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Letzte Aktualisierung dieser Seite: 29.09.03

 

© FahrSchulPraxis
Entnommen aus Ausgabe Mai/2002, Seite 222

Telegramm aus Ulm

Mitgliederversammlung 2002 des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V.

 

  • VW präsentiert den neuen POLO
  • Fit bleiben beim Arbeiten
  • Quo vadis StVO?
  • Beitrag bleibt stabil
  • Aktueller Stand der Gesetzgebung
  • Klare Absage an Führerschein mit 17
  • Interessante Workshops

Mit einer warmherzigen Begrüßungsansprache hieß Vorsitzender Peter Tschöpe im CongressCentrum Ulm rund 600 Mitglieder und Gäste zur 52. ordentlichen Mitgliederversammlung des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. willkommen. Unter den Gästen waren der Ulmer Oberbürgermeister Ivo Gönner, Ministerialrat Dietmar Enkel und Reg.-Dir. Alfons Eggersmann vom Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg, der Repräsentant des VW-Konzerns, Matthias Lorenz, als Vertreter des TÜV Süddeutschland, Prof. Dr. Ing. Manfred Schlagenhauf und Geschäftführer Martin Jost.

Herzlich willkommen hieß Tschöpe auch die beiden Referentinnen des Vormittags, Evelyn Eckert von der Vereinten und Ministerialrätin Christine Kramer vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen.

Kein Frondienst mehr für den TÜV

In seiner morgendlichen Rede griff Tschöpe auch berufspolitische Probleme auf und machte u.a. deutlich, dass die Fahrschulen in Baden-Württemberg nicht länger bereit sind, kostenlose Leistungen für den TÜV zu erbringen. Er forderte einen geschäftlichen Umgang mit den Fahrschulen, wie er im Verhältnis zu anderen TÜV-Kunden, zum Beispiel den Kfz-Werkstätten, längst üblich ist. 

Nein zu Führerschein mit 17

Tschöpe sprach sich gegen die Senkung des Führerscheinalters auf 17 als "Bonbon" für einen Modellversuch Begleitetes Fahren aus. "Wenn eine seriöse wissenschaftliche Untersuchung zum Ergebnis kommt, dass das Begleitete Fahren die Unfallsituation in Deutschland nachhaltig verbessern kann, dann müssen wir das einführen. Aber warum um alles in der Welt muss dazu das Führerscheinalter abgesenkt werden?", rief Tschöpe der Versammlung zu und erhielt starken Beifall. 

POLO - ein ausgewachsener Kleiner

VW präsentierte seine Fahrschulfahrzeuge, darunter den neuen Polo, bei dem nichts mehr an den Kleinwagen von einst erinnert. Das Fahrzeug kann heute als voll fahrschultauglich eingestuft werden. Auch Audi, die Premium-Marke des VW-Konzerns, war mit einem A2 vertreten. 


Registrierung der Mitglieder und Hauptaussteller Volkswagen AG

Wenn der Rücken schmerzt

In ihrem Referat ging Frau Evelyn Eckert von der Vereinten Krankenversicherung auf die Ursachen vieler Rückenprobleme ein, an denen Fahrlehrer oft leiden. Sie zeigte, mit welch einfach zu erlernenden Übungen man auch im Auto seine Rücken- und Nackenmuskulatur trainieren kann. 

Ehrung von Guus Biesenbach

Auch auf diesem Verbandstag ehrten Vorstand und Versammlung die Kolleginnen und Kollegen, die seit 40 oder 50 Jahren als Fahrlehrer tätig sind oder das Alter der Ehrenmitgliedschaft erreicht hatten. 

Guus Biesenbach, während vieler Jahre bei Mercedes bundesweit Partner der Fahrlehrerverbände, wurde auf Beschluss des Beirats in Anerkennung seines Engagements für die Fahrschulen durch Ernennung zum Mitglied mit besonderem Status geehrt.

Quo vadis StVO?

