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Das traditionelle Langstreckentraining für
Motorradfahrlehrer lief in diesem Jahr vom 23. bis 29. September. Standquartiere waren die von der Familie Brunet hervorragend geführten Hotels "Tresane" und "Iris Park" in Fiera di Primiero im östlichen Trentino.
Fiera di Primiero als Standort. Dazu das reizvolle, an alpinen Pass-Strecken und vielen einsamen Nebenstraßen reiche Land südlich der Dolomiten - ideale Kombination für das einwöchige Sonderseminar. Hoch gesteckte Trainingsziele: 2000 Kilometer Realverkehr mit einer nicht abreißenden Folge fahrtechnischer Herausforderungen - lernen, üben, erfahren. Und abends zurück in die angenehmen Hotels Tresane und Iris Park, wo Komfort und Verwöhnung warteten.

Aufbruchstimmung...
- Ausrüstung gut, Wetter (fast) egal
Auf der Hinfahrt war das Alpenhotel
Ammerwald bei Reutte/Tirol erster Treffpunkt der Teilnehmer. Von dort fuhr die fast 120 Köpfe zählende Mannschaft bei Dauerregen und Nebel über das Hantenjoch nach Imst. Die ursprünglich geplante Route musste
aufgegeben werden, denn das Timmelsjoch hatte bereits Wintersperre. Also rechts ab
Richtung Reschen, Meran, Bozen nach Auer. Von dort bergwärts Richtung Cavalese. Bei Predazzo rechts zum Rollepass, von dessen Südseite man sich Wetterbesserung erhoffte hatte.
Doch nein, das alpenweite Tief war stärker. Bis Fiera di Primiero ging es wolkenbruchartig bergab. Fazit: Regen, Nebel und nasse Straße waren anstrengend, aber der positive Geist von Motorrad total und die durchweg solide Ausrüstung der Teilnehmer ließen die Fahrfreude nicht ins Abseits geraten.
Günter Luppart, regen Zuspruch bei seinen Seminaren gewohnt, machte bei der Begrüßung im Hotel Tresane kein Geheimnis aus seiner Freude über die Rekordbeteiligung von 118 Kolleginnen und Kollegen. Diese Zahl war nie zuvor erreicht worden. Die Abstimmung der Teilnehmer über die nächste Zielregion habe im letzten Jahr zwar kein eindeutiges Ergebnis gebracht, aber die Dolomiten, das Mekka der Biker schlechthin, seien am häufigsten genannt worden. Im Weiteren dankte Luppart den das Seminar unterstützenden Firmen, der Kawasaki Motoren GmbH, Friedrichsdorf, für die "Abordnung" der hochqualifizierten Technikmoderatoren Alexandra Storz und Peter Krüger, dem Verlag Heinrich Vogel, München, vertreten durch Kurt Bartels, für sein Sponsoring, und Gustav Hild von der gleichnamigen Autovermietung, dessen "beispielloser, alljährlicher Einsatz samt der von ihm gespendeten Champions-Tassen immer zum Gelingen von Motorrad total beiträgt".
Ein besonderes Vergnügen war es Luppart, Emil Veser mit Gattin willkommen zu heißen.
Veser hat als früherer Motorradreferent des Fahrlehrerverbandes die Idee von Motorrad total viele Jahre gekonnt umgesetzt. Für Donnerstag kündigte Luppart den
Vorsitzenden des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. Peter Tschöpe als Referent zu einschlägigen Rechtsfragen an. Tschöpe wolle die Gelegenheit überdies nützen, aus praktischer Anschauung Geist,
Inhalte und Leistung von Motorrad total zu erfahren. Erstmals werde auch die
Fachzeitschrift "Fahrschule", vertreten durch ihr Redaktionsmitglied Hans
Kitzberger, Motorrad total die Ehre geben, schloss Luppart seine mit Beifall bedachte Einführung.

