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FahrSchulPraxis, Juli-Ausgabe 1978: Der Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. kündigt zum ersten Mal ein Sonderseminar Klasse 2 in Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz im Werk Wörth an. Kurz danach waren die drei Kurse ausgebucht, ja mehr noch, es entstand eine lange Warteliste. Heute heißen sie CE-Seminare, haben nichts von ihrer Attraktivität eingebüßt und sind nach wie vor ein Renner.

In diesen 25 Jahren hat sich zwar inhaltlich vieles geändert. Das Grundgerüst aber ist geblieben. Ein Theorieblock vom Feinsten, moderne Technik praxisorientiert, ergänzt durch aktuelle Rechtsthemen. Dabei wird besonders auf griffige Anwendbarkeit und Nutzbarmachung für die tägliche Arbeit der Fahrlehrer geachtet. Das Gleiche gilt für den praktischen Teil. Hier geht es im
Realverkehr und auf dem Platz ebenso um perfektioniertes Fahren mit voll beladenen Lastzügen wie um dessen didaktische Umsetzung. In Rollenspielen wird geübt, wie man Fahrschüler präzise anleitet. Danach wird analysiert, gewichtet und gewertet.
Auch eine Idee von Wörth
Viele Kursteilnehmer fragten immer wieder nach günstigen Möglichkeiten, moderne Ausbildungsfahrzeuge für die Klassen C und CE einsetzen zu können. Das war Anstoß für die DC-Tochter CharterWay, zusammen mit dem Vorstand des
Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., ein Kurzzeitmietkonzept zu entwickeln.
Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Kooperation sprachen wir mit Herrn Hubertus Goldkuhle, bei der Daimler-Chrysler AG für die Verbandsbetreuung im Bereich Nutzfahrzeuge verantwortlich, und mit Frau Cathrin Lange, zuständig für das Produktmanagement Fahrschulfahrzeuge LKW.
FPX: Herr Goldkuhle, Sie haben sich, als Sie vor zwei Jahren die Nachfolge von Herrn Pum antraten, sehr für die Belange
der Fahrlehrer eingesetzt. Was veranlasst einen Fahrzeughersteller, sich in der Fortbildung von Fahrlehrern zu engagieren?
Goldkuhle: Unsere Firmenphilosophie war schon immer, dass das beste Fahrzeug nichts nützt, wenn der Fahrer nicht sachgerecht damit umgehen kann. Deshalb hat unser Haus bereits in den 70er Jahren die Fahrerinformation aufgebaut. Aufgabe der Mitarbeiter dieser Abteilung war zunächst, die Fahrer bei der Abholung eines neuen Fahrzeugs mit den technischen
Innovationen vertraut zu machen. Sehr bald wurde uns aber bewusst, dass es mindestens genauso wichtig war, die zukünftigen Fahrer auf die moderne Technik vorzubereiten.
Als dann der damalige Vorsitzende des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., Herr Heiler, im Jahr 1978 mit dem Leiter der Fahrerinformation, Herrn
Scheurenbrand, zusammentraf, stand für beide sehr schnell fest, dass ein Engagement der Mitarbeiter der Fahrerinformation bei der Fahrlehrerfortbildung der ideale Weg ist, um möglichst vielen Führerscheinanwärtern die neusten Erkenntnisse mitzugeben.
Man muss sich ja auch vor Augen führen, dass der Großteil aller Lkw-Fahrer damals die Ausbildung auf Bussen absolvierte, teilweise mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 8 Tonnen. Diese Fahrer wurden dann in den Speditionen auf Lastzüge mit 40 Tonnen gesetzt und sollten diese auch noch unfallfrei und trotzdem zügig durch den immer dichter werdenden Verkehr steuern.
FPX: Wie viele Lehrgänge führen Sie denn pro Jahr durch?
Goldkuhle: Nach anfänglich 8 Lehrgängen pro Jahr wurde wegen der gestiegenen Nachfrage die Zahl auf 10 pro Jahr erhöht. Wir haben also in den 25 Jahren, in denen die Fahrerinformation unseres Werkes in Wörth zusammen mit dem
Fahrlehrerverband Baden-Württemberg e.V. diese Seminare anbietet, etwa 2.400 Teilnehmern unsere Technik und auch die Mercedes Benz Fahrphilosophie, die da lautet "Niedrige Drehzahl wo immer es möglich ist, Leistung dort wo nötig" nahe bringen können. Ein Zeichen für die hohe Akzeptanz und die interessanten Inhalte ist die Tatsache, dass wir in jedem Lehrgang Teilnehmer begrüßen können, die zum wiederholten Mal bei uns sind. Ebenso erfreulich ist es, dass im Laufe der Jahre eine Reihe von Fahrlehrern sich als Instruktoren für die praktischen Teile der Seminare qualifiziert haben und uns personell entlasten.
