Motorrad Total, das traditionelle
Langstreckentraining des Fahrlehrerverbandes Baden-Württemberg e.V., führte diesmal in die Pyrenäen.
Standquartier war das Hotel Bringué in El Serrat / Andorra. Was im Winter für Skier, ist die gebirgige Umgebung Andorras im Sommer für Biker:
ein ideales Terrain.
Sammeln war am Samstag (21.09.02) in Neuenburg am Rhein. Autobahn bis
Orange, dort das erste Nachtlager. Sonntagfrüh weiter bis Perpignan, danach die letzte Etappe landeinwärts, ca. 200 Kilometer sehr anspruchsvoller Nationalstraßen mit drei Pässen: Col de Puymorens (1980 m), Pas de la Casa (2075 m) und an der Grenze von Frankreich zu Andorra der Col d`Ordino (1980 m). Schließlich ging's vollends nach El Serrat, dem Ziel des 20.
Langstreckentrainings Motorrad Total, ein Städtchen im Zwergstaat Andorra, das 1564 Meter über dem Meeresspiegel liegt.

Verbandsvorsitzender Tschöpe betont die besondere Verantwortung des Motorradfahrlehrers
Weil die anstrengende Reise eine gehörige Verschnaufpause erforderte, stieg man am Montag nicht schon wieder aufs Bike, sondern hörte informative Theorie, die
Peter Tschöpe hielt.

Es bereitete dem Verbandsvorsitzenden sichtlich Freude, 82 Teilnehmer, wiederum eine Rekordzahl, bei Motorrad Total begrüßen zu können. Tschöpe dankte der
Kawasaki Motors Europe N.V., Niederlassung Deutschland,
Friedrichsdorf, für die Mitwirkung ihrer Technikmoderatoren Uwe Kistner und
Toni Meier, dem Verlag Heinrich Vogel, München, für sein Sponsoring, der durch
Hans Kitzberger vertreten wurde, und Gustav Hild, Vöhringen/ Thal, der als renommierter
Autovermieter für Fahrschulen einmal mehr die berühmten Champion-Tassen gespendet hatte. Des Weiteren bedankte sich Tschöpe bei
Günter Luppart, der wiederum für die Planung und Durchführung der Veranstaltung verantwortlich
zeichnete, und ebenso bei Emil Veser, der ihm dabei dank seiner französischen Sprachkenntnisse wertvolle Hilfe leistete.
Montag also, pünktlich 9.00 Uhr, Theorie bei Peter Tschöpe, der mit den Kolleginnen und Kollegen die besondere Verantwortung des Fahrlehrers bei der Ausbildung und Prüfung von Motorradeleven erörterte (siehe FPX 10/02, Seite 538). Nachmittags stand
Transparenz der Ausbildung in den Motorradklassen auf dem Programm.

Realverkehr in den spanischfranzösischen Pyrenäen
Da nicht alle Teilnehmer an der Fortbildung nach § 33a Abs.1 FahrlG teilnahmen, war für diese Gruppe Pyrenäen pur angesagt. Mit insgesamt 283 Kilometern war dies die längste Tour. Zunächst ging es auf einer gut ausgebauten Straße nach Spanien bis Organya, dann im kehrenreichen Verlauf über den Col de Jou nach Berga, über Sant Llorenc nach Puigcerda. Bei Bourg Madame ging es auf der französischen Seite weiter über den Col de Puymorens zum Pas de la Casa und über den Col d`Ordino zurück zum Standquartier nach El Serrat.

Dienstag: Realverkehr im französischen Teil der Pyrenäen
Temperaturen um minus 4 Grad, leichter Schneefall! Beides konnte Dienstag früh die Teilnehmer nicht davon abhalten, die geplante Strecke durch die französischen Pyrenäen zu fahren. Wieder über den Pas de la Casa nach Ax les Thermes, wo sich die meisten Gruppen das erste Mal aufwärmten. Danach auf den Col de Pailleres (2001 m), der mit 32 Kilometer schmalen, aber gut ausgebauten
Straßen, 13-prozentigen Steigungen und Gefällen sowie sehr vielen Spitzkehren auf die Teilnehmer wartete. Aber dem nicht genug, standen drei weitere Pässe auf dem Plan: Col de la Quillane, Col de Puymorens und Pas de la Casa. Nach anstrengenden 255 Kilometern kamen alle wieder unversehrt im Quartier an. Die anspruchsvolle Strecke sorgte am Abend für regen Austausch.
Mittwoch: Technik
Am Mittwoch hatten die Seminarteilnehmer die Möglichkeit, einen Motorradmotor unter Anleitung der Technikmoderatoren Toni Meier (Bild unten - Mitte) und Uwe Kistner
von Kawasaki zu zerlegen und anschließend wieder zusammenzubauen. Dabei wurde den Teilnehmern der hohe Aufwand bewusst, den der Austausch von beschädigten "Innereien" erfordert.

