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Die Tradition lebt:
Zum 18. Mal "Motorrad Total"!
Standquartier war diesmal das Hotel Drazica auf der Insel Krk, direkt am Meer.
Dies vornweg: Kroatien-Total hat die Erwartungen der 105 Teilnehmer, die
aus mehreren Bundesländern gekommen waren, darunter viele junge Kolleginnen und
Kollegen, mehr als erfüllt. Glanzlicht dieser Fortbildung war ein Training auf
dem Autodrom in Rijeka, für das der Kawasaki Motoren GmbH, Friedrichsdorf, zu
danken ist.
Wiederum war das einwöchige Sonderseminar vom
24. bis 30. September, das 2500 Motorradkilometer umfasste, ein Glanzstück im
Zyklus der jährlichen Fortbildungsseminare des Fahrlehrerverbandes
Baden-Württemberg e. V. Das landschaftlich reizvolle Gebiet des Velebitgebirges
und der istrischen Halbinsel boten ideale Voraussetzungen für ein gutes
Gelingen. Vom Massenverkehr ungestörte Nebenstraßen und alpine Passstrecken,
die die Fahrkunst herausforderten, halfen, die hochgesteckten Kursziele zu
verwirklichen.
Fröhlicher Aufbruch
Treffpunkt der Teilnehmer war der gastliche
Wipptalerhof, direkt an der Brennerautobahn. Ein kräftiges Frühstück und ein
fabelhaftes Alpenhoch beflügelten an diesem Sonntagmorgen die Reislust. Die
Strecke führte über Brixen, Toblach, Kreuzbergpass, Tolmezzo, ein Stück
Autobahn und über Udine nach Triest. Kurz durch Slowenien, schon war die
kroatische Grenze erreicht. Vorbei an Rijeka über eine herrliche Passstraße
auf die Brücke zur Insel Krk, wo Günter Luppart und Theo Heinemann dafür
sorgten, dass jeder die Zahlstelle schnellstens passieren konnte.
So klein ist die Insel Krk nicht
Wer dachte, nach der Brücke sei das Hotel nicht
mehr weit, hatte sich geirrt. Denn jetzt kam eine kurvenreiche Stecke von 25
Kilometern bis zur Stadt Krk. Als das Hotel "Drazica" nach fast 500
Kilometern erreicht war, konnte ein allgemeines Aufatmen nicht überhört
werden. Denn diese Tagesstrecke forderte das fahrerische Können, aber ebenso
Selbstbeherrschung und Gruppendisziplin.
Aufklang im Hotel
In seiner Begrüßungsansprache im Hotel Drazica
bedankte sich Günter Luppart bei den vielen treuen Langstrecklern, "die
aus dieser Veranstaltung einfach nicht mehr wegzudenken sind", aber auch
bei einer stattlichen Zahl neuer Teilnehmer. Luppart dankte auch dem Verlag
Heinrich Vogel, München, der diese Veranstaltung wiederum freundlich
unterstützte: Jeder Teilnehmer erhielt 6 Wertgutscheine für je ein Getränk
seiner Wahl. Der Vogel Verlag erhielt dafür einen kräftigen, lang anhaltenden
Applaus. Als Gast begrüßte er Gustav Hild, der in altbewährter Weise
die Gruppe umsorgte und für Notfälle zur Hilfeleistung bereit stand.

Gustav Hild mit Notgespann
Gut aufgehoben
Der ausgewählte Standort erwies sich als sehr
geeignet. Die Anfahrt bis zur Brücke, die die Insel Krk mit dem Festland
verbindet, erwies sich fürs "warm Fahren" vor den Realverkehrstrecken
als geradezu ideal.
Zum anderen war man im gemütlichen, herrlich
gelegenen Drazica hervorragend aufgehoben, einschließlich Küche und Keller.
Außerdem waren es nur wenige Gehminuten bis zum schönen Städtchen Krk, wo
während unseres Aufenthaltes ein Weinfest stattfand.

Briefing der Instruktoren
Realverkehr
Wie üblich waren auch diesmal die ausgesuchten
Realverkehrsstrecken vom Feinsten und forderten die Biker in hohem Maße. Die
Strecken erschlossen abseits der großen Touristenrouten ein Netz von
ausgezeichneten Pass- und Höhenstraßen. Sie boten alles, um die hochgesteckten
Lernziele dieses Spitzenseminars für Motorradfahrlehrer zu verwirklichen. Jede
der Strecken war ideal für:
-
Perfektionierung der Schräglage,
-
Bremsen in Kurven,
-
"Lesen" der Fahrbahn,
-
Fahren der Ideallinie innerhalb des
vorgeschriebenen Straßenraums,
-
Verbesserung der Kurventechnik mit
Sicherheitsreserven,
-
Erweiterung des Sicherheitsfaktors beim
Befahren unbekannter Straßen mit überraschenden Verkehrssituationen,
-
Perfektionierung der Fahrzeugbeherrschung.
Nicht ohne Theorie
Der Mittwoch begann mit Theorie. Luppart
referierte über die Reparaturverordnung und Anhang wie Änderung des StVG, der
StVO und vieles mehr. Leider konnte der Curriculare Leitfaden der Zweiradklassen
nicht wie angekündigt vorgestellt und inhaltlich besprochen werden. Dafür
behandelte Motorradreferent Horst Krieg intensiv die Fahrphysik.
An diese und andere Themen schloss sich eine
ausgedehnte Diskussion an.
Am Nachmittag wurden unter Anleitung der
Moderatoren didaktische Übungen der Zweiradausbildung erarbeitet und erprobt.
Am Nachmittag wurden unter Anleitung der
Moderatoren didaktische Übungen der Zweiradausbildung erarbeitet und erprobt.

Didaktische Übungen im instabilen Bereich auf
polizeigeschützter Nebenstrecke
Donnerstag: Autodrom
Am Mittwochnachmittag war auch die Mannschaft der
Kawasaki Motoren GmbH mit Klaus Thiele und Chefinstruktor Klaus Maske
eingetroffen. Das hieß, ab 17.00 Uhr gibt’s Überstunden, nämlich
Vorbereitung auf das Autodrom. Jeder Teilnehmer musste mit seiner Maschine zum
Technik-Check:
Reifen, Lenkkopflager, Bremsen und
Fahrwerksabstimmung. Auch der Schutzhelm samt ECE-Norm wurde unter die Lupe
genommen. Nachdem alle eine Startnummer und ein T-Shirt erhalten hatten,
strahlten die Gesichter in Vorfreude auf den nächsten Tag.

Auf zum Check-up
Maske verlangt äußerste
Disziplin
Ein Konvoi von 65 Motorrädern brauste am
Donnerstag zum Autodrom von Rijeka. Dort ging‘s Schlag auf Schlag:
Haftungsausschluss unterschreiben, Kawasaki-Mütze empfangen, dann zur
Fahrerbesprechung bei Klaus Maske.

Maske schwört die Truppe ein
Vorstellung der Instruktoren, Erklärungen zum
Ablauf auf dem Ring. Das Programm, angelehnt an die Kawasaki Events, dauert
eigentlich zwei Tage. Weil aber nur einer zur Verfügung stand, verlangte Maske
für diesen "Crashkurs" größte Disziplin.
Dank optimaler Gruppeneinteilung durch Günter
Luppart konnten die ersten 4 Gruppen mit den Instruktoren Franz Enghauser,
Peter Landefeld, Albi Letterer und Klaus Maske rasch auf
die Piste geschickt werden.

Kritisches Engagement auf der Tribüne
Nach 30 Minuten wurde gewechselt und die Gruppen
5 bis 8 mit den Instruktoren Horst Krieg, Sigi Nill, Klaus
Thiele und Markus Stegmaier waren an der Reihe. Die phantastische
Strecke und die Anleitung durch die erfahrenen Instruktoren bildeten eine ideale
Kombination und boten Gewähr für einen hohen Übungseffekt. Nach der
Mittagspause war unter Leitung von Klaus Thiele artgerechtes Schrauben angesagt.

Klaus Thiele erläutert richtiges Schrauben
Thiele zeigte an einer Kawasaki, wo und wie man
was einstellen muss, um ein optimal abgestimmtes Fahrwerk zu bekommen.
Die Rennstrecke forderte alles
– aber keinen Sturz
Später ging es wieder im Wechsel auf die Piste,
wobei die Instruktoren das Tempo jetzt anzogen. Danach war bis 18.00 Uhr freies
Fahren angesagt.

So geht´s nur auf Rennstrecken
Doch die Rennstrecke hatte die meisten
Teilnehmer schon so gefordert (vielleicht dachte auch mancher an die lange
Heimreise), dass am Abend nur noch die ganz Hartgesottenen auf dem Ring
verblieben. Der Tag auf dem Autodrom von Rijeka lief ohne Sturz. Das ist dem
vernünftigen und disziplinierten Verhalten aller Teilnehmer zu danken, die sich
ganz offensichtlich die mahnenden Worte von Klaus Maske zu Herzen genommen
hatten.
Perfekter Ablauf
Das Langstreckentraining stand unter einem sehr
guten Stern. Die Veranstaltung lief in allen Teilen wie am Schnürchen. So
konnte das vorgesehene Programm unter besten Bedingungen durchgeführt werden.
Dem disziplinierten und kameradschaftlichen Verhalten aller Teilnehmer ist es
zuzuschreiben, dass die ganze Woche unfallfrei ablief. Dafür dankt die
Kursleitung von ganzem Herzen.
Dank und Anerkennung
Die Gruppen wurden von den Moderatoren Rudi
Gäbelein, Külsheim, Siegfried Nill, Mössingen, Franz Enghauser,
Herbolzheim, Rolf Felske, Bretten, Horst Krieg, Balingen, Peter
Landefeld, Rohrdorf und Joan Fronius, Ettlingen, geführt, deren
Einsatz herzlichen Dank verdient. Die Gesamtverantwortung oblag dem 1.
Vorsitzenden des Verbandes, Kollege Peter Tschöpe, Planung und
Seminarleitung lagen in den bewährten Händen des 2. Vorsitzenden Günter
Luppart, der dabei die ganze Woche über tatkräftig von Theodor
Heinemann, Schwenningen, unterstützt wurde.
Dank auch an Gustav Hild von der Fa.
Leihwagen Hild, Vöhringen im Tal, der auch diesmal die Champion-Tassen in
seinem Gepäck hatte. Sie gelten bei der Mannschaft inzwischen als beliebtes
Souvenir.
Nochmals ein warmes Dankeschön an Klaus
Thiele, Kawasaki Motoren GmbH, Friedrichsdorf, und Klaus Maske mit seinem
Team für die schönen, lehrreichen Stunden auf dem Autodrom von Rijeka
sowie für die Überlassung von zwei Kawasaki ZR 7 Motorrädern zu Testzwecken.
Der Verlag Heinrich Vogel, München, hat
mit seiner großzügigen Geste der Wertgutscheine ganz erheblich zur Förderung
des Frohsinns beigetragen. Dafür nochmals ein ganz herzliches, aufrichtiges
Dankeschön.
Ein besonderes Dankeswort der Seminarleitung
richtet sich – auch im Namen aller Teilnehmer – an den Kollegen Joan
Fronius, aus Karlsruhe, der mit seinen 82 Jahren wiederum munter dabei war.