Das mit Spannung erwartete Referat von Ministerialrätin Christine Kramer vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen beschloss den Vormittag. Sie referierte über die Gründe der beabsichtigten Reform der StVO. Mit Beispielen, darunter das Handyverbot und die Regelung der Gehwegbenutzung durch radfahrende Kinder, erläuterte sie den Teilnehmern die Problematik überfrachteter Regelungen. Durchaus kritisch merkte sie an, in der Vergangenheit sei zu oft versucht worden, auch noch die letzten denkbaren Fälle zu regeln. Sie forderte die Fahrlehrer auf, ihre Vorstellungen und Wünsche in das Reformvorhaben einzubringen und bedankte sich beim Verbandsvorsitzenden für die von diesem angekündigten 71 Verbesserungsvorschläge, die dem Ministerium über die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände e.V. zugeleitet werden. Sie meinte, Fahrlehrer müssten eigentlich Ungereimtheiten im Regelwerk am ehesten erkennen. Sie zählt dazu auch die Regeln, die in der StVO unsystematisch oder unpraktisch zugeordnet sind. Frau Kramer hofft auf gute Zuarbeit des Verbandes für ihr Vorhaben. Die konzentrierte Stille während des gesamten Referats ließ erkennen, dass die Anwesenden nicht nur vom Inhalt, sondern auch von der Art des Vortrags gefesselt waren. Starker, anhaltender Beifall bestätigte dies.

TÜV lädt ein

Jetzt war Mittagszeit, und der TÜV lud die ganze Versammlung zu einem kräftigen Mittagessen ein.

Der Nachmittag

Zu Beginn zeigte Vorsitzender Tschöpe mit einigen Grafiken wie es derzeit um die wirtschaftliche Lage der Fahrschulen bestellt ist. Einer steigenden Zahl von Unterrichtsräumen und Fahrlehrern steht nach wie vor eine sinkende Zahl von Führerscheinbewerbern gegenüber. Bei den Anwesenden fand seine Forderung, unrentable Zweigstellen zu schließen und alle Möglichkeiten zu Kooperationen auf den verschiedensten Gebieten zu nutzen, breite Zustimmung. 

Reparatur-Verordnung kommt

Nach Abwicklung der Regularien, zu denen auch die Wahl eines Kassenprüfers sowie eines Stellvertreters gehörte, trat mit Regierungsdirektor Christian Weibrecht vom Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen ein Überraschungsgast aufs Podium. Weibrecht referierte über den aktuellen Stand der Gesetzgebung. Danach soll die sog. Reparatur-Verordnung in Kürze dem Bundesrat zugeleitet werden und könnte so zur Jahresmitte in Kraft treten.

Keine Alternative zur professionellen Fahrausbildung

Weibrechts Ausführungen zur zweiten Ausbildungsphase und zu dem von einigen Bundesländern ins Gespräch gebrachten Vorschlag des Begleiteten Fahrens stießen auf starkes Interesse. Seine Feststellung, eine Einschränkung oder gar ein Verzicht auf die professionelle Fahrausbildung sei der falsche Weg, wenn man die Zahl der verunglückten jungen Fahrer nachhaltig reduzieren wolle, quittierte die Versammlung mit spontanem Beifall. Das Begleitete Fahren als Gegenmodell zur zweiten Ausbildungsphase zu deklarieren, sei ein nicht minder irriger Weg. Es könne, wenn es denn überhaupt sinnvoll sei, höchstens als Ergänzung zur zweiten Ausbildungsphase verstanden werden. Weibrecht erhielt starken Applaus für seine Ausführungen. 

Fragestunde

Es blieb Zeit für Fragen. Diesen stellten sich Ministerialrat Enkel, Reg.-Dir. Eggersmann, Reg.-Dir. Weibrecht und Josef Madeia vom TÜV. 

Im Rahmenprogramm für die Begleitpersonen wurden zwei Workshops angeboten. Beide waren sehr gut besucht und wurden von den Teilnehmern sehr positiv bewertet.

In der nächsten Ausgabe werden wir über die einzelnen Referate, die Diskussion und die Workshops ausführlich berichten.

Und was nicht vergessen werden darf: 

Wie seit vielen Jahren Tradition, klang der Ulmer Verbandstag mit einem wunderbaren Ball fröhlich aus. 


Interessantes gab's auf der Fachausstellung "Fahrschule 2002"

 

FahrSchulPraxis - Ausgabe Mai 2002

Erscheinungsdatum 15.05.2002

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