So
strahlt man, wenn das Erbe gut verwaltet ist
Am Montag war "Schrauben" angesagt. Kawasaki hatte für den Technikunterricht eine halbe Lkw-Ladung
Anschauungsmaterial mitgebracht. Geübt wurde an einer Ninja-Sport-Kawasaki. Während die eine Hälfte unter Anleitung von Alexandra Storz das Motorrad für eine Inspektion zerlegte, durfte die andere bei Schulungsleiter Peter Krüger einen Motor auseinander nehmen. Danach wurde getauscht, sodass die einen das Motorrad wieder zusammenzubauen und die anderen Nockenwelle und Ventile wieder richtig einzustellen hatten. Die Fahrlehrer waren über den hohen Zeitbedarf einer sorgfältigen Inspektion ziemlich erstaunt. Das Fachgespräch mit den beiden Spezialisten von Kawasaki ging weit über den Stundenplan hinaus.
Die zum Abschluss jedem Fahrlehrer überreichte grüne Kawasakimütze galt als symbolische Urkunde für erfolgreiches Mit-Schrauben.

Schrauben
ist gar nicht so leicht...
Der Dienstag führte die Gruppen in südliche Richtung zum Monte Grappa (ohne Namensbezug zu dem allseits geschätzten Digestivo). Steckenbeschreibung: Teilweise schmaler Straßenverlauf durch waldreiches Gebiet, viele unübersichtliche Kurven, bei Nässe erhöhte Rutschgefahr durch Laub.
Realität: Die Straße war tatsächlich patsch-nass und setzte jede Menge Adrenalin frei. Auf der Höhe angekommen, bestätigten die Fahrer die Streckenbeschreibung als hinsichtlich Rutschgefahr äußerst zutreffend, nicht jedoch bezüglich der am dortigen Kriegerdenkmal versprochenen herrlichen Rundumsicht. Denn außer dichtem Nebel war nichts zu sehen. Weiter ging es bergab nach Romano de Ezzelino Richtung Prosecco Weinstraße, die bei Valdobbia-dene beginnt. Leider konnten die
Teilnehmer den köstlichen Prosecco der rechts und links liegenden Weingüter nicht verkosten, denn sonst wäre es mit der Balance auf den noch immer nassen Straßen wohl nicht mehr weit her gewesen. Die Tour führte weiter zum Passo S. Boldo, einem Gipfel mit acht Spitzkehren im Berg, für Könner ein Leckerbissen, der in seiner Art in Europa wohl einmalig ist. Über Feltre, Pedavena ging es dann nochmals in Serpentinen hoch hinauf zum südwestlichen Ende des
Naturparks "Dolomiti Bellunesi" nach Aune. Die Gruppen waren abends voller Lob über das ausgewählte Trainingsgebiet: Geradezu ideal für das Thema "Fahrbahnlesen" als Grundlage für das Lernziel: Erhöhung des Sicherheitsfaktors beim Befahren unbekannter Straßen mit überraschenden
Fahrbahnzuständen und Verkehrssituationen.