Ovationen für Joan Fronius
Fronius, immer optimistisch und frohen Sinnes,
hat als "Veteran" von Motorrad-Total (er war schon vor
18 Jahren auf Mallorca dabei und dann immer wieder) den Kolleginnen und Kollegen
ein weiteres Mal demonstriert, dass Alter kein Hindernis für Freude am Motorrad
sein muss.
Und last not least – ein ganz großes
Dankeschön an Linde Luppart. Sie hat, wie in vielen Jahren zuvor,
liebenswürdig und hilfreich den guten Geist des Seminars beflügelt.
Xaver Edenhausen
Fotos: Rudi Gäbelein
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Schriftliche Umfrage
zur Qualität und zum Ablauf des Seminars |
In einer schriftlichen Umfrage konnten sich die
Teilnehmer zu der Veranstaltung äußern. Nachfolgend werden die Einzelmeinungen
wiedergegeben.
Zum Realverkehr:
-
Öfters sollten Straßen in besserem Zustand
ausgewählt werden.
-
Es sollten nicht bewusst Strecken gewählt
werden, auf denen ein Straßenmotorrad fast
-
Neulingen sollte bei der Anmeldung erklärt
werden, dass die Touren nur etwas für geübte
-
Auf die ganz schlechten, schmalen Straßen
sollte verzichtet werden, da die Sturzgefahr
Zur Theorie und Praxis:
-
Die Auswahl der Themen finde ich sehr gut.
-
Mehr Technik und Physik.
-
Das diesjährige Programm (Theorie und
fahrpraktische Übungen) ist der richtige Schritt in
-
Erfahrungsaustausch über Sturzvermeidung,
Sturzursachen, Verhalten nach einem Sturz,
-
Ich wünsche mir zusätzlich einmal Themen
über Ernährung, Fitness und Bewegung.
Anregungen/Verbesserungsvorschläge
-
Anreise und Heimreise mit dem Zug würde Zeit
und Kraft sparen
-
Die Veranstaltung auf dem Motodrom von Rijeka
hat das Langstreckentraining bereichert.
-
Die Einteilung der Gruppen sollte nicht
wahllos, sondern wirklich nach Erfahrung und
-
Rennstrecke nach Möglichkeit immer mit
einbauen, war Superklasse, Spitze. Bei Überholvorgängen von Gruppe zu
Gruppe gibt es tatsächlich Leute, die haben "Erziehungscharakter"
und wollen andere nicht vorbeilassen. Nur weil diese schneller sind, ziehen
sie zur Mitte und sperren. Klare Anweisung des Moderators, wenn schnellere
Gruppe kommt, rechts ran.
-
Keine Vorschläge, Luppart macht es immer
richtig.
-
Die diesjährige Weiterbildungsveranstaltung
hat mir sehr gut gefallen. Die Anfahrtsstrecke
-
Beim Realverkehr eventuell Regionales und
Sehenswürdigkeiten mehr einbeziehen. Einen
-
Da jeder irgendwann mal 50 wird und deshalb
wegen der Verlängerung der Fahrerlaubnis
Anmerkung der Kursleitung:
Wir werden uns bemühen, die einzelnen Anregungen
und Vorschläge zu verwirklichen. Allerdings ist dabei vor allem auch deren
Mehrheitsfähigkeit zu berücksichtigen. Es muss dabei auch gesehen werden, dass
aus logistischen und Gründen der Infrastruktur der jeweiligen Region nicht alle
Wünsche erfüllbar sind. Außerdem ist das Langstreckentraining eine
Fortbildungsmaßnahme nach § 33a Abs. 1 FahrlG, bei der bestimmte gesetzliche
Normen zu erfüllen sind.
Günter Luppart
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