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Unser Autor Jürgen Bauer nimmt heute die Abfahrtkontrolle der praktischen Prüfung unter die Lupe und sagt, wie es vernünftig und rationell laufen kann.
Immer wieder, so wird berichtet, gebe es bei Prüfungen unterschiedliche
Meinungen darüber, was der Fahrschüler und was der Fahrlehrer bei den
Abfahrtskontrollen zu tun hätten. Müssen bei Klasse C die Aufgaben aus der Karte 3 behandelt werden (u. a. Funktion von
Standlicht, Abblendlicht, Fernlicht und Umrissleuchten vorn), stellt sich die Frage, wer die Schalter betätigt und wer die
Leuchten überprüft.
Freilich könnte der Fahrschüler zunächst das Standlicht einschalten, dann aussteigen, die Funktion überprüfen, danach dasselbe für das Abblendlicht und noch einmal für das Fernlicht. Dass dieses Hin und Her bei einem modernen Fahrerhaus in jedem Fall einen hohen sportlichen Wert hätte, steht außer Zweifel. Bei diesem Verfahren würde
Aufgabenkarte 9 den sportlichen Nutzen sogar noch steigern, weil nämlich die Schlussleuchten zu überprüfen sind.
Kostbare Prüfungszeit geht verloren
Dass so aber kostbare Zeit für die Prüfungsfahrt verloren ginge, ist klar. Überdies ginge z. B. bei Aufgabenkarte 1 jeglicher sportive Einsatz ins Leere, denn nun müssen die Bremsleuchten überprüft werden. Und dazu ist, steht das Fahrzeugheck nicht gerade dicht vor einer weißen Wand, in jedem Fall eine zweite Person erforderlich. Wie soll man verfahren? Geht man davon aus, dass der Bewerber in der Prüfung das einwandfreie Schalten der
Beleuchtungseinrichtungen zeigen soll, ist es einfach: Der Bewerber schaltet das Licht ein, der Fahrlehrer prüft, ob es brennt. Diese Auffassung ist im Übrigen mit der TP-Leitung abgestimmt. Entsprechend ist bei den
ZugKlassen die Funktion der elektrischen Einrichtungen des Anhängers zu überprüfen

... das war früher einfacher
Bei Zügen ist Zeitökonomie besonders wichtig
Bei den Zug-Klassen taucht gelegentlich die Frage auf, ob beim Verbinden und Trennen streng nach der numerischen Reihenfolge zu verfahren sei. Auch in dieser Frage haben TP-Leitung und Vorstand des
Fahrlehrerverbandes eine einheitliche Meinung:
Die Reihenfolge der einzelnen Handhabungen ist unverbindlich. Die Nummerierung dient lediglich der Aufzählung, nicht aber der Festlegung der Folge der Handhabungen.
Einiges freilich ergibt sich von selbst. So ist bei Klasse BE selbstverständlich zunächst das Zugfahrzeug an den Anhänger
heranzufahren, bevor das Abreißseil eingehängt werden kann. Ob aber zuerst das Abreißseil eingehängt oder der Elektroanschluss hergestellt wird, ist für die Bewertung der Prüfung ohne Bedeutung
Jürgen Bauer
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