Realverkehr in den spanischen Pyrenäen
Jetzt waren sie wieder heiß auf Kurven. Am Donnerstag ging es in die spanischen Pyrenäen. Von der Hauptstadt Andorras, La
Vella, bis zur spanischen Grenze sind es nur wenige Kilometer, doch schon schraubte man sich auf der ersten Passstraße nach oben. Auf kurvenreicher Höhe ging es über den Col del Canto nach Sort. Sodann auf einer gut ausgebauten, aber ebenfalls häufig gekrümmten Piste durch das Val de la Noguera. Fahrerische Glanzleistungen verlangte der Col de Boixols, wo der Biker auf der gesamten Länge - ca. 50 Kilometer - unter Belagschäden und Unebenheiten leidet. Hier war die ganze Aufmerksamkeit und Konzentration der Fahrer gefordert. Danach war's wieder freundlicher, denn auf der Rückfahrt nach Andorra gab es auf guten Belägen zahlreiche schnelle Kurven.
Resümee des Tages: Ebenfalls eine sehr eindrucksvolle, höchst lehrreiche Strecke.

Verschnaufpause mit Fototermin
Freitag: Kleingruppen in Theorie und Praxis (Bild unten)
Auf einem von der Gemeinde Ordino zur Verfügung gestellten Parkplatz erarbeiteten die Seminarteilnehmer auf Arbeitsblättern didaktische Übungen für die praktische
Ausbildung. Nach vorhergegangener theoretischer Auswertung folgte die praktische Ausführung.
Wiederum voller Erfolg
Motorrad Total war wiederum ein voller Erfolg. Das oft auch als Langstreckentraining
bezeichnete Seminar (was erheblich zu kurz greift, denn es ist weit mehr) lief in allen Teilen vorbildlich. Beste
Bedingungen und eine ebensolche Organisation gewährleisteten den reibungslosen Ablauf des instruktiven Fortbildungsprogramms. Dem disziplinierten, kameradschaftlichen
Verhalten aller Teilnehmer ist es zu verdanken, dass die Woche rund um Andorra unfallfrei (bis auf einen kleinen „Ausrutscher“) ablief. Dafür war die Kursleitung besonders
dankbar.
Bei der Abschlussbesprechung zeigten sich alle mit der Jubiläumsveranstaltung sehr zufrieden.
Günter Luppart dankte den Moderatoren Rudi Gäbelein, Külsheim,
Siggi Nill, Mössingen, Franz Enghauser, Herbolzheim, Rolf
Felske, Bretten, Horst Krieg, Balingen, und Peter
Landefeld, Rohrdorf, sehr herzlich für ihre verdienstvolle Mitwirkung. Ebenso herzlich dankte
Luppart dem Verlag Heinrich Vogel, München, der das zwanzigste Motorrad Total in bewährter Manier unterstützt hatte. Auch bei
Heidi und Gustav Hild, Vöhringen/Thal, bedankte sich Günter Luppart für die schon traditionelle Champion-Tassen, die aus dieser Veranstaltung nicht mehr wegzudenken sind.
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle nochmals an die
Kawasaki Motors Europe N.V., Niederlassung Deutschland, die nicht nur zwei hervorragende Technikexperten, sondern für jeden Teilnehmer noch ein kleines Präsent geschickt hatte.

v.l.: Uwe Kistner und Toni Meier
Peter Tschöpe, dem die Gesamtverantwortung oblag, und Günter Luppart, der das Seminar geplant und geleitet hat, können mit Andorra Total zufrieden sein. Dieser erneute Erfolg ist ein gutes Omen für die zum Silbernen Jubiläum noch fehlenden fünf Seminare.

Pyrenäen Total...
Das "Team Wörth" bedankt sich!
Beim diesjährigen Motorrad Total, das der Verband zum 20. Mal veranstaltete, zeigte das Lkw-Instruktorenteam aus Wörth Verbundenheit zu seinem Verband und begleitete die Veranstaltung weit über die Heimatgrenzen hinaus in die Pyrenäen nach Andorra.
Die langjährige Zusammenarbeit in Wörth und die gemeinsame Aufgabe ließ die Freundschaft wachsen und führte zu der Idee, einmal die schweren Brummis gegen zwei Räder zu tauschen und als eigene Gruppe Motorrad Total zu erleben.
Der Vorstand des Verbandes ermöglichte durch ein spontanes Ja die "Gruppe Wörth" beim diesjährigen Langstreckentraining
Andorra Total, so dass wir uns dieser Veranstaltung anschließen konnten und somit Nutznießer der fantastischen Vorarbeit für Ziel, Hotel und Streckenvorschläge sein durften. Die Pyrenäen sind ein Motorrad-Eldorado, das das Herz eines jeden Bikers höher schlagen lässt. Die Temperaturen sorgten bei schönstem Sonnenschein dafür, dass die Gemüter nicht überhitzten.

Rundherum besten Dank dafür, dass wir bei dieser gelungenen und topp vorbereiteten Veranstaltung zu Gast sein durften. Wir werden die dabei getankte Kraft und Energie in unsere Aufgabe "Seminare in Wörth" investieren, was dem Verband bestimmt zugute kommt.
Team Wörth
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