FPX: Wenn eine Verbindung 25 Jahre besteht, feiert das Paar silberne Hochzeit. Da kommen Gäste, da gibt es Überraschungen. Werden Sie auch eine Art Silberne Hochzeit feiern?
Goldkuhle: Der Vergleich mit der
Silberhochzeit ist mir noch gar nicht in den Sinn gekommen. Aber er gefällt mir. Er bedeutet doch, dass zwei Partner nach einem viertel Jahrhundert das Maß an Gemeinsamkeit noch nicht überschritten haben und immer noch viel miteinander und füreinander tun können und das auch weiterhin zu tun beabsichtigen.
Wir werden das Jubiläum gebührend feiern. Zum einen bekommt jeder Teilnehmer in diesem Jahr eine "Jubiläumsjacke"; also eine Fahrerjacke, die wir speziell für diesen Anlass fertigen lassen. Wir hoffen, dass wir so den Fahrlehrern unter dem Zeichen des Sterns einen hilfreichen Schutz geben können für die Tage, an denen sie bei schlechtem Wetter praktische Ausbildung durchführen.
Außerdem werden wir das letzte Seminar in diesem Jahr in der Zeit vom 13.11. bis 15.11.2002 zum ersten Mal nicht in Wörth und den Straßen der weiteren Umgebung
durchführen, sondern auf dem Sachsenring. Dort werden wir am dritten Tag anstelle des Fahrens im Realverkehr ein
Fahrsicherheitstraining auf Lastzügen und Sattelkraftfahrzeugen durchführen. Die Teilnehmer werden also Gelegenheit haben, die
Fahrzeuge im Grenzbereich zu fahren; ein Erlebnis und eine Erfahrung, die ansonsten nicht möglich ist.
Außerdem erwarten die Teilnehmer noch einige Überraschungen, über die ich jetzt noch nicht sprechen will, weil sie sonst keine Überraschungen mehr sein werden.
FPX: Wo kann man sich für dieses
Superseminar anmelden?
Goldkuhle: Die Anmeldung wird, wie bei allen Seminaren, über die FSG/TTVA mbH, die als Tochterunternehmen des
Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. die Fortbildung organisiert, erfolgen können.
[Anm.: Das Seminar ist bereits
ausgebucht.]
FPX: Das Haus DaimlerChrysler hat sich ja im Jahr 2001 zu einem weiteren
Engagement auf dem Gebiet der Ausbildung in den Nutzfahrzeugklassen entschieden.
Frau Lange, Sie sind in der
Vertriebsorganisation Deutschland für das Produktmanagement Fahrschulfahrzeuge LKW zuständig. Können Sie uns bitte die wichtigsten Informationen für unsere Leser zusammenfassen?
Frau Lange: Immer wieder wurde von Fahrlehrern, besonders von
Seminarteilnehmern der "Wörther Kurse" nach Möglichkeiten gefragt, zu vertretbaren Preisen an moderne Ausbildungsfahrzeuge zu kommen. Diese Nachfrage stieg besonders stark an, als nach der Führerscheinreform die Ausbildung im Bereich der Nutzfahrzeuge zweigeteilt wurde. Wir haben in
Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V. nach wirtschaftlichen Lösungen gesucht. Mitte des Jahres 2001 haben wir dann über unser Tochterunternehmen CharterWay ein
Konzept vorgestellt, das es Fahrschulen erlaubt, zu - wie ich denke - attraktiven Preisen einen Lastzug zu mieten. Selbstverständlich ist der Zug komplett als Fahrschulfahrzeug ausgestattet; zusätzliche Spiegel,
Doppelpedale, Sitz-Liegekombination, Mittelsitz und EG-Kontrollgerät.
Wir haben pro Tag eine Laufleistung von 250 Kilometer gerechnet. Dies dürfte auch für die Tage reichen, an denen das Fahrzeug voll eingesetzt wird. Werden ausnahmsweise mehr Kilometer gefahren, werden diese mit jeweils 0,39 EURO in Rechnung gestellt.
FPX: Viele Klasse C/CE Fahrschulen bilden die Bewerber in der praktischen Ausbildung meistens im Blockunterricht aus. Die Schüler werden in Lerngruppen zusammengefasst und die Ausbildung in kompakter Form abgewickelt. Kann die Fahrschule das Fahrzeug auch für einen längeren Zeitraum mieten?