Realverkehr:
super Strecken, super Kurven...
Endlich war der von Luppart so überzeugend verheißene Spätsommer da. Bei strahlendem Sonnenschein stand eine große Dolomitenfahrt mit 9 Pässen an. Schon kurz nach dem Hotel Aufstieg zum Passo Cereda, von dort hinunter nach Agordo, Caprile und wieder "schraubend" aufwärts zum 2236 Meter hohen Passo Giau. Die Route führte zum Passo Falzarego, dort nach rechts zum Passo Valparola, wieder hinunter nach Corvara, im kehrenreichen Verlauf hoch zum Passo di Gardena, Passo di Sella nach Canazei. Links ab, dem herrlichen Passo di Fedaia entgegen, auf Passhöhe entlang der wunderschönen
Marmolada nach Caprile, Falcade - und schon wieder bergwärts zum Passo Valles, von dort dem Passo Rolle entgegen. Wieder im Quartier, war man sich einig:
Für heute der Kurven genug! Doch die Annehmlichkeiten der Hotels ließen die Strapazen des Tages rasch vergessen und sorgten für alsbaldige Reaktivierung der Fitness.
Peter Tschöpe, der inzwischen auch eingetroffen war, nutzte die Gelegenheit des vom Hotel organisierten rustikalen
Trentinoabends, den Kolleginnen und Kollegen für ihre Treue zu Motorrad total zu danken. Besonders herzlichen Dank entbot er Frau Luppart für ihre seit Jahren im Stillen, doch so effiziente Assistenz bei Vorbereitung und Ablauf des Seminars; sein Dank galt auch Kurt Bartel und Hans Kitzberger. Ein vorzügliches Menü, Musik, Tanz und Gesang führten die Stimmung in Passartige Höhen.
Auch Theorie ist wichtig!
Trotzdem erschienen am anderen Morgen alle pünktlich zu Peter Tschöpes Exkursion ins Reich des Rechts. Mag der eine oder andere auch noch einen etwas schwereren Kopf gehabt haben, die Mitarbeit bei den Themen
Das Kraftrad in
- der FeV
- der StVO und
- der StVZO
ließ nichts zu wünschen übrig.
Tschöpe hatte in übersichtlichen Tabellen die einschlägigen Vorschriften zusammengestellt. Die teils sehr lebhafte Diskussion ließ erkennen, dass es sich immer wieder lohnt, einzelne Vorschriften etwas genauer anzuschauen. Meinung eines Teilnehmers: Beim Lesen des Stundenplans habe ich mir überlegt, wie man mit diesen Themen einen ganzen Tag ausfüllen will. Jetzt weiß ich, dass zwei Tage nicht zuviel gewesen wären.

Schrauben ist gar nicht so leicht...
Wiederum hatte Motorrad total unter einem guten Stern
gestanden. Das oft auch als Langstreckentraining bezeichnete Seminar (was erheblich zu kurz greift, denn es ist weit mehr), lief in allen Teilen, auch dank der Hotelierfamilie Brunet, vorbildlich. So konnte das vorgesehene Programm unter besten Bedingungen durchgeführt werden. Dem disziplinierten und kameradschaftlichen Verhalten aller Teilnehmer ist es zu verdanken, dass die Woche in Fiera di Primiero unfallfrei ablief. Dafür ist die Kursleitung besonders dankbar. Einen Wermutstropfen gab es dennoch, denn auf der Heimreise erlitten zwei Kollegen unverschuldet einen Unfall.
Die einzelnen Gruppen wurden von den Moderatoren Rudi Gäbelein, Külsheim, Siegfried Nill, Mössingen, Franz
Enghauser, Herbolzheim, Rolf Felske, Bretten, Horst Krieg, Balingen, Peter Landefeld, Rohrdorf, Theodor Heinemann,
Schwenningen, und Joan Fronius, Ettlingen, geführt, für deren Einsatz die Kursleitung herzlich dankt. Die Gesamtverantwortung oblag dem Vorsitzenden des Verbandes, Kollege Peter Tschöpe, Planung und Kursleitung lagen in den bewährten Händen des 2. Vorsitzenden Günter Luppart.
Nochmals herzlichen Dank an Gustav Hild von der Fa. Leihwagen Hild, Vöhringen im Tal, für seinen selbstlosen Einsatz. Ebenso an Alexandra Storz und Peter Krüger, von der Kawasaki Motoren GmbH,
Friedrichsdorf, für ihren hervorragenden Technikunterricht und die Überlassung von zwei
Kawasaki Motorrädern zu Testzwecken.
Der Verlag Heinrich Vogel hat beim
rustikalen Trentinoabend mit einer großzügigen Geste zur Förderung des
Frohsinns beigetragen. Auch dafür nochmals ein ganz herzliches
Dankeschön nach München. 
Gustav
Hild

Der
Techniktag bei Alexandra Stotz und Peter Krüger war mehr als interessant
Xaver
Edenhausen
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