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Als Simulator bezeichnet Dudens
Fremdwörterbuch ein "Gerät, in dem künstlich die Bedingungen und Verhältnisse herstellbar sind, wie sie in Wirklichkeit bestehen". Simulatoren sind bei der Ausbildung von Piloten und Lokomotivführern längst
Standard. Warum eigentlich, so fragen neuerdings Brüsseler "Experten", nicht auch bei der Fahrausbildung? Flug- und
Eisenbahnsimulatoren sind Millionenprojekte. Ähnlich leistungsfähige Simulatoren für die Pkw-Ausbildung sind derzeit (und bis auf Weiteres) zu wirtschaftlich vertretbaren Preisen nicht zu haben. Die Vorstellung, mit der Konstruktion einer Maschine, der Hardware also, sei es getan, ist nicht nur laienhaft, sondern ganz einfach falsch. Von ganz entscheidender Bedeutung sind auch Entwicklung und Pflege geeigneter Software, und gerade auch das kostet, selbst größere Serien unterstellt, einen ganz schönen Batzen. Wer sich als Betreiber versuchen wollte, müsste finanziell richtig zur Sache kommen. Weil sich voraussichtlich in den nächsten 10 bis 15 Jahren wirklich brauchbare Pkw-Fahrsimulatoren nicht rechnen werden, soll offenbar einstweilen versucht werden, den Fahrschulen Geräte anzudrehen, die die Bezeichnung Simulator, jedenfalls im Duden'schen Sinne (und der trifft zweifelsfrei den Kern der Sache), nicht verdienen. Solche "Fahrstände" mögen zum Üben einfacher Bedienungsvorgänge gerade noch taugen, das Etikett Simulator steht ihnen aber nicht zu. Zuverlässig eingeschliffene Bedienungsautomatismen sind ohne Zweifel wichtig, aber das zentrale Thema zeitgemäßer Fahrausbildung heißt Verkehrs-verhalten. Fahrzeugbedienung und Fahrgefühl gehören untrennbar zusammen. Wie aber soll sich das Fahrgefühl entwickeln, wenn weder die Rückstellkräfte der Lenkung noch die der Pedale halbwegs realistisch simuliert sind? Beim Umstieg in die Realität, auf das Auto also, käme der Schock: Was der Schüler schon zu beherrschen glaubte, zerstiebe wie eine Fata Morgana, fast alles ginge noch einmal von vorn los. Worin also liegt der Nutzen dieser Fahrstände? Die Befürworter behaupten, die für die Ausbildung aufzuwendenden Energiekosten ließen sich durch die Fahrstände erheblich senken und somit würde auch die Umwelt entlastet. Das ist ernsthaft zu bezweifeln, denn solange das Training auf dem "Simulator" nur einen so geringen Teil zur praktischen Fahrausbildung beitragen kann, lässt sorgfältige Bilanz diesen Schluss nicht zu.
Vorerst wäre es jedenfalls der Verkehrssicherheit in Europa zuträglicher, wenn sich die Brüsseler Bürokraten für eine noch intensivere Schulung herkömmlicher Art einsetzten statt unausgegorene Lernmaschinen zu propagieren.
Mit den besten Grüßen
Ihr
Peter
Tschöpe
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