Frau Lange: Selbstverständlich haben wir auch diese Möglichkeit berücksichtigt. Wenn die Fahrschule das Fahrzeug für eine ganze Woche mietet, berechnen wir 1.325 EURO, das heißt unter Berücksichtigung von 6 Arbeitstagen, die in Fahrschulen nach unserer Kenntnis üblich sind, eine
Tagesmiete von 220 EURO. Mietet die Fahrschule das Fahrzeug für einen noch längeren Zeitraum, beispielsweise einen Monat, kostet es nur noch 168,33 EURO pro Tag. Und für die Fahrschulen, die sich auf die Ausbildung von Lkw-Fahrern spezialisieren und das Fahrzeug für noch längere Zeiträume benötigen, ermäßigt sich der Preis bei einer Mietdauer von 7 bis 12 Monaten sogar auf 153 EURO pro Tag.
FPX: Das klingt ja sehr gut. Welche weiteren Kosten kommen denn noch dazu?
Frau Lange: Wir haben uns entschlossen, ein Komplettangebot zu machen. Das war ein Ergebnis eines Workshops, den wir mit baden-württembergischen Klasse CE
Fahrschulen in Wörth durchgeführt haben. In dem Preis ist die Kfz-Steuer inklusive Anhängerzuschlag und die Versicherung einschließlich Vollkasko mit 1.023 EURO Selbstbeteiligung enthalten. Außerdem die Rundfunkgebühr, ein unlimitierter
Reifenersatz, alle Reparatur- und Wartungsarbeiten einschließlich Öle und Fette, Reparaturen am Fahrgestell, Fahrwerk und Triebwerk, die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen und Untersuchungen, das Betreiberrisiko und sogar die Übernahme von Gewaltschäden an Reifen im Straßeneinsatz enthalten.
Außer den Kraftstoffkosten ist neben dem Mietpreis von der Fahrschule nichts zu bezahlen.
FPX: Die Führerscheinausbildung in den Nutzfahrzeugklassen ist umsatzsteuerfrei. Deshalb ist die Mehrwertsteuer für die Klasse CE Fahrschulen ein Kostenfaktor. Ist die eigentlich in den vorgenannten Preisen auch enthalten?
Frau Lange: Auf dieses Problem wurden wir bei dem schon angesprochenen
Workshop aufmerksam gemacht. Wir haben deshalb die Mehrwertsteuer immer gleich in die Beträge eingerechnet.
FPX: Also ein interessantes Angebot. Allerdings werden sich nur die größeren Fahrschulen das Fahrzeug für mehrere Wochen oder gar Monate ausleihen können. Kleinere Fahrschulen haben gar nicht so viele Fahrschüler.
Frau Lange: Wir bieten auch an, dass eine Fahrschule, die das Fahrzeug leiht, es anderen Fahrschulen überlassen darf. Wir rechnen allerdings ausschließlich mit der Fahrschule ab, die das Fahrzeug bei uns gemietet hat. Diese ist auch verantwortlich, dass das Fahrzeug vereinbarungsgemäß zurückgegeben wird.
FPX: Wie wird denn das Angebot angenommen?
Frau Lange: Die Resonanz war so gut, dass wir uns entschlossen haben, zwei weitere Fahrzeuge dazu zu nehmen. Wir bieten jetzt wahlweise eine zweiachsige
Sattelzugmaschine mit Sattelauflieger und zwei dreiachsige Wechselrahmenfahrzeuge als Ausbildungsfahrzeuge an. Alle Fahrzeuge haben übrigens die Megaspace-Kabine.
FPX: Und an wen muss man sich wenden, um dieses Angebot nutzen zu können?
Frau Lange: Ansprechpartner ist der Lkw-Verkäufer der jeweiligen DaimlerChrysler Niederlassung oder Vertretung. Die Fahrzeuge können im Werk Wörth oder in der Niederlassung Hannover übernommen werden.
FPX: Frau Lange, Herr Goldkuhle, wir bedanken uns für das Gespräch.
Information zu CharterWay:
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Interessenten können sich
an jede DaimlerChrysler Niederlassung oder Vertretung unter Bezugnahme auf "CharterWay Kurzeitmiete"
wenden.
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Weitere Infos finden Sie im Internet
unter
www.charterway.de (Rubrik Produkte > Miete > Kurzzeitmiete -
mit Händlerstandortliste).
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