Hartgesottenen auf dem Ring verblieben. Der Tag auf dem Autodrom von Rijeka lief ohne Sturz. Das ist dem vernünftigen und disziplinierten Verhalten aller Teilnehmer zu danken, die sich ganz offensichtlich die mahnenden Worte von Klaus Maske zu Herzen genommen hatten.

 


Perfekter Ablauf

Das Langstreckentraining stand unter einem sehr guten Stern. Die Veranstaltung lief in allen Teilen wie am Schnürchen. So konnte das vorgesehene Programm unter besten Bedingungen durchgeführt werden. Dem disziplinierten und kameradschaftlichen Verhalten aller Teilnehmer ist es zuzuschreiben, dass die ganze Woche unfallfrei ablief. Dafür dankt die Kursleitung von ganzem Herzen.


Dank und Anerkennung

Die Gruppen wurden von den Moderatoren Rudi Gäbelein, Külsheim, Siegfried Nill, Mössingen, Franz Enghauser, Herbolzheim, Rolf Felske, Bretten, Horst Krieg, Balingen, Peter Landefeld, Rohrdorf und Joan Fronius, Ettlingen, geführt, deren Einsatz herzlichen Dank verdient. Die Gesamtverantwortung oblag dem 1. Vorsitzenden des Verbandes, Kollege Peter Tschöpe, Planung und Seminarleitung lagen in den bewährten Händen des 2. Vorsitzenden Günter Luppart, der dabei die ganze Woche über tatkräftig von Theodor Heinemann, Schwenningen, unterstützt wurde.

Dank auch an Gustav Hild von der Fa. Leihwagen Hild, Vöhringen im Tal, der auch diesmal die Champion-Tassen in seinem Gepäck hatte. Sie gelten bei der Mannschaft inzwischen als beliebtes Souvenir.

Nochmals ein warmes Dankeschön an Klaus Thiele, Kawasaki Motoren GmbH, Friedrichsdorf, und Klaus Maske mit seinem Team für die schönen, lehrreichen Stunden auf dem Autodrom von Rijeka sowie für die Überlassung von zwei Kawasaki ZR 7 Motorrädern zu Testzwecken.

Der Verlag Heinrich Vogel, München, hat mit seiner großzügigen Geste der Wertgutscheine ganz erheblich zur Förderung des Frohsinns beigetragen. Dafür nochmals ein ganz herzliches, aufrichtiges Dankeschön.

Ein besonderes Dankeswort der Seminarleitung richtet sich – auch im Namen aller Teilnehmer – an den Kollegen Joan Fronius, aus Karlsruhe, der mit seinen 82 Jahren wiederum munter dabei war.


Ovationen für Joan Fronius

Fronius, immer optimistisch und frohen Sinnes, hat als "Veteran" von Motorrad-Total (er war schon vor 18 Jahren auf Mallorca dabei und dann immer wieder) den Kolleginnen und Kollegen ein weiteres Mal demonstriert, dass Alter kein Hindernis für Freude am Motorrad sein muss.

Und last not least – ein ganz großes Dankeschön an Linde Luppart. Sie hat, wie in vielen Jahren zuvor, liebenswürdig und hilfreich den guten Geist des Seminars beflügelt.

 


Xaver Edenhausen
Fotos: Rudi Gäbelein

 

Schriftliche Umfrage zur Qualität und zum Ablauf des Seminars

In einer schriftlichen Umfrage konnten sich die Teilnehmer zu der Veranstaltung äußern. Nachfolgend werden die Einzelmeinungen wiedergegeben.

Zum Realverkehr:

  • Öfters sollten Straßen in besserem Zustand ausgewählt werden.

  • Es sollten nicht bewusst Strecken gewählt werden, auf denen ein Straßenmotorrad fast

  • Neulingen sollte bei der Anmeldung erklärt werden, dass die Touren nur etwas für geübte

  • Auf die ganz schlechten, schmalen Straßen sollte verzichtet werden, da die Sturzgefahr

Zur Theorie und Praxis:

  • Die Auswahl der Themen finde ich sehr gut.

  • Mehr Technik und Physik.

  • Das diesjährige Programm (Theorie und fahrpraktische Übungen) ist der richtige Schritt in

  • Erfahrungsaustausch über Sturzvermeidung, Sturzursachen, Verhalten nach einem Sturz,

  • Ich wünsche mir zusätzlich einmal Themen über Ernährung, Fitness und Bewegung.

Anregungen/Verbesserungsvorschläge

  • Anreise und Heimreise mit dem Zug würde Zeit und Kraft sparen

  • Die Veranstaltung auf dem Motodrom von Rijeka hat das Langstreckentraining bereichert.

  • Die Einteilung der Gruppen sollte nicht wahllos, sondern wirklich nach Erfahrung und

  • Rennstrecke nach Möglichkeit immer mit einbauen, war Superklasse, Spitze. Bei Überholvorgängen von Gruppe zu Gruppe gibt es tatsächlich Leute, die haben "Erziehungscharakter" und wollen andere nicht vorbeilassen. Nur weil diese schneller sind, ziehen sie zur Mitte und sperren. Klare Anweisung des Moderators, wenn schnellere Gruppe kommt, rechts ran.

  • Keine Vorschläge, Luppart macht es immer richtig.

  • Die diesjährige Weiterbildungsveranstaltung hat mir sehr gut gefallen. Die Anfahrtsstrecke

  • Beim Realverkehr eventuell Regionales und Sehenswürdigkeiten mehr einbeziehen. Einen

  • Da jeder irgendwann mal 50 wird und deshalb wegen der Verlängerung der Fahrerlaubnis

Anmerkung der Kursleitung:

Wir werden uns bemühen, die einzelnen Anregungen und Vorschläge zu verwirklichen. Allerdings ist dabei vor allem auch deren Mehrheitsfähigkeit zu berücksichtigen. Es muss dabei auch gesehen werden, dass aus logistischen und Gründen der Infrastruktur der jeweiligen Region nicht alle Wünsche erfüllbar sind. Außerdem ist das Langstreckentraining eine Fortbildungsmaßnahme nach § 33a Abs. 1 FahrlG, bei der bestimmte gesetzliche Normen zu erfüllen sind.

 


Günter Luppart

November 2000
Erscheinungsdatum 15.11.2000

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