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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.09.03

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Mai/2001, Seite 231

Editorial

Transparenz der Ausbildung

Verpflichtung und Chance

 

Fahrschüler wollen ihren Führerschein, das ist klar. Als kritische Hürde auf dem Weg zu diesem Ziel betrachten sie im Allgemeinen nicht die Ausbildung, sondern die unbeeinflussbaren Unwägbarkeiten der Prüfung. Warum dies? Weil es nicht mehr als selbstverständlich zu sein scheint, dass der Fahrlehrer all das gründlich lehrt, was man in der Prüfung können muss. Doch was das im Einzelnen bedeutet, ist den meisten nicht klar. Auch Eltern, Freunde und Bekannte haben oft nur ungenaue Vorstellungen von dem, was Fahrausbildung heute zu leisten hat.

Es ist deshalb notwendiger denn je, die Ausbildung in allen wesentlichen  Details einsichtig zu machen. Ausbildungsinhalte und Ausbildungsschritte müssen für den Schüler in jeder Phase transparent und verstehbar sein. Die von der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. herausgegebenen Curricularen Leitfäden bieten hierfür schon seit langem eine ausgezeichnete Hilfe. Die Curricula für die praktische Ausbildung Pkw und Motorrad wurden im letzten Jahr aktualisiert, ein Curriculum für Lkw und Bus ist im Werden. Die Curricula gliedern die Ausbildung in nachvollziehbare, logisch aufgebaute Schritte. Mit den analog dazu gestalteten Diagrammkarten ist jederzeit eine zutreffende Ausbildungsdiagnose (und Prognose!) möglich, der Fahrlehrer kann seinen Schülern zeigen, wo sie in ihrer Ausbildung stehen und was noch zu bewältigen ist.

Wie viel Stunden brauche ich noch bis zur Prüfung? Wann gehen wir endlich auf die Autobahn? Diese Fragen entfallen ebenso wie die oft so oder ähnlich gehörte Klage: Mein Fahrlehrer lässt mich im Dunkeln tappen, ich weiß überhaupt nicht wie weit ich bin, wo ich stehe. Die Diagrammkarten ermöglichen es überdies, die Schüler in die Beurteilung ihres Ausbildungsstandes einzubinden, sie sollen mitentscheiden, ob ein Lernschritt erfolgreich war oder noch weiter daran zu üben ist. Die Schüler übernehmen so Mitverantwortung für den Erfolg. Dies gibt den meist jungen Fahrschülern zusätzlich Motivation und ist für die Fahrschule eine gute Möglichkeit, sich im Wettbewerb positiv abzusetzen.

Für eine auf die Curricularen Leitfäden gestützte Ausbildung spricht außerdem, dass Gerichte die Ausbildungsqualität in zunehmendem Maße an diesen messen. Wer im Streitfall nicht belegen kann, eine nach pädagogischen Erkenntnissen und Regeln aufgebaute Ausbildung geboten zu haben, wird vor Gericht untergehen.

Mit den Curricula bietet Ihr Verband Ihnen, liebe Kolleginnen und Kollegen, eine besonders wichtige Serviceleistung. Machen Sie Gebrauch davon! Sie nützen damit Ihren Fahrschülern ebenso wie Ihrem Unternehmen.

Mit den besten Grüßen

Ihr

Peter Tschöpe

Mai 2001
Erscheinungsdatum 15.05.